Forum: Wirtschaft
Macrons Reformvorschläge: Die Deutschen kapieren die Eurokrise nicht
DPA

Die Reaktion in CDU und CSU auf Macrons Euro-Vorschläge wirkt zunehmend wirr. Höchste Zeit für eine Aufarbeitung der letzten Eurokrise - sonst wird die nächste noch viel schlimmer.

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Kurt2.1 21.04.2018, 10:27
150. #42

Zitat von GSYBE
Vergleichen Sie mal die absoluten Zahlen, ist hilfreich und am Ende sind auch Sie schlauer.
Sicher hat der Export, speziell nach GB und F beträchtlich zugenommen.
Er hatte aber schon immer eine ansteigende Kurve und wie die aussehen würde, gäbe es die EU nicht, wie sie jetzt ist, wissen weder Sie noch ich. Insofern macht Ihre Empfehlung nicht unbedingt schlauer.

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micromiller 21.04.2018, 10:39
151. Das Stückwerk Europa wird kein ganzes

wenn weitere Stücke hinzugefügt werden. Wir müssen einen Reset der Eu zu den Vereinigen Staaten von Europa anstreben, nur diese Lösung gibt uns eine Zukunft. WIr benötigen auch eine Europäische Identität mit einem Schuss Nationalismus (EUROPA) Eine Demokratie mit vielen Kontrollmechanismen, am besten nach dem Vorbild der USA, nur so haben wir Europäer eine Zukunft.

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dirk_row 21.04.2018, 10:40
152. Wir benötigen eine offene Währungsunion

Wir müssen die Märkte einsetzten als Schuldenbremse, statt rechtliche Schranken. Das normale ist, wenn sich jemand zu stark verschuldet, kriegt der Gläubiger Angst und kalte Füße, und hört auf weitere Kredite zu vergeben. Und wenn er Kredite gibt, gibt er sie nur zu hohen Zinsen, die so hoch sind, dass der Schuldner gar keine Lust mehr hat sich zu verschulden. Und diese Angst des Gläubigers vor der Überschuldung seines Schuldners ist das stabilisierende Element in der Marktwirtschaft. Das gilt für private Schuldverhältnisse genauso wie für Schulden von Staaten. Es ist quasi eine Auflaufbremse. Bevor der Schuldenwagen zuviel Fahrt aufnimmt, wird er automatisch gebremst weil die Gläubiger Angst haben ihr Geld zu verlieren wenn es dann zum Konkurs kommt. Und diese Frühbremsung, diese Selbstbremsung durch die Märkte dürfen wir nicht ausschalten durch die Gemeinschaftshaftung. Wir benötigen eine offene Währungsunion: Wir können kein Regelsystem haben, wo wir jeden versprechen er bleibt drin bloß um die Kapitalmärkte zu beruhigen, weil diese Beruhigung der Kapitalmärkte eine Gemeinschaftshaftung ist und dann die Überschuldung impliziert, die Blasen die die Wettbewerbsfähigkeit zerstören impliziert. Wir müssen auch anbieten auszutreten. Wenn man nicht Wettbewerbsfähigkeit ist, kann man nicht andere zur Kasse bitten. Wir benötigen eine Konkursordnung für Staaten: Sie ist durch die No Bail-out Klausel eigentlich schon angedeutet.
Nun muss diese Klausel umgesetzt werden in ganz konkreten Richtlinien und Verordnungen, damit jedem klar ist wie es abläuft wenn ein Staat Pleite ist.

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Kurt2.1 21.04.2018, 10:42
153. #122

Zitat von spmc-12355639674612
Ich freue mich nicht darauf, vor jeder Reise wieder Geld umtauschen zu müssen und in Südtirol, wie früher, als Wechselgeld Bonbons, Gettoni zum Telefonieren oder Briefmarken zu erhalten. Meist hatten die Italiener in der Geschichte die Angewohnheit, irgendwelchen Spinnern nicht bis ins Verderben hinterherzulaufen. Italien wird sich daher den Ausstieg aus Euro und EU voraussichtlich verkneifen.
Mich würde dieser Gettoni-Tauschhandel auch nicht freuen.
Aber der Preis, das zu verhindern, könnte sein, dass die überbordenden italienischen Schulden über die Eurozone verteilt werden. Etwas in der Art scheint dem Herrn Macron vorzuschweben.
Frau Merkels NEIN dazu ist sicher nicht Ursache einer nächsten Krise.
Ursache für die nächste (Dauer)krise ist und bleibt die Weigerung der einzelnen Länder, ihren Stall endlich aufzuräumen.

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stevens-82 21.04.2018, 10:53
154. Eurokrise vermeiden

Es gäbe noch eine Möglichkeit die nächste Eurokrise zu vermeiden. Wir schaffen den Euro wieder ab. Es war bis dahin wohl der schwerste Fehler der Nachkriegspolitik ihn überhaupt eingeführt zu haben. Diesen Fehler sollte man korrigieren, das wäre wohl für alle Beteiligten das Beste.

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mother_sky 21.04.2018, 11:07
155. Die Vorteile der EU für den kleinen Mann

Zitat von sbv-wml
Wenn ich solche Zeilen lese, sträuben sich bei mir sämtliche Nackenhaare. Wann begreifen die Leute endlich, dass Deutschland auch vor der EWG, bzw. EU und Euro in der Exportweltmeisterliga spielte.
Zum Beitrag Nr. 120: Wer nicht schon zu Zeiten der D-Mark gelebt hat, kann freilich nicht wissen, dass Deutschland schon damals Exportweltmeister war und welche Kaufkraft die Mark hatte. Exportweltmeister u.a. dank hervorragender deutscher Ingenieurskunst, innovativer Unternehmen, gut ausgebildeter und gut entlohnter Facharbeiter, einer in allen Bereichen vorherrschenden und von aller Welt beneideten Arbeitsmoral und wenig Streiks. Und es gab weder die immensen Kosten der Wiedervereinigung zu schultern, noch die Kosten einer erweiterten EU, noch die horrenden Kosten im Zuge der Migration. Mal ganz abgesehen von den Problemen, die mit der Aufnahme und Integration so vieler bildungsferner Menschen aus kulturfremden, überwiegend islamischen Ländern verbunden sind. - Und wie ist es mit der Kaufkraft des Euro bestellt? Was der Euro wert ist, sieht man am ehesten beim Besuch eines Restaurants, einer Diskothek oder eines Konzerts. Hier spürt man am deutlichsten, dass die Preise förmlich explodiert sind. Die Liste ließe sich fortsetzen (siehe auch gestiegene Miet- und Immobilienpreise sowie Energiekosten). Ich persönlich habe das Gefühl, dass ich mir immer weniger leisten kann und das Geld nichts mehr wert ist, mal ganz unaufgeregt ausgedrückt.

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Ezechiel 21.04.2018, 11:21
156. Das ist alles richtig, aber .....

Zitat von dirk_row
Wir müssen die Märkte einsetzten als Schuldenbremse, statt rechtliche Schranken. Das normale ist, wenn sich jemand zu stark verschuldet, kriegt der Gläubiger Angst und kalte Füße, und hört auf weitere Kredite zu vergeben. Und wenn er Kredite gibt, gibt er sie nur zu hohen Zinsen, die so hoch sind, dass der Schuldner gar keine Lust mehr hat sich zu verschulden. Und diese Angst des Gläubigers vor der Überschuldung seines Schuldners ist das stabilisierende Element in der Marktwirtschaft. Das gilt für private Schuldverhältnisse genauso wie für Schulden von Staaten. Es ist quasi eine Auflaufbremse. Bevor der Schuldenwagen zuviel Fahrt aufnimmt, wird er automatisch gebremst weil die Gläubiger Angst haben ihr Geld zu verlieren wenn es dann zum Konkurs kommt. Und diese Frühbremsung, diese Selbstbremsung durch die Märkte dürfen wir nicht ausschalten durch die Gemeinschaftshaftung. Wir benötigen eine offene Währungsunion: Wir können kein Regelsystem haben, wo wir jeden versprechen er bleibt drin bloß um die Kapitalmärkte zu beruhigen, weil diese Beruhigung der Kapitalmärkte eine Gemeinschaftshaftung ist und dann die Überschuldung impliziert, die Blasen die die Wettbewerbsfähigkeit zerstören impliziert. Wir müssen auch anbieten auszutreten. Wenn man nicht Wettbewerbsfähigkeit ist, kann man nicht andere zur Kasse bitten. Wir benötigen eine Konkursordnung für Staaten: Sie ist durch die No Bail-out Klausel eigentlich schon angedeutet. Nun muss diese Klausel umgesetzt werden in ganz konkreten Richtlinien und Verordnungen, damit jedem klar ist wie es abläuft wenn ein Staat Pleite ist.
dafür ist es jetzt zu spät. Die Krisenländer hätten in ihren alten Währungen nie soviel Schulden machen können. Als Mitglied der Eurozone hat man ihnen das Geld gegeben weil die Gläubiger wussten, dass es sich die EU-Staaten im Norden nicht leisten können, sie fallen zu lassen. Und dieses Kalkül ging ja auch auf. Die ganzen EU-Regeln und Vereinbarungen werden nichts nützen, wenn sich in den Krisenländern an der Mentalität nichts ändern. Und da sehe ich noch keinen Lichtschimmer am Horizont. Die Menschen im Norden der EU werden sich nicht zu Gunsten der EU-Südstaaten "ausbeuten" lassen. Das wird nämlich geschehen müssen, wenn man in der EU einen einigermaßen flächendeckend gleichen Wohlstand herstellen und die enormen Schulden in den Griff bekommen will. Bezüglich des Schuldenmanagements bin ich mal auf Herrn Macron Visionen gespannt.

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Ezechiel 21.04.2018, 11:28
157. Das Geldtauschen war doch kein Problem.

Zitat von Kurt2.1
Mich würde dieser Gettoni-Tauschhandel auch nicht freuen. Aber der Preis, das zu verhindern, könnte sein, dass die überbordenden italienischen Schulden über die Eurozone verteilt werden. Etwas in der Art scheint dem Herrn Macron vorzuschweben. Frau Merkels NEIN dazu ist sicher nicht Ursache einer nächsten Krise. Ursache für die nächste (Dauer)krise ist und bleibt die Weigerung der einzelnen Länder, ihren Stall endlich aufzuräumen.
Es war doch eine gute Gelegenheit das Kopfrechnen zu trainieren. Besonders in Andorra, wenn die Ware mit französischen France ausgezeichnet war, man mit DM bezahlt hat, und das Wechselgeld in spanischen Peseta zurück bekam. Mit Ihrem Artikel liegen Sie auch absolut richtig. Das sehe ich genau so.

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curiosus_ 21.04.2018, 12:08
158. Ziemlich eindimensional, Ihr...

Zitat von hildesheimer2
ihr Beitrag. (1.) Es hat sich gezeigt das bei florierender Wirtschaft alle Beschäftigten profitieren und es weniger Arbeitslose gibt. Auch die Kaufkraft und die Steuereinnahmen nehmen zu. (2.) Kein Kapitalgeber oder Eigentümer hat ein Interesse an wenig Kaufkraft innerhalb der Bevölkerung. (3.) Gerade das Lohnniveau in den "bösen" Großkonzernen ist besonders hoch. (4.) Bei der immer wieder aufgeführten Einkommens-Vermögens-Schere bleibt festzustellen, dass es der überwiegenden Mehrheit (sicher über 90 %) in der Regel wirtschaftlich besser geht als vor 50 Jahren (sowohl in Deutschland als auch in der Welt).
...Beitrag. Und am Thema vorbei.

1. Eine Binsenweisheit. Um das ging es aber nicht, es ging um die Verteilung des Produktivitätszuwachses.

2. Natürlich nicht. Aber diese Kaufkraft soll bitte von allen, nur nicht vom jeweiligen "Kapitalgeber oder Eigentümer" zur Verfügung gestellt werden. Oder worauf beruht Ihrer Meinung nach unsere Wirtschaft? Sicher nicht darin, das Geld möglichst gleichmäßig unter die Leute zu bringen. Sondern darin, seinen eigenen Profit möglichst zu maximieren. Weiter siehe:

3. Ich arbeite selber in der Entwicklung eines solchen. Einem der größten. Und habe deshalb vermutlich einen besseren Einblick in diesen "bösen" Großkonzern als Sie. Und weiß daher, dass dort alles was nur irgendwie geht an externe Dienstleister verlagert wird. Egal ob Werkschutz, Montage und Demontage von Versuchsteilen, Bestückung mit Messaufbauten, Durchführung von Dauerläufern, Pflege der Grünanlagen, Kantinenbereich (sofern sich der Betriebsrat nicht hartnäckig quer stellt), Verlagerung von IT-Bereichen in Billiglohnländer (z.B. Indien), Betreuung der Firmen-IT (Hardware), usw. usw.. Als ich dort angefangen habe war dem nicht so, da gab es sogar noch firmeneigene Gärtner. Mit firmeneigenem Gehaltsniveau.

Die "bösen" Großkonzerne haben relativ hohe Gehaltsniveaus (die aber für Neueinstellungen in den letzten Jahrzehnten stetig gesunken sind, insbesondere seit der Einführung von ERA). Aber sie bauen ihren eigenen Personalstamm ab so gut es geht.

4. Prima. Allen geht es besser, besser sogar noch als z.B. der Elite im Mittelalter (dem Adel). Und? Also alles bestens? Wie oben schon geschrieben: Um das ging es aber nicht, es ging um die Verteilung des Produktivitätszuwachses.

Sie haben eine wesentliche evolutionsbiologische Basis für den Erfolg des homo sapiens nicht verstanden: Kooperation. Und dazu gehört zwingend, dass die Ungleichheit in einer Gesellschaft ein gewisses Maß nicht übersteigt.

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mother_sky 21.04.2018, 12:09
159. War die Agenda 2010 wirklich richtig und wichtig?

Zitat von dirk.resuehr
Das sind die alten linken Thesen, wo doch jeder weiß, wie erfolgreich Linke in Vergangenheit und Gegenwart Staaten ruiniert haben, besoders gut gelungen im linken Sozialismus.Also immer die alte Leier, die Austeritätspolitik sei schuld etc.. Komisch, in der BRD funktioniert das mit dem ausgeglichenen Haushalt gut. Griechenland ist ein ganz schlechtes Beispiel, wird aber von Linken gerne genommen, was sie nicht sagen oder gar nicht wissen: Was kann Griechenland eigentlich verkaufen, was herstellen?Ein Land, das im Jahr etwa 28 europäisache Patente durchbringt. Im Vergleich, die BRD liegt bei etwa 13000, nur nebenbei.Es ist vorher viel zu bedenken. Wer hat marode Banken? Federführend ist da noch Italien. Also bevor man Kosten und Schulden vergemeinschaftet, müssen einige Läner für klar Schiff sorgen. So, wie es derzeit ist, ein klares NEIN zum Fond, wer den bezahlen müsste, ist klar! Also Herren vom linken Ufer, nicht so keß,die von Ihnen eingeführte HartzIV Reform machen Sie schon unbegründet nieder, sie war leider erfolgreich. Wundern Sie sich deshalb nicht, daß der Wähler Sie nicht so recht ernst nehmen kann. Jetzt geht das schon wieder los.Merken Sie denn nicht, daß Sie mit Typen wie Schulz und Kühnert den Karren endgültig an die Wand fahren?
Zum Beitrag Nr. 142: Ich denke, man kann sich trefflich darüber streiten, ob die Agenda-2010-Reformen wirklich so erfolgreich waren, wie von Politikern der CDU/CSU, der SPD, der FDP und den Grünen und Teilen der Wirtschaft immer wieder behauptet wird, d.h. ob sie tatsächlich "richtig und wichtig" waren, um dem "kranken Mann Europas" wieder auf die Beine zu helfen und Menschen in Lohn und Brot zu bringen. In Leiharbeits- und befristeten Arbeitsverhältnissen, um hier nur ein Beispiel zu nennen, kann ich nicht unbedingt Wünschenswertes erkennen. Ebensowenig, um zwei andere Punkte anzusprechen, an staatlicher Alimentierung nach dem Gießkannenprinzip und einer Ausweitung des Niedriglohnsektors mit Folgen wie zunehmender Altersarmut. - Sollte es nicht, unabhängig von "alten linken Thesen", also gänzlich ideologiefrei, unser aller Bestreben sein, die Abgehängten und Ausgegrenzten, die sozial Schwachen (wieder) zurückzuholen in unsere (Arbeits-)Welt, anstatt sie ihrem Schicksal, nicht selten in Parallelwelten lebend, zu überlassen? (Mal ganz abgesehen von den sich dadurch ergebenden verheerenden gesellschaftlichen Entwicklungen bzw. Verwerfungen und anbahnenden Konflikten.)

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