Forum: Wirtschaft
Machtkampf in der EU: Juncker ist der Falsche
REUTERS

Um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten wird geschachert. Es geht um Macht, Befindlichkeiten - nicht um Inhalte. Das ist verheerend, denn ginge es um Kompetenz, dann würde klar: Juncker ist der Falsche für das Amt.

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chrimirk 02.06.2014, 14:48
1. Der falsche Kandidat?

Eher die falsche Konzeption der Machtteilung in der ganzen EU.
Somit: Die EU gehört reformiert, u. z. gründlich. Oder aufgelöst und als eine EFTA 2.0 neu angelegt. Das würde reichen. Mehr ist nicht nötig aber auch nicht wirklich möglich.

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syracusa 02.06.2014, 14:56
2. Primat der Wirtschaft über Politik und Demokratie? Niemals!

Zitat von sysop
Um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten wird geschachert. Es geht um Macht, Befindlichkeiten - nicht um Inhalte. Das ist verheerend, denn ginge es um Kompetenz, dann würde klar: Juncker ist der Falsche für das Amt.
Ich bin zwar radikal anderer Ansicht als Herr Münchau und lehne dessen Forderung nach dem Primat der Wirtschaft vor der Politik und sogar vor der Demokratie fundamental ab. Aber egal, ob ich selbst nun für oder gegen Juncker wäre: dadurch, dass Cameron im Fall er Wahl Junckers mit dem Austritt UKs aus der EU gedroht hat, ist Juncker nicht mehr zu stoppen.

Juncker ist der Kandidat des EU-Parlaments, und er alleine ist demokratisch legitimiert, Kommissionspräsident zu werden. Würde jetzt die Wahl nicht auf Juncker fallen, dann wären nicht nur die Behauptungen der Rechtsextremen bestätigt, dass die EU im Kern undemokratisch sei, sondern es wäre auch gezeigt, dass die EU durch Großbritannien erpressbar ist.

Juncker ist der einzige, der jetzt noch Kommissionspräsident werden darf. Großbritannien soll die EU verlassen.

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onlinematter 02.06.2014, 14:58
3. was wäre so schlimm am Britenaustritt?

Zitat von sysop
Um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten wird geschachert. Es geht um Macht, Befindlichkeiten - nicht um Inhalte. Das ist verheerend, denn ginge es um Kompetenz, dann würde klar: Juncker ist der Falsche für das Amt.
Schon beim Lesen der ersten Absätze war mir, als ob jemand mit hoher Britenaffinität den Artikel schrieb. Und siehe da, so ist es.

Was jetzt noch fehlt, wäre ein etwas detaillierteres Sündenregister des Herrn Juncker. So ist das ein bischen dünn. Was wäre eigentlich schlimm daran, wenn die Briten die EU verließen? Die sind damit ja nicht aus der Welt.

PS
apropos 'ginge es um Kompetenz im Amt', dann wäre unsere Regierungsbank leer oder mit anderen Leuten besetzt. Kurzum, der Artikel ist nicht wirklich fundiert, sondern bedient eher Emotionen. Ein Nackenschlag für den Bildungsbürger.

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maipiu 02.06.2014, 14:58
4. Was soll das?

Wenn Juncker nicht der richtige Mann für den Job ist, hätte man ihn niemals für die Wahl aufstellen dürfen! Hat man aber und jetzt muss "man" (= alle, die dafür veranwortlich sind) auch dazu stehen.
Und was soll: "Wenn man Union wählt, wird es Junker. Wenn man SPD wählt, wird es Juncker. Wenn man die Grünen wählt, wird es auch Juncker."??
Das ist eben so bei den vorhandenen Mehrheiten.
Wer im letzten Jahr z. B. grün gewählt hat, hat auch schwarz-rot bekommen

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Callimero 02.06.2014, 14:59
5. Zustimmung...

...vor allem zum letzten Satz. Genau deshalb wählten viele Bürger auch europakritische - was nicht automatisch "europafeindliche" heißt - Alternativen.

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CKeleven 02.06.2014, 14:59
6. Der Autor lebt wohl schon zu lange auf der Insel

...zumindest ist dem Aufsatz keinerlei Substanz zu entnehmen, bspw. die Benennung eines geeignete(re)n Kandidaten oder mal ein paar Fakten, warum Juncker sich denn nicht eignet. Berechtigt wäre vielmehr gewesen, die Kandiatenfindung mal im Vorfeld zu kritisieren. Mir klingt das nach reiner Cameron-Dialektik und mangelnder Einsicht, dass die Mehrheit der Wähler wohl was anderes wollte.

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rugall70 02.06.2014, 15:01
7. Zuerst Abgeordnete, dann grün

Besonders verwunderlich ist in diesem Zusammenhang das Verhalten der Grünen. Sie fordern massiv eine Kandidatur Junckers. Obwohl dieser für beinah alles steht, was die Grünen ablehnen.

Damit bestätigen die Grünen besonders eindrucksvoll, was Münchau hier konstatiert: Es geht nicht um Inhalte, es geht nur um ein machtpolitisches Spiel. Die Parlamentarier wollen sich gegen den Rat durchsetzen. Alles andere ist zweitrangig.

Kurz gesagt: Die grünen EU-Abgeordneten sind in erster Linie EU-Abgeordnete, und erst in zweiter Linie GRÜNE EU-Abgeordnete.

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Der_Junge_Fritz 02.06.2014, 15:01
8. Touché!

"Für den Wähler gilt: Wenn man Union wählt, wird es Junker. Wenn man SPD wählt, wird es Juncker. Wenn man die Grünen wählt, wird es auch Juncker. Ja, was müsste man denn eigentlich wählen, wenn man Juncker nicht will? Die AfD? Die Linken? Irgendwelche Komödianten und Splittergruppen?"
So ist es Herr Münchau! Dies gilt inhaltlich gesehen auch für die Bundestagswahl.

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Beeblebrox 02.06.2014, 15:02
9. Seit wann...

... geht es bei Politikern um Kompetenz?
Das wäre ja wohl ganz was neues.
Da ist es doch üblich das man vom Verkehrsminister zum Verteidigungsminister oder Finanzminister oder Bildungsminister wird... ja nachdem was grade frei ist.

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