Forum: Wirtschaft
Linksruck in der Wirtschaftspolitik: Keine Macht für niemand
Klaus Rose/ picture alliance

Deutschland diskutiert über Industriepolitik und Sozialismus - beides geht meilenweit an den eigentlich anstehenden Fragen vorbei. Der Staat braucht eine ganz neue Rolle, doch leider verharrt ein Großteil der Politik im Gestern.

Seite 1 von 8
nikaja 05.05.2019, 14:07
1. Bleierne Zeit

Mit dieser BR ist keine Aussicht auf eine sozial vertraegliche und wirtschaftlich ausgewogene Zukunft moeglich. Die SPD kaut immer noch auf dem neoliberalen Dogma herum, von der CDU ganz zu schweigen. Auch die Gruenen sind ideenlos und mundtot, was die zukuenftige Rolle des Staates sein koennte.
Als sei das Land und seine Menschen in einer Schockstarre. Hier raecht sich die GroKo, von der wir bald sagen koennen Grosse Katastrophe hinsichtlich neuer Themen und Innovation.
Auch die Flausen von K Kuehnert sind hinsichtlich der weltweiten Entwicklung altbacken. So doesen wir weiter, bis irgendwann der Paukenschlag kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rememberhistory 05.05.2019, 14:07
2. Vorwärts nimmer - rückwärts immer!

Deutschland hätte in allen Bereichen so viele Möglichkeiten führend zu sein! Elektromobilität, Digitalisierung, Bildung, Infrastruktur, Wohnungsbau, Forschung, Bildung und, und, und, und, und. Stattdessen wird in Deutschland in unserer Wohlstandglocke alles zerredet, wegdiskutiert, Risiken gesucht und das Heil in bequemen, bekannten Dingen gesucht die ja keine Veränderung bedürfen. Wirklich Besorgniserregend!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ein_denkender_Querulant 05.05.2019, 14:09
3. "Keine Macht für niemanden"

Dieser Satz wird in Zeiten von Internetüberwachung und personalisierten Datensätze immer wichtiger. Wir müssen die drei alten Faktoren Boden-Arbeit-Geld erweitern um den Faktor Information.

Dann sehen wir schnell, dass bestimmte Firmen unglaubliche Macht anhäufen. Und dagegen darf man gesetzlich vorgehen, z.B. mit hohen Strafen wie im Fall Facebook, die sich wissentlich gegen Auflagen der Kartellbehörden hinwegsetzten usw.

Eine Diskussion über gerechte Verteilung der vorhandenen Ressourcen ist immer wichtig. Warum z.B. kann man Grundbesitz erwerben und warum bleibt Grundbesitz nicht immer im Besitz aller, also des Staates? Was spricht gegen eine Umwandlung allen Grundbesitzes in eine 100 jährige Erbpacht? Wer jetzt Land besitzt, darf es noch hundert Jahre kostenfrei behalten, danach beginnt die Pacht. Mit einer sinnvollen Höhe der Grundsteuer wäre das ebenso umsetzbar, nimmt dem Staat aber Gestaltungsspielraum.

Ebenso fehlt die Vermögenssteuer, die vom Bundesverfassungsgericht als rechtswidrig erklärt wurde. Eine Neugestaltung der Erbschaftssteuer ist durchaus möglich und sinnvoll. Firmenvererbungen würde ich z.B. gar nicht besteuern, weil das Ziel sein muss, Firmen zu erhalten. Privatentnahmen oder Verkäufe der geerbten Firma sollten dagegen empfindlich besteuert werden. Usw.

Kuhnert löst mit seinen wenigen Worten eine sinnvolle Diskussion über akkumuliertes Vermögen aus. Natürlich schafft man es heute immer noch mit Fleiß und Risiko. Wir geben nur weiten verarmten Teilen der Bevölkerung nicht einmal eine gute Bildung. Deren Chancen sind minimal, weil sie nicht einmal wissen, wie wichtig Bildung ist.

Aber, um Banken zu retten, also um Vermögen der Vermögenden zu erhalten, wurden bisher knapp 70 Milliarden ausgegeben dazu Bürgschaften in "unfassbarer" Höhe. Wie immer wurden Risiken sozialisiert. Unsere Schulen dagegen verfallen, Lehrermangel herrscht überall und immer mehr unfähige und überforderte Lehrer sollen unser wichtigstes Gut, unsere Kinder, nach vorne bringen.

Böser Falle

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derhey 05.05.2019, 14:09
4. Schnarch

der dt. Politik -seit einigen Jahren. Die Ideen Frankreichs - ein verschlafener Augenaufschlag Merkels usw..
Hätte der Kühnert nicht jetzt provoziert stünde nicht einmal dieser Artikel im spon; ohne die Freitagsproteste der Schüler gute Nacht Klima. Befürchte trotz alledem, daß es unsere Politiker fertigbringen, nur zu reden, Konferenzen einberufen, beraten, Protokolle anfertigen, ins Ausland reisen um sich zu zeigen und das nennt man dann Politik und gaukelt der Wählerschaft vor, ganz tolle aktiv zu sein. E-Tretroller das neue Thema. Herrlich, da kann man sich so richtig dran abarbeiten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thequickeningishappening 05.05.2019, 14:12
5. Der Staat muss sichergestellen Das Der Ertrag

Der Produktivitätssteigerung wieder in Den Wirtschaftskreislauf einfließt und nicht als "Tote Materie" in Den Steueroasen Der Aktionäre Deren Buchwert vergrößert! Der Kreislauf funktioniert nur wenn alle daran beteiligt werden (sowohl mit Kaufkraft als auch mit Pflichten gegenüber Der Umwelt).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Profdoc1 05.05.2019, 14:13
6. Korrekt

Dazu, und das ist gefährlich, fehlt derzeit in Deutschland der Wille (Altmeier) und die Kompetenz (Kühnert). Wir bemerken überall, dass wir mit unsrer Regelungswut und Entscheidungsschwäche immer mehr an Grenzen stoßen (Digitalierung im öff. Bereich, Gesundheitswesen, Hochschulen, etc.) und deshalb nicht weiterkommen. Wir zerreden mittlerweile alle wichtigen Punkte, und deshalb wird sich niemand um IPs und tangibles als wichtigstes Gut kümmern.
Am Beispiel Hochschule ist das drastisch zu bemerken. Mittlerweile geben große Forschungsrichtungen vor und die Hochschulen spielen die Handlanger, weil sie vielfach (Stichwort KI, Maschinelles Lernen) überhaupt keine Finanzmittel haben um auf Augenhöhe mitzuspielen. Also können wir nur versuchen uns geschickt zusammenzuschalten, Unternehem, öffentliche Hand, Hochschulen, Verbände, etc. um einen gesellschaftlichen Schulterschluss hinzubekommen. Alles andere ist in der Tat eher 'Gestern', oder noch schlimmer, 'Vorgestern'.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Panem Populus 05.05.2019, 14:15
7. Umbruch

"Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesicht, dass sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu erleiden" ApG 5.41
Die jenigen, die heute für die Gerechtigkeit und Gleichheit kämpfen, die erleiden Schmach. Aber dies ist ein Zeichen, dass die Wahrheit über diesen Gesellschaftswechsel zum gemeinschaftlichen Wohl in der Vergemeinschaftung liegt. Das Brot und das Korn, der Acker und der Pflug gehört jeden. Nehmt und esset ALLE davon...
Kevin und alle Mitstreiter: Lasst Euch nicht beirren und macht weiter so!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 05.05.2019, 14:16
8. ??

Zitat von Henrik Müller
So führt die Digitalisierung dazu, dass viele Preise gegen Null sinken. Aber wer bietet digitale Güter in hohe(r) Qualität an, wenn keine Einnahmen winken?
Ein Preis sinkt dann gegen Null, wenn entweder die Nachfrage für ein bereits existierendes Produkt fehlt oder wenn die Herstellungskosten (inkl. des Entwicklungsanteils) entsprechend niedrig sind. Was hat das mit dem Anbieten von "digitalen Gütern in hoher Qualität" zu tun? Selbstverständlich werden die nur entwickelt, wenn damit Gewinn zu machen ist. Und der ist nur zu machen, wenn die Nachfrage das hergibt.

Aber das ist exakt dasselbe Verhalten wie es schon seit Jahrtausenden für jedes Produkt und jede Dienstleistung gilt. Ein Tischler stellt auch nur dann einen Stuhl her, wenn er vom Stuhlherstellen und -Verkaufen leben kann. Nichts anderes gilt für Software und für Hardware mit und ohne relevantem Softwareanteil. Was soll da neu sein?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
haarer.15 05.05.2019, 14:19
9. Sorry Herr Müller ...

Das klingt nicht nur viel zu theoretisch sondern auch zu ballonmäßig und gehört auf Europa-Ebene gelöst. Nein, wir sollten erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Und da kommt man an den aktuellen Brandthemen, die das Land bewegen, nicht mehr vorbei. Was heißt denn konkret, ökonomische und soziale Machtungleichgewichte auszubalancieren und Digitalriesen mehr ins Visier nehmen ? Politik hatte doch jahrelang Zeit, dies zu tun oder ? D mit Frau Merkel hätte darauf doch Einfluss nehmen können. Aber so weit kommt es ja nie, weil man immer nur ängstlich nach Brüssel schaut, wissend wie dieser Apparat funktioniert. Schwerfällig genug. Wenn wir nicht zuerst in unserem eigenen Haus die Probleme in Angriff nehmen und mutige Initiativen ergreifen - Macron macht es schon vor - so werden wir auch europäisch nix auf den Weg bringen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8