Forum: Wirtschaft
Lufthansa-Streik: Bodenpersonal ruft zu Anti-Piloten-Demo auf
AFP

Mit ihrem Tarifstreit ziehen sich die Lufthansa-Piloten den Unmut von Teilen des Bodenpersonals zu. Der Betriebsrat ruft zur Kundgebung gegen die "zerstörerischen Streiks" auf.

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Det_onator 29.11.2016, 17:13
20. Es geht nicht ums Geld, es geht um den Erhalt des Konzerntarifvertrages!

Den Piloten geht es nicht ums Geld, sie wollen verhindern, das ein mit der Lufthansa geschlossener Konzerntarifvertrag nicht einseitig vom LH-Management aufgekündigt wird.
Zudem kann es nicht sein, dass es Angestellte erster und zweiter Klasse gibt, nämlich dort die LH-Piloten im KTV und hier die Eurowings-Piloten mit wetlease Arbeitsverhältnissen und völlig anderer Entlohnung für die gleiche Arbeit. Wir waren in der Vergangenheit so dumm, uns Leiharbeit und Dereguluierung des Arbeitsmarktes von der Politik durch Gesetzesänderungen (Agenda 2010, Hartz IV Gesetze) überstülpen zu lassen. Das Bodenpersonal sollte sich mit den LH-Piloten solidarisieren. Denn wenn die Piloten den Aufstand gegen die LH-Führung verlieren sollten, bedeutet es einen weiteren Abbau der Tarifvertragsbindung, wie er überall in den letzten Jahren im Land durchgezogen wurde. Gleichzeitig stiegen aber die Vorstandsgehälter in vielen Unternehmen um das Doppelte. Gleiches in der Politik. Seit 2002 bis heute erhöhten sich unsere Volksvertreter ihre Diäten um 27% und ihre steuerfreie Kostenpauschale um 22 %. Währenddessen die Bezieher von mittleren und unteren Einkommen seit 2002 Reallohnverluste und Realstagnation hinnehmen mussen. Zudem wurde das Rentenniveau massiv abgesenkt, in den sozialen Sicherungssystemen gekürzt und der befristeten Beschäftigung über Leiharbeit Tür und Tor geöffnet. Es reicht jetzt! 2017 wird für die letzten zwei Jahrzehnte politisch abgerechtet werden. Augstein schrieb schon 2014 - solidarisch sind wir nur noch mit Unternehmern und er hat so Recht!

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ed_knorke 29.11.2016, 17:14
21. Keine Lufthansa

Ich fliege regelmäßig und verzichte schon lange auf Lufthansa. Ist mir durch die permanente Streikerei zu unzuverlässig geworden. Ich kann Easyjet empfehlen. Die haben dort richtig an sich gearbeitet.Fragen Sie mal die Beschäftigten was die dort verdienen.

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frazis 29.11.2016, 17:17
22. Pilotenstreik

Hoffentlich streiken die Piloten noch sehr lange. Die Umwelt dankt es ihnen, die Luft wird besser. Am besten streiken sie so lange, bis es keine Lufthansa mehr gibt. Andere Gesellschaften werden sich freuen.

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Racer77 29.11.2016, 17:20
23.

Zitat von sponer59
[...] Ein/e Pilot/in verdient durchschnittlich 140.000 Euro (Höchstgehälter bis 250.000) mit garantiertem 3%en Inflationsausgleich pro Jahr (auch in Jahren mit weniger Inflation ;-) und einem üppigen Ruhegehalt ab dem 55ten Jahr). Für einen nichtakademischen Ausbildungsberuf ohne Leitungsfunktion bzw. weiterer Personalverantwortung nicht schlecht möchte man meinen und auch nicht schlecht im internationalen Vergleich. [...]
Ein Flugkapitän hat keine Leitungsfunktion? Woher haben Sie diesen Witz denn? Der Kapitän hat das "Hausrecht" im Flieger und wenn dieser ausfällt, dann hat der Erste Offizier (fälschlicherweise oft als Co-Pilot bezeichnet) diese Aufgabe zu übernehmen.

Dazu gehört z. B. das Recht zu entscheiden, dass Ihnen Handschellen angelegt werden wenn Sie randalieren oder Sie erst gar nicht mitzunehmen, wenn Sie stockbesoffen sind.

Und er ist der Chef im Flieger. Die Crew hat seinen Anweisungen Folge zu leisten.

Aber das ist dann wohl keine Leitungsfunktion???

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mocodelpavo 29.11.2016, 17:22
24. Meinungskultur der Gewerkschaft VC

Zitat von Racer77
Da waren die Piloten aber weitaus solidarischer, wenn das Bodenpersonal gestreikt hat. Und der Boden sollte da vorsichtig sein, denn VC ist aktuell ja z. B. sogar solidarisch. Es hat einen Grund, dass aktuell die LH Cargo nicht streikt. LH möchte dort in Deutschland 500 Stellen streichen. Und um dort die Unsicherheit nicht noch mehr zu bestärken, streikt VC aktuell nicht bei der Cargo. Mit solchen Maßnahmen könnte die Bodengerwerkschaften aber geradezu erreichen, dass VC komplett streikt und auch die Cargo die Arbeit niederlegt.
Da sieht man mal, welches Kultur von Mobbing und Druck sich offenbar innerhalb der Vereinigung Cockpit etabliert hat. Die wenig verdeckte Drohung hier lautet: Wenn Ihr Euch beteiligt, werden wir Eure Arbeitsplätze auch durch Streik vernichten.

Pfui, liebe Gewerkschaft! Ekelhaft wie ihr von anderen Solidarität erpressen wollt.

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ernstmoritzarndt 29.11.2016, 17:23
25. Das mit dem Platz im Cockpit ......

... dürfte sich bei LH für die jüngeren Piloten u.U. über kurz oder lang erledigen. Die Superverdiener unter den Piloten werden solange alles kaputtstreiken, bis die Gesellschaft ein Schutzschirmverfahren einleitend den Flugbetrieb unter diesem Label einstellt und die Piloten entlässt. Der Vorstand hat angesichts der Milliardenauswirkungen durch die überhöhten Pilotengehälter keine andere Chance, als den Streik durchstehend, sich notfalls von diesen Piloten zu trennen. Es handelt sich hier um die Nachwirkungen der Gründungsgeschichte der LH als Staatscarrier mit beamtengleichen Versorgungsleistungen. Alle anderen Gesellschaften, mit denen LH im Wettbewerb steht, zahlen lediglich Bruchteile dieser Gehälter mit den entsprechenden Auswirkungen: Die Preise im Wettbewerb sind erheblich günstiger; ich muß nicht auf einem 1,5 Stunden langen Flug fürstlich sitzen und bewirtet werden, es reicht, wenn ich mir bei der Ankunft eine Knackwurst kaufe, um den drängendsten Hunger zu stillen. Kein Mensch benötigt noch diesen ganzen Klimbim, der in den 60'er Jahren sicherlich ganz chic war, als Herr Direktor in der ersten Klasse mit dem Filmsternchen zusammen mit einem Gläschen Sekt und einem Lunch nach Frankfurt flogen: die Zeiten sind vorbei. Im übrigen: Die Bundesbahn läßt grüßen, frühe Termine in Frankfurt am Main/City sind von Hamburg-Zentrum besser/bequemer mit dem ICE zu erreichen, als mit irgendeinem der Flieger. Auch im ICE gibt es, zumindestens in der 1. Klasse, dann auf der Rückreise das am Platz servierte Essen inkl. Getränk pp. zu erträglichen Preisen.

Das Bodenpersonal wird seit ca. 3,5 Jahren durch die Geschäftsleitung derartig in die Zange genommen, daß viele Mitarbeiter bereits gegangen sind. In Hamburg wollte man die verbleibenden Mitarbeiter in eine 25.000,-- - EURO - GmbH stecken und nach Ablauf der Jahres des § 613 a BGB dann komplett vom Konzern abkoppeln. Das hat man nicht geschafft, weil dann in Hamburg gar nichts mehr gelaufen wäre. Fest steht, daß die Piloten immer mehr verdient haben, ihre Ausstattung immer fürstlicher wurde und die "normalen" Mitarbeiter durch diverse Umgruppierungen, Abspaltungen, Änderungen der Organisation seit Jahren in die bekannte Röhre blicken.

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hlschorsch 29.11.2016, 17:24
26. Abwicklung unter aller Kanone

Ich bin inzwischen der festen Überzeugung, dass die Lufthansa bewusst in die Pleite steuert. Nicht nur die Piloten haben jeden Realitätssinn verloren: der Rest der Firma ist mit der Abwicklung komplett überfordert und lässt die Kunden im Regen stehen. Die sogenannte Hotline ist nichts anderes als eine Ansage, dass man bitte später nochmal anrufen sollte. Die Umwandlung in ein Bahn-Ticket funktioniert nicht - bin mal gespannt, ob die Kollegen das selbst bezahlte Bahn-Ticket jemand erstattet bekommen werden. Lufthansa ist ein kompletter Saftladen geworden, den ich vor allem auf Langstrecke möglichst vermeide.

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sail118 29.11.2016, 17:25
27. Kleine Korrektur

Pilot ist m.W. kein Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz sondern ein "Anlernberuf".
Dies zusammen mit der sinkenden Reputation wegen weitgehender Automatisierung der eigenen Arbeit erklärt vielleicht die selbstzerstörerische Weltsicht der "tollkühnen Männer"

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frequenzsequenz 29.11.2016, 17:25
28. Trauerspiel

Als meine Frau vor 2 Monaten einen Flug bei Lufthansa buchen wollte hatte ich ihr dringend davon abgeraten. Wie die letzten Jahre auch schon. Mit Erfolg. Bei Lufthansa weiss man leider nie, ob der Flug dann tatsächlich stattfindet. Glücklicherweise buchten wir eine andere Airline - sonst hätte uns der Streik genau getroffen. Fürs Unternehmen ist der Vertrauensverlust jedenfalls fatal. Und ob der noch zu kitten ist bleibt offen.

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mitt_romney 29.11.2016, 17:26
29. Bitte dringend Kunden Terror einstellen

Wenn die Lufthansa überleben will, muss sie ganz schnell aufhören ihre Kunden zu terrorisieren und mit maximaler Planungsunsicherheit zu versorgen. Das wichtigste was man von einem Carrier verlangt ist pünktliche Leistungserbringung. Wird dieses Kern-Leistungsversprechen nicht erbracht, ist der Dienstleister überflüssig. Dies gefährdet nicht nur die letzte funktionierende deutsche Fluglinie, sondern auch über 100.000 Arbeitsplätze. Wer rettet die Lufthansa vor den Piloten?

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