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Londoner Hochhausbrand: Hersteller stoppt Verkauf der brennbaren Fassadenteile
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Der Hersteller des beim Londoner Grenfell Tower verwendeten Dämmstoffs stellt den Verkauf ein. Zugleich wurde bekannt: Sämtliche 75 bislang geprüften Hochhausfassaden in Großbritannien sind nicht feuersicher.

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susuki 26.06.2017, 22:26
10.

Dem Vernehmen nach machen die Dämmplatten Sinn, wenn sie zwischen Wände eingesetzt werden.

Das alle geprüften Hochhäuser mit nachträglich isolierten Fassaden hochgefährliche Fackeln sein sollen geht mir nicht in den Kopf.

Was für Dilettanten!

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w.weiter 26.06.2017, 22:40
11. Echt klasse.

Das Geld wird weiter verdient. Auch in einer alternden Gesellschaft.

Zitat=> Für niedrigere Bauten soll die Verkleidung aus Aluminium und dem Kunststoff Polyethylen aber weiterhin verkauft werden.

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blogreiter 26.06.2017, 23:03
12. Brandriegel

Zitat von Child
Ich bin ja nun wirklich kein Fan von dem erdölbasierten Kunststoffdämmgedöns und es gibt da natürlich eine latente Brandgefahr - wenn nicht korrekt verarbeitet wird. Heißt: In Teilbereichen muss Dämmung nb (nicht brennbar) aufgeführt werden - außerdem sind eben nach Vorschrift Brandriegel aus nb Dämmung als horizontale Barriere einzubauen. So klappts auch mit dem Brandschutz. Wird das nicht gemacht brennt halt im Zweifel die ganze Fassade.
Diese Brandriegel sind auch nur Kosmetik. Wenn man die Flammen am Haus gesehen hat, sind 20 cm hohe Brandriegel wirkungslos. Und unsere deutschen Regeln taugen da auch nicht viel. Die größte Anzahl der Brandriegel hätten sich gerade da befunden, wo es in England gerade nicht gebrannt hat, in den unteren Geschossen.

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w.diverso 26.06.2017, 23:15
13. Wenn man sich die ganze Sache anschaut,

dann wird klar wer da den wirklichen großen Fehler gemacht hat. Und zwar die britische Gesetzgebung! Diese Verkleidungsplatten, die es übrigens auch in einer brandgeschützten Ausführung gibt, wurden schon vor vielen Jahren in USA für Hochhäuser verboten. Dem sind viele Länder gefolgt, aber einige nicht. Großbritannien zum Beispiel nicht. Der wurde mit einer Einschränkung der Möglichkeiten für Materialauswahl und den höheren Kosten bei besser geeignete Platten begründet. Wobei aber beide Großparteien in der Vergangenheit eine Verschärfung der Brandschutzvorschriften für nicht besonders wichtig angesehen haben. Nur jetzt brennt bei der Frau May der Hut!

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w.weiter 26.06.2017, 23:24
14. Dämmung.

Bei wenig geschossigen Häusern soll vor Dämmung der Fassade
der Keller und Dachboden gedämmt werden. Das bringt was.
Nebenbei zu GB:
Zitat=>Für niedrigere Bauten soll die Verkleidung aus Aluminium und dem Kunststoff Polyethylen aber weiterhin verkauft werden.

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_unwissender 26.06.2017, 23:44
15. Nicht aufregen ...

Zitat von susuki
Dem Vernehmen nach machen die Dämmplatten Sinn, wenn sie zwischen Wände eingesetzt werden. Das alle geprüften Hochhäuser mit nachträglich isolierten Fassaden hochgefährliche Fackeln sein sollen geht mir nicht in den Kopf. Was für Dilettanten!
Das gehört einfach mit dazu.
Wenn man weiß, wie empfindlich die Angelsachsen bezüglich Brandgefahr sind und nun ausgerechnet sie dieses Großfeuer erleben mussten, dem sollte in Deutschland einfach nur Angst und Bange werden.
Styropor IST ein Brandbeschleuniger. EnEV IST eine Todesgefahr. Aber wenn es dem Profit dient, spielt das doch keine Rolle! Und wenn dieser Stoff mit Brom-Zugaben etwas in seiner Feuergefährlichkeit eingedämmt wird, wird das Zeug einfach nur ekelhaft giftig.
Ach, da wird dann die einschlägige Industrie eine Pauschale von einigen Millionen abdrücken und der Steuerzahler übernimmt das Risiko. Ich glaube, Dobrindt könnte gut Bauminister werden ...

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DonCarlos 26.06.2017, 23:49
16. Bio ist ja so gesund!

Zitat von Kradfahrer
Es war einfach ein Zufall, dass es in GB zuerst zur Katastrophe kam. SPon hat übrigens schon vor längerer Zeit über die Problematik des "Verpackens von Häusern in Plastik" berichtet, sowohl hinsichtlich Brandgefahr als auch hinsichtlich der Abfallproblematik. Ob nun Steinwolle, Styropor, Kork, Wolle, was weiß ich, nichts ist ohne Schattenseiten. Die gehören alle zwischen 2 nichtbrennbare und wasserfeste Materialschichten, am besten hinterlüftet im Falle der organischen Materialien. Ich weiß nicht, wie man das Problem angehen kann, den Stein der Weisen hat auch noch kein Mensch gefunden. Mir fallen für Mehrfamilienhäuser in Städten immer wieder nur die Häuser aus der Gründerzeit ein, mit im Grunde überdimensional dicken Wänden, die dreischichtig aus Außenwand, Luftschicht und Innenwand bestehen. Aber wir müssen uns eben auch Gedanken machen, wie der optimale Kompromiss aus Brandschutz (viele kleine Häuser mit großem Abstand zueinander) und städtisch verdichteter Bauweise für viele Menschen aussehen kann/muss. Das wird irgendwo zwischen Gartenstadt und Manhattan liegen, zwischen Dorf und "Merkwürdigen Viertel" (Berliner wissen, was gemeint ist).
Kork und Wolle brennt auch und ist vollgepumpt mit Insektiziden und Herbiziden (Brom) damit das Zeug nicht schimmelt. Steinwolle brennt nicht.
Das hat alles nichts mit einer hinterlüfteten Fassade zu tun. Eine Luftschicht zwischen Außenwand und Innenwand ist ziemlicher Nonsense. Die Fassade dienst als Wetterschutz gegen Schlagregen und ist hinterlüftet um besser aus wieder trocknen zu können. Erst hinter der Fassade und der Luftschicht kommt die Wärmedämmung und die Wand.

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Teodore 27.06.2017, 00:10
17. Mey und Konsorten?

Zitat von gweihir
Das bedeutet, die entsprechende Regierung hat bei den Vorschriften versagt. Und, oh, wunder, dieser "industriefreundliche" Kurs kommt natuerlich von Mey und Konsorten. So wird man indirekt zum Massenmoerder, denn das ganze Unglueck wird keinen Experten ueberrascht haben. Bisher hat denen halt einfach keiner zugehoert, aber vielleicht erinnert man sich jetzt mal wieder daran, das Experten fuer Bausicherheit nicht einfach nur Stoerfaktoren sind...
Mit Mey ist wahrscheinlich Prime Minister May gemeint, der "industriefreundlicher" Kurs und indirekt "Massenmord" unterstellt wird. Nun ist Mrs. May erst kurze Zeit im Amt; mit der Zeit, in die der Bau des Grenfell Towers samt dazu gehöriger Vorschriften fällt, hat sie nichts zu tun (vielleicht eine Labour-Regierung unter Mr. Blair?). So wie bei uns ist auch nicht die Regierung die zuständige Behörde, sondern in UK das betreffende council. Man muß aus dieser Tragödie sachlich die Konsequenzen bezüglich Dämmung und Fassadenverkleidung ziehen. Dazu gehört die klare Benennung der baubehördlichen Zuständigkeiten. Ideologische Vorurteile helfen da nicht weiter.

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ediart 27.06.2017, 00:18
18. tausendfach

wurde dieses Material mit Steurmitteln in Deutschland verbaut. Sondermüll für die Zukunft. Was Lobbyarbeit in der Politik anrichten kann! Ein Skandal! Über diese Dämmmaterialen gab es Gutachen die eine Entflammbarkeit bestätigten und das eine Umweltverträglichkeit längerfristig nicht gewährleistet ist.

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egoneiermann 27.06.2017, 00:36
19.

Zitat von imo27
Es ist ein europäisches Problem
Da muss man aufpassen. Die deutsche Bauaufsicht ist schon sehr streng, das Problem der brennbaren Verkleidung ist bekannt und die ersten Konsequenzen wurden daraus gezogen. Das Material, welches als schwer entflammbar gilt darf nicht an Hochhäusern verbaut werden. Andererseits muss man auch sagen, dass wir in D. noch viele Mietshäuser haben, deren Treppenhaus nicht brandsicher ist, das ist ein viel größeres Problem als die Fassaden. Ich bin auch kein Fan des Plastikmülls an alten Häusern, aber die meisten Toten gibt es immer noch durch die Zigarette im Bett. Bitte also etwas mehr Sachverstand in der Diskussion, das sollte uns die Toten in UK schon wert sein.

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