Forum: Wirtschaft
Lkw-Abfertigung: Industrie sieht durch Brenner-Streit Wohlstand gefährdet
DPA

Weil Österreich die Zahl der abgefertigten Lastwagen begrenzt, bilden sich auf dem Brenner lange Staus. Der Bundesverband der Deutschen Industrie spricht von "wohlstandsgefährdender Verkehrsbehinderungen" und ruft nach einer Lösung.

Seite 7 von 15
ganzeinfach 08.07.2019, 10:24
60. Die Blockade liegt allein in Deutschland

Warten warten warten... ist die Devise beim Fernverkehr. Die schönen Basis-Tunnels in Oesterreich bald fertig und jenen in der Schweiz stehen nicht erfüllte Verträge aus Deutschland und Italien gegenüber, welche die Verpflichtung von schnellen Anschlussgleisen garantierten. War alles heisse Luft: D hinkt noch Jahre hintendrein und will nun auch noch für A abwarten, bis der Basistunnel fertigt sei - geht's noch?
Nun noch Forderungen stellen, nachdem alle anderen nur auf die Deutschen warten ist doch eine Frechheit.
Die LKW müssen auf die Schiene - Oesterreich macht das gut - lass mal die Kolonnen warten. ganzeinfach

Beitrag melden
whitewisent 08.07.2019, 10:25
61.

Das Problem scheint zu sein, wenn die 3F-Kinder über die Folgen des Klimawandels klagen, findet das Aufmerksamkeit. Nur zeigt sich auch hier, dass "Wir" gar nicht auf eine Änderung der Lebensweise eigentstellt sind, selbst wenn ein großer Teil der Bevölkerung umdenkt. Es gibt schlicht keine Ausweichmöglichkeiten mehr wie vor 100 Jahren, sondern die Infrastruktur ist zu 110% ausgelastet. Das bestimmte Strecken für "Europa" mehr leiden müssen als Andere, war doch jedem klar. Die Belastung der Strecke Hamburg-Berlin -Frankfurt/Oder fällt doch nur nicht so auf, weil man es nicht in den Medien liest. Dabei gibt es auch hier das Problem der Mautumgehung, weshalb die innerstädtische Autobahn durch den Transitverkehr in einer Millionenstadt blockiert wird. Die Lösung ist Verkehrslenkung, die muss aber bereits am Ausgangspunkt eines Transports geschehen, nicht erst an nationalen und geografischen Grenzen. Ein paar Stunden Stau sind da nur der Vorgeschmack, und es stellt sich eben die Frage, ob man letztendlich wirklich die Eindämmung des Transports will, wenn es bedeutet, dass die innereuropäische Arbeitsteilung wieder nationalisiert wird. Man also Italiener nach Deutschland zur Arbeit holt, anstatt ihre Erzeugnisse zu transportieren.

Beitrag melden
wawult 08.07.2019, 10:27
62.

Seit der Planung des Gotthard Tunnels verweigern die Verkehrsminister und auch die Wähler der CDU/CSU die Mitarbeit am Ausbau des Schienennetzes für den Güterverkehr. Ein Friday-für-die-Schiene würde viele Probleme der Friday-for-future Bewegung von selbst lösen. Dieses Land degeneriert zu einem Entwicklungsland in allen relevanten Bereichen. So schaffen wir Nix.

Beitrag melden
Ruhe_tut_gut 08.07.2019, 10:37
63. Ewig in hektischer Bewegung

Das kanns ja wohl nicht sein, dass unsere Wirtschaft nur funktioniert, wenn alles und jedes ständig hin- und hergeschoben wird, Nordseekrabben zum Pulen nach Marokko und als regionale Spezialität zurück nach Husum? wieviel 1000 km haben die Komponenten eines Becher Erdbeerjoghurt zurückgelegt? Seit Jahrzehnten wissen wir , wie absurd das ist.
Italienische Milch nach Sachsen, bayerische Milch nach Südtirol (wo sie billiger angeboten wirs als die dort erzeugte), Müller-MIlch von Sachsen nach Irland, Kerrybutter von Irland nach München, Erdinger Weißbier nach Hannover, australischer Wein nach Franken.....

Beitrag melden
onkel-ollo 08.07.2019, 10:40
64. extremer Ressourcenverbrauch = Wohlstand?

Nur weil man jeden Krempel, der irgendwie auf einen Lkw passt, quer durch Europa spazieren fährt bedeutet dies nicht, daß wir diese Art von Lebensstil wirklich sinnvoll ist. Pellegrino-Mineralwasser von Italien nach Schweden und norddeutsche Butter nach Spanien? Gibt es in Skandinavien kein Wasser und in Spanien keine Milch? Wir brauchen nicht mit dem Finger auf Palmöl-Monokulturen in Fernostasien zeigen oder Brasilien für die Rodung des Regenwaldes kritisieren, wenn wir unseren eigenen Wahnsinn nicht in den Griff bekommen. Gesunder Verzicht bedeutet nicht Wohlstandsverlust! Was wir hier in Europa treiben ist einfach nur verrückt rücksichtslos!

Beitrag melden
Nachtheinigte 08.07.2019, 10:40
65. Brennerstreit

ja in Österreich hat die Autolobby keine Macht wie in Oldgermany. Da wird auch mal was für die anliegenden Bewohner getan. Dort kam die Autoindustrie eben nicht die Regierung kaufen und machen was sie für gut hält, wie in Deutschland.
Nun ist wie immer der Krach und Streit gross und die Österreichischen Behörden werden beschimpft. Vorneweg natürlich der Verkehrsminister, der sogar prozessieren will!
Wie wäre es mit Verlagerung der Transporte auf die Schiene, die von den Deutschen Behörden hintertrieben wird. wie z.B. im neuen Gotthardtunnrl in der Schweiz. Die Schweizer haben alle Voraussetzungen für die Verlagerung auf die Schiene geschaffen. Aber in Deutschland gibt es keine grundlegenden Verbesserungen der Anbindungen, sicher ganz bewusst. Man will einfach nicht, weil die Autoindustrie nicht will.
Vielleicht zeigen die Massnahmen in Österreich das Druckpotential, um zu Veränderungen in Richtung Schiene zu kommen.

Beitrag melden
misterknowitall2 08.07.2019, 10:44
66. Bringt nichts...

Zitat von jjcamera
"....... In Bayern sucht man den Dialog mit den Bürgern."
was dann definitiv zum Stillstand führt. Insofern ist es entweder Absicht, um das Projekt zu verzögern oder nicht anzugehen oder absolut naiv und unprofessionell.

Man wird ohne Enteignung gar nichts mehr in Deutschland umsetzen können, da jeder einzelne Bürger seine Interessen über die des Landes stellt und dann auch jeden gerichtlichen Weg nutzt. Würde man in Berlin die Geldbörse mal aufmachen, würde man schneller vorwärts kommen......aber daran scheint man kein Interesse zu haben.

Ein Armutszeugnis der bayrischen und deutschen Regierung.

Beitrag melden
franzhaberl 08.07.2019, 10:48
67. Vollkommener Quatsch!

Zitat von Hang.on
Natürlich muss Bayern/die CSU beim Ausbau des Schienenverkehrs endlich einmal Fährt aufnehmen aber die Raubrittermethoden aus Tirol sind nicht akzeptabel. Die Tiroler sind leider Weltmeister im Rosinenpicken und halten sich nur an rechtsstaatliche Regeln, wenn es gerade günstig ist. Ein paar Beispiele: - die Maut in Österreich ist unfassbar hoch und wird faktisch nur von Ausländern erhoben, weil 1Mrd. Gewinn damit gemacht wird, die in den Staatshaushalt fließen - bei Skipässen und Bädern läuft es genauso: Hier zahlen die Touristen (oder EU-Mitbürger) deutlich mehr, damit die Österreicher weiterhin günstiger fahren können (bei der Snow Card z.B. 200 Euro im Jahr) - der Tourismus wird exzessiv betrieben und die Tiroler selbst haben eine der höchsten Autodichten in Europa. Dies führt natürlich zu sehr viel Verkehr. Gleichzeitig hat man die Autobahnen (zb A12) quasi seit 50 Jahren nicht ausgebaut. Dies führt unweigerlich zu Stau. Aus Tiroler Sicht sind es aber nur die bösen Transitreisenden, die angeblich den Stau verursachen und die jetzt - entgegen der EU-Grundfreiheiten - auf die völlig unzureichenden und überteuerten Autobahnen gezwungen werden sollen. Gleichzeitig beruft man sich im dt. Mautverfahren auf die behinderte Warenverkehrsfreiheit, weil man in Deutschland weiterhin kostenlos über die Autobahn brausen möchte. Ich nenne so ein Verhalten heuchlerisch und verlogen. Tirol ist ein kleines Land aber man sollte sich nicht komplett auf der Nase herumtanzen lassen. Entweder gelten Regeln für alle oder für keinen.
Was Sie hier verbreiten ist völliger Quatsch. Nur einige Beispiele: Natürlich zahlen ALLE Maut - auch die Österreicher. Der Gewinn daraus wird zweckgebunden für den Ausbau der Straßen verwendet, damit halb Europa bequem bei uns durchfahren (und durchstinken) kann. Und der Ausbau der A12 ist in diesem engen Tal völliger Quatsch. Lesen Sie sich in das Thema ein, bevor Sie hier so einseitigen Unsinn verbreiten.

Beitrag melden
biesi61 08.07.2019, 10:49
68. Ich kann mich an keine einzige Kritik des BDI daran erinnern,

dass die Bundesrepublik beim Ausbau aller Bahnlinien in Richtung Alpen gegenüber den international gemachten Zusagen jeweils um Jahrzehnte im Rückstand liegt. Die letzten Bundesverkehrsminister - allesamt von der CSU - haben als de facto Handlanger der Autolobby beim Ausbau der Güterbahn allesamt jämmerlich versagt! Während die Schweiz, Österreich und Italien diese Strecken durch die Alpen massiv ausgebaut haben bzw. derzeit ausbauen, jammert Deutschland über stehende LKW und tut absolut nichts, gar nichts! Dabei hat das eine direkt mit dem anderen zu tun. Deutschland braucht endlich einen radikalen Politkwechsel in der Verkehrspolitik hin zur Schiene!

Beitrag melden
ottosobaj 08.07.2019, 10:50
69. Wessen Wohlstand ist gefährdet?

der BdI sagt also, der Wohlstand sei gefährdet. Die Frage ist nur, wessen Wohlstand? Jener der Anrainer der Brennerroute ganz sicher, und zwar jetzt schon! Warum haben sich Deutschland und Italien nicht schon viel früher um eine gute Bahn gekümmert? Dass sich der LKW-Stau bis zum Kollaps ausdehnen würde, ist seit Langem bekannt. Nur haben die Autolobbies dies nicht wahrhaben wollen. Wir an der Brennerroute haben genug davon, der Auspuff Europas sein zu müssen! (Nochdazu, wo 1/3 der LKW einen Umweg fahren, weil der Brenner so billig ist!)

Beitrag melden
Seite 7 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!