Forum: Wirtschaft
Lohngruppen: Metall-Arbeitgeber fordern neuen Einstiegstarif
Getty Images

Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie haben eine Öffnung der Tarifverträge nach unten gefordert. Ihr Argument: Computer ebneten auch geringer Qualifizierten den Weg in den Job.

Seite 12 von 13
Metaller 31.08.2015, 23:20
110. Foristen wünschen sich für einfache Arbeiten Hungerlöhne

Viele Foristen sind der Meinung 14,50 Euro Stundenlohn ist eine zu gute (fürstliche) Belohnung für einen ungelernten Arbeiter. Das sind ein Monatslohn von 1527 Euro und eine abschlagsfreie Rente von 930 Euro (zukünftige Rente: 40% vom Brutto, aber steuerfrei) nach 67 Arbeitsjahren. Davon kommt man geradeso über die Runden. Einige Foristen wünschen sich aber trotzdem, das ungelernte weniger verdienen. Dann Frage ich diese Personen: Sollen zukünftig alle ungelernten Kräfte durch Lohnaufstockung vom Staat bezahlt werden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
attilav 01.09.2015, 07:40
111.

Zitat von werjor
Ein Autoschrauber bei Dacia oder bei Ford B-Max verdient rd. 450€, ein Schrauber der den Ecosport schraubt verdient subventionierte 100€ ! Einer in D verdient rd 2500€. Wo sind die Fähigkeiten die einen D der Zündkerzen einschraubt 25x mehr Lohn erlauben als dem Inder der 4 Zündkerzen einschraubt ? Die Löhne in D sind generell zu hoch.
Na dann zahlen sie einmal von den 450,00 Euro, 800 Euro Miete. Oder haben sie etwa ein lauschiges Brückenpläzchen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hondje 01.09.2015, 08:03
112.

Zitat von werjor
Ein Autoschrauber bei Dacia oder bei Ford B-Max verdient rd. 450€, ein Schrauber der den Ecosport schraubt verdient subventionierte 100€ ! Einer in D verdient rd 2500€. Wo sind die Fähigkeiten die einen D der Zündkerzen einschraubt 25x mehr Lohn erlauben als dem Inder der 4 Zündkerzen einschraubt ? Die Löhne in D sind generell zu hoch.
Und dass Schreibt ein Arbeitgeber/Ausbeuter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
naturalscience 01.09.2015, 09:05
113. Hier mal ein Link in Hinsicht auf Lohnkosten...

Zitat von werjor
Wer kauft heute Hyundai, Dacia etc. ? Wenn die Autos 2000-5000€ für Kleinwagen billiger werden gibt es auch weltweit mehr Käufer als heute. Die Lebenshaltungskosten sind in europäischen Staaten teils höher, die Löhne aber deutlich niedriger. Da haben sie vielleicht weniger Wohnraum p.p., sind nicht bei Brückentagen auf Reisen in Norden und Süden etc.
..und andere Faktoren wie Energieeffizienz und Ausschußquoten.

http://www.massivumformung.de/fileadmin/user_upload/6_Presse_und_Medien/Veroeffentlichungen/Schmiede-Journal/Maerz_2011/Fachbeitrag_4.pdf

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zudummzumzum 01.09.2015, 09:23
114. Na und?

Zitat von Metaller
Viele Foristen sind der Meinung 14,50 Euro Stundenlohn ist eine zu gute (fürstliche) Belohnung für einen ungelernten Arbeiter. Das sind ein Monatslohn von 1527 Euro und eine abschlagsfreie Rente von 930 Euro (zukünftige Rente: 40% vom Brutto, aber steuerfrei) nach 67 Arbeitsjahren. Davon kommt man geradeso über die Runden.
Aber dafür geht es ja auch um den unteren Rand unseres Lohngefüges - den Einstieg in die Karriere, der durchaus verbunden ist mit der moralischen Verpflichtung, noch mehr aus sich zu machen.

Und im Zweipersonenhaushalt sieht die Rechnung schon nicht mehr ganz so finster aus. Mit 2.000 € Netto kommt man zu zweit schon recht ordentlich über die Runden. Klar: Große Wohnung plus Auto plus teure Urlaubsreisen sind damit nicht drin - man wird sich aber seine Prioritäten setzen können. Ich finde das nicht schlecht für jemanden, der in unserer Arbeitshierarchie ganz unten angesiedelt ist.

Vielleicht sollte man doch noch mal eine gesamtgesellschaftliche Debatte über das Sprichwort "von nichts kommt nichts" führen ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schwabbelbacke 01.09.2015, 10:06
115. So weit wird es kommen!

Als Gehilfe des Kapitals ist es selbstverständlich dafür zu sorgen, das es der Elitären Gesellschaft an nichts fehlt.
Es ist mehr als Peinlich, dass in Deutschland ein Mindestdumpinglohn von 8,50 €uro die Stunde als eine Leistung ansehen dürfen...und jetzt das.
Bei einem Mindeststundenlohn von 8,50 €uro müssen immer mehr Menschen zum Amt um Aufzustocken.
Den noch nicht genug, wird die Wirtschaft seit 2007 bis heute mit ca. einer Billionen Euro Subventioniert...alles auf kosten der Steuerzahler selbstverständlich! Selbstverständlich darf die allgemeinheit später noch für viele im Rentenalter aufkommen....weil selbst wer 45 Jahre und mehr beim Mindestlohn bleiben wird, der wird niemals die Grundrente erreichen.
Das zeigt im Grunde doch nur, dass die Wirtschaft kein Interesse an einem Sozialstaat hat, sondern will wie in den USA eine freie und keine Soziale Marktwirtschaft.
Die Wirtschaft will Dumpfbacken als Arbeitnehmer, die ihre Rechte sowie die genauen Abläufe in den Betrieben gar nicht kennen sollen.
Deutschlands Politiker müssen handeln, wenn sich das durchsetzt wie es die Metall-Arbeitgeber es wollen.
Es kann nicht sein, das durch Aufstocker sich die Firmen daran Gesundstoßen, Aufstockung darf nicht in Unternehmen geben, die Gewinne erziehlen.
Wir haben einen Mindestlohn, eine Grundrente....und bald hoffentlich auch ein Bedinungsloses Grundeinkommen, um Arbeitnehmer und den Binnenmarkt besser zu stärken, und vor allem wieder Würde gibt.
Man kann hierbei sehr gut beobachten, mit welcher Systematik Arm gegen Ärmer ausgespielt werden sollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yvowald@freenet.de 01.09.2015, 10:19
116. Lohn-Abstands-Niveau verringern

Computer beherrschen heute unser Arbeitsleben. Sie brachten jedoch weniger gering Qualifizierte in neue Jobs, sondern vernichteten gerade die bisherigen Jobs von geringer Qualifizierten.
Im Umkehrschluss bedeutet dies:
Auch geringer Qualifizierte sollten und müssten angemessen entlohnt werden, denn auch sie müssen schließlich mit Computern und elektronisch-gesteuerten Systemen arbeiten, also sich zuvor entsprechend qualifizieren.
Deshalb müssen gerade die unteren Lohn- und Einkommensgruppen entsprechend angehoben werden. Wir müssen endlich wieder zu einem angemessenen Lohn-Abstands-Niveau gelangen.
Es darf nicht sein, dass leitende Angestellte das tausendfache eines Arbeiters oder Angestellten erhalten - nicht verdienen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Metaller 01.09.2015, 10:37
117.

Zitat von zudummzumzum
Aber dafür geht es ja auch um den unteren Rand unseres Lohngefüges - den Einstieg in die Karriere, der durchaus verbunden ist mit der moralischen Verpflichtung, noch mehr aus sich zu machen. Und im Zweipersonenhaushalt sieht die Rechnung schon nicht mehr ganz so finster aus. Mit 2.000 € Netto kommt man zu zweit schon recht ordentlich über die Runden. Klar: Große Wohnung plus Auto plus teure Urlaubsreisen sind damit nicht drin - man wird sich aber seine Prioritäten setzen können. Ich finde das nicht schlecht für jemanden, der in unserer Arbeitshierarchie ganz unten angesiedelt ist. Vielleicht sollte man doch noch mal eine gesamtgesellschaftliche Debatte über das Sprichwort "von nichts kommt nichts" führen ...
Es gibt aber Menschen in unserem Land, die nicht mehr aus sich machen können. Verstehen Sie das? Die 2200 Euro sind EG1 im Tarifvertrag der Metallindustrie, damit auch geringqualifizierte von ihrer Arbeit leben können. Der Kirchhoff hätte jetzt gerne einen neuen Einstiegstarif, der soll darunter liegen. Da aber reichlich Kapital vorhanden ist, finde ich eine Lohnabsenkung nicht gerechtfertigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
werjor 01.09.2015, 14:03
118. Habe die Diskussionen über den Club Med

verfolgt und gemerkt dass die Mehrheit der Deutschen in diesen Fragen Neoliberal denkt und man dies in der Beliebtheit von Merkel und Schäuble sieht. Also wollen die Deutschen keine soziale Marktwirtschaft sondern Neoliberalismus pur ! Der wird mit Ttip, Tisa, Ceta kommen und was im Süden Europas gut ist kann doch im Norden nicht schlecht sein. So funktioniert "beggar thy neighbour" eben man muss mit den Löhnen permanent sinken um die Arbeitslosigkeit im Euro Raum weiter zu exportieren und wir wollen doch alle gerne Exportweltmeister sein, oder ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AundZwanzig 01.09.2015, 17:52
119. Das werden sie doch jetzt schon...

Zitat von Metaller
Sollen zukünftig alle ungelernten Kräfte durch Lohnaufstockung vom Staat bezahlt werden?
..., aber ein tariflich abgesicherter Lohn im IG-Metall-Umfeld würde dann hoffentlich viele un- oder angelernte Arbeiter von den Zeitarbeitsfirmen direkt in die Betriebe führen. Dann würde diese Lohnaufstockung zumindest niedriger sein und nach einiger Zeit wohl auch entfallen können.

Man muss einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass es für ungelernte Arbeitskräfte immer weniger Bedarf gibt und man sie durch die zukünftig noch stark zunehmende Automatisierung auch immer weniger benötigt.

Das sind einfach Fakten und es spielt keine Rolle, ob man das nun mag oder nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 12 von 13