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Mangelndes Vertrauen: Banken horten über 100 Milliarden Euro bei der EZB

Die Schuldenkrise sorgt für Unruhe im Finanzsektor: Die europäischen Banken haben mehr als 100 Milliarden Euro bei der Zentralbank deponiert -*ein Zeichen dafür, dass*das Vertrauen der Geldinstitute zueinander abnimmt.*

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Quatschtuete 22.08.2011, 14:10
1. höhere Eigenkapitalquote

Zitat von sysop
Die Schuldenkrise sorgt für Unruhe im Finanzsektor: Die europäischen Banken haben mehr als 100 Milliarden Euro bei der Zentralbank deponiert -*ein Zeichen dafür, dass*das Vertrauen der Geldinstitute zueinander abnimmt.*
Damit ist bewiesen, dass eine höhere Eigenkapitalquote für die Banken durchaus realisierbar ist.

Offensichtlich fehlt die Kreditnachfrage aus der Realwirtschaft, sonst müsste das Kapital da nicht rumlungern.

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katerramus 22.08.2011, 14:30
2. wenn nicht mal wieder Banken gerettet werden sollen,

muss die Politik jetzt Nägel mit Köpfen machen.
ich wünsche mir eine Partei, die kompromisslos an der Einführung der Transaktionssteuer der Euro- Länder arbeitet und dem Rettungsschirm oder Euro-Bonds erst zustimmt, wenn diese Regelung in den 17 Staaten ratifiziert und eingeführt ist.
Als Geldgeber können die "Nordländer" gerade jetzt dieser Schattenwirtschaft Finanzwirtschaft mit ihren Auswüchsen Grenzen setzen, indem sie die Euro-Zone erst mal von der Finanzwirtschaft außerhalb mit rigiden Regelungen abschotten, Staatsanleihen nur noch von der EZB herausgegeben werden, Hedgefonds den gleichen Regeln wie Banken unterzogen werden, spekulative Finanzderivate verboten werden.

Dann bestünde die Möglichkeit, eine starke Eurozone zu schaffen, in der die Realwirtschaft die Maßstäbe setzt.

Doch solange Ackermann als europäischer Berater in der Krise wirkt, kann man das getrost vergessen

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Emil Peisker 22.08.2011, 15:28
3. für eine Finanztransaktionssteuer

Zitat von katerramus
muss die Politik jetzt Nägel mit Köpfen machen. ich wünsche mir eine Partei, die kompromisslos an der Einführung der Transaktionssteuer der Euro- Länder arbeitet und dem Rettungsschirm oder Euro-Bonds erst zustimmt, wenn diese Regelung in den 17 Staaten ratifiziert und eingeführt ist. Als Geldgeber können die "Nordländer" gerade jetzt dieser Schattenwirtschaft Finanzwirtschaft mit ihren Auswüchsen Grenzen setzen, indem sie die Euro-Zone erst mal von der Finanzwirtschaft außerhalb mit rigiden Regelungen abschotten, Staatsanleihen nur noch von der EZB herausgegeben werden, Hedgefonds den gleichen Regeln wie Banken unterzogen werden, spekulative Finanzderivate verboten werden. Dann bestünde die Möglichkeit, eine starke Eurozone zu schaffen, in der die Realwirtschaft die Maßstäbe setzt. Doch solange Ackermann als europäischer Berater in der Krise wirkt, kann man das getrost vergessen
Ich bin ebenfalls für eine Finanztransaktionssteuer.

Bei den Eurobonds sollten jedoch die Weichen zuerst auf eine geordnete wirtschaftliche Koordination gestellt werden. In Europa wurden zu oft die zweiten Schritte vor den ersten gemacht, die dann den fehlenden Regeln zum Opfer fielen.

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Flugwuppich 22.08.2011, 15:44
4. Durch Wen sollen denn im konkreten Fall

Zitat von Emil Peisker
Ich bin ebenfalls für eine Finanztransaktionssteuer. Bei den Eurobonds sollten jedoch die Weichen zuerst auf eine geordnete wirtschaftliche Koordination gestellt werden. In Europa wurden zu oft die zweiten Schritte vor den ersten gemacht, die dann den fehlenden Regeln zum Opfer fielen.
die deutschen Interessen im von Ihnen vorgeschlagenen Szenarium vertreten und durchgesetzt werden?
Nach bisheriger Erfahrung werden doch deutsche Vertreter aus deutschen Parlamenten bestenfalls weggelobt oder abgeschoben. Schon jetzt werden Interessen der deutschen Bürger in Brüssel defacto nicht vertreten, abgesehen von der vielgescholtenen Zögerlichkeit Merkels in Bezug auf Steuergeldverschwendung, wenn es um den sog. Euro geht.
Wer also soll denn da mitkoordinieren?
Wie überhaupt koordiniert man denn einen Porsche mit einem Trabant???
Zu Wessen Lasten könnte oder würde eine solche Koordination wohl gehen? Der Trabbi wird per ZK- Beschluss verpflichtet fortan Zweihundert Kilometer pro Stunde zu fahren? Anders kann ja wohl Koordinieren nicht aussehen! Es sei denn, der Porsche wird auf Trabbiniveau geprügelt....worauf es wohl dann hinausliefe....

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sichersurfen 22.08.2011, 16:09
5. Durchsetzung der Vereinbarungen und Rettung

Zitat von Emil Peisker
Ich bin ebenfalls für eine Finanztransaktionssteuer. Bei den Eurobonds sollten jedoch die Weichen zuerst auf eine geordnete wirtschaftliche Koordination gestellt werden. In Europa wurden zu oft die zweiten Schritte vor den ersten gemacht, die dann den fehlenden Regeln zum Opfer fielen.
Klar, immer den ersten vor den zweiten Schritt tun.
Mit der Euroeinführung hat man dies getan. Aber es hielt sich viele Länder nicht an die Verträge.
EZB macht was sie will, natürlich auf Druck einiger Länder. Unabhängigkeit ade.
Geordnete wirtschaftliche Koordination hört sich gut an. Die Institution müßte natürlich noch geschaffen werden. Aber ob man der auch eine unabhängige demokratische Legitimation verschaffen kann?
Aber selbst wenn es gelingen würde, stellen Sie sich einmal vor, ein Land verstößt gegen die neuen Regeln. Und das erste Land ist erneut - wie beim Maastricht-Vertrag - wieder
Deutschland. Und damit würde ein Sanktionsmechanismus einsetzen, der letztlich zum Ausschluß aus der Eurozone führen könnte.
Ich befürchte, daß dann erneut der Sanktionsmechanismus ausgesetzt würde. Und dies wäre dann wieder das Einfalltor für andere Länder.
Eigentlich können Länder sicher sein, immer gerettet zu werden. Wenn wir schon Banken immer retten müssen, weil systemrelevant, dann wohl auch Länder.

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sichersurfen 22.08.2011, 16:13
6. Durchsetzung der Vereinbarungen und Rettung

Zitat von Emil Peisker
Ich bin ebenfalls für eine Finanztransaktionssteuer. Bei den Eurobonds sollten jedoch die Weichen zuerst auf eine geordnete wirtschaftliche Koordination gestellt werden. In Europa wurden zu oft die zweiten Schritte vor den ersten gemacht, die dann den fehlenden Regeln zum Opfer fielen.
Klar, immer den ersten vor den zweiten Schritt tun.
Mit der Euroeinführung hat man dies getan. Aber es hielt sich viele Länder nicht an die Verträge.
EZB macht was sie will, natürlich auf Druck einiger Länder. Unabhängigkeit ade.
Geordnete wirtschaftliche Koordination hört sich gut an. Die Institution müßte natürlich noch geschaffen werden. Aber ob man der auch eine unabhängige demokratische Legitimation verschaffen kann?
Aber selbst wenn es gelingen würde, stellen Sie sich einmal vor, ein Land verstößt gegen die neuen Regeln. Und das erste Land ist erneut - wie beim Maastricht-Vertrag - wieder
Deutschland. Und damit würde ein Sanktionsmechanismus einsetzen, der letztlich zum Ausschluß aus der Eurozone führen könnte.
Ich befürchte, daß dann erneut der Sanktionsmechanismus ausgesetzt würde. Und dies wäre dann wieder das Einfalltor für andere Länder.
Eigentlich können Länder sicher sein, immer gerettet zu werden. Wenn wir schon Banken immer retten müssen, weil systemrelevant, dann wohl auch Länder.

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andrea heil 22.08.2011, 16:17
7. Besser-Esser

Zitat von sysop
Die europäischen Banken haben mehr als 100 Milliarden Euro bei der Zentralbank deponiert
Huuuiii, na hoffentlich passen die da gut drauf auf, nicht dass da was weg kommt. Nicht auszudenken.

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inci 22.08.2011, 16:17
8. oooo

Zitat von Quatschtuete
Offensichtlich fehlt die Kreditnachfrage aus der Realwirtschaft, sonst müsste das Kapital da nicht rumlungern.
die kohle liegt so lange da, bis der startschuß für die eurobonds kommt. sind die "alternativlos" beschlossen, ist die summe an einem tag weg.

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katerramus 22.08.2011, 16:19
9. wir brauchen keine Euro-Bonds

Zitat von Flugwuppich
die deutschen Interessen im von Ihnen vorgeschlagenen Szenarium vertreten und durchgesetzt werden? Nach bisheriger Erfahrung werden doch deutsche Vertreter aus deutschen Parlamenten bestenfalls weggelobt........
In meinem Wunschszenario würde die EZB, wie ehemals die Notenbanken Geld generieren und direkt an die Staaten geben zu günstigen Zinsen - vor dem Euro haben die Banken auch keinen Zwischenhandel mit Staatsknete betrieben.

Das hätte zu Beginn eine höhere Inflationsrate zur Folge , im gesamten Euro-Raum (warum soll nur 1 zahlen?), außerdem Anfangsprobleme im Aussenhandel der Eurozone, die sich aber schnell relativieren sollten.

Es ist totaler Schwachsinn, dass Bürger in 17 EU-Staaten zu Sklaven der Finanzwirtschaft verkommen sind.

Dieser Schattenwirtschaft muss man strikte Regeln setzen, unter anderem, dass es keine systemrelevanten Banken gibt, sondern Geldinstitute, die sich verzocken eben pleite gehen.

Der Euroraum ist eine wirtschaftliche Macht, die bei der Bändigung dieses Molochs bessere Karten hat als die USA.Das geht aber nur als geschlossener Raum, mit Kleinstaatlichkeit hätten wir verloren.
Wir als Wähler müssen unseren Politmarionetten zeigen, was wir wollen

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