Forum: Wirtschaft
Macron in der Krise: Wenn den Star-Reformern das Volk wegläuft
AFP

Schröder, Blair, Renzi, Macron: Viele Politiker wollten der Wirtschaft gefallen - und endeten als traurige Figuren ohne Volk . Vielleicht ist der Mensch einfach nicht dafür gemacht, sein Leben ständig reformieren zu lassen.

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scoopx 07.12.2018, 14:15
30. Die "Star-Reformer"...

...müssen stellvertretend für den Finanzkapitalismus büßen. Dieser ist unangreifbar, denn hinter ihm steht die ganze erpresserische Macht der USA.

Diese Macht muß gebrochen werden, aber dazu braucht es Geduld. Die Amerikaner bejubeln zwar immer noch den Kapitalismus, aber immer mehr von ihnen sterben aus Mutlosigkeit, siehe die "Opioid-Krise". Der Kapitalismus kann nur bestehen, wenn er Optimismus und Aufstiegsperspektiven erzeugt, und das vermag er selbst in den USA immer weniger.

Immerhin zeigt das Schicksal der "Star-Reformer", daß die Wettbewerbsideologie am Ende ist, wenn es auch hier und da noch einzelne gibt, die ihn vertreten, wie hier um Forum und auch in diesem Thread wieder "Darwins Affe", der unverdrossen verkündet, die Armen seien selber schuld.

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EconomistGI 07.12.2018, 14:15
31. Irrtum

Zitat von Freier.Buerger
und dann? Dann zahlen nur noch ca. 20% der Bürger überhaupt noch Steuern. Alle anderen leben im Staat für lau. Was nix kostet ist auch nix wert. Der Respekt gegenüber Lehrern, Polizisten, dem Staat und den Politikern im allgemeinen wird das nicht dienlich sein.
Ihre Annahme, dass die 80% der Bürger, die Ihrer Schätzung nach dann keine Einkommensteuern mehr zahlen, "für lau leben", ist unsinnig. Zum einen gibt es ja noch die indirekten Steuern (vor allem die MWSt), die alle zahlen, und zweitens würde ich eine Einkommensteuer von Null für Menschen, die trotz harter Arbeit so gerade über die Runden kommen, für gerecht erachten. Und das sage ich als sogenannter "Gutverdiener", der sicherlich in so einem Szenario mehr Steuern zahlen müßte als im Moment. Nein, der Respekt gegenüber dem Staat ist dann niedrig, wenn es anscheinend ungerecht zugeht, also die Politik nichts unternimmt, um gegen zunehmende Einkommensungleichheit vorzugehen (sinnvollerweise zuallererst durch möglichst gleich hohe Bildungschancen).

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GoaSkin 07.12.2018, 14:16
32. ein Teil der Menschen ist dafür gemacht - und braucht es

Im Grunde genommen haben wir doch zwei vollkommene Parallelgesellschaften: Links-Liberale und Rechts-Konservative, die in einem ganz unterschiedlichen Kosmos leben und auch völlig anders funktionieren. Die Einen brauchen ihren Individualismus und ständige Veränderung. Die Anderen hätten am liebsten eine völlig angepasste Einheitsgesellschaft, an der sich nichts verändert. Und beide diese "Parallelgesellschaften" können sich überhaupt nicht leiden.

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Diekmann 07.12.2018, 14:18
33. Fricke irrlichtert

Da hat Herr Fricke ein paar Argumente contra Wirtschaftsreformen mit einigen gewagten unbewiesenen Feststellungen verknüpft. Nur 2 Thesen: der spätere Renteneintritt kann doch bei einer älter werdenden Bevölkerung und einem Minus an Beitragszahlern nicht falsch sein. Und Herrn Frickes These, die Populisten holen in Bereichen mit Globalisierungsdruck viele Wählerstimmen stimmt so wohl nicht ganz. Das Problem ist vielschichtiger.

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qoderrat 07.12.2018, 14:22
34.

Zitat von Andre V
Frankreich hat gerade Dänemark als Land mit den höchsten Steuern in der OECD abgelöst. Das ist keine Reform, die auch nur irgendwie wirtschaftsfreundlich ist. Und was sagt eigentlich Wirtschaftspapst Fricke zu den 34%, die Gerhard Schröder bei seiner letzten Wahl geholt hat, und den 14%, bei denen die Hartz4-abschaffen-Nahles-SPD gerade steht?
Falsche Argumentation, die SPD hat in der GroKo viel zu lange die Fortführung der Agenda-Politik mitgetragen, als dass irgendjemand daran glauben würde dass Nahles wirklich den Sozialschwachen helfen wollte. Die letzten 14% sind reine Volklore-Wähler, und das werden zunehmend weniger werden, egal was die SPD jetzt noch tut. Inzwischen glaube ich auch nicht mehr, dass eine echte Wende noch etwas bringen würde, dazu ist das Vertrauensverhältnis zum Wähler schon zu sehr verbrannt.

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qoderrat 07.12.2018, 14:30
35.

Zitat von Beat Adler
Alle versagen: Die Rechten, die Mitte, die Linken, und jetzt? Was kommt nun? Die starken Maenner oder die Frauen aus Stahl? Die neue Demokratie via facebook gefuettert mit Umfragen?
Naja, die Aussage ob die derzeitige Politik ein Versagen darstellt, hängt doch stark vom eigenen Standpunkt ab.
Gehört man zu den wenigen Gewinnern, sieht man das sicher ziemlich anders als jemand der den erwähnten Einkommensverlust erlitten hat und jetzt in Zeitarbeit hin- und hergeschickt wird ohne jede Zukunftssicherheit.

Ich würde es eher so ausdrücken, alle Parteien mit gemässigten Standpunkten haben durch ihre Umverteilungspolitik viel und weiter ansteigenden Unmut in der nicht am Erfolg teilhabenden Bevölkerung erzeugt.
Wie das weitergeht, wenn die Rechten auch nichts verändern können oder wollen, das werden wir in ziemlich naher Zukunft in Italien beobachten können. Wir im Sinne von D sind da mindesten 5 Jahre hinterher, aber kommen wird diese Entwicklung auch hier wenn nicht umgesteuert wird.

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albertaugustin 07.12.2018, 14:35
36. Leider sind viele Euro-Turbos

Macron auf den Leim gegangen. Wer sich, bin selbst französisch erzogen und gebildet, in der französischen Politik und Gesellschaft auskennt, wusste schon bei Sarkozy und erst recht bei Macron, alles Schall und Rauch !

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böseronkel 07.12.2018, 14:35
37.

Zitat von Darwins Affe
1) Europa hat zwar 400 Jahre die Welt beherrscht, ist aber schon lange nicht mehr der Nabel der Welt. Wer sich in der globalisierten Welt nicht dem Wettbewerb stellen kann, kommt halt an den Bettelstab. 2) Besonders fatal: Im Vergleich......
Meine Nachbarin, eine junge mathematische und naturwissenschaftliche Niete, die gerade studiert in asiatischen Sprachen zu schwafeln, wäre die ideale Politikerin und Kanzlerin?

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heissSPOrN 07.12.2018, 14:37
38.

Sehr auf den Punkt, Herr Fricke.
Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass es in Zukunft eine kleine Gruppe reicher Herrenmenschen geben wird, die ein Heer von Milliarden Arbeits- und Konsumsklaven und diese gerade so am Überleben halten. Solange sie sie noch brauchen jedenfalls.

Und beim "smarten" Herrn Macron, der von der Mehrheit der Franzosen sowieso nicht aus Überzeugung, sondern einzig zur Verhinderung von MLP gewählt wurde, war der Weg doch abzusehen. Man wusste doch vorher, wo er her kam.

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MtSchiara 07.12.2018, 14:40
39. die Bürger sind bereit zu Reformen, aber sie wollen vorher gefragt ..

... werden.
Wäre die Hypothese des Autors richtig, dann müßten die Schweiz und Island in ihrer gesellschaftlichen Entwicklung vor hundert Jahren stehengeblieben sein. Das sind sie aber nicht, sondern sie zählen zu den progressivsten Gesellschaften der Welt. Die Menschen sind viel reformbereiter, als der Autor glaubt, aber sie möchten selbst entscheiden, welche Reformen sie für sinnvoll halten und welche nicht. Es ist viel leichter, die Last einer Reform zu tragen, wenn man vorher dazu befragt wurde und sie für sinnvoll und gerecht hält.

Allein schon die Tatsache, daß es diese Demonstrationen in Frankreich gibt, legt dort ein Demokratiedefizit offen. Denn dürften die Menschen über diese Reformen abstimmen, dann würden sie nicht demonstrieren. Wie man an Stuttgart 21 sieht, waren die Proteste zu Ende, als das Plebiszit durchgeführt worden war. Proteste in europäischen Staaten signalisieren immer auch ein Demokratiedefizit, denn wer abstimmt, braucht nicht zu protestieren.
Die Krise der europäischen Demokratien besteht in ihrem Demokratiedefzit. Nicht weniger, sondern mehr Demokratie ist die Lösung. Plebiszitäre Demokratie ist die Lösung der Demokratiekriese in Europa.

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