Forum: Wirtschaft
Lobby-Streit um AOK-Zahnersatz: Im Zweifel gegen den Patienten
Corbis

Es ist ein Lehrbeispiel für die unheilvolle Macht der Lobbys: Ein Dentallabor bietet AOK-Versicherten Premium-Zahnersatz zu sensationellen Konditionen. Doch dann macht eine Innung Druck - und die Kasse knickt ein.

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joG 31.07.2014, 10:58
10. Innungen sind ein gesellschaftliches Ordnungselement,....

....aus dem Mittelalter und sind so organisiert die Konkurrenz zu drosseln und die Gewinne der Mitglieder zu schützen. Wir haben viele solch mittelalterlichen Regeln in Deutschland. Die einen stoßen sich mit freier Meinung, die anderen mit der Demokratie und einige schützen die Obrigkeit, wenn sie schlecht handelte. In diesem Fall stößt sich die Organisationsform mit der Marktwirtschaft, die sie durch Absprache aussetzt.

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ugahenne 31.07.2014, 11:00
11.

Zitat von Diskutierender
Vielen Dank für die nahezu tägliche Meldung, wie froh ich sein kann, dass ich seit vier Jahren nicht mehr in Deutschland leben muss. Auf diesen abstossenden Lobbyisten-Staat, in dem der Bürger nichts zählt, verzichte ich dankend. So langsam mutiert Deutschland zur Bananenrepublik.
In welchem Staat wo es das nicht gibt leben Sie denn, wenn ich fragen darf? Klingt fast zu schoen um wahr zu sein.

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wolfi55 31.07.2014, 11:01
12. Bayern und Gesundheitsunwesen, alles klar

Mir ist zwar nicht klar, wie die Toptech kalkuliert, aber die Preise erscheinen mir doch etwas niedrig. Okay man kann im Materialeinkauf was sparen, wenn man das material innerhalb der EU kauft und nicht in Deutschland, weil die Hersteller das anderswo viel billiger verkaufen. An den Lohnkosten in Deutschland ist eh nicht viel zu sparen, weil in den Zahnlaboren wird kaum über 14€/Std bezahlt.
Andererseits ist es natürlich auch so, dass das Gesundheitsunwesen dem Bereich der organisierten Kriminalität nicht in den Gewinnspannen, aber in der Legalität voraus ist.

Mir ist schon lange unklar, wo die Gelder der Versicherten versickern. Dafür, was da eingezahlt wird, kommt unten bei den Leistungserbringern zu wenig an. Da wird durch diverse Kanäle der Geldstrom angezapft, bis er versiegt.
Und dann darf man hier nicht vergessen, es war in Bayern, dem Land am Rande des Balkan und der Amigos, in dem jeder jeden kennt, zumindest die, die was zu sagen haben.

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anders_denker 31.07.2014, 11:02
13. Anders gesagt

es geht deutlich billiger.

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digitext 31.07.2014, 11:02
14. Korrupte und verantwortungslose Bande!

Schön, dass die Branche aus den Zahnbehandlungen der Patienten genügend für ihre Lobbyarbeit herausquetschen kann, um dann damit bessere Lösungen für die Patienten und Krankenkassen zu torpedieren. Sind solche Handlungen, wie hier das Einknicken seitens der AOK durch deren Satzung und gesetzlichen Auftrag eigentlich gedeckt? Was machen die Patientenvertreter? Welche Behörde nimmt ihre Aufsichtspflicht hier nicht war? Ein vergleichbares Gebärden der jeweils Beteiligten lässt sich an vielen Stellen beobachten. Als würde dabei einer gläsernen Ideologie gefolgt, einem "Normalitätsglauben", welche für die Betroffenen sich wie Korruption, verantwortungsloses, politisches Handeln und Machtmissbrauch auswirkt. Da ist ein neues "Changemanagement" von unten gefordert...

PS: "Ingrid Uhl hat inzwischen Konsequenzen gezogen und ein zweites Zahnlabor gegründet, das nun allen gesetzlich Krankenversicherten ursprünglich allein den AOK-Mitgliedern vorbehaltene Niedrigpreise anbietet."

Kann der Autor der Artikels oder jemand anderes den Namen oder die URL des neuen Labors hier nennen? - Danke

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iNSBunny 31.07.2014, 11:05
15. Kosten

Zitat von otto_iii
Auch diese Medaille hat 2 Seiten: Man könnte ja auch argwöhnen, diese Firma versucht mit Dumping-Angeboten die kleineren Dentallabors aus .....
Das wiederum setzt werbekosten voraus, was das ganze verteuert ;)

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anomie 31.07.2014, 11:06
16.

Zitat von The Restless
Wir sollten damit aufhören, diese Machenschaften als Lobbyismus zu bezeichnen. Es handelt sich um Korruption.
Nein, das was im Artikel beschrieben wird, ist Lobbyismus.
Wie kommen Sie auf Korruption?

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pförtner 31.07.2014, 11:08
17. Auch das noch!

Und wenn jetzt noch die zentralgesteuerte Terminvergabe für den Arzt folgt, dann ist aucch noch die freie Arztwahl aufgehoben. Alles zum Nachteil der Patienten!

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excell 31.07.2014, 11:09
18. Nicht nachvollziehbar

Zitat von Leser161
Weiss nicht. Premium und billig klingt, als wenn jemand seine Konkurrenten aus dem Geschäft drängen wollte, um dann abzusahnen. Ohne Details zu kennen, sollte man sowas mit Vorsicht geniessen, von daher denke ich, dass die AOK richtig gehandelt hat.
Ich kann Ihre Einschätzung nicht nachvollziehen. Jedes Dentallabor hätte eine Kooperation mit der AOK eingehen können und für besonders günstige Preise werben lassen können. Die Sache ist eben die, dass die von der Innung vertretenen Betriebe kein Interesse daran haben, denn sie verdienen gut an den Kassenpatienten, die privat dazuzahlen. Wem hätte es denn geschadet?

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Feuerwehrmann001 31.07.2014, 11:09
19.

Aha!
Warum bitte der Artikel nach mehr als zwei Jahren?
Warum muss jemand ein "zweites Labor" gründen, um Zahnersatz allen gesetzlich Versicherten anbieten zu können?
Allen Beteiligten scheint unklar zu sein, dass dies ein Verstoß gegen das Zahnheilkundegesetz ist. Ein Labor darf einem Versicherten überhaupt keinen Zahnersatz anbieten, dies darf er nur einem Zahnarzt.
Geschäftsbeziehungen gibt es zwischen:
Arzt und Patient
Arzt und Kassenzahnärztlicher Vereinigung
Arzt und Zahntechniker
Patient und Krankenkasse

Vertragspartner in Sachen Zahnersatz sind NICHT:
Patient und Zahnlabor
Zahnlabor und Krankenkasse.

Weder Zahnlabor noch Krankenkasse können Werbung für kostengünstigen Zahnersatz machen, weil den exklusiv der Arzt in Rechnung stellt. Er berechnet sein Honorar und die Laborkosten und übernimmt für seine Arbeit also auch für die des Zahnlabors die Haftung. Insofern sind Haftungszusicherungen und Preisabsprachen eines Zahnlabors gegenüber Krankenkassen als auch Patienten in der Tat nicht möglich. Werden sie dennoch getätigt, liegt unlauterer Wettbewerb mehr als nahe.
Insofern hat hier alles eine Ordnung und es scheint eher so, als hätte Frau Uhl mit Ihrem Labor hier Werbung nötig.
Wenn man weiss, wieviel Arbeitszeit in einer PASSENDEN Krone steckt und wie wenig Materialkosten und sich Frau Uhl hier auf günstigeren Materialeinkauf beruft wundert mich das auch nicht.

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