Forum: Wirtschaft
Lieferdienste unter Druck: Deliveroo verlässt zehn deutsche Städte
DPA

Der britische Lieferdienst Deliveroo will sich auf Metropolen konzentrieren: In zehn deutschen Städten bietet das Unternehme seine Dienste künftig nicht mehr an. Gewerkschaftern zufolge fehlen die Fahrer.

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mopsfidel 16.08.2018, 20:54
1. Zu wenige Fahrer?

Sagten die Lieferdienste nicht immer, ihr Verdienstmodell sei attraktiv? Oder liegen die Aufträge zu weit auseinander, so dass die verfügbaren FahrerInnen es nicht schaffen, zeitgerecht zu liefern? Und mehr FahrerInnen wäre nicht mehr profitabel für das Unternehmen? Weil die prekär Beschäftigten doch keine Lust haben, für 7 Euro sich abzustrampeln?

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VesCortes 16.08.2018, 21:39
2. Zu viele Fahrer

Ich kann nur zu einer Stadt etwas sagen nämlich Dortmund.

Das es zu wenig Fahrer gibt, kann nicht stimmen denn ich habe mit einigen der Fahrer gesprochen. Diese kommen auf ca. 600-800€ / Monat.

Es gehen einfach zu wenig Bestellungen ein um alle Fahrer mit genügend Aufträgen zu versorgen. Einige Fahrer die ich gefragt habe sagen die sitzen an manchen Tagen nur rum und haben nichts zu tun.

Ich habe nur selbstständige Fahrer getroffen und nur in Dortmund gefragt.

Was mit den Fahrern wohl passiert? Denn die Krankenversicherung läuft ja weiter aber ohne Arbeit als selbstständiger ........... zurück in die GKV vielleicht

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sven2016 16.08.2018, 21:40
3.

Ein Bericht schrieb vor einiger Zeit, dass die Zustellentfernungen stetig vergrößert wurden, so dass sowohl Kunden als auch Restaurants mit der Auslieferqualität unzufrieden waren.

Für die Fahrer, die pro Teil bezahlt werden, ist das auch eine unattraktive Schinderei.

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Stäffelesrutscher 16.08.2018, 21:57
4.

Zitat von VesCortes
Was mit den Fahrern wohl passiert? Denn die Krankenversicherung läuft ja weiter aber ohne Arbeit als selbstständiger ........... zurück in die GKV vielleicht
Wenn das Studierende sind, dann greift weiterhin die dafür vorgesehene KV.

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spiegelleser85 16.08.2018, 23:30
5. Nicht tragfähig

vielleicht ist das ganze Geschäftsmodell nicht tragfähig: da bestellen sich Leute, die selbst wenig verdienen, für vielleicht ingesamt 10 Euro ein Essen ins Haus, was sie sich mit Zutaten im Wert von einem Euro auch selbst zubereiten könnten, in einer Zeit, in der sie selbst auch nicht mehr verdienen können. Für Leute die sparen müssen ist es unsinnig, ihr zeitaufwenig erarbeitetes Geld auf diese Weise zu verschleudern. Vielleicht haben das doch mehr erkannt als gemeinhin eingestanden wird.

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Tennis Platzis 16.08.2018, 23:41
6. Total faszinierend

wie es solchen Firmen mit einem zum Scheitern verurteilten Geschäftsmodell immer wieder gelingt, Millionen von Investoren einzusammeln. Der Knackpunkt sind die Fahrer, die heute schon für mageren Lohn und mit eigenen Mitteln (Fahrrad und Handy) arbeiten. Gibt es zu viele Aufträge, kommen diese nicht rechtzeitig an, was den Kunden vergrault. Gibt es zu wenig Aufträge, werden die freien Fahrer auf Dauer nicht mitmachen. Festangestellte Fahrer mindern bei Flaute extrem den Ertrag.

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naive is beautiful 17.08.2018, 01:16
7. Das Problem sind WIR, die Kundschaft

Hand aufs Herz: Wer von uns glaubt ernsthaft, dass ein Geschäftsmodell funktionieren kann, in dem eine individuell zubereitete Ware zum frei-Haus-Preis von 12 oder 15 Euro so produziert und geliefert werden kann, dass am Ende der Lieferkette und nach wesentlichen Kostenfaktoren wie z.B. den organisierten Maklern und Vermittlern ausgerechnet das schwächste Glied (Fahrer) noch halbwegs fair entlohnt werden kann?

Und was passiert ‚an der Haustür‘? Zu ungefähr 90% gibts ein ‚Trink‘-Geld zwischen 0 und einem Euro. Für einen rundum-sorglos, all-inclusive, never-mind Service.

Jeder scheint sich berufen zu fühlen, die bösen gierigen Ausbeuter der arbeitenden Bevölkerung anzuklagen. Aber Hand aufs Herz: Wer würde denn freiwillig auch nur einen lumpigen Euro im Lieferando-Plattform-Preisvergleich mehr zahlen - nur damit die Fahrer mit ihren Jobs über-leben können?

In DIESER Hinsicht Lob ich mir die amerikanische Service-Mentalität (15-20% ‚Tip‘ für Fahrer, Bedienungen, Friseure etc. - wohl wissend welche Berufe und Jobkategorien ein gutes Stück weit von einem angemessenen ‚Tipping‘ abhängen. Da hilft keine Gewerkschaft, keine Frau Wagenknecht - da ist lediglich UNSER eigener gesunder Menschenverstand gefragt. Das scheint in Zeiten der alles-kostenlos-Verdummung jedoch längst nicht immer gewährleistet.

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so-long 17.08.2018, 07:29
8. Grenzen

Unglaublich, wer an der Pizza für 7 EUR noch alles die Hand aufhält: das "Start-up"(ein gräusliger Anglizismus) Deliveroo (oder wie auch immer diese heißt), der Radfahrer, des Fiskus (gleich mehrfach), Sozialversicherungen und -ja stimmt- der Pizzabäcker. Verrückte Welt, zumal es an fast jeder Ecke einen Fastfooder gibt.

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w650 17.08.2018, 08:03
9. selber kochen

Zitat von Tennis Platzis
wie es solchen Firmen mit einem zum Scheitern verurteilten Geschäftsmodell immer wieder gelingt, Millionen von Investoren einzusammeln. Der Knackpunkt sind die Fahrer, die heute schon für mageren Lohn und mit eigenen Mitteln (Fahrrad und Handy) arbeiten. Gibt es zu viele Aufträge, kommen diese nicht rechtzeitig an, was den Kunden vergrault. Gibt es zu wenig Aufträge, werden die freien Fahrer auf Dauer nicht mitmachen. Festangestellte Fahrer mindern bei Flaute extrem den Ertrag.
Jeder kann heute einen Computer. ein Iphon und ein Tablet bedienen, aber keiner ist mehr fähig seine Nahrung selber zuzubereiten. Selbst schuld, wer diesen Fraß bestellt.
Mein Mitleid mit diesen Ausbeuter Firmen hält sich in Grenzen und Studenten finden sicher bessere Jobs, als sich im innerstädtischen Berufsverkehr über den Haufen fahren zu lassen

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