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Lebensmittelhandel: Wie Amazon die Deutschen umkrempeln will
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Bei Lebensmitteln sind die Deutschen Online-Muffel. Nur die Wenigsten lassen sich Milch, Fleisch und Gemüse nach Hause liefern. Das will der US-Riese Amazon nun ändern. Schafft er es auch?

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spiegelleser987 12.09.2017, 00:24
90.

Zitat:"Bei Lebensmitteln sind die Deutschen Online-Muffel. Nur die Wenigsten lassen sich Milch, Fleisch und Gemüse nach Hause liefern. "

Hat sich das Amazon ausgedacht? Es kommen jede Woche viele Pakete mit Gemüse, Milch, Wein, Schokolade und auch mit Fleisch. Die muss ich für Nachbarn von UPS und DHL annehmen. Es ist allerdings nicht nur von Amazon sondern auch von anderen Anbietern aus dem Internet. Pakete mit Gemüse lagen auch schon mal eine Woche rum, weil der Kunde gerade in Urlaub war.

Wenn Amazon der einzige Anbieter sein will, vernichtet das massenhaft Arbeitsplätze und drückt erst mal die Löhne.

Amazon als Buchhändler, hat auch viele Buchläden vernichtet. Die wollen zum einzigen weltweiten Monopol werden und alles verkaufen. Früher wurde das verboten. Große Unternehmen mussten dann zerteilt werden. Das hat sich seit 15 Jahren geändert.

Das erinnert mich noch an den Film "Demolition Man". Da hat man sich mit dem in unserer Zukunft einzigen noch existierenden Unternehmen geirrt und nannten es Pizza Hut. Hätten der Regisseur das damals schon geahnt, hätte er es Amazon genannt. .

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spon-facebook-10000523851 12.09.2017, 00:25
91. Ich frage mich immer,

wie wir bis heute ohne Amazon und den ganzen online Unsinn, nebst Pzza Lieferungen in's Heim ueberleben konnten und uns nebenbei sogar noch vermehrt haben. Online ist nichts anderes als gut trainierte Konsumlemming noch laenger und zu jeder Zeit zum Geld ausgeben zu verfuehren. Dazu kommt dann , dass der fettleibige fast food Mampfer seinen Hintern noch weniger aus dem Sessel bewegt und dafuer sorgt, dass die Pillendreher noch mehr Diabetes Zeugs verkaufen koennen. Ach ja, und wenn's dann gar nicht mehr geht, dann tritt man einem "Fitness Verein" bei, schluckt alle moeglichen Pillchen und darf das dann auch nur wieder mit derzeit "trendigwn outfits". Es wird immer absurder !

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DMenakker 12.09.2017, 00:37
92.

Wer amazon, seine Geschäftspraktiken gegenüber Lieferanten bzw. Drittanbietern ( denn darauf wird es wieder hinauslaufen, dass diese die Lücken füllen ) weiß es Vorher. Die Nase wird extrem blutig werden, die amazon sich holt.

Vor einigen Wochen war ich über einen Zeitraum von ca. 2 Monaten auf einen Lieferservice angewiesen. REWE war erste Wahl, da die erst gar nicht mit DHL oder ähnlichem Quatsch anfangen sondern selbst liefern.

In der Sache selbst kann man REWE nun mal gar nichts vorwerfen. Toller Service, klare, transparente Preise und ein einziges Mal gab es einen Fehler, der kommentarlos korrigiert wurde. So weit so gut. ABER: Ich liebe es, mich beim Einkaufen inspirieren zu lassen. Viele neue Gerichte fallen mir ein, wenn ich leckere Zutaten sehe und mir überlege, was man daraus machen könne. Der Duft frischer Kräuter in der richtigen Ecke. Das fehlt halt einfach. Was hat man gemacht? Speisepläne geschrieben, Einkauf strikt nach Vorgabe. Der Vorteil, ich habe unglaublich viel Geld gespart. Der Nachteil: Das Einkaufserlebnis ist halt einfach weg. Amazon wird hier nur den Erfolg haben, den sie ja anstreben, wenn sie sehr weitgehenden Sevice anbietet ( Rezeptvorschläge während des Einkaufens, incl. Video clips u.ä. ), das aber auch wieder steuerbar sein muss, denn wer nur mal etwas Milch und Corn flakes braucht, möchte kein Video sehen, wie sich eine mailänder Panade mit Corn flakes herstellen lässt. Weiterhin müsste Amazon, um eben Bedürfnisse zu wecken, sehr großzügig mit kostenlosen Beigaben sein. Pröbchen, frische Kräuter, Rezeptvorschläge etc. Das alles kostet, wenn man es richtig macht, sehr viel Geld.

Dass man gleichzeitig das System der extremen Intrasparenz und Abschottung abschaffen müsste, was nichts anderes bedeutet als die Firma komplett neu zu erfinden, scheint da manchmal noch das leichteste.

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quark2@mailinator.com 12.09.2017, 01:55
93.

Zitat von Thoregon
deutsche Bedenkenträgerei vom Feinsten. Jetzt soll ein Ministerium schon irgendwelche Angebote verbieten. Meine Güte, es wird doch niemand gezwungen, bei Amazon oder sonstwo zu kaufen.
Entschuldigung, aber wo habe ich was von Verbieten geschrieben ? Ich habe von " sich der Sache annehmen" geschrieben. Das muß nicht gleich ein Verbot sein, oder ? Ich denke, es ist ein unbestrittener Fakt, daß wir uns im Schnitt immer weniger bewegen und daß das auf die Gesundheit geht, sogar auch auf die geistige - insbesondere im Alter. Ich denke, ich lag sachlich richtig, als ich die Auswirkungen auf ältere Menschen beschrieb. Und nebenbei - (Innen)Politik besteht natürlich darin, darauf zu sehen, daß die Lebensverhältnisse so sind, daß es den Bürgern gut geht. Deswegen hat man z.B. Glücksspiel und Drogen eingeschränkt, um Menschen vor sich selbst zu schützen. Warum sollte man eine der Hauptursachen für frühen Tod einfach ignorieren ? Abgesehen davon - sich den Kopf über die Auswirkungen seines Tuns zu machen ist nicht nur legitim, es ist sogar verpflichtend für jeden verantwortungsvollen Menschen. Da Wirtschaftsunternehmen leider vor allem das finanzielle Resultat interessiert, kümmert sich der mündige Bürger um den Rest. Wenn das typisch deutsch sein sollte, dann ist das keine Beleidigung. Mich beleidigt vielmehr Ihre Art, mich anzugehen, aber damit kann man leben.

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quark2@mailinator.com 12.09.2017, 02:34
94.

Zitat von k.k.laake
...Lebensmittel einzukaufen. Einmal die Woche alles in den Einkaufwagen rein, dann an der Kasse wieder aus dem Wagen raus um dann gleich alles wieder in den Wagen zu räumen. Hat man 3 Artikel ist das egal, hat man einen ganzen Wagen voll nervt das nur noch. Blöder geht es doch nicht mehr. Hier müsste der Handel mal endlich zu Potte kommen. Ansonsten ist die Onlinebestellung eine echte Alternative. Vor allem kauft man ja meistens zu 90% eh immer dasselbe ein. Einkaufsliste anhaken, abspeichern und fertig. Dauert keine 5 Minuten und spart 1 Stunde Weg zum Supermarkt und zurück.
Stimmt generell, wobei ich mich schon seit Jahren frage, warum es keine Einkaufswagen gibt, bei denen man das Transportfach vom Fahrgestell trennen kann - am besten getrennt in 2 Körbe. Dann bräuchte es im Laden nur noch Fahrgestelle für die Leute, die mit dem Auto kommen und die könnten oben ihre Körbe einrasten, einkaufen und am Schluß alles im Korb lassen und damit nachhause. Wenn man es auch in etwas kleinerer Größe anbietet, kann man auch als (vornehmlich männlicher ?) Fußgänger mit zwei solchen Körben einiges wegtragen. Denn mich nervt das 3fache Umpacken auch und ich würde am liebsten mit dem Wagen nachhause rollern, aber dann käm ich nicht die Treppe damit hoch :-).

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Tante_Frieda 12.09.2017, 02:49
95. Neues Statussymbol

Die Deutschen sind es gewöhnt,ordentliche Qualität günstig im Discounter zu kaufen.Dafür nehmen sie auch einen Mangel an Komfort auf sich.Wer einmal die schon existierenden Lebensmittel-Lieferdienste ausprobiert hat,weiß,wie teuer das Liefervergnügen werden kann.Hier mal 50 Cent mehr für einen Artikel,da mal nur 20,beim nächsten Artikel sind es 60 Cent Aufpreis - das summiert sich,besonders bei Familien.Bestellt man noch frisches Fleisch,Wurst oder Käse,gibt es fünf Euro "Frischezuschlag",kommt dazu noch Tiefkühlkost,gibt es nochmals fünf Euro "Tiefkühlzuschlag".
Für Gut- und Sehr-Gut-Verdiener,womöglich der Marke "Double Income",sind diese Zuschläge zugegebenermaßen vernachlässigenswerte Peanuts im Vergleich zur erzielten Bequemlichkeit.Für die vielen,die sich einkommenstechnisch nicht in Betriebswirt- oder Ingenieur-Sphären bewegen,hingegen nicht.Sie werden künftig wohl eher neidvoll zu den Kunden der Lieferdienste hinüberschauen.Vielleicht wird ja der Lebensmittel-Heimservice das neue Statussymbol für Besserbetuchte,die sonst schon alles haben...

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Hagbard 12.09.2017, 05:50
96.

Wenn ich mir so durchlese, was man alles beachten muss (zuhause sein, Zweistundenfenster, Mindestbestellwert, Lieferkosten), dann finde ich es einfacher, ganz altmodisch im Laden einzukaufen.

Davon abgesehen: Wir wohnen in einer Kleinstadt mit relativer Nähe zum Land und haben halt auch ein gutes "Quellen-Netz":
- Eier vom örtlichen Kleinbetrieb (Samstags, Wochenmarkt)
- Brot und Semmeln vom örtlichen Handwerksbäcker (5 Minuten die Straße runter)
- Rindfleisch aus Freilandhaltung 3-4 Mal im Jahr ("richtig" auf dem Land, 15 km zu fahren, aber halt nur ein paar Mal im Jahr)
- ganz neuer Edeka-Markt, 1 km entfernt
- Obst und Gemüse von zwei Händlern in der Nachbarschaft, ein weiterer in der Altstadt (alle gut zu erreichen)
- Wurst von zwei oder drei Metzgern
- Käse von Edeka (gute Auswahl) oder real (beide in der Nähe.
Viele der Leute kennen wir, es ergibt sich oft ein keiner Ratsch. Beim Früchte-Händler gibt es z.B. gelegentlich überreife Bananen für einen Spotpreis. Wenns die gibt: Mitnehmen, Bananenmilch machen.

In so fern: Ich brauche keinen Online-Lieferdienst für Lebensmittel. Aber wer da einen Vorteil sieht, soll sich bitte keinen Zwang antun.

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Miere 12.09.2017, 06:00
97. Amazon hat noch einen Vorteil, den Sie nicht erwähnen:

Risikokapital. Sie schreiben doch selbst, dass deutsche online-Lebensmittelhändler wie REWE Verlust mit dem Onlinegeschäft machen. Obwohl sie besser aufgestellt sind, weil sie überall Filialen haben und von dort aus liefern können. Demnach muss Amazon in der Aufbauphase noch viel höhere Verluste machen. Aber Amazon ist das egal. Weil hinter Amazon Spekulanten stehen, die darauf rechnen, dass Amazon irgendwann ein Monopol haben wird. Amazon kann jahrelang Miese machen und massig Kapital verbrennen. Einem deutschen Unternehmen würde man das nicht durchgehen lassen.

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grabenkaempfer 12.09.2017, 07:02
98.

Ich kaufe ja vieles online ein, aber Lebensmittel nicht.
Die meisten werden so wie ich auch nicht extra losfahren, sondern auf dem Weg von der Arbeit eben am Supermarkt anhalten und einkaufen.

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equigen 12.09.2017, 07:19
99. "Anfängliche Verluste" - Amazons Taktik

So macht das Amazon bei jedem neuen Geschäftsfeld: Erst mit Dumpingpreisen die Konkurrenz kaputt machen (genug Geld kriegt man ja immer noch von der Börse) und danach die Preise erhöhen. Bis heute hat Amazon eine läppische Umsatzrendite von gerade mal 0,5% erwirtschaftet - das ist äußerst spärlich. NIemand würde normalerweise so wenig Gewinn für sein Geld akzeptieren. Zum Vergleich: Aldi schafft 3,5%. Siemens 10-25% (je nach Geschäftfeld). Ein weiter Weg bis Amazon da angelangt. Warum die immer so gehyped werden verstehe ich nicht.

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