Forum: Wirtschaft
Mario Monti zur EU : "Deutsche Führung ist schon heute Realität"
VDouros-Creatives Pro

Vielen Europäern ist Deutschland in der EU zu mächtig. Doch der italienische Ex-Premier Mario Monti warnt die Populisten vor ihren Abspaltungsrufen: Alleine wäre das Land erst recht gefährlich dominant.

Seite 1 von 17
felix_tabris 09.03.2017, 13:44
1. Mal ist das Glas halb voll und mal halb leer ...

"Deutschland ist in der EU zu mächtig"
Also wenn andere EU-Nationen wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung brauchen sowie einen gesellschaftlichen Anker in der globalen stürmischen See, dann - ja dann - dann ist Deutschland der Retter in der Not und allseits bereit einzuspringen.
Doch geht es um partizelle Teilinteressen für diese oder jenes Klientel dann ist Deutschland zu mächtig; passt einem die ganze Richtung nicht sogar nach Lesart von Polen und Ungarn der moralische Imperialist.
Von daher: Kommen solche Töne gilt es erst einmal zu prüfen, um welches konkretes Interesse gehts hier eigentlich oder ist es sogar nur eine fensterrede für die eigene Innenpolitik.

Fakt ist bei alle möglichen Detailkritik: Deutschland ist in seiner europäischen und weltweiten Politik dezent und zurückhalten; aud Verständigung und Ausgleich bemüht.
Das früher schon mal massiv anders.
Und wenn man sich das Verhalten von Regierungen aus Polen, Ungarn oder aktuell wieder Türkei anschaut ... aber hallo!
Was bittschön steckt Berlin an Unverschämtheiten ein und bemüht sich trotzalledem noch um Verständigung.

Die internationale Athmosphäre hat sich in den letzten Jahren geändert hin zu einer diplomatischen Verrohung und provokativen Rabaukentum.
DESWEGEN ist die BK Merkel auch nicht mehr zeitgemäß, denn sie kann nur so sein wie sie ist (und das ist auch gut so).
Doch die Zeiten in Berlin können sich auch ändern.
Ein Kauter z.B. wäre das was Deutschland braucht (für die CDU) oder eben ein Schulz (für die SPD), wenn er sich denn traut.
und dann - dann - reden wir noch mal darüber, wie schön gemütlich und kuschelig es doch für die europäische Gemeinschaft mit der pflegeleichten BK Merkel (nicht Schäuble) gewesen war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schweineschnitzel0815 09.03.2017, 13:55
2. Alles bestens- oder?

Was Herr Monti hier zum Besten gibt ist eine fast heile Welt. Wenn ich mir allerdings die Statistik ansehe, zur Verschuldung der Staaten in Europa wird einem schlecht. Von 2006-2016 haben es Länder geschafft, Ihre Staatschulden zu verdoppeln. Portugal, Spanien, Großbritannien, Slowenien...die anderen Länder sehen nicht viel besser aus. Aber alle ist gut. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_europäischer_Länder_nach_Staatsschuldenquote

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wassup 09.03.2017, 13:55
3. Target-2 Salden....

Warum sollen die Euro-Kriesenstaaten aus dem Euro aussteigen, wenn sie sich wie letztes Jahr zinslos von Deutschland 170 Milliarden Euro ausleihen können - ohne Rückzahlungsplan?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
feld01 09.03.2017, 13:57
4. EU macht keine anständige Arbeit wenn Bevölkerungen verarmen

Es gibt wirklich nur eine Aufgabe die der Staat hat: die Bevölkerung reicher machen. Und genau damit ist die Euro-EU ganz offensichtlich gescheitert. Also nein Herr Monti, wenn es Griechenland, Italien und Frankreich besser gehen soll, müssen die so schnell es geht geordnet aus dem Euro und dann ggf. aus der EU.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasistdasende 09.03.2017, 14:02
5. Deutschlands objektiv dominante Stellung in Europa ?

Komisch, aus meiner Sicht nimmt Deutschland eher eine sehr devote Stellung in Europa ein. Gemessen an seiner Bevölkerungzahl und Wirtschaftsleistung. Ich fürchte Herr Monti's "objektiv" ist sehr subjektiv.
Aber mit einem hat er sicher recht: Alle EU Mitglieder sind nur noch an ihrem privaten Vorteil interessiert. Aber so wird es nicht funktionieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bullermännchen 09.03.2017, 14:02
6.

Naja, Deutschland ohne die EU wäre sicherlich stark aber bei weitem nicht wie heute. Wir partizipieren an den niedrigen Löhnen in der EU ausserhalb Deutschlands und quersubventionieren wo auch immer es unserer Wirtschaft zu gute kommt. Ohne den Euro wäre das kaum denkbar, ohne freie Grenzen ebenfalls. Exporte würden einbrechen weil u.A. die "ärmeren" EU-Länder sich Made in Germany nicht mehr leisten könnten.
Deutschland liegt viel daran das die EU bestand hat. Vielleicht hier und da eine kleine Justage (Polen, Griechenland und bloß keine weiteren Balkanstaaten) aber im Kern sind wir durch die EU was wir sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zentralist 09.03.2017, 14:06
7. Anderer Ansatz

Zitat von feld01
Also nein Herr Monti, wenn es Griechenland, Italien und Frankreich besser gehen soll, müssen die so schnell es geht geordnet aus dem Euro und dann ggf. aus der EU.
Man könnte es auch umgekehrt sehen. Deutschland müsste aus dem Euro. Damit müsste es mit einer Währung auf den Markt, die seine Wirtschaftskraft wiederspiegelt (siehe Schweiz).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeisig 09.03.2017, 14:07
8. Hochinteressanter Beitrag.

Ich kann den Beitrag noch nicht kommentieren. Muß noch einmal lesen. Aber mir scheint, es lohnt, ihn zwei mal zu lesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
postit2012 09.03.2017, 14:11
9. Ein sehr gutes Interview

mit einem vernünftigen Menschen, der sehr klar sieht, dass wir mit nationalstaatlichem Denken überhaupt nicht zusammen weiterkommen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 17