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Leistungsbilanz: Deutschland erzielt weltgrößten Überschuss
DPA

Die deutsche Exportstärke wird 2018 wohl zu einem neuen Rekord bei der Leistungsbilanz führen. Laut einer Ifo-Prognose ist der Überschuss das dritte Jahr in Folge weltweit am größten. Ökonomen warnen vor dem hohen Ungleichgewicht.

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mapcollect 20.08.2018, 18:15
180.

Zitat von Ökofred
zu Target 2 ist alles gesagt, zb hier: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/target-2-und-bundesbank-sitzt-deutschland-wirklich-auf-einer-billionen-bombe-a-1217480.html Was soll auch das Generve mit den PIGS? Sie wissen schon was PIGS heisst? Weder Spanien, Irland oder Portugal machen große Sorgen. Griechenland ist nicht wirklich wichtig, da nur 3% der EU Wirtschaft.
Haben sie ihren Link auch selbst gelesen ? Selbst der EU-freundliche SPON räumt hier Risiken ein, z.B. "Noch schlimmer wäre es, wenn die gesamte Eurozone mitsamt der EZB auseinanderflöge: Dann nämlich würde die Bundesbank tatsächlich auf ihrer beinahe billionenschweren Forderung sitzenbleiben - und hätte ein gewaltiges Problem." . Man kann natürlich die Augen zumachen und hoffen, dass das nie passiert.
Und das Generve mit den PIGS ? Nun sie machen 85% der Target2-Gesamtforderungen aus. Statt PIGS hätte ich auch Italien, Spanien, Frankreich, Portugal, Österreich, Griechenland, Belgien, Lettland, Litauen, Slowenien schreiben können - war mir aber zu lang.

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brasshead 20.08.2018, 18:19
181.

Zitat von gekreuzigt
Den Überschuss erzielen Firmen. Soll Export verboten werden?
Nein, natürlich nicht. Export ist super, aber wir brauchen dringend mehr Import. Wenn man zuwenig Import hat, wird zuviel Export nämlich zum Problem. Man kann exportieren, soviel man will, solange man auch entsprechend importiert.

Die Exporterlöse gehen hauptsächlich an Firmen, der Import wird aber hauptsächlich von Konsumenten, also Arbeitnehmern erledigt. Exporte > Importe bedeutet also, dass die Firmen einen zu geringen Teil ihrer Gewinne als Löhne auszahlen.

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ingo.adlung 20.08.2018, 18:27
182. "Herr schmeiß Hirn ra"

Zitat von hermann_huber
Sofern der deutsche Staat mal im Inlandrichtig investieren würde wäre der Überschuss kleiner. Dann noch den Quatsch mit Aufstocker-Dumpinglöhne und Co gestoppt und das alles würde wider stabil. Ich verstehe nicht das man stolz auf den Überschuss sein kann der im wärst case Falle bei Bankrot einer Währu g oder Landesnur noch 0 wert hat. und gleichzeitig sich kaputtspart Durch die Schuldenbremse im Grundgesetz steht zudem zu befürchten das keine ausreichenden Investitionen auch in Zukunft durchgeführtwerden können
Einfach mal nachrechnen: der Bundeshaushalt macht rund 343 Mrd Euro aus und der Artikel spricht von einem Leistungsbilanzüberschuss von rund 299 Mrd Euro. Er bewegt sich also in der Größenordnung unseres gesamten Bundeshaushalts von einem Jahr. Und Sie meinen, das sollte durch Investitionen des Staats ausgeglichen werden, die vermutlich sogar in Deutschland selbst verbleiben?! Ich verstehe, wir haben auch noch Länder und Kommunen, wobei die Investition, je näher an der Kommune, desto wahrscheinlicher auch die Gelder lokal fließen werden. Nichts gegen Investitionen, aber wenn wir nicht von speziellen Rüstungsgütern sprechen ist die Wahrscheinlichkeit nicht erkennbar zwingend, dass diese zu einer deutlich anderen Leistungsbilanzwirklichkeit führen.

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ingo.adlung 20.08.2018, 19:06
183. Das mit dem Import würde ich bezweifeln

Zitat von brasshead
Nein, natürlich nicht. Export ist super, aber wir brauchen dringend mehr Import. Wenn man zuwenig Import hat, wird zuviel Export nämlich zum Problem. Man kann exportieren, soviel man will, solange man auch entsprechend importiert. Die Exporterlöse gehen hauptsächlich an Firmen, der Import wird aber hauptsächlich von Konsumenten, also Arbeitnehmern erledigt. Exporte > Importe bedeutet also, dass die Firmen einen zu geringen Teil ihrer Gewinne als Löhne auszahlen.
Ihre Aussage zum Import und Export und speziell wo Importe zu verorten sind würde ich bezweifeln. Die Exportgüter selbst haben ja Wertschöpfungsketten, und diese liegen nicht unerheblich im Ausland, europäisch und außer-europäisch und sind den Importen zuzuordnen. Auch Investitionsgüter sind nicht rein deutscher Produktion zuzuordnen. Und Gas und Öl haben neben privatem Nutzen, auch industrielle Abnehmer. Was somit schlußendlich die Frage aufwirft, um wieviel % die Durchschnittsnettolöhne ansteigen müssten um das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen, unterstellt alles fließt ausschließlich in den Import? Und um wieviel, wenn wir eine Inlands/Auslandsnachfrage von 50:50 unterstellen? Und ist das realistisch?

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Ökofred 20.08.2018, 19:18
184. Wenn das passiert...

Zitat von mapcollect
Haben sie ihren Link auch selbst gelesen ? Selbst der EU-freundliche SPON räumt hier Risiken ein, z.B. "Noch schlimmer wäre es, wenn die gesamte Eurozone mitsamt der EZB auseinanderflöge: Dann nämlich würde die Bundesbank tatsächlich auf ihrer beinahe billionenschweren Forderung sitzenbleiben - und hätte ein gewaltiges Problem." . Man kann natürlich die Augen zumachen und hoffen, dass das nie passiert. Und das Generve mit den PIGS ? Nun sie machen 85% der Target2-Gesamtforderungen aus. Statt PIGS hätte ich auch Italien, Spanien, Frankreich, Portugal, Österreich, Griechenland, Belgien, Lettland, Litauen, Slowenien schreiben können - war mir aber zu lang.
Wenn das passieren würde haben wir mit Sicherheit ganz andere Probleme als "nur" ein paar hundert Milliarden. Tut mir leid, dass ich Ihre Gedanken nicht lesen konnte, aber PIGS meint nur die Staaten, von denen ich gesprochen habe. Mit PIIGS würden Sie noch Italien meinen und dann stimmen auch die Zahlen halbwegs: Italien und Spanien machen zusammen 2/3 aus. Aber in der Liste bei Wiki steht jetzt auch die EZB mit -229 Mrd Euro drin.... wie das? wenn das der (Un)Sinn wüsste...….

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Guerilla_77 20.08.2018, 19:27
185. ...

Zitat von ingo.adlung
Ihre Aussage zum Import und Export und speziell wo Importe zu verorten sind würde ich bezweifeln. Die Exportgüter selbst haben ja Wertschöpfungsketten, und diese liegen nicht unerheblich im Ausland, europäisch und außer-europäisch und sind den Importen zuzuordnen. Auch Investitionsgüter sind nicht rein deutscher Produktion zuzuordnen. Und Gas und Öl haben neben privatem Nutzen, auch industrielle Abnehmer. Was somit schlußendlich die Frage aufwirft, um wieviel % die Durchschnittsnettolöhne ansteigen müssten um das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen, unterstellt alles fließt ausschließlich in den Import? Und um wieviel, wenn wir eine Inlands/Auslandsnachfrage von 50:50 unterstellen? Und ist das realistisch?
Ich vermute mal die Löhne sind die 30-40% zu wenig die eine neue DM sofort aufwerten würde.

Es deckt sich im wesentlichen auch mit den Kaufkraftverlusten und zu niedrigen Sätzen (Hatz4, Wohngeld etc.) seit der Euro einführung.

Oder um es mal ganz Unterschichtenlike zu machen aus der ich komme - wir werden um mindestens 30% Lohn be....trogen. ;)

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Patrik74 20.08.2018, 20:10
186. Land der Haptiker

Meiner Ansicht nach bringt es nichts, den Bejublern ewig steigender Exportüberschüsse bei gleichzeitiger Stagnation der inländischen Arbeitseinkommen immer wieder zu erklären, wieso das volkswirtschaflich unsinnig ist. Warten wir die nächste Abkühlung der Weltwirtschaft ab, und dann werden sie schon sehen, dass der Höhe Exportanteil, der uns im letzten Jahrzehnt getragen hat, sich dann ins Gegenteil verkehrt.

Ebenso ist es komplett sinnlos, immer wieder Target2 zu erklären; wer etwas dagegen hat, dass Deutschland so hoch im vermeintlichen Risiko steht, sollte sich dafür aussprechen, dass Deutschland mehr aus aus dem Euro-Ausland importiert; denn mehr Euros auszugeben als man einnimmt, ist der EINZIGE Weg positive Target-Salden abzubauen.

Und auch hierfür wäre eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz (mit den Euro-Ländern) hilfreich.

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Ökofred 20.08.2018, 21:06
187. ääähhh.. echt jetzt..?

Zitat von Guerilla_77
Ich vermute mal die Löhne sind die 30-40% zu wenig die eine neue DM sofort aufwerten würde. Es deckt sich im wesentlichen auch mit den Kaufkraftverlusten und zu niedrigen Sätzen (Hatz4, Wohngeld etc.) seit der Euro einführung. Oder um es mal ganz Unterschichtenlike zu machen aus der ich komme - wir werden um mindestens 30% Lohn be....trogen. ;)
Genau, und dann würde erst eine Mega Inflation einsetzen und dann die Wirtschaft spiralig abstürzen.. (vlt auch umgekehrte Reinfolge) Besonders die Industrie, die nicht auf hochwertigen Produkte (und auch nicht nur auf Export setzt) würde sofort das Weite suchen.
Die Idee, DE würde sich in eine Art 2. Schweiz verwandeln wenn wir nur den Euor los werden ist mehr als naiv - hirnrissig...

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joomee 20.08.2018, 22:46
188. Nicht alle prekär

Zitat von Ökofred
3% aller Beschäftigen sind Leiharbeiter... das ist ja ein riesiges Heer.
Und dazu kommt noch das nicht alle Leiharbeiter prekär Beschäftigte sind und schlecht bezahlt...

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mostly_harmless 21.08.2018, 10:11
189.

Zitat von ingo.adlung
Ihre Aussage zum Import und Export und speziell wo Importe zu verorten sind würde ich bezweifeln. Die Exportgüter selbst haben ja Wertschöpfungsketten, und diese liegen nicht unerheblich im Ausland, europäisch und außer-europäisch und sind den Importen zuzuordnen. [...]
Die Wertschöpfung findet weitestgehend innerhalb Deutschlands statt. Wäre das anders, hätten wir keinen so immensen Handelbilanzüberschuss.

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