Forum: Wirtschaft
Leerstand bei Einfamilienhäusern: Alptraumhaus im Grünen
Christian Tröster

Alle reden vom Immobilienboom - aber gerade Einfamilienhäuser in der Provinz verlieren durch den demografischen Wandel eher an Wert. Es drohen Leerstand und Verfall. In Vierteln wie Cuxhaven-Altenwalde lässt sich heute schon besichtigen, was bald auch dem Rest der Republik droht.

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vaterstochter 09.11.2012, 14:24
480. Hm

Zitat von gazettenberg
Dieser Gedanke wird gerne von den Vertretern/Verkäufern "atmender Wände" verkauft. Tatsächlich gibt es Schimmel aber schon sehr lange. Zugige Ritterburgen konnten auch schimmeln, und sogar im Alten Testament gibt es Berichte über schimmelige Hauswände.
Damals haben aber oft unzählige Menschen (und Viecher) einen unbeheizten Raum bewohnt und diesen mit ihrer eigenen Feuchtigkeit (Atemluft etc.) ordentlich zum Schwitzen gebracht. Da es keine Glasfenster gab, wurden die Öffnungen sehr klein gehalten (ein bissi Licht und Luft brauchte man ja doch) und schon hatte man Probleme mit glitschig schwarz-grünen Wänden.

Der meiste Schimmel entsteht durch falsches Lüftungsverhalten oder zu dichte Fenster. Aber auch durch zu wenig Heizen in Verbindung mit zu wenig lüften. Die Menschen haben halt Angst, die teuer aufgeheizte Raumluft gegen Frischluft auszutauschen und ersticken lieber in ihrem eigenen Mief.

Ein EFH heizt man auch nicht über die Heizkörper bzw. Thermostate, sondern über den Heizkreislauf an sich und damit kennen sich nur wenige aus. Da bullert die Ölheizung, nur in einem Raum wird die Heizung aufgedreht (um Öl zu sparen), die Umwälzpumpe juxt aber trotzdem die Hitze durchs Haus, nur dass diese ungenutzt wieder unten (im Keller) ankommt. Und der Hausbesitzer wundert sich, dass der Verbrauch kaum runter geht.

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Th.Tiger 09.11.2012, 15:29
481.

Zitat von vaterstochter
... Ein EFH heizt man auch nicht über die Heizkörper bzw. Thermostate, sondern über den Heizkreislauf an sich und damit kennen sich nur wenige aus. Da bullert die Ölheizung, nur in einem Raum wird die Heizung aufgedreht (um Öl zu sparen), die Umwälzpumpe juxt aber trotzdem die Hitze durchs Haus, nur dass diese ungenutzt wieder unten (im Keller) ankommt. Und der Hausbesitzer wundert sich, dass der Verbrauch kaum runter geht.
Ganz so ist es nicht. Je weniger Wärme im Haus abgegeben wird, um so höher ist auch die Nachlauftemperatur. Um so geringer ist demzufolge der Energieaufwand, um das Wassser wieder auf Vorlauftemperatur zu bekommen. Was natürlich anfällt ist der Wärmeverlust in den unbeheizten Räumen über die Leitungen.

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lebensgefährlich 09.11.2012, 16:42
482. Perpetuum mobile

Zitat von vaterstochter
... bei gleichmäßigen Temperierung (Gas-Brennwert) der Gas-Verbrauch sinkt. Die Voreinstellung der Therme war nachts aus, tagsüber an. Da konnte ich dem Zähler beim Rennen zuschauen, wenn die Bude wieder auf Temperatur gebracht wurde. Also habe ich mich langsam rangetastet (kaum ein Installateur versteht die Thermen anscheinend noch selbst) und kam zu diesem Ergebnis. ...
Man steckt immer mehr Energie in etwas hinein, um es wärmer, schneller etc. zu machen als man beim herunterfahren, abkühlen, bremsen wieder herausbekommt. Das liegt an Verlusten durch Reibung, Isolierung etc. Ansonsten gäbe es bereits ein Perpetuum mobile.
Insofern ist es energetisch sinnvoll gleichmäßig zu heizen - auch beim Autofahren ;-) -, und wenn unterschiedliche Niveaus nötig sind, langsam zwischen diesen zu wechseln, also vorausschauend zu heizen, fahren etc.
Ich bin nicht ganz sicher, aber meine, daß das Wort Hysterese dieses beschreibt.

Die optimale Temperatur hat dann wiederum mit den Koeffizienten, die die Wärmeverlute durch Fenster, Wände etc. des Hauses beschreiben zu tun. Da es sich wahrscheinlich nicht um lineare, sondern um exponentielle (?) Gleichungen handelt, werden ab irgendeinem Wert (Temperatur) diese Verluste einfach in keinem günstigen Verhältnis zur aufgewendeten Energie mehr stehen und man heizt einfach weniger und/oder isoliert besser.

Schon relativ weit off-topic: beim Autofahren mal den Verbrauch/Reichweite/Spritfluß (je nach Bordcomputeranzeige) betrachten und sehen wie ein langsameres Beschleunigen und dann Halten einer Geschwindigkeit (bei ebener Straße und keinem oder gleichbleibendem Wind) sich im Gegensatz zu Zwischensprints und höheren gleichmäßigen Geschwindigkeiten auf obige Parameter (Reichweite ist wahrscheinlich am eindrucksvollsten) auswirkt. Das liegt neben den Verlusten auch sehr stark am exponentiellen Verhältnis der Geschwindigkeit auf (Luft)Widerständen.

Im Prinzip müßte Heizen so auch funktionieren.

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witthoeft-architekten 12.11.2012, 12:13
483. aus alt mach neu mit zukunftsoption

Der demographische Wandel wird diese Situation leider nicht verändern sondern verschlimmern. Jedoch gilt immer noch, dass in den ländlichen Bereichen auch um die Grossstädte die Grundstücksgrössen wesentlich angenehmer sind und sich so ein Hauskauf hier sicher lohnen kann. Wichtig erscheint mir nur das die Umplanungen für die Neunutzung fortschrittlichen Kriterien folgen. Die Häuser aus den 70 ern bieten dazu oft gute raumliche Grundkonzeptionen die den Umbau für das Barrierefreie Wohnen erleichtern. Auch das wohnen mit Kindern ist hier sicherlich günstiger möglich als in den Innenstädten. Grundvoraussetzung ist jedoch ein gute Verkehrsanbindung. Ich meine das der ländliche Bereich für Leute die etwas mehr Fläche möchten, zu einigermaßen akzeptablen Preisen ,in Verbindung mit einer neuen zukunftsweisenden Konzeption für die Gebäude hier oft besser aufgehoben sind als in den Innenstädten.

Architekt Frank Witthoeft

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sfb 13.11.2012, 08:47
484.

Zitat von lebensgefährlich
Insofern ist es energetisch sinnvoll gleichmäßig zu heizen - auch beim Autofahren ;-) -, und wenn unterschiedliche Niveaus nötig sind, langsam zwischen diesen zu wechseln, also vorausschauend zu heizen, fahren etc.
Wenn man berufstätig ist und einen Raum nur 3 Stunden am Tag nutzt, ist es nicht sinnvoll, den raum ständig auf 20° zu halten.

Zitat von lebensgefährlich
Die optimale Temperatur hat dann wiederum mit den Koeffizienten, die die Wärmeverlute durch Fenster, Wände etc. des Hauses beschreiben zu tun.
Die optimale Temperatur in bewohnten Räumen richtet sich nach dem benutzer, man heizt nämlich nicht, um irgendwelche Formeln einzuhalten.

Zitat von lebensgefährlich
Schon relativ weit off-topic: beim Autofahren mal den Verbrauch/Reichweite/Spritfluß (je nach Bordcomputeranzeige) betrachten und sehen wie ein langsameres Beschleunigen ...
In allen Ratgebern wird allerdings zügiges Beschleunigen und rechtzeitiges Schalten empfohlen.

Versuchen Sie mal, mit einem Camping-Gaskocher einen großen Topf mit Wasser mit kleiner Flamme zum Kochen zu bringen. Das wird nicht funktionieren, aber irgendwann ist die Kartusche trotzdem leer ;-)

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