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Leitzins auf Rekordtief: Verbraucherschützer werfen EZB Bestrafung der Sparer vor
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Die Zinssenkung der EZB stößt in Deutschland auf heftige Kritik. Politiker von Union und SPD warnen vor Preisblasen, der Bund der Versicherten sieht das Modell der Altersvorsorge in Gefahr. Die Notenbanker würden jene bestrafen, die für das Alter sparen.

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kippelman 08.11.2013, 08:30
40. Schleichende Inflationierung

Das ist alles logischer Teil einer überbordenden Staatsverschuldung. Wenn die Zinsen niedriger sind als die Inflation sinkt die prozentuale Verschuldung der Staaten zum BSP und der Staatshaushalt wird durch Zinsen nicht noch mehr strapaziert. Es ist die einzige Variante, die Schulden in der Relation zur Wirtschaftsleistung zu verkleinern nachdem 'Sparen' ja nicht zu den Fähigkeiten der Politik gehört. Im übrigen ist es besser, bei 2,5% Inflation 1% Zinsen zu bekommen und darauf auch fast keine Abgeltungssteuer zahlen zu müssen als bei einer Inflation von 6% Zinsen von 4% zu erhalten - mit einer höheren Steuerbelastung.

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HARK 08.11.2013, 08:33
41. logische Entwicklung

Sparen ist die Kehrseite unserer Schuldenwirtschaft. Denn hohe Verschuldung ist nur möglich, wenn auf der Gegenseite große Sparvermögen stehen. Da die Verschuldung zurückgefahren werden muss, geht das zwangsläufig auch auf Kosten derjenigen, die das Kapital haben.

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ADie 08.11.2013, 08:40
42. Wenn nicht gespart wird, funktioniert auch die staaatliche Rentenversicherung

Wenn sich "die Sparer" aufregen, wirkt das schon ein wenig absurd.
Da wird viel Geld dem Geldkreislauf entzogen und in Kapitalanlagen gesteckt, die sich nicht rentieren. Und das betrifft keineswegs nur die Investitionen in deutsche Staatsanleihen. Vorher ist dieses Geld eben in US-amerikanische, spanische und irische Immobilen sowie griechische Staaatsanleihen geflossen - mit dem bekannten Ergebnis.

Da dieses Geld beim Konsum fehlt, schwächelt unsere Binnenkonjunktur und wir sind auf Gedeih und Verderb auf den Export angewiesen. Siehe auch den SPIEGEL-Artikel: "Der Westen verliert das Wachstum"
Wer sein Geld zu einem gro0en Teil nicht ausgibt, entzieht der nachwachsenden Generation die Chancen, Geld zu verdienen und in die umlagefinanzierte Rentenversicherung einzuzahlen. Und dann glaubt Sparer wieder er muss anderswie fürs Alter vorsorgen. Bzw.: Er lässt sich das von den Finanzfirmen einreden.
So etwas nennt der Lateiner einen "circulus vitiosus".

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Dramaturg 08.11.2013, 08:44
43. Zukunft

Die Renten sind futsch - das konnte man 2009 schon wissen.
Genauso die Ersparnisse in diversen Versicherungen.
Deutschland hatte nach 1929 und dem 2. WK die Chance, derartigen Krisen aus dem Weg zu gehen.
Stattdessen versuchte es nur ein Teil von Deutschland und diverse andere Länder. Sie wurden belächelt, angefeindet und vom Kapital, das laut Marx auch über Leichen geht, niederkonkurriert.
Offenbar lernen Menschen tatsächlich nur durch Schmerz und Verlust.
Aber genauso offenbar auch nur für höchstens eine Generation.
Traurig das Ganze.

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mxmx 08.11.2013, 08:45
44. Die private Rente gehört auf den Prüfstand

Hier zeigt sich, daß die private Rente keine Lösung des Demographischen Wandels ist. Die Aushöhlung der gesetzlichen Rente beginnt sich zu rächen.

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fuenfringe 08.11.2013, 08:48
45. Ein bisschen dumm

Zitat von gustavsche
Es gibt kein Grundrecht auf hohe Zinsen. Was ist das eigentlich für eine Art, dass man für eine Null-Risiko-Anlage (wie es das Tagesgeldkonto ist) auch noch fette Zinsen einstreichen möchte. Warum reagieren die Sparer denn nicht? Auf niedrige Zinsen reagiert man doch vernünftigerweise damit, dass man sich anderweitig umschaut. Die aktuelle Situation ist nicht jedermanns Sache, aber Grund zur Empörung ist sie nicht. Also ich investiere seit vier Jahren mein ganzes Geld in Aktien und fahre gut dabei. Das hat aber nichts den niedrigen Zinsen bei Tagesgeld und Co. zu tun. Selbst wenn 3 % auf Tagesgeld gäbe, ich würde kein Tagesgeldkonto führen.
ist das jetzt aber schon: ich bin Betreuer für meinen Vater und muss gerade seine weitere Altersvorsorge regeln. Dabei darf ich gar nicht auf gewinnbringende, weil spekulative, Anlageformen zurückgreifen, sondern muss das Geld mündelsicher anlegen. Das bedeutet, dass ich keine Zinsen bekomme, sondern einfach nur Geld irgendwo hinlege, das dann durch die Inflation verringert wird.

Natürlich ist das ein Anlass zur Empörung, Dummschwätzer!

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Giancarlo 08.11.2013, 08:49
46. Es trifft immer die..........

Zitat von sysop
Die Zinssenkung der EZB stößt in Deutschland auf heftige Kritik. Politiker von Union und SPD warnen vor Preisblasen, der Bund der Versicherten sieht das Modell der Altersvorsorge in Gefahr. Die Notenbanker würden jene bestrafen, die für das Alter sparen.
Ich bin davon überzeugt, dass ohne die lockere Geldpolitik der EZB es deutlich mehr Verwerfungen (Pleiten, Arbeitslosigkeit) in den Volkswirtschaften gegeben hätte. Nach wie vor ist die Krise vom Finanzsektor verursacht, die 2007 ihren Anfang nahm und bis dato nicht behoben ist. Hierauf hat die EZB reagieren müssen. Die niedrigen Zinsen sind praktisch das Pendant zur hohen Arbeitslosigkeit anderswo.

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MütterchenMüh 08.11.2013, 08:50
47. und wieder Immobilien

Zitat von Ruhri1972
Da geht die private Alterssicherung dahin. Eine Aufgabe der Groko sollte sein, die private Altersssicherung (Riester etc.) auf das bewährte staatliche Umlageverfahren umzustellen.
Nun rächt sich, dass die BfA vor Jahren ihre Immobilien verkauft hat.
Die Wohnungen würden jetzt eine gute Rendite und für die Mieter bezahlbaren Wohnraum bedeuten.

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reinerotto 08.11.2013, 08:50
48. WIeso zahle ich aber immer noch

über 10% für meinen Dispo ?
Diese Zinssenkung hilft nur den Banken, wieder mehr Geld zu verdienen. Und den Südländern, ihre Schulden einfacher zu begleichen.
Die redlichen Sparer, die den einfältigen Politikern ins Netz gegangen sind, die für "private Altersvorsorge" die Trommel gerührt haben (auf Grund der "Beratung" durch Lobbyisten der Versicherungskonzerne), die sind gef .....
Aber auch hier wieder: Dieselben Politiker sind ja nicht selber betroffen. Denn sie haben ja hohe und sichere Pensionsansprüche.

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krulle 08.11.2013, 08:51
49. optional

Verlieren tun die, die es "haben". Mir kommt das ganze entgegen. Ich habe kaum gespartes, das wird also nicht weniger... Eine hohe Inflation wäre dagegen ein Problem für mich, genauso wie eine Deflation.... So kann ich gut damit leben. Und erwartet worden war der Schritt ja schon von '13 vielen Marktbeobachtern, wenn auch erst im Dezember oder Februar/März '14

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