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Lkw-Abfertigung: Industrie sieht durch Brenner-Streit Wohlstand gefährdet
DPA

Weil Österreich die Zahl der abgefertigten Lastwagen begrenzt, bilden sich auf dem Brenner lange Staus. Der Bundesverband der Deutschen Industrie spricht von "wohlstandsgefährdender Verkehrsbehinderungen" und ruft nach einer Lösung.

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Mitdenker77 08.07.2019, 09:29
40.

Zitat von dolfi
Täglich Zehntausende Lastwagen durch ein enges Bergtal durchzuquetschen halte ich für fahrlässige Tötung von Menschen. Nur damit die deutsche Industrie ihren Profit und ihr Wachstum sichern kann, sollen hier eine ganze Region auf dem Altar des Profits geopfert werden. Der Brenner Basistunnel ist bald fertig und die deutsche Regierung mit Namen A. Scheuer hat es versäumt, rechtzeitig zu planen. Hier muss eine deutliche Entlastung der Region erfolgen. Bis dahin hilft nur massive Begrenzung der Lkws in Tirol.
Mehr Güterzüge durchs enge Inntal oder das Rheintal durchzuquetschen wäre dann genauso fahrlässige Töting von Menschen um österreichischen Autobahnanrainern die aktuelle Belastung zu verringern. Alle paar Minuten ein Güterzug durch ein enges Tal ist eine höhere Lärmbelastung als eine Autobahn und daher auch sehr gesundheitsschädlich.

Und wo geht es nur um die deutsche Industrie? Haben Sie mal gesehen, wie viele niederländische, skandinavische, polnische, italienische und sogar österreichische LKWs dort unterwegs sind?

Und wer schützt die Anwohner in der Region zwischen Salzburg und Innsbruck vor den Massen an österreichichen Pendlern, die diese Strecke täglich als Abkürzung nutzen. Da sollen die Österreicher doch mal Tunnel durch ihre Berge graben und die Pendler endliche auf die Schiene bringen anstelle ihre Unternehmen auf Kosten der Anwohner in dieser Region den Profit und das Wachstum zu sichern!

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spon_7924415 08.07.2019, 09:32
41. Die Loser aus Deutschland ...

... lassen andere die teuren, anspruchsvollen Tunnel bauen, und versagen dann lächerlicherweise beim Bau einfacher Verladestationen.
Gleiches geschieht am Gotthard-Tunnel.
Zur Erinnerung: Wie lange hat es gedauert, bis deutsche "Ingenieure" den von ihnen peinlicherweise selbst verursachte Unterbrechung der Rheintalstrecke wieder repariert hatten?
Technische Stümperei und politisches Desinteresse im Verkehrsministerium sind die Hauptgründe.
Ich finde es sehr gut und richtig, das die Österrreicher jetzt ernst machen und dem CSU-Verkehrsminister Druck machen.

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kumi-ori 08.07.2019, 09:36
42.

Zitat von dolfi
Täglich Zehntausende Lastwagen durch ein enges Bergtal durchzuquetschen halte ich für fahrlässige Tötung von Menschen. Nur damit die deutsche Industrie ihren Profit und ihr Wachstum sichern kann, sollen hier eine ganze Region auf dem Altar des Profits geopfert werden. Der Brenner Basistunnel ist bald fertig und die deutsche Regierung mit Namen A. Scheuer hat es versäumt, rechtzeitig zu planen. Hier muss eine deutliche Entlastung der Region erfolgen. Bis dahin hilft nur massive Begrenzung der Lkws in Tirol.
Es ist nicht nur die deutsche Industrie, es ist halb Europa, das sich von Europa aus über den Brenner quetscht. Und nicht zu vergessen, auch die Österreicher selber fahren quer durch Deutschland in das Inntal, wenn sie nach Italien müssen. Ich halte es allerdings für das Geschickteste, bei einer Blockabfertigung schon in Frankfurt, Hof oder Reichenhall zu stoppen.

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mrmink 08.07.2019, 09:36
43. Umweltverschmutzung

der Güter Transport gehört auf die Schiene und nicht mit Lkw auf die Straße. Und da Deutschland diese Entwicklung bewusst verschlafen hat ist es gut das österreichische Behörden durch solche Massnahmen auf diesen Missstand aufmerksam machen.

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spon_7924415 08.07.2019, 09:39
44.

Zitat von Meconopsis
Die Masse an LKW kommt hauptsächlich durch die Just-in time-Logistik zustande, die einen permanenten Nachschub per LKW zur Folge hat. Eine Unsitte, die das Verkehrsaufkommen massiv steigert. Die Industriebetriebe sollten schleunigst dazu übergehen, wieder größere Lagerkapazitäten aufzubauen, dann könnte vieles wieder umweltfreundlicher per Schiff transportiert werden, z.B. in Containern von Hamburg nach Genua, und nicht in 100 LKWs über den Brenner. Zur Not muss man das gesetzlich regeln, auf das Geschrei der Industrielobby sollte man aber nicht hören. LKW-Transporte müssen deutlich teurer werden, und zwar so teuer, dass der Anreiz für diese Produktionsweise nicht mehr da ist.
Das ist ein sehr guter Vorschlag.
Wie wäre es mit einer teuren, kostenpflichtigen Übernachtungsgebühr auf deutschen Autobahnen?
Gepaart mit einer satten Maut.
Unsere Strassen sind zur Zeit das kostenlose Lager der Industrie. Hier müsste sich dringend etwas ändern. Die aktuelle Maut ist da scheinbar nicht ausreichend.

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pepe_sargnagel_der_zweite 08.07.2019, 09:43
45. Wolf! Wolf

Der BDI und andere Verbände erinnern mich langsam an das kleine Kind, das ständig "Wolf! Wolf!" ruft und dem dann irgendwann keiner mehr glaubt.
Problematiswch ist nur, dass mittlerweile auch Politiker, mediengeliebte Wissenschaftler und auch Journalisten in großen Teilen ähnlich agieren. Das ist schade und unnötig. Warum nicht sachlich?

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spon_7924415 08.07.2019, 09:45
46. Verbannt die Union endlich aus dem Vekehrsministerium

Zitat von cortauri
Der Brenner ist mit Abstand die beliebteste LKW Route über die Alpen. 2017 wurden 71% oder knapp 33 Mio. Tonnen per LKW über den Brenner gebracht. 29% oder ca. 12 Mio. Tonnen per Zug. Die Schweiz zeigt, wie es besser geht. Hier sind die Zahlen genau verdreht. 72% gehen per Schiene und 28% per LKW über die Alpen. Es muss ein politisches Umdenken, gerade auch in Deutschland beim Güterverkehr passieren. Weg von LKWs die Langstrecke fahren. LKWs gehören hier auf die Schiene, besonders, wenn es um die Alpenüberquerung geht. Bayern schimpft jetzt über die österreichischen Maßnahmen, hat aber seine Hausaufgaben, was die Zulaufstrecken zum Brenner Basistunnel angeht, komplett geschlafen.
Mit CSU und CDU wird es im Verkehrsministerium keine Umdenken geben.
In der Tat zeigen andere Länder uns gerade im Verkehrsbereich auf, wie man es besser und umweltfreundlicher machen kann.
Die Versäumnisse in Deutschland sind allerdings mittlerweile so gigantisch, das selbst ein politischer Kurswechsel keine schnelle Änderung herbeiführen könnte.
Insofort freue ich mich, das es nun gerade die Hauptschuldigen trifft: Die Bayern und die unsägliche CSU.

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systemerror1 08.07.2019, 09:45
47. Grenzen ereicht

Da wird von der Industrie nur gefordert nur eine Lösung wird nicht angeboten. Problem ist halt, dass die Grenzen des Wachstums erreicht sind. Mehr geht einfach nicht mehr. Die Lösung kann nicht heissen, dass die Landstrassen im starken Stauverkehr versinken und dort ein Leben nicht mehr möglich ist. Erst der Brennerbasistunnel wird eine Entlastung bringen. Hier müssen dann entsprechende Anstrengungen unternehmen werden, dass dieses Projekt zügig vorankommt. Aber auch allgemein auf deutschen Autobahnen wird es eng mit dem Lastwagenverkehr. Wenn in Reihen die LKWs nebeneinander stehen, wird auch der Verkehr für den PKW unmöglich auf Europas Transitstrecke Deutschland. Deswegen kann auch hier nur der Ausbau der Bahn Abhilfe schaffen. Der Verkehr muss auf die Schiene gebracht werden, sonst gibt es keine Kapazitäten mehr. Hier muss einfach entsprechend vorausschauend investiert werden, ansonsten wird man halt ausgebremst. Dabei wird seit Jahren davon geredet, dass mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden muss.

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MatthiasPetersbach 08.07.2019, 09:49
48. Wertschöpfungsstrukturen?

Was für ein Bescheuertensprech.

Mit dem was in den LKWs so transportiert wird (und im Zweifelsfall auf die Schiene gehört) , wird größtenteils kein Wert geschöpft, sondern unsere Lebensgrundlagen zerstört. Mit Hyperkonsum, der niemand nutzt und niemand guttut.

Daß wir - incl. mir - keinen anderen Weg wissen als unsere angebliche Lebensgrundlagen angeblich zu sichern, indem wir massenweise Zeux herstellen, vertreiben, verbrauchen und wegwerfen, ist schon ziemlich banane.

Und das mit einer "Maschinerie", die uns beim kleinsten Schluckauf - obs jetzt der Brenner ist, Trumps Zölle oder schlichter Stromausfall - deutlich vor Augen führt, von welchen Dingen wir hoffnungslos abhängig sind - und wie angreifbar.

Wir sind ziemliche Id*ten. Dagegen hilft Netflix und das neue Smartphone auch nicht.

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plaudertasche123 08.07.2019, 09:52
49. @MisterD

Zitat von MisterD
ist Wirtschaftsterrorismus. Wir haben Freizügigkeit von Personen, Dienstleistungen, Waren und Finanzen. Da kann ein Land nicht einfach mal die Grenzen dichtmachen und nur noch soviele Europäer reinlassen, wie es einem gerade passt. Österreich weiss, dass es Transitland Nord-Süd ist und Österreich ist freiwillig in der EU und im Schengenraum. Wenn man die Grenzen dichtmachen will, soll man bitte die EU verlassen, Punkt und Aus. So langsam hat man die Eskapaden der Bergdeutschen satt...
Bergdeutsche? Es sind Österreicher - keine Deutschen, auch wenn das schon mal jemand vor vielen Jahren anders sah. Sie sollten solche Formulierungen vermeiden. Uns sonst: Österreich macht die Grenze nicht dicht, sie machen Blockabfertigung, damit es auf der anderen Seite halbwegs erträglich weiter geht. Der Rückstau finde in Deutschland statt, und da gehört er auch hin. Das ist nämlich das Land, welches beim Ausbau der Schiene in den letzten Jahrzehnten so unbeschreiblich gepennt hat, dass es schon oberpeinlich ist. Stichwort Brenner-Basistunnel / Schienenanschluss auf deutscher Seite. Stichwort Rheinschiene.

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