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Maklercourtage: Immobilienkäufer sollen um bis zu drei Milliarden Euro entlastet werd
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Geht es nach SPD-Justizministerin Barley, sollen die Verkäufer von Immobilien die Maklergebühr vollständig selbst zahlen. Die Käufer würde das entlasten, die Union reagiert verstimmt.

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Hans-Dampf 25.02.2019, 15:04
90.

Zitat von Sibylle1969
Bei 5,95% vom Kaufpreis (das ist der in Frankfurt übliche Satz) kommen schnell 20.000 bis 30.000 Euro zusammen, die man zusätzlich als Eigenkapital braucht. Da der Makler für seinen Auftraggeber tätig wird und in dessen Interesse handelt (möglichst hohen Kaufpreis erzielen), sollte der Auftraggeber auch zahlen.
Und dieser Preis wird dann auf den Kaufpreis aufgeschlagen, wodurch die Kommune, das Land und der Staat sowie der Notar auch dran verdienen. Ein Teufelskreis.

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Adrianstein 25.02.2019, 15:05
91. Textverständnis Nachhilfe

Zitat von riomaster181
Also die Makler sollen danach 660 - 750 Mio. € weniger verdienen, und die Käufer bis zu 3 Mrd. € sparen. So weit so schön. Nur, zu wessen Lasten gehen denn die rd. 2,25 Mrd. € Differenz? Und warum soll überhaupt eine Immobilie dadurch billiger werden, da die Verkäufer dann die Maklerkosten einfach auf den "Netto"-Kaufpreis draufschlagen würden?
Die Beauftragung eines Maklers ist doch für Verkäufer Freiwillig.
Also, wenn erstere allein für den Auftrag bezahlen müssen, werden absolut die Aufhängen zurückgehen. Wie hoch, das wissen Barclays Leute anscheinend sehr genau. Das müsste aber die Kritik sein.

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widower+2 25.02.2019, 15:05
92. Wer das verhindert?

Zitat von dasGyros
.. aber wer verhindert, dass die Maklergebühren nicht einfach auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden? Dann wird die Immobilie halt einfach 3,57% teurer angeboten und schon hat sich die ganze Idee in Luft aufgelöst. Angebot und Nachfrage ....
Die Verkäufer, die künftig die Provision zahlen müssen und sich einen günstigeren Makler suchen werden, um mehr vom Kaufpreis behalten zu dürfen.

Es wird für den Käufer natürlich nicht um die völlige Höhe der bisherigen Maklerprovision billiger werden, aber doch um ca. 1 - 3 Prozent. Und da reden wir dann oft schon über fünfstellige Beträge.

Zudem ist es einfach ein Gebot der Fairness, dass der Auftraggeber bezahlt.

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adventis 25.02.2019, 15:06
93. Was soll das ?

Zitat von audaxaudax
ist 3 mal so hoch wie die Maklergebüren. Da kann doch die Justuizministerin dran arbeiten. Typischer Fall von "haltet den Dieb" Geschrei. Immer sind die anderen Schuld.
Oft liegt die Maklercourtage bei 6 PROZENT und die Grunderwerbssteuer ebenfalls bei 6 Prozent oder weniger...wie kommen sie da auf 3 mal so hoch ?... solche Aussagen müsste man verbieten...

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der Bulle 25.02.2019, 15:07
94. Na wie wäre es

denn die Grunderwerbsteuer zu reglementieren.
6% wie in Berlin macht bei einem Kaufpreis von 500.000 € ja auch schöne 30.000 € . Wofür eigentlich? Früher waren das mal 2,5 %.
Ich weiß, Ländersache. Aber trotzdem ein großer Faktor beim Erwerb einer Immobilie. Große Immobilien werden häufig in GbR‘s gesteckt. Dann werden 94% der GbR abgetreten; 6% hält der Voreigentümer noch. Grunderwerbsteuer 0,0€.

Da sollte mal der Hebel angesetzt werden.

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pinguin1966 25.02.2019, 15:08
95. Je nach Lage Überwälzung wie bei einer Steuer

Diese Änderung wirkt sich genauso aus wie eine Änderung von (speziellen) Verbrauchsteuern oder Zöllen. Wer eine höhere Mehrwertsteuer, Energiesteuer oder Zoll oder was auch immer am Ende zahlt, hängt von der Verhandlungsposition am Markt ab. Also: Da wo jeder hin will - ins Szeneviertel - ist die Verhandlungsposition der Verkäufer besser, weil es mehr Nachfrage als ANgebot gibt. Andersherum ist das auf dem Land. Da wo alle wegwollen und ohnehin schon Leerstand herrscht, ist die Verhandlungsposition der Käufer gut. Es gibt nun überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass sich an der Situation, wer die Maklergebühren letztendlich trägt etwas ändert, nur weil sie künftig möglicherweise der Verkäufer an den Makler zahlt. Im Szeneviertel bleiben die Maklergebühren am Käufer hängen! Werden die nun vom Verkäufer in den Kaufpreis eingerechnet, steigen die effektiven Kosten für den Käufer sogar, nämlich 3,57% / (1 - 3,57%) = 3,70%. Bei einer Immobilie mit einem Nettokaufpreis von 500.000 € ohne Maklergebühren zahlt der Käufer also bei einer Umstellung effektiv 650 € mehr. Der gleiche Effekt tritt zusätzlich bei der Grunderwerbsteuer auf, wenn sich die Immoblie verteuert. Daher: Unsinnige Maßnahme!

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briefzentrum 25.02.2019, 15:09
96. Katarina Barleys sozialdemokratisches Kasperletheater

Dieser Vorschlag ist einmal mehr aus dem Arsenal sozialdemokratischer Theaterdonner. Frau Barley, die bisher in ihrer Karriere als Ministerin noch nichts Substanzielles umgesetzt hat, profiliert sich immer mit Scheinvorschlägen. Hier geht es nicht darum, den Erwerb von Wohneigentum preiswerter zu machen, sondern darum, sich im Vorfeld der Europawahl bei einer weiteren potenziellen sozialdemokratischen Klientel beliebt zu machen. Mit realer Politik hat das nichts zu tun. Das Projekt war weder Gegenstand der Sondierungsvereinbarungen noch ist es Bestandteil des Koalitionsvertrags. Also hat es auch keinerlei Chance, umgesetzt zu werden, da es eine wesentliche Klientel der CDU gegen das Knie treten würde. Das weiß die SPD natürlich auch. Sie hat ja in den letzten Wochen schon genug sozialdemokratische Scheingefechte und simulierte Gesetzesinitiativen in die Diskussion eingebracht. Bei keinem dieser Vorschläge legt die SPD Wert darauf, dass diese auch in dieser Großen Koalition umgesetzt werden. Wenn es der SPD Ernst wäre mit ihrer Programmatik, dann würde sie ein Paket aus diesen Vorschlägen schnüren und die CDU/CSU vor die Wahl stellen, entweder den Koalitionsvertrag nachzubessern oder aber die Große Koalition platzen zu lassen. Da die Sozis sich damit aber selbst ins Bein schießen würden, lassen sie diesen Wagemut natürlich lieber. Also liebe Immobilienkäufer: es wäre natürlich schön gewesen, wenn die unsäglichen Maklergebühren reduziert oder gedeckelt würden, aber diese SPD wird euch dabei leider nicht helfen. Wenn es Frau Barley wichtig gewesen wäre, diese Idee in reale Politik umzusetzen, hätte sie und die SPD dies in den Koalitionsvertrag eingebracht. Hat sie aber nicht. Insofern erleben wir hier seit Wochen nicht anderes als sozialdemokratisches Kasperletheater. Wenn man die aktuellen Umfragewerte richtig deutet, dann haben die meisten Wähler diese plumpe Simulation von Politik längst durchschaut. Die Europawahl im Mai wird zeigen, dass solche Politikimitation vor allem Politikverdrossenheit stärkt.

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k.u.m. 25.02.2019, 15:09
97. Das ist ein Trugschluss

Zitat von sakudo
Man muss eigentlich kein Sozialdemokrat sein, um dieses Schritt zu machen, sondern Wirtschaftsliberaler reicht: Erst wenn es eine VERHANDLUNG gibt zwischen Auftraggeber und Dienstleister, dann gibt es gerechte Preise. Insofern ist das ein hervorragender Schritt in die richtige Richtung! Endlich, endlich, endlich!
Entschuldigung, aber Sie scheinen keine Ahnung zu haben.

1. Es gibt für Immobilien wie für jedes andere Produkt Marktpreise. Wenn ein Verkäufer seine Immobilie ohne Makler verkauft, dann setzt er den Preis doch nicht unter Marktwert an, nur weil keine Provision anfällt. Glauben Sie denn, der Verkäufer möchte dem Käufer damit etwas Gutes tun?

2. Es gibt genügend seriöse Makler, die schon immer nur für eine Seite, zumeist den Verkäufer, arbeiten. Und die handeln natürlich schon immer den Preis für ihre Dienstleistung mit dem Verkäufer aus. Dass dieser Preis dann i.d.R. im Kaufpreis enthalten ist, sollte eigentlich jedem klar sein. Aber auch beim Immobilienverkauf wird gehandelt, und wenn der Verkäufer den Preis reduzieren muss, dann handelt er mit dem Makler gewöhnlich aus, mit welchem Betrag sich der Makler an der Preisreduzierung beteiligt.

3. Was ist ein gerechter Preis? Preise bilden sich gewöhnlich am Markt, geregelt durch Nachfrage und Angebot. Sie müssen doch nichts kaufen, dessen Preis Ihnen ungerecht erscheint. Sie müssen insoweit auch keine Immobilie erwerben, wenn Ihnen eine Maklerprovision stinkt. Überlassen Sie doch die Immobilie dem Käufer, dem sie den Preis incl. Maklerprovision wert ist. Denn nur darauf kommt es an.

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crazy_swayze 25.02.2019, 15:10
98.

Zitat von dasGyros
.. aber wer verhindert, dass die Maklergebühren nicht einfach auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden? Dann wird die Immobilie halt einfach 3,57% teurer angeboten und schon hat sich die ganze Idee in Luft aufgelöst. Angebot und Nachfrage ....
Wenn der Verkäufer selbst schwarz auf weiß sieht, was ihn die sog. "Maklerleistung" kostet, dann sucht er sich automatisch den billigsten Anbieter.
Warum soll der Verkäufer denn dem Makler unnötig viel abgeben? Warum soll er nicht 3,57% teurer anbieten und das Geld selbst behalten, dort wo es Angebot und Nachfrage zulassen?

Aktuell ist es doch so, dass es für den Verkäufer keinen Anreiz gibt, die Maklerkosten zu deckeln - die zahlt ja jemand anderes. Aber wenn dann mal der eigene Geldbeutel im Blick ist, sieht die Sache doch ganz anders aus...

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adventis 25.02.2019, 15:11
99.

Zitat von labuday
Daher weiß ich, daß sie nur dummes Zuegs schwaten. Ein guter Makler erstellt Verkaufsprospekte, begeht die Gebäude, macht optimale Fotos, spricht mit dutzenden Kaufwilligen, macht vor Ortttermine mit diesen und besichtigt und erklärt das Objekt, macht Notartermine, besorgt die Unterlagen etc. - und geht dann nach 6 monatigen Bemühungen, einigen Preisnachlässen und weiteren Gesprächen leer aus - weil zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort zu diesem Preis kein Käufer zu finden ist. Der hört nach 6 Monaten auch konsequent auf, weil er nichts verdienen kann. Wer von 10 Objekten eines verkauft, macht dann halt einen entsprechenden Preis. Es gibt Makler - gut oder schlecht - die verkaufen 1 Objekt pro Jahr und dann sind 35.000 € vor Steuern und Abgaben gar nichts.
Es geht ja nur darum, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn bestellt. Das ist gut so und in so gut wie in allen zivilisierten Ländern so, ...außer in Deutschland...

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