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Lobbyverband: Rainer Brüderle will Tariflöhne in der Altenpflege verhindern
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Die Regierung drängt Arbeitgeber und Gewerkschaften zu flächendeckenden Verträgen in der Altenpflege. Doch nach SPIEGEL-Informationen macht ein bekannter Lobbyist dagegen Stimmung: Ex-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle.

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murane 30.06.2018, 11:07
110.

Zitat von ford_mustang
aber treten natürlich keiner Gewerkschaft bei. Hört auf zu jammern und lasst euch weiter über den Tisch ziehen.
Pflegende werden so schlecht bezahlt, dass sie sich den Gewerkschaftsbeitrag sparen müssen --- auch eine Sichtweise

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dek00 30.06.2018, 11:10
111. Thema Politikverdrossenheit...

...und Wutbürger. Wundert's wen, woher's kommt? In Bezug auf Transparenz und Lobbyismus hat die große Koalition ja leider sowieso kein gutes Führungszeugnis.

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Stäffelesrutscher 30.06.2018, 11:13
112.

Herr Brüderle verdient jetzt einen Gegenwind, gegen den seine Himmelreich-Affäre ein laues Lüftchen war.

Alleine schon dieses »Unsere Mitarbeiter entscheiden sich aus freien Stücken in erdrückender Mehrheit gegen Mitgliedschaften in Gewerkschaften. Somit fallen diese als Tarifpartner aus« zeigt, dass ein Ausbeuter-Lobbyist den erfolgreichen Druck auf abhängig (!) Beschäftige als Rechtfertigung für eine Fortsetzung und Verstärkung der Ausbeutung nimmt.

(Spoiler am Rande: In manchen Branchen entscheiden sich die Beschäftigten mit erdrückender Mehrheit für die Mitgliedschaft in DGB-Gewerkschaften und nicht in »christlichen« Scheingewerkschaften, mit denen die Unternehmerverbände die Tarifverträge abschließen. Da hat man Herrn Brüderle aber nie dagegen anwettern gehört.)

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tiger56 30.06.2018, 11:14
113. Das Gesundheitswesen

Wie die Altenpflege hätte nie in „Private“ Hände gegeben werden dürfen. Jetzt haben wir den Salat. Der von Bakterien verunreinigt dahin welkt. Alt zu werden ist keine Kunst, das jedoch zu ertragen dadurch schon. Lieber 10Jahre früher sterben, damit können die ausgebrannten u. unterbezahlten Pflegekräfte entlastet werden. Ein solidarischer Beitrag. Übrig bleiben Seniorenresidenzen. Dieses Klientel braucht gut ausgebildete Pflegekräfte, denn mit einer unterbezahlten rumänische sprechenden Kraft geben die sich nicht zufrieden.;0))

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Das dazu 30.06.2018, 11:16
114. Das tun sie auch

Zitat von Sibylle1969
Wieviele Leute werden denn bereit sein, für niedrige Löhne und gerade mal 20 Tage Urlaub in der Altenpflege zu arbeiten, wo doch in Deutschland 30 Tage Urlaub üblich sind? Die Konditionen in diesem Job müssen sich bessern, nicht noch verschlechtern. Die FDP hält doch sonst so viel auf Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Bei Personalmangel in der Altenpflege müssten die Löhne dort also nach marktwirtschaftlicher Logik steigen.
Jedoch nur für Neueinstellungen. Altverträge dümpeln weiter auf niedrigem Niveau dahin, da die Mitarbeiter Angst haben nachzufragen.
Sie haben auch gar nicht das Selbstbewusstsein dafür.
Ich erlebe es gerade bei meiner Frau, die erst so langsam für sich Partei ergreift, da sie erkannt hat, am längeren Hebel zu sitzen.
Aber die Menschen in diesen Berufen haben teils jahrzentelange Konditionierung hinter sich. Das verhindert viel, dazu das Einkommen am Limit und der Stresslevel weiter über ertragbar.
20 Tage Urlaub bei 7 Tage Woche!
3 Schichtsystem!
Noch Fragen?
Da organisiert sich niemand mehr, die fallen nur noch ins Bett.
Zumal sehr viele noch zweit oder drittjobs haben, um über die Runden zu kommen.

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victoreidelstedt 30.06.2018, 11:18
115. das war immer so

Das ist so und bleibt so. die F.D.P. Alter Wein in alten Säcken der zu Essig wird

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skeptikerjörg 30.06.2018, 11:18
116.

Zitat von blabla55
Wieso ,der ist doch bestens privat versichert.
Und weil er bestens privat versichert ist, löst es das Problem, dass es keine Pflegekräfte gibt? Das heute mindestens 130.000 fehlen und in 15 Jahren 400.000, wenn jetzt kein Umschwung eintritt? Sorry, aber die Logik erschließt sich mir nicht.

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Tolotos 30.06.2018, 11:23
117. So funktioniert Deutschlands Plutokratie!

Die Wähler müssen bei der realpolitischen Willensbildung draußen bleiben, damit gekaufte Politiker und Ex-Politiker das Volk ungestört meistbietend verkaufen können.

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skeptikerjörg 30.06.2018, 11:24
118.

Zitat von heinrich.busch
Zunächst ist die Frage nach den Gewerkschaften zu stellen.Warum will (fast) Niemand sie? Dann muß in einem zentralen Fall, also wo per Gesetz Geld ausgereizt (Abgaben zur Pflegeversicherung) der Staat die Löhne vorgeben. Zweitens, wie in anderen Ländern z.B. Australien, wird jedes Jahr automatisch ein Inflationsausgleich in Höhe der Inflation drauf gesattelt. Dann gibt es keinen Zwist mehr. Und zum Schluß sollten die immer komplizierteren Tricks abgeschafft bzw. unterlassen werden wie z.B. BETRIEBSRENTENSTÄRKUNGSGESETZ und ähnliche Verdummungsverordnungen.
Dazu müsste aber die Verfassung geändert werden und die Tarifautonomie abgeschafft werden. Und ausschließlich Inflationsausgleich? Die Inflation lag in den letzten 10 Jahren bei durchschnittlich 1,8%, die Tarifabschlüsse deutlich höher.

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shardan 30.06.2018, 11:26
119. Private Pflegeheime und - dienste

Brüderle vertritt als Lobbyist den bpa - "Private Pflegeheime und - dienste". Das sagt schon alles: Da wollen einige Geld investieren in Alten-- und Pflegeheime - und eine fette Rendite kassieren. Das kann nur auf Kosten der Mitarbeiter und der Heimbewohner - man ist versucht, "Insassen" zu schreiben - gehen. Herr Brüderle handelt ganz im Sinne seiner Lobbyauftraggeber, gleichzeitig bietet er ein gutes Bild davon, wohin die FDP mit ihren neoliberalen Exzessen eigentlich will. Danke, werd ich bei den nächsten Wahlen sicherlich nicht vergessen haben.

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