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Management-Stil von Oliver Samwer: "Rocket sucht Soldaten, keine Kapitäne"
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Hart, härter, Oliver Samwer: Der Kopf hinter Rocket Internet führt den Börsenneuling mit eiserner Hand. Doch gerade deshalb reißen sich Jungmanager um einen Job bei der Berliner Start-up-Schmiede. Warum bloß?

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winterlied 03.10.2014, 12:15
1. Schöne Geschichten

Diese mit Sicherheit bewußt gestreuten Legenden sollen wohl von dem Umstand ablenken, dass mit diesem Unternehmen nichts verdient wird und auch nichts der Welt gegeben wird was sie weiter bringt. Hat eigentlich je ein Samwer Unternehmen nachhaltig Gewinn eingefahren? Der einzige Zweck dieser Unternehmen besteht doch darin sie zu kapitalisieren bevor der Letzte merkt, dass dahinter kein Geschäftsmodell steht.

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su27 03.10.2014, 12:26
2. Anscheinend hart aber fair

Zugegeben, dieser Führungsstil gefällt mir überhaupt nicht. Wenn Herr Samwer tatsächlich so hart und direkt ist wie in diesem Artikel beschrieben, so finde ich ihn dennoch sympathisch. Immerhin wissen die Bewerber vorher, worauf sie sich einlassen. Weitaus schlimmer ist es, wenn den Mitarbeitern vorgelogen wird, wie sehr man sie schätzt und sich um ihr Wohlbefinden sorgt, und hinter der "heile-Welt-Fassade" werden die Leute bis an ihre physischen und psychischen Grenzen getrieben.

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J.M.Mierscheid 03.10.2014, 12:31
3.

Schade, dass solche Menschen überhaupt einen solchen Zuspruch erhalten. Mir war Jamba damals schon zutiefst unsympathisch, da diese Firma gezielt die Naivität der meist jungen Kunden schamlos ausgenutzt hat und dabei nicht selten die Grenzen der Legalität überschritten hat. Eigentlich sollte eine Gesellschaft und ein Staat so beschaffen sein, dass sich solche Firmenmodelle von selbst erledigen beziehungsweise erst gar nicht die Möglichkeit haben sich zu etablieren.

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stormking 03.10.2014, 12:38
4.

Bei uns wird auch mit schöner Regelmäßigkeit gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen. Dafür geht man an anderen Tagen schon nach vier Stunden. Dazu sind weder Dienstanweisungen noch Genehmigungen erforderlich und schon gar keine Tobsuchtanfälle des Chefs. Aber wir haben ja auch ein wirklich innovatives Produkt, auf das wir alle sehr stolz sind, und nicht nur eine billige Kopie einer amerikanischen Geschäftsidee, die nur dazu dient, in ein paar Jahren teuer verkauft zu werden.

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OskarVernon 03.10.2014, 12:40
5.

Zitat von J.M.Mierscheid
Eigentlich sollte eine Gesellschaft und ein Staat so beschaffen sein, dass sich solche Firmenmodelle von selbst erledigen beziehungsweise erst gar nicht die Möglichkeit haben sich zu etablieren.
Wieso eigentlich?

Es gibt offensichtlich genug Leute, die so arbeiten wollen und sich dabei wohlfühlen - wo um alles in der Welt ist Ihr Problem...?

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Daedalus 03.10.2014, 12:48
6. abwarten

Man muss nur abwarten, bis die nächste Dotcom-Blase platzt. Denn hinter all diesen tollen Web 2.0-Unternehmen steht nur in den seltensten Fällen wirklich irgendeine Form von wirklicher Unternehmenssubstanz.

Und wenn der Markt dann mal wieder zusammen gebrochen ist, werden wir sehen, was aus diesen Typen geworden ist...

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stormking 03.10.2014, 12:48
7.

Zitat von OskarVernon
Wieso eigentlich? Es gibt offensichtlich genug Leute, die so arbeiten wollen und sich dabei wohlfühlen - wo um alles in der Welt ist Ihr Problem...?
Das Problem dabei ist, daß diese Unternehmen keine Werte erschaffen und es zudem noch der Gesellschaft überlassen, sich um die kümmerlich Reste ihrer Mitarbeiter zu kümmern, wenn diese nach ein paar Jahren ausgebrannt sind und vom Management weggeworfen werden wie ein kaputtes Spielzeug.

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abryx 03.10.2014, 12:53
8.

So "spannend" die Arbeit sein kann und egal, wie man sich für die Firma aufopfert. Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass es am Ende immer nur nur einen Gewinner gibt und das sind die Samwer Brüder.

Es gibt durchaus Firmen die so funktionieren und passende Mitarbeiter finden, die so ein Arbeitsumfeld brauchen.

Ich persönlich würde nacher, wenn sie ausgebrannt, desillusioniert und daher gefeuert sind aber nicht mal mehr mit der Kneifzange im Arbeitsmarkt anpacken.

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Yogial 03.10.2014, 12:57
9. Strategie

Sehr interessant! Die Überschrift dieser Strategie könnte lauten: Dumme gesucht und gefunden! Das gilt für Kunden, Aktionäre und offensichtlich auch für Mitarbeiter. Diesen Dreiklang in der Mitmenschenverarsche muss man erstmal hin bekommen. Eine interessante Persönlichkeit, wenn auch keine sympatischer Mensch!

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