Forum: Wirtschaft
Linksruck in der Wirtschaftspolitik: Keine Macht für niemand
Klaus Rose/ picture alliance

Deutschland diskutiert über Industriepolitik und Sozialismus - beides geht meilenweit an den eigentlich anstehenden Fragen vorbei. Der Staat braucht eine ganz neue Rolle, doch leider verharrt ein Großteil der Politik im Gestern.

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Zeitwesen 05.05.2019, 16:29
40.

Zitat von kanuh
Es ist müßig, EU-Kommissare als Vorbilder hinzustellen. Diese sind nicht vom Volk gewählt und damit nicht von Koalitionskompromissen abhängig. Leider führt die politische Parteienvielfalt zu immer schwächeren Regierungen. Italien hat darin schon wesentlich länger Erfahrung als wir. Mir erscheint ein System a la China deutlich effizienter und umsetzungsfähiger.
Ui.
China, ein Land in dem die meisten Todesstrafen vollzogen werden, in dem Wanderarbeiter vom Hand in den Mund leben, in dem Demonstranten erschossen und plattgewalzt werde, in dem Kritiker im Gefängnis schmoren, dass die Medien inklusive Internet kontrolliert, dass im Verkehrschaos versinkt, indem die Umweltbilanz katastrophal ist, ist ihr Vorbild, wegen?
Sorry, aber dann schon lieber Demokratie und Parteien- und damit Meinungsvielfalt statt Einfalt.

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option@l 05.05.2019, 16:36
41. Schon merkwürdig...

Jetzt jammern die, die Hunderttausende Wohnungen privatisiert haben, weil sie sie nicht wirtschaftlich verwalten konnten, über sanierte, aber teure Wohnungen. Die, die Zeitverträge zur Förderung und Flexibilität der Wirtschaft eingeführt haben, phantasieren jetzt plötzlich von Kollektivierung. Und der Autor vom Spiegel jammert, daß sein Plus Angebot offenbar nicht genügend Abnehmer findet. Ich vermute, das meint er mit den hochwertigen digitalen Produkten. Nur...heute kauft halt niemand mehr handwerklich hochwertig hergestellte Pferdekutschen. Warum sollen Politiker um eine Erwähnung im Spiegel oder anderen Medien buhlen, wenn sie auf Twitter oder Facebook jederzeit und kostenlos für sich und Interessierte ihre Sicht der Dinge darstellen und verbreiten können, inklusive der Diskussion mit den Adressaten?

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Rentenkassierer 05.05.2019, 16:37
42. Das stimmt nicht ganz...

Zitat von curiosus_
Aber das ist exakt dasselbe Verhalten wie es schon seit Jahrtausenden für jedes Produkt und jede Dienstleistung gilt. Ein Tischler stellt auch nur dann einen Stuhl her, wenn er vom Stuhlherstellen und -Verkaufen leben kann. Nichts anderes gilt für Software und für Hardware mit und ohne relevantem Softwareanteil. Was soll da neu sein?
Bei Software und auch bei mancher Hardware (speziell Smartphones) wird nicht unbedingt durch den Verkauf ein Gewinn generiert, sondern durch die spätere Nutzung oder einen Dienstleistungsvertrag, der das Gerät oder die Software als Prämie beinhaltet.

Bei Handys und Smartphones ist das für jeden offensichtlich, wenn man für einen symbolischen Betrag ein Gerät erhält, aber nur, wenn man einen längeren Nutzungsvertrag für eine Dienstleistung abschliesst, der auch ohne das geschenkte Gerät anwendbar ist.

Bei Software läuft das oft noch ganz anders. Wer Open Source-Software erstellt, an der Erstellung beteiligt ist oder Autor entsprechender Literatur ist, kann darauf basierenden höher dotierte Werk- oder Dienstleistungsverträge bekommen. Sollte die Software auch noch eine grössere Verbreitung erlangen, kann er als Berater bei denen teils viel Geld verdienen, die diese Software einsetzen.

Ein dritter Aspekt können in der Kosteneinsparung liegen. Beispielsweise wurde seitens des DoD (Department of Defense der USA) der Ada-Compiler über eine New Yorker Universität kostenlos als Open Source verbreitet.

Da bis vor einigen Jahren Ada bei militärischen Projekten verpflichtend war, konnte so davon ausgegangen werden, dass Hersteller alle die gleiche Basis (diesen freien Compiler) benutzten, was bezüglich Maintenance einfacher handhabbar war, als wenn viele verschiedene Compiler mit unterschiedlichen Fehlern und Eigenarten parallel eingesetzt werden.

Durch Verschenken von Soft- und Hardware können zukünftige Geldquellen auf eine Art und Weise generiert werden, die es so früher nicht in diesem Umfang und mit dieser Reichweite gab.

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tomdabassman 05.05.2019, 16:37
43. Steuern

Ich teile Hn.Müllers Meinung über Frau Vestager, aber die kann nur mit Strafen und Genehmigungsverfahren Druck ausüben. Mir fehlt hier das Wort Steuern - für globale Konzerne insbesonders im Tech-Sektor, für Superreiche und Vermögenssteuern welche die unselige Akkumulation von Vermögen über Jahrzehnte einhegen. Kühnert hat die Keule rausgeholt, weil das politische Establishment unisono den Bestand der Reichen schützt. Dafür sind aber die Einzelstaaten zuständig, das ist leider noch keine europäische Zuständigkeit.

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wolleh 05.05.2019, 16:37
44. Tut mir leid,

stimme Herrn Müller in nichts zu. Mittlerweile sind wir in einer Phase angelangt, wo jeder versucht einzig und allein seinen persönlichen Profit zu optimieren. Dem kann der Staat entgegenwirken. Klare Regeln. Jeder zahlt Steuern. Je reicher er ist, desto mehr. Eie Umsatzsteuer. Basta. Begrenzung der Löhne und Einkommen. Begrenzung des Besitzes. Jeder bekommt Eigentum. Alles muss geregelt werden. Arbeitsplätze statt Digitalisierung. Vorrang für öffentlichen Verkehr. Etc. Müssen wir alles mitmachen? Nein. Abschaffung des Beamtenstands. Ende mit Privilegien. Innerhalb eines Jahres wäre alles wieder in Ordnung. Wir brauchen einen demokratischen Sozialismus. Sorry. Herr Kühnert hat recht. Wie die Schüler in der Friday for Future Bewegung. Nieder mit dem Kspitalismus.

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Newspeak 05.05.2019, 16:37
45. ....

Keine Macht für niemand bedeutet auch Begrenzung des Privatvermögens. Wir brauchen keine Milliardäre. Das ist unnützes Geld. Nach der politischen Gewaltenteilung und dem ökonomischen Kartellrecht braucht es eine Gewaltenteilung im Persönlichen. 50 Millionen reichen jedem Individuum mehr als genug, um den Rest des Lebens im Luxus leben zu können.

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WoRiDD 05.05.2019, 16:38
46. Es gab mal eine Zeit...

...da galt für die Unternehmer die Devise "Geht es mir gut, dann geht es auch meinen Mitarbeitern gut und wenn es denen gut geht, dann geht es mir gut" Es war ein Geben und Nehmen. Und die Arbeitnehmer störten sich nicht daran, dass es dem Unternehmer "etwas" besser ging als ihnen.
All das gilt heute nicht mehr. Nur noch Wachstum ohne Ende zu Lasten der Gesellschaft - Profitstreben. Hier sind m.E. stattliche Regularien sinnvoll.
Digitalisierung wird als Allheilmittel hingestellt, wobei man verschweigt, dass dies weitere soziale Abstiege durch Arbeitslosigkeit bedeutet. Und dann noch KI. Neulich hörte ich einen weisen Satz: "Bevor man sich um KI kümmert, sollte man sich erst einmal um menschliche Intelligenz kümmern."
Unterschwellig ist auch dem Beitrag zu entnehmen, dass Wissenschaft als "Dienstleistung" verkauft werden könne. Und genau dieses Thema hatten wir schon in der DDR. Es wurden Gelder in die Forschung gesteckt (LCD-Elemente, Kameras mit Innenlichtmessung (TTL) u.v.a.m.) waren Erfindungen aus der DDR. Produziert und Gewinner waren dann die westlichen Länder wie Japan, Hongkong u.a. Vielleicht würde das wieder passieren.
Nur die Verkleinerung der Schere zwischen arm und reich (also Teilhabe am Gewinn) und eine lebendige Demokratie und nicht Spaltung der Gesellschaft können D vielleicht wieder auf Kurs bringen.

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ruhepuls 05.05.2019, 16:40
47. Zu Ende denken...

Es gab eine Zeit, da gehörte "die Erde" allen. Was in der Praxis bedeutete, dass es ständig Revierstreitigkeiten gab, denn wenn etwas "niemand" gehört, dann kann es sich jeder nehmen. Auch wenn wir heute Stammesgesellschaften gerne idealisieren ("in Harmonie mit der Natur leben"), so zeigen sowohl deren eigene Überlieferungen, als auch die Forschung, dass Revierkonflikte häufig hinter den folgenden Stammesfehden steckten. Und gewonnen hat dann meist der Stamm mit mehr Kriegern - also der "Stärkere"...

Es ist immer auch eine Frage der Motivation: In Deutschland "baut" man immer noch auch für die Kinder. Anderswo stellt man eine billige Hütte irgendwo auf, weil man eh nur ein paar Jahre dort lebt. Warum aber soll jemand sich verschulden, ein Haus bauen oder Wohnungen - in dem wissen, dass man spätestens seinen Enkeln die Bude wieder abnehmen wird - was ja die logische Konsequenz daraus wäre, wenn das Grundstück an die Allgemeinheit zurück fällt.

Die Banken wurden nicht (nur) gerettet, um das Vermögen von Reichen zu retten, sondern auch das von Tausenden Kleinanlegern, die unter anderem ihre Altersvorsorge auf Anleihen aufgebaut hatten.
Sie beklagen die mangelnde Bildung der "Armen" - die gar nicht wissen, wie wichtig Bildung ist. Wollen sie also die "Armen" mit Gewalt bilden, wenn die gar kein Interesse dran haben?
Lehrermangel herrscht keineswegs, denn die Klassen schrumpfen (fast) überall. Und wer ist schuld daran, dass viele Lehrer - Ihrer Meinung nach - unfähig sind?

Man kann ja vieles von dem machen, was Sie vorschlagen. Mir ist nur nicht klar, WARUM Sie erwarten, dass das dann besser wäre?

Oder glauben Sie, ein "staatliches Facebook" würde weniger Daten über Sie und mich sammeln - und ggf. nutzen?

Denn eine solche Gesellschaft, wie Sie sie sich anscheinend wünschen, wäre nur mit einem starken Staat möglich, der überwacht und notfalls erzwingt.

Vielleicht wären die Unterschiede zwischen den - nicht politisch funktionellen - Bevölkerungsgruppen nicht so groß, aber ist "gemeinsam arm" wirklich besser als "unterschiedlich wohlhabend"?

Böse Falle...

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salomohn 05.05.2019, 16:44
48. Mangelnde Kompetenz

Die CDU-Tüpen können es einfach nicht. Deren Bildung fand vor 50 Jahren statt. Hat mit heute nichts mehr zu tun.
Gegen Enteignung hat die CDU nichts, -und zwar uns Bürger am Niederrhein, um die Kohlenmeiler von RWE am Laufen zu halten.
Die Menschen wählen ja schon anders. Leider mangels Bildung die Populisten.

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Sotnik 05.05.2019, 16:47
49. Was für ein Unsinn...!

Warum "anpassen", warum ständig dem Zeitgeist hinterher hecheln?

Das machen auch andere Staaten - und das führt zu dem bekannten "Rattenrennen" um den immer günstigsten Produktionsstandort!

Eine Staatsidee, die sich als "Wirtschaftsförderung" begreift, so wie derzeit, hat der großen Mehrheit ihrer eigenen Bevölkerung nichts zu bieten außer weiterhin sinkenden Einkommen, Abbau von Arbeitnehmer-Rechten, immer mehr "Flexibilität" - und schlußendlich weiterer Massenverelendung!

Es ist kein Zufall, dass diese Entwicklung mit dem Zusammenbruch des "real existierenden Sozialismus" begann, also zu einem Zeitpunkt, als sich der Wettbewerb zwischen zwei Systemen erledigt hatte und der Kapitalismus nicht mehr "beweisen" musste, das menschenfreundliche System zu sein.

Hat der Autor sich mal gefragt, warum Tonnen von Psychopharmaka und ganze Seen von Alkoholika konsumiert werden und psychische Erkrankungen dennoch rasant steigen?

Weil ein auf "Wachstum" und Profitmaximierung ausgelegtes Wirtschaftssystem die Schöpfer des Mehrwertes, die Arbeitnehmer nämlich, dazu zwingt, auf eine Art und Weise zu leben, für die der Mensch schlicht nicht gemacht ist!

Zum "Dank" verschärft das System den Druck, die Unsicherheit und die Angst für diese Menschen immer mehr, sei es durch die absolut gnadenlose Hartz IV-Bürokratie, den Mietenwahnsinn, zunehmende Arbeitsverdichtung und eine Umwelt, die bereits sichtbar den Bach heruntergeht.

Höchste Zeit, nach neuen Wegen zu suchen, bevor uns allen dieses System um die Ohren fliegt!

Welches Land als dieses wäre besser geeignet, damit anzufangen...?

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