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Liberalisierung: Das Märchen vom bösen 68-er
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Von wegen 68er: Die realen Probleme Deutschlands haben sehr viel mehr mit den Spät- und Nebenfolgen der letzten konservativen Wende zu tun - kein Grund für noch so einen Schub Blödsinn.

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andreas_stöber 26.01.2018, 13:47
1.

Hier wird Marktfreiheit und Globalisierung mit irgendwelchen Idiologien verwechselt und verwischt. Die Vergleiche hinken deswegen auch stark und es liest sich insgesamt unglaublich gezwungen. Typischer Fricke halt

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hefe21 26.01.2018, 13:52
2.

Irgendwie gehts dann doch wieder um die Griechen, eine offensichtliche Achillesferse vom Kolumnisten. Und womit? Mit Recht! Geht doch das Griechendesaster ursprünglich auf das Politblatt und die Finanzmärkte haben 2010 dort nicht verrückt-, sondern endlich marktkonform gespielt. Nachdem diese 10 Jahre zuvor massiv (finanz)politisch dazu angeleitet wurden (mit nachweisbaren steuerlichen Vergünstigungen!) Gelder dorthin zu verschiessen.
"Die Frage müsste nur lauten: musste überhaupt so viel gestrichen werden?"
Ich weiss ja nicht mehr ob Fricke damals schon für die FTD geschrieben hat, aber die SPD wurde damals wohl massiv auch von der Wirtschaftspresse beschossen, die Schmach Deutschlands, der "kranke Mann Europas" zu sein, zu tilgen. Wie immer, wenn Deutsche etwas beschliessen, machen sie es dann gründlich. Leichter als bei den Möchtegerngenossebossen Schröder/Blair hätten es die Einflüsterer bei keinem konservativen Regierungschef haben können - konnten sie doch den Verteidigungsreflex aller SPD-Führer nutzen, keine verkappten Kommunisten zu sein.

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curiosus_ 26.01.2018, 13:59
3. Dass in erwähnenswertem Umfang behauptet würde, dass…

Zitat von Thomas Fricke
Dass an allem die 68er schuld sein sollen, ist ein ganz schön plumper Versuch, die Geschichte umzudeuten.
… an allem die 68er schuld sein sollen, ist ein ganz schön plumper Versuch den politischen Gegner in Misskredit zu bringen.
Ich bin viel in den Medien, analog und digital, unterwegs. Aber, dass jemand für die aufgeführten Probleme die 68er verantwortlich machen würde ist mir nicht aufgefallen.

Um dem fake-Vorwurf zu entgehen würde es Sinn machen, zusätzlich zu den sowieso schon vielen Links im Kommentar, auch noch entsprechende Quellen zu verlinken, aber - Fehlanzeige.
Der Problem- und Ursachenbeschreibung an sich kann ich durchaus zustimmen.

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curiosus_ 26.01.2018, 14:07
4. Dass in erwähnenswertem Umfang behauptet würde, dass…

Zitat von Thomas Fricke
Dass an allem die 68er schuld sein sollen, ist ein ganz schön plumper Versuch, die Geschichte umzudeuten.
… an allem die 68er schuld sein sollen, ist ein ganz schön plumper Versuch den politischen Gegner in Misskredit zu bringen.

Ich bin viel in den Medien, analog und digital, unterwegs. Aber, dass jemand für die aufgeführten Probleme die 68er verantwortlich machen würde ist mir nicht aufgefallen.

Um dem fake-Vorwurf zu entgehen würde es Sinn machen, zusätzlich zu den sowieso schon vielen Links im Kommentar, auch noch entsprechende Quellen zu verlinken, aber - Fehlanzeige.
Der Problem- und Ursachenbeschreibung an sich kann ich durchaus zustimmen.

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Europa! 26.01.2018, 14:28
5. Alles Quatsch

68er, Liberale, Linkspopulisten - am Ende treibt alles den Kapitalismus und die Globalisierung voran! Die 68er (mit Ausnahme des oben links abgebildeten Saufbolds) sind mehrheitlich ohnehin längst im konservativen Lager gelandet oder haben sich angesichts der wütenden, bildungsfernen PC-Meute vornehm zurückgezogen. Was ansteht, ist eine geordnete, vernünftige Evaluierung der Globalisierung, die wahrscheinlich zu dem Ergebnis kommt, dass Freihandel, offene Grenzen und Permissivität mehr zerstören als sie an Positivem zu schaffen vermögen.

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postorgel 26.01.2018, 15:09
6. ich habe den 'Dobrindt'- Artikel gelesen

und er gefiel mir so gut, daß ich ihn jedem politisch Denkenden Menschen in Deutschland empfehle. er hat genau das ausgedrückt, was ich selbst schon seit Jahren beobachte. wir werden von einer linksdominierten polit-kaste in den Medien dominiert und bevormundet, die in der Bevölkerung keinen Rückhalt hat. das jetzt genau diese linke Politklasse aus ihren Löchern kommt, war zu erwarten.

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ksail 26.01.2018, 15:12
7. Staatsquote?

Dass wir heute weniger Polizisten haben, weil die Staatsquote gesenkt werden musste, ist allerdings eine steile These. 1970 hatten wir eine Staatsquote von 38,5%, 2015 waren es 44%. Zumindest das Argument kann man nicht so recht gelten lassen; ich hoffe, dass die übrigen Argumente etwas besser sind...

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nesmo 26.01.2018, 15:16
8. Was hat Dobrindt gesagt?

Die "68er" hätten eine Revolution linker Eliten veranstaltet und sich für Jahrzehnte Schlüsselpositionen in Kunst, Kultur, Medien und Politik gesichert. Dies kann kaum bestritten werden, wie ebensowenig, dass der Meinungs-mainstream dementsprechend von linksgrünen Positionen besetzt wurde. Egal ob man das gut findet oder nicht. Und dass einige Krisen unserer Zeit mit linksgrünen Positionen zu tun haben, kann nur der bestreiten, der diese Krisen nicht sehen will.

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Nania 26.01.2018, 15:21
9.

Zitat von andreas_stöber
Hier wird Marktfreiheit und Globalisierung mit irgendwelchen Idiologien verwechselt und verwischt. Die Vergleiche hinken deswegen auch stark und es liest sich insgesamt unglaublich gezwungen. Typischer Fricke halt
Die Wünsche nach völliger Marktfreiheit und unregulierter Globalisierung sind Ideologien, die darf man auch ruhig so nennen. Sie sind nur mittlerweile in manchen Staaten mehr in anderen weniger, Realität geworden.
Und Marktliberalität ist nun mal nicht der Heilsbringer, sondern Verursacher einer ganzen Reihe von insbesonderer sozialer Probleme, die die gesellschaftliche Mittel- und Unterschicht treffen.

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