Forum: Wirtschaft
Lkw-Abfertigung: Industrie sieht durch Brenner-Streit Wohlstand gefährdet
DPA

Weil Österreich die Zahl der abgefertigten Lastwagen begrenzt, bilden sich auf dem Brenner lange Staus. Der Bundesverband der Deutschen Industrie spricht von "wohlstandsgefährdender Verkehrsbehinderungen" und ruft nach einer Lösung.

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nikaja 08.07.2019, 09:55
50. Problem nicht neu

Das Problem ist wahrlich nicht neu, dennoch wird an einer Alternative seit Jahren gekleckert und nicht geklotzt, naemlich der Bahnstrecke.
Dies ist die umweltvertraeglichste Loesung.
Die Menschen in der Région sind zu bedauern und die Reaktion Tirols zu verstehen, wenn 1000sende PKWs und LKWs durch die Doerfer rollen, die Luft verpesten, die Strassenueberquerung zu einem Rennen um sein Leben machen, ganz abgesehen von dem unertraeglichen Laerm. Wer will an solch einer Strasse noch wohnen ? Hier ist dringend Bahn-Abhilfe gefragt und es muss so lange Druck gemacht werden, bis es funktioniert.

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jjcamera 08.07.2019, 09:56
51. Andere Gründe

Zitat von jan-willem.overweg
Leider verschleppt Deutschland den Bau der Schienenanbindung. Wenn die Österreicher an die Grenze gebaut haben, sind die Deutschen noch nicht einmal mit dem Planen fertig und das ist ABSICHT! Die der Autolobby hörige Politik leisten hier ganze Arbeit.
Mit der zeitlichen Verschleppung hat die Autolobby nichts zu tun. Warum sollte die an endlosen Staus Interesse haben? Die DB hat einiges verschlafen, Hauptgrund für die Verzögerung des deutschen Bahn-Zulaufs ist aber der Widerstand der Anwohner im bayerischen Inntal. Die stellen sich auf den Kopf, um das Projekt zu verhindern.
Würde die Landesregierung die Planung ohne Einigung durchsetzen, hieße es sofort gerade im Spiegel "typisch Bayern, keine Rücksicht auf die Bürger". In Bayern ist ja nicht einmal eine oberirdische Stromtrasse bei der Bevölkerung durchsetzbar. In Berlin würde man da enteignen. In Bayern sucht man den Dialog mit den Bürgern.

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tobyrd72 08.07.2019, 09:58
52. Einseitige Berichterstattung.

Die deutschen Medien liefern eine ziemlich einseitige Berichterstattung, es wird selten klar benannt wer das Problem verursacht hat: Deutschland oder genauer gesagt die deutsche Politik oder noch genauer, die deutschen Verkehrsminister seit Mitte der 90er Jahre. Damals wurde nämlich der Beschluss gefaßt das deutlich mehr Güterverkehr über die Schiene laufe soll und auf österreichischer Seite mit dem Bau des Tunnels begonnen. Auf deutscher Seite wurde nicht getan, die LKW-Lobbyisten haben bei unseren Politikern ihr Anliegen bestens durchbringen können.

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Hang.on 08.07.2019, 10:00
53. Güter auf die Bahn

Natürlich muss Bayern/die CSU beim Ausbau des Schienenverkehrs endlich einmal Fährt aufnehmen aber die Raubrittermethoden aus Tirol sind nicht akzeptabel. Die Tiroler sind leider Weltmeister im Rosinenpicken und halten sich nur an rechtsstaatliche Regeln, wenn es gerade günstig ist. Ein paar Beispiele:
- die Maut in Österreich ist unfassbar hoch und wird faktisch nur von Ausländern erhoben, weil 1Mrd. Gewinn damit gemacht wird, die in den Staatshaushalt fließen
- bei Skipässen und Bädern läuft es genauso: Hier zahlen die Touristen (oder EU-Mitbürger) deutlich mehr, damit die Österreicher weiterhin günstiger fahren können (bei der Snow Card z.B. 200 Euro im Jahr)
- der Tourismus wird exzessiv betrieben und die Tiroler selbst haben eine der höchsten Autodichten in Europa. Dies führt natürlich zu sehr viel Verkehr. Gleichzeitig hat man die Autobahnen (zb A12) quasi seit 50 Jahren nicht ausgebaut. Dies führt unweigerlich zu Stau. Aus Tiroler Sicht sind es aber nur die bösen Transitreisenden, die angeblich den Stau verursachen und die jetzt - entgegen der EU-Grundfreiheiten - auf die völlig unzureichenden und überteuerten Autobahnen gezwungen werden sollen. Gleichzeitig beruft man sich im dt. Mautverfahren auf die behinderte Warenverkehrsfreiheit, weil man in Deutschland weiterhin kostenlos über die Autobahn brausen möchte. Ich nenne so ein Verhalten heuchlerisch und verlogen. Tirol ist ein kleines Land aber man sollte sich nicht komplett auf der Nase herumtanzen lassen. Entweder gelten Regeln für alle oder für keinen.

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MatthiasPetersbach 08.07.2019, 10:06
54.

Zitat von spon_7924415
Unsere Strassen sind zur Zeit das kostenlose Lager der Industrie. Hier müsste sich dringend etwas ändern. Die aktuelle Maut ist da scheinbar nicht ausreichend.
Nun, der Grund für die ziemlich geringe Maut ist die sonst erfolgende Verteuerung der Waren. Von deren Umschlag wir leben. Wir - und der Staat.

In einer Welt, in der die Leute zum großen Teil nicht notwendige Dinge kaufen, kaufen sie dann bei Verteuerung eben weniger.

Da gehts ja nicht hauptsächlich um Kartoffeln, sondern um die neue Einbauküche und den Fernseher. Gegenüber dem Ersteren kann die Anschaffung der anderen aufgeschoben werden - oder ganz entfallen.

BRAUCHEN tun wir das, was wir kaufen, verbrauchen, fortwerfen ja größtenteils nicht. Und wenn die Maut das zehnfache kostet und die Ware dadurch 20 % mehr, wird eben da drauf verzichtet bzw. die Anschaffungstakte vergrößert. Und damit der Wohlstand aller gefährdet.

Wir MÜSSEN kaufen - nicht weil wir das wollen, sondern weil sonst das alles zusammenbricht.

Das ist ein voll bescheuertes System - und 1:1 ein Interessenkonflikt zwischen Umweltbedürfnissen und den augenblicklichen Bedürfnissen der Menschen. Deshalb werden wir es ohne Blut, Schweiß und Tränen und massiven Umbau auch nicht schaffen.

Der E-Scooter, das Windrad und die Energiesparlampe wirds da nicht richten.

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cvdheyden 08.07.2019, 10:12
55. Sie sagen es

Zitat von bartsuisse
Italien soll die Anschlüsse schneller vorantreiben? Es baut ja gerade den Brennerbasistunnel....ab Bozen ist die Brennerbahn sehr gut und trifft in Vetona auf die Achse Mailand-Triest. Das ist alles genau im Timing, so wie aufvder Achse Rotterdam-Genua. Der Terminal Gallarate in Mailand ist auf der Achse, die Appenninunterquerung in Bau. Vielmehr sollte DEUTSCHLAND seine Anschlüsse an die beiden Achsen wenigstens mal planen. Da passiert rein gar nichts
Es sind mal wieder die vollkommen unzuverlässigen Deutschen, die hier nicht leisten. Genau so ist es.
Ferner sollte die Jammer-Industrie mal den Ball flach halten. Denn hier motzen grade die richtigen. Wie wäre es denn mal wenn grade die Jammerlappen der Industrie Verantwortung für etwas mehr als nur Geldscheffeln übernehmen würden. Österreich handelt vollkommen richtig.

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mwroer 08.07.2019, 10:14
56.

Zitat von w50
Warum die Zuwegungen zum Brennerbasistunnel so verzögert vorbereitet werden. In Österreich wird gebaut, in Bayern diskutiert. Insofern handelt Österreich nur konsequent. Der Stau auf dem Brenner ist den deutschen Verkehrsplanern völlig egal, wenn er auf deutscher Seite Auftritt ist das natürlich nicht hin eh bar.
Weil die Zuwege zum Brenner-Basistunnel damals von SPD Verkehrsministern in Bonn großmütig versprochen wurden ohne auch nur einen Blick auf eine Landkarte zu werfen - im Idealfall wäre das eine topographische gewesen.

Nichtsdestotrotz ist natürlich richtig dass etwas getan werden muss.

Zum einen wäre das 'just in time' zu begrenzen, also die Lagerhaltung von Industrie und Handel auf öffentlichen Straßen, zum anderen muss der Unfug aufhören Dinge durch die Gegend zu fahren um sie irgendwo zu verpacken.

Die Nordseekrabbe als besonders schönes Beispiel, für diese Art Irrsinn, beginnt Ihren Weg am ostfriesischen Wattenmeer, kommt dann in die Niederlande und geht von da - per LKW - nach Marokko. Da wird gepult und verpackt und zurück in alle möglichen Länder.

Und warum? Weil der Verbraucher seine Krabben gepuult und ordentlich verpackt haben will - und so ist es mit allen möglichen Waren: Nur um ein paar Euro zu sparen.

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peter.teubner 08.07.2019, 10:14
57. wenn ich die Kommentare

hier so lese habe ich den Eindruck, dass wir grundsätzlich etwas ändern sollten. Vielleicht sollten wir an unserer Einstellung, dass alles frei verfügbar ist, dass unser Verbrauch ständig steigen muss damit wir zufrieden sind, was verändern? Wer sagt denn, dass das Wachstum immer weiter gehen muss? Das gibts doch nirgends und wir können uns doch ohne grosse Mühe vorstellen wohin das führen würde. Die Ansätze dieser Entwicklung sehen wir doch schon und sie sind nicht gerade vielversprechend. Wir müssen die Systemfrage stellen und das ist nicht die Frage Kapitalismus vs Kommunismus, es wird eine Andere Konstellation sein. Aber so wie bisher gehts a auf Dauer nicht weiter.

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andreas.loeseke 08.07.2019, 10:18
58. Es würde der Bundesbahn helfen,

warum werden nicht mehr LKW auf die Bahn verlegt?
Früher gab es Autozüge aus Deutschland nach Italien. Innerhalb 8 Stunden von Hamburg nach Allesandria (Norditalien)?
In vielen Ländern fahren Fernzüge und Güterzüge auf getrennten Gleisen. In Deutschland fahren Güterzüge auf dem selben Gleis wie Nah- und Fernverkehr. Der Nah- und Fernverkehr hat vorrang auf den Gleisen. Güterzüge stehen auf Ausweichgleisen.
Deutschland ist in vielen Errungenschaften des modernen Warentransportes hofflungslos veraltet!
Die Bahn transportiert deutlich umweltfreundlicher!

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jasper366 08.07.2019, 10:23
59.

Zitat von migampe
Stattdessen klagt jetzt irgendein Firlefanz gegen die Bahn: Es gäbe Belege aus der Zeit um den Jahrhundertwechsel - also den von 1900! - würden den Eigentum der Gleise infrage stellen! Da liegen seit "menschengedenken" Gleise entlang des Rheins und nun kommt jemand und stellt die Rechtmäßigkeit infrage und behindert den Ausbau der Betuwe-Linie. Da kommt mir doch spontan der §15 des Grubdgesetzes in Erinnerung, der Enteignungen zum Wohl des Volkes möglich macht.
Diese Klage hat einen anderen Hintergund, da geht es um Lärmschutz da man der Auffassung ist das die aktuelle Situation nicht durch Baurecht / Bestandsschutz gedeckt ist.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/St,bahn-gutachten-klage-gute-chancen-100.html

Das Mittelrheintal kann den Zulauf übrigens sowieso nicht bewältigen, zumindest nicht solange noch Personenzüge die Güterzüge 'behindern' ;-)

Aktuell verfolgt man wohl Pläne die Strecken über Eifel, Luxemburg / Saarland bzw. über Hagen, Sauerland, Dillenburg weiter auszubauen.

Eine Alternativtrasse (Westerwald-Taunus Tunnel) wäre, selbst bei sofortigem Planungsbeginn, wohl nicht vor 2045 fertig, eher später.

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