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Lohn-Untergrenze: Kabinett beschließt Mindestlohn für Zeitarbeiter

Die 900.000 Leiharbeiter in Deutschland bekommen von Januar an einen verbindlichen Mindestlohn - es ist die elfte Branche mit einer Lohnuntergrenze. Die Gewerkschaften begrüßten die Einführung, es gibtaber auch Kritik.

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betroffene1963 21.12.2011, 06:37
10. Was für ein Schildbürgerstreich!

Zitat von sysop
Die 900.000 Leiharbeiter in Deutschland bekommen von Januar an einen verbindlichen Mindestlohn - es ist die elfte Branche mit einer Lohnuntergrenze. Die Gewerkschaften begrüßten die Einführung, es gibtaber auch Kritik.
Unsere ach so tollen Politiker haben wohl völlig übersehen, dass es bereits einen tariflichen Mindestlohn gibt in der Zeitarbeit!

West 7,89€/Std. und Ost 7,01€/Std. siehe hier: http://www2.aequivalent-personal.de/...rtrag-2010.pdf
Warum sagen die nicht die Wahrheit, dass nun schlicht die nicht tarifgebundenen schwarzen Schafe der Zeitarbeitsfirmen gesetzlich gezwungen werden anständig zu zahlen?
Ach so ja, Mindestlohn klingt im Wahlkampf besser.

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unpolit 21.12.2011, 06:44
11. oben ohne

Zitat von sysop
Die 900.000 Leiharbeiter in Deutschland bekommen von Januar an einen verbindlichen Mindestlohn - es ist die elfte Branche mit einer Lohnuntergrenze. Die Gewerkschaften begrüßten die Einführung, es gibtaber auch Kritik.
Ein Mindestlohn, der bei Vollbeschäftigung zu ergänzenden Leistungen vom Amt berechtigt ist nichts weiter als von Steuergeldern bezuschusstes Steuergeschenk an Unternehmen.

Und eigentlich sollten Leiharbeiter einen höheren Stundenlohn als die Festangestellten bekommen, denn Sie tragen ein höheres Risiko.

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doublebass 21.12.2011, 08:09
12. .

Zitat von CA-Fire
Worarauf oder womit ist Fr. von der Leyen zufrieden??? Schämen muss sie sich deratige Sklaven"löhne" als Fortschritt zu betrachten.
das schlimme ist: es ist tatsächlich ein fortschritt gegenüber der bisherigen stiuation

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kfp 21.12.2011, 08:56
13. ...

Zitat von Oliver Gnutz
Ein Witz - in DK sind es über 15 EUR. Aber da gibt es auch eine echte Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften, Arbeitnehmern und Arbeitgebern.
Na, das ist doch ermutigend. Mein Mann verdient als promovierter Naturwissenschaftler 12,50 Euro/h (sozialversicherungsfrei, d.h. ohne Rentenansprüche und KKV). Wäre er doch Dachdecker geworden, mit 11 Euro/h schon 5-10 Jahre früher, Rentenansprüchen und evtl. sogar irgendwann unbefristeten Stellen hätten wir inzwischen vielleicht ein halbwegs unbeschwertes Leben und könnten am Ende sogar tatsächlich daran denken, noch ein Kind zu haben... Hätte uns jemand rechtzeitig gesagt, dass an Naturwissenschaftlern in absehbarer Zukunft kein nennenswerter Bedarf besteht, hätten wir uns sicher frühzeitig darauf eingestellt, aber jetzt ist dieses Land voll von irgendwelchen überspezialisierten arbeitssuchenden Akademikern, wo doch eigentlich vor allem Altenpfleger, Putzfrauen u.ä. gebraucht werden. (Putzhilfen kriegen hier in der Gegend 10-15 Euro/h und können sich vor Arbeit kaum retten, Babysitter 10-12, Dachdecker sind mir leider noch keine begegnet...)

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calibrator 21.12.2011, 08:58
14. Minilohn

Zitat von sysop
Die 900.000 Leiharbeiter in Deutschland bekommen von Januar an einen verbindlichen Mindestlohn - es ist die elfte Branche mit einer Lohnuntergrenze. Die Gewerkschaften begrüßten die Einführung, es gibtaber auch Kritik.
7 EUR und ein paar zerquetschte ? Das sind Brotkrumen zum Überleben nicht mehr und nicht weniger. Alles was unter 12 EUR liegt ist ein Hohn.

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thana 21.12.2011, 11:55
15. ...

Zitat von calibrator
7 EUR und ein paar zerquetschte ? Das sind Brotkrumen zum Überleben nicht mehr und nicht weniger. Alles was unter 12 EUR liegt ist ein Hohn.
Bei 40 Stunden die Woche sind das 855 Euro netto. Als Zeitarbeiter bekommen Sie aber nur 35 Stunden ausbezahlt, der Rest wandert auf das Zeitkonto. Und bis das gefüllt ist und ausbezahlt wird, dauert es.
Bei voller Anrechnung der 40 Stunden und einer angesetzten Miete von 300 Euro inkl. Nebenkosten hätte der Zeitarbeiter Ost einen ALG2 Anspruch von 100 Euro monatlich. Bei Anrechnung der 35 Stunden wären es 981,40 brutto - 764,68 Euro netto - Aufstockung wären 176 Euro.
Soviel zum sogenannten Mindestlohn. Staatlich subventioniert.

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winfield06 21.12.2011, 12:26
16. Unverständnis

Zitat von kfp
Na, das ist doch ermutigend. Mein Mann verdient als promovierter Naturwissenschaftler 12,50 Euro/h (sozialversicherungsfrei, d.h. ohne Rentenansprüche und KKV). Wäre er doch Dachdecker geworden, mit 11 Euro/h schon 5-10 Jahre früher, Rentenansprüchen und evtl. sogar irgendwann unbefristeten Stellen .......
Also ist Ihr man als "freischaffender" tätig und muss daher selber Vorsorge treffen.
Na, wenn es für die KV nicht reicht, auf zu ALG II und dann entsprechend andere zahlen lassen.
Die Frage ist natürlich wieder mal - was für Naturwissenschaften (Physik wohl eher nicht) und warum dann nicht eine andere Tätigkeit suchen?
Sind denn studierte Menschen immer nur auf ihr Studienfach eingeengt?
Von "uns" arbeitslosen erwartet man auch Flexibilität, Weiterbildung, und das berühmte "sich mit dem Wind wiegen".

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kfp 21.12.2011, 13:34
17. ...

Zitat von winfield06
Also ist Ihr man als "freischaffender" tätig und muss daher selber Vorsorge treffen.
Nein, das sind nur die Bedingungen, die an einer industrienahen halböffentlichen dt. Forschungseinrichtung für Postdocstipendien gelten...

Zitat von
Na, wenn es für die KV nicht......
Doch, eben genau Physik, was hierzulande fast immer zu abstrakt angesehen ist, weil man Ingenieure für ABC will, die das (und nur das) auf der Stelle 150% aus dem Effeff können, und nicht jemanden, der ABC, DEF, GHI usw. auf Anhieb halbwegs überschauen und sich weitere Details bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit aneignen kann...

Was die mangelnde Flexibilität angeht, liegt das wohl auch weniger an den Physikern (kenne diverse Kollegen, die über die Jahre dank ähnlicher Erfahrungen ins Ausland geflüchtet sind oder, obwohl wirklich fähige Leute, die lange arbeitslos waren) sondern an den einstellenden Unternehmen, die Spezialkenntnisse in allen hausinternen Technologien schon vor der Einarbeitung sehen wollen. (Und auch im allgemeineren gibt es halt so viele mögliche Spezialisierungen, die eigentlich austauschbar wären. - Wenn man z.B. in Studium/Promotion seine Simulationen hauptsächlich in Fortran programmiert hat, wird man von Firmen, wo hauptsächlich mit C/C++, Java, Perl, Python o.ä. gearbeitet wird, gar nicht erst eingeladen, denn es gibt ja genügend andere, die das schon können. Auch wenn es nicht mal um sprachenspezifische Optimierungen geht sondern nur, seine Berechnungen in lauffähige Algorithmen umzusetzen. Denen ist es herzlich egal, ob man sich das problemlos beibringen kann und evtl. schon privat für ein paar Spielereien hat, solange man nicht erwiesenermaßen Experte ist, gibt es immer andere, die es sind...)

Vor dem Hintergrund ist es mit dem Neue-Stelle-Suchen eben nicht so einfach. Und wenn das, wie bei solchen spezialisierten Akademikerberufen nicht unüblich, jedesmal einen Umzug quer durch D bedeutet und man dann noch Familie mitschleift, sind einem weitgehend die Hände gebunden. (Wir haben übrigens in den letzten 5 Jahren 6 Umzüge hinter uns und nun endlich mit Mühe und Not beide am selben Ort eine Stelle... Beides promovierte NWler, teils mit nicht unerheblicher praktischer Erfahrung in diversen ingenieurwissenschaftlichen Branchen - solange wir noch im Ausland waren, gab es nämlich sogar arbeitgeberseitig die Flexibilität, die uns hier in D noch fast nirgends begegnet ist...)

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longjohnblues 21.12.2011, 14:14
18. Flexibilität?

Zitat von winfield06
Also ist Ihr man als "freischaffender" tätig und muss daher selber Vorsorge treffen. Na, wenn es für die KV nicht reicht, auf zu ALG II und dann entsprechend andere zahlen lassen. Die Frage ist natürlich wieder mal - was für Naturwissenschaften (Physik wohl eher nicht) und warum dann nicht eine andere Tätigkeit suchen? Sind denn studierte Menschen immer nur auf ihr Studienfach eingeengt? Von "uns" arbeitslosen erwartet man auch Flexibilität, Weiterbildung, und das berühmte "sich mit dem Wind wiegen".
Also sozialversicherungsfrei .. da hat der Mann noch Glück gehabt. Denn ich habe eine saftige Rentennachforderung, weil ich neben dem Aufbau einer Existenz als Unternehmensberater, die eigentlich für drei Jahre befreit sein sollte, auch noch Lebenshilfe für H4 und Immigranten gebe, als "Lehrer" definiert bin (witzig die amtliche Definition: "... unabhängig ob etwas im Gehirn des Belehrten hängenbleibt", oder so ähnlich. Soviel zu dem Thema!)
D.h. ich bezahle von diesen 12 Euro ein Euro Parkgebühr - KV - Rentenversicherung, obwohl ich selbst brutto schon hart an der Grenze zu H4 lebe (mal drüber, mal drunter)- ohne daß ich einen Anspruch auf Rente habe und mit den Studien-, Promotions- und Auslandszeiten nie habe werde!

Mit der Flexibilität ist das so eine Sache als promovierter Spezialist. Man selbst ist flexibel, ich war mit Familie sogar im Ausland. Aber der berühmte Arbeitsmarkt und die Einstellungsbeamten sind es nicht. Denen fehlt einfach die Vorstellungskraft daß ein -richtig-Promovierter methodisch geschult und mit Berufserfahrung auch geistig flexibel ist.
Da sage ich noch Danke! an die Jobcenter, daß sie 5 Euro/H4ler/Std. an Bildungsträger zahlen, die dann mit 12 Euro pro Stunde flexibel genug sind, promovierten Honorardozenten einen neuen Einstieg (??) auf dem Arbeitsmarkt zu bieten...

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