Forum: Wirtschaft
Lohngerechtigkeit in Deutschland: Das hab' ich nicht verdient!
Getty Images

Die Löhne in Deutschland müssten gerechter werden, forderte die SPD im Wahlkampf. Doch wie ungerecht fühlen sich Arbeitnehmer tatsächlich bezahlt? Eine neue Studie gibt Antworten.

Seite 1 von 11
überich 22.02.2018, 11:05
1. Leider subjektiv...

meine Wahrnehmung ist die, dass leider viel zu viele Menschen zufrieden mit dem bißchen Lohn sind, was objektiv viel zu wenig ist.
Ich weiß, auch dies ist rein subjektiv.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zudummzumzum 22.02.2018, 11:07
2. Anfüttern und Abzocken ...

Klar: das IW findet solche Leistungen wie "kostenlose" KiTa-Plätze und Sozialarbeiter an den Schulen natürlich affengeil. Denn bei der nächsten Gelegenheit wird man einfordern, die Steuerbelastung für Unternehmen und Unternehmer zu senken. Aus Sicht des IW ist der Sozialstaat gefälligst von den Arbeitnehmern zu bezahlen. Nein, das Gegenteil wäre richtig: Gebt den Leuten mehr Geld aufs Konto! Statt kostenloser Leistungen lieber höheres Erziehungsgeld, "Herdprämie", Kindergeld (!!!), so dass die tatsächliche Wahlfreiheit, gerade der Geringverdiener, gestärkt wird. Wenn beide je 5.000 € monatlich brutto haben, können sie sich, wer wie lange zu Hause bleibt. Bei nur 2.000 € stellt sich die Frage nicht, die müssen beide möglichst schnell wieder Vollzeit an der Arbeitsplatz.
Wir sind in Sachen Transferleistungen als Sachleistungen in die falsche Richtung gestartet. Wie drehen wir um?

Und dabei denke ich auch an die dort Beschäftigten. In der heutigen Konstellation gibt es keine Chance für bessere Einkommen für die Sozialberufe, weil der einzige Bezahler der Staat ist. Und wenn der sagt, dass es nicht mehr Geld gibt, nützt die Tarifautonomie einen Sch***

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SponSpammer 22.02.2018, 11:08
3. Zur Einordnung

Die Interpretation einer Studie sollte immer auch berücksichtigen, wer diese beauftragt (respektive bezahlt) hat; gerade auf Spiegel Online sollte man sich dessen bewusst sein, wurde doch vor Kurzem aufgedeckt, wie Meinungsforschung Umfragen steuert.
Es liegt freilich auf der Hand, dass ein Arbeitgeber nahes Institut die Bezahlung von Arbeitnehmern in einer Studie positiver beurteilt, als dies eine Umfrage von Gewerkschaftsseite vermutlich tun würde. Alleine schon die Bereinigung von Daten, die wesentlicher Teil jeglicher Erhebung ist, lässt hier einen erheblichen Spielraum. Und natürlich wird dieser ausgenutzt.
Folglich wären die vorgelegten Ergebnisse dann wesentlich relevanter, wenn zugleich eine inhaltsgleiche Gegenstudie von Gewerkschaftsseite vorliegen würde und man die Ergebnisse vergleichen könnte. So stellt die Arbeit des IW lediglich eine unwesentliche Fußnote dar, die freilich von entsprechender Seite überhöht werden wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mucschwabe 22.02.2018, 11:08
4. Equal Pay

Frauen müssten sich doch ungerechter bezahlt fühlen als Männer! Nicht falsch verstehen. Ich bin für gleiche Bezahlung für gleiche Leistung unabhängig vom Geschlecht, aber warum sehen sich viele Frauen genauso gerecht entlohnt wie Männer?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g5z2z542gv 22.02.2018, 11:11
5. Was ist schon gerecht?

Der Artikel wiederspricht sich schon im ersten Absatz selbst, deshalb habe ich auch nicht mehr zuende gelesen. Laut der Tabelle scheint auch nur jeder 2. mit seinem Netto-Lohn noch glücklich zu sein. Das sind viele Millionen unglücklicher Seelen und ist verständlich, wenn man sich jeden Tag plagen muss, um gerade noch ohne Transferleistungen über die Runden zu kommen.

Und richtig ungerecht wird es in diesem Land doch erst bei einem vorzeitigen Krankheitsfall oder beim Renteneintritt. Da schlittert man dann schon automatisch direkt in die Armutsfalle, auch wenn man zuvor viele Jahrzehnte durchgängig geschuftet hat.

Die aktuelle Rentergeneration hat es noch relativ gut, auch wenn Österreicher sich über die deutsche Rente heute schon kaputtlachen, aber selbst damit ist bei einem Rentenniveau von 40 % dann bald endgültig Schluß, mit dem sich alle unter 40 Jährigen dann mal abfinden können.
Und spätestens dann geht es uns auch nicht mehr gut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christian-h 22.02.2018, 11:11
6. Angabe

Zitat von
Nach marktwirtschaftlicher Logik sind unterschiedliche Bezahlungen freilich begründet und sogar wünschenswert: Wer mehr leistet oder sich weiterqualifiziert, soll auch mehr verdienen.
Hier liegt doch schon ein Grundfehler im System. Wer legt denn fest wer wieviel leistet und somit bezahlt wird.
Leistet der Krankenpfleger auf der Intensivstation weniger als der Investmentbanker? Laut Gehalt und obiger "marktwirtschaftlicher Logik" müsste man diese Frage mit "ja" beantworten.

Auch eine Weiterqualifikation bedeutet nicht zwangsweise auch ein höheres Gehalt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kratzdistel 22.02.2018, 11:12
7. lohnforderungen gehören zur tarifautonomie

wer gerechte löhne will, soll in einer Gewerkschaft Mitglied werden und dafür kämpfen. für die forderungen sind die Parteien nicht zuständig.das wäre eine grobed Missachtung des grundrechtes auf Koalitionsfreiheit nach dem GG und der EU Grundrechts- Charta..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
naomileinili 22.02.2018, 11:18
8. Kann ich bestätigen...

...aus meinem Bekanntenkreis sind die, die Transferleistung erhalten, damit unzufrieden. Obwohl ihnen ja damit ein wenig geholfen wird. Allesamt mögen es gar nicht, das sie von diesen Transferleistungen abhängig sind. Einige nehmen lieber erhebliche Unannehmlichkeiten in Kauf bevor sie beim Staat "betteln" gehen. Respekt sag ich da nur!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kayakclc 22.02.2018, 11:21
9. Lohngerechtigkeit

Wenn man Individuen fragt, werden fast alle Arbeitnehmer sagen, sie verdienen zu wenig. Daher ist eine solche Frage sinnfrei und muss anders gestellt werden. (i) Kann ein Arbeitnehmer in dem Unternehmen auch sein Einkommen plus Lohnzusatzkosten plus Arbeitsplatzkosten erwirtschaften? (ii) Wie bewegt sich eine Arbeitnehmerin im Gesamtlohngefüge eines Unternehmens. Leute mit besserer Ausbildung und mehr Verantwortung würde es als eklatant ungerecht empfinden, weniger oder genausoviel zu verdienen, wie jemand in eine niedrigeren Position, d.h wer an der Gehaltsschraube dreht, darf das Lohngefüge insgesamt nicht stören, und gleichzeitig nicht (i) verletzten! Damit gibt die Produktivität eines Unternehmens eine natürliche Schranke für das Lohngefüge, weil ein Unternehmen, das pleite ist, gar keine Löhne mehr zahlen kann. Umfragen nach Individuellen Empfindungen geben eben nur die perönliche Stimmungen wieder, aber es fehlt der Bilck für das Ganze.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11