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Mail-Sperren bei Unternehmen: "Nicht die Erreichbarkeit ist das Übel, sondern die Arb
Corbis

Telekom, Volkswagen, jetzt BMW: Konzerne schränken die Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter in der Freizeit ein, um sie vor Burnouts zu schützen. Der Psychologe Matthias Burisch warnt: Damit alleine lässt sich das Problem nicht lösen.

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nic 19.02.2014, 08:26
1. optional

Gut, wenn Burnout ein eigenes Krankenbild ist, dann nennen wir es doch "Ausgebrannt". Das trifft es besser, weil das deutsche Wort dafür nicht nach Mode klingt, sondern die Sache, um die es geht, glasklar darstellt.

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ein-dummer-junge 19.02.2014, 08:30
2. Telekom und Burnouts

in einem Satz? Gut die Telekom ist besser geworden und besser als die meisten anderen Anbieter aber das man bei der Telekom einen burnout bekommen kann .....

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Hans_Nase 19.02.2014, 08:34
3. Verteilung von Verantwortlichkeiten

Ist das eigentliche Kernproblem. In derheutigen Arbeitswelt wird erwartet, alle 2- 3 Jahre den nächsten Karriereschritt zu machen. Als Folge gibt es kaum Führungskräfte, die wirklich wissen, was sie tun -zumal sie auf den unteren Ebenen oftmals nicht mal mehr fachlich verstehen, was ihre Leute machen. Das wird dann dadurch kompensiert, dass Entscheidungsprozesse über viele Instanzen abgesichert werden, die Verantwortung also verteilt wird. Was aber einen immensen Abstimmungs- und Zeitaufwand bedeutet. Klare Verantwortlichkeiten und Entscheider mit genügend inhaltlichem Tiefgang sind das einzige, was hier wirklich helfen kann - also Vermeidung von unnötiger Kommunikation. Und nicht die zeitliche Reglementierung dieser...

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women_1900 19.02.2014, 08:38
4. Auch nicht die Arbeit

ist das Problem. Es ist ein bestimmter Typus an Mitarbeitern, die immer und überall das Handy am Ohr haben, die denken, sie wären so wichtig und die in ein tiefes Loch fallen, wenn einmal kein Anruf kommt, die emails nicht so sprudeln. Meine Beobachtung ist, daß es Kollegen/Innen gibt, die ihr mangelndes Selbstbewusstsein udn auch Können / Wissen hinter einer fassade aus Wichtigmacherei verstecken und deshalb behaupten, sie müssten immer erreichbar sein.

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Gorrmeister 19.02.2014, 08:40
5. Prima

Der Mann ist längst im Rentenalter und sollte nach Hause gehen. Jeder Mensch muss selbst einen vernünftigen Umgang mit Drogen, nutella aber eben auch mit Smartphones, e-mail und mit der vermeintlichen Erwartungshaltung des Vorgesetzten erlernen. Die Lösung, daß der Arbeitgeber überwachen soll, wann ich mein Smartphone anschalte ist absurd.

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albertaugustin 19.02.2014, 08:56
6. Entlarvend

Die Antwort von Herrn Burisch auf die Frage, ob all die Mail- und Internet-Checks notwendig sind ist deutlich und entlarvend. Es gibt immer noch viele die mit ihren Handys auf Egotrip und Selbstdarstellung sind !!

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Leser161 19.02.2014, 09:02
7. Falsche Leitbilder

Das Problem sind falsche Leitbildder. Überall wird der Fleissige als grosses Vorbild hochgehalten. Und wie kann man gut zeigen das man ja so fleissig ist? Überstunden. Wochenendarbeit.

Es muss sich einfach durchsetzen dass derjenige, der während seiner Arbeitszeit richtig was schafft das Vorbild ist. Und richtig was schaffen heisst nicht: Immer gehetzt rumrennen und zu jedem Termin zu spät kommen. Richtig was schaffen bedeutet die eigene Arbeit konzentriert und kontrolliert zu erledigen. Da kommt am Ende für den Arbeitgeber am meisten bei rum.

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OttoEnn 19.02.2014, 09:07
8. na dann

Zitat von Gorrmeister
--- muss selbst einen vernünftigen Umgang mit --- der vermeintlichen Erwartungshaltung des Vorgesetzten erlernen. Die Lösung, das der Arbeitgeber überwachen soll --- ist absurd.
nicht überwachen, sondern ermöglichen soll er,
und zwar ohne den Abschalter offen oder heimlich
als Versager dastehen zu lassen

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Wirbelwind 19.02.2014, 09:19
9. Der Mann bringt es auf den Punkt

Der Mann bringt es auf den Punkt:

Die Kommunikationsmittel sind nur das Symptom. Die eigentliche Ursache ist die immer weiter zunehmende Arbeitsverdichtung, die wiederum mit der ständigen Forderung nach Produktivitätssteigerung zusammenhängt.

Im produzierenden Gewerbe lassen sich Produktivitätssteigerungen auf verschiedene Art und Weise erzielen, u.a. durch Automatisierung. Im Dienstleistungsgewerbe hingegen bedeutet Produktivitätssteigerung im Wesentlichen Arbeitsverdichtung. Da bekommt dann die Altenpflegerin nur noch drei Minuten Zeit pro Patient statt vormals fünf Minuten, oder der Außendienstmitarbeiter bekommt ein Auslastungsziel von 200 Tagen statt früher einmal 160 Tagen, etc., obwohl sich der Umfang der manuellen Tätigkeiten eigentlich nicht verringert hat.

In vielen Bereichen müssen die Arbeitnehmer heute in derselben Zeit gravierend mehr Arbeitseinheiten bewältigen als vor 25 Jahren, obwohl der manuelle Aufwand pro Arbeitseinheit nicht im selben Maße gesunken ist.

DAS ist das Problem, und dieses Problem führt bei weniger belastbaren Menschen halt zu Depressionen. Die Arbeitgeber wissen dies auch genau, denn sie betonen ja schon seit geraumer Zeit bei Stellenanzeigen immer wieder, wie wichtig ihnen die BELASTBARKEIT der Arbeitnehmer ist. Und das schreiben sie ja nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil Belastbarkeit die Grundvoraussetzung dafür ist, um die Belastung der Arbeitnehmer zukünftig noch weiter steigern zu können.

E-Mails und Erreichbarkeit nach Feierabend sind nur die Symptome. Ohne diese Möglichkeiten wäre es noch schlimmer. Dann würden die Leute nämlich spätabends noch im Büro sitzen, anstatt die E-Mails von daheim zu schreiben.

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