Forum: Wirtschaft
Marktmanipulation: Mutmaßlicher Verantwortlicher für Börsencrash 2010 verhaftet
REUTERS

Ein Brite soll 2010 dafür gesorgt haben, dass der Dow-Jones-Index binnen Minuten einbrach. Die Polizei hat den verdächtigen Börsenhändler nun in London verhaftet. Die USA fordern seine Auslieferung.

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Mario V. 22.04.2015, 07:53
20. Einer alleine kann einen solchen Crash auslösen?

Was passiert wohl, wenn da jemand Größeres "Mist" baut?

Manipuliertes Handelsprogramm - Könnte es sein, dass an der Börse gewisse Dinge einfach verboten gehören sollten? HFT zum Beispiel.

Und trotzdem hat der Arme in 5 Jahren nur 40 Millionen Dollar gewonnen. Hat er am Ende doch noch irgendwas falsch gemacht.

Und noch 'ne Frage - wieso spricht man hier plötzlich von "ergaunert"? Und alle anderen "verdienen" ihr Geld an der Börse? Ich würde das alles "ergaunern" nennen. Dort geht's schon lange nicht mehr um das klassische Investieren. Keiner von denen schaut mehr darauf, was Unternehmen machen, es geht nur noch um die Zahlen an der Börsentafel. Das goldene Kalb der Neuzeit.

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klausbrause 22.04.2015, 08:07
21.

Na, dann hat die Krise ja endlich einen Namen, das Problem ein Gesicht. Ein böser Junge hat über Jahre Kurse manipuliert und das Gleichgewicht der Märkte sabotiert. Ein böser Bube, unter Tausenden von braven Händlern, die nichts anderes im Sinn haben, als im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten dem Volke zu dienen. Gut, das wir das geklärt haben.
Nun haben wir es den Gutmenschen, die da immer von Systemkrise und so faseln, aber mal wieder so richtig gezeigt.
Nein, nein, es ist schon so, der Finanzkapitalismus ist die beste aller möglichen Welt.

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Kater Bolle 22.04.2015, 08:32
22. Was wollt ihr?

Ein Kind der Finanzzindustrie.
Der hat das dort gelernte umgesetzt.
In der Branche werden jeden Tag derartige und größere Verbrechen vollbracht.
Nur in dieser Branche kann man das ungestraft machen.
Wenn's dann knallt, schickt man einfach die Rechnung an die Steuerzahler.

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ruediger 22.04.2015, 09:15
23.

Mir ist, sich nach Lektüre der Anklage(http://www.justice.gov/sites/default/files/opa/press-releases/attachments/2015/04/21/sarao_criminal_complaint.pdf) noch nicht klar wo der Unterschied zum "normale High Frequency Trading liegen soll.

Kann mir den mal jemand erklären?

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armandogui 22.04.2015, 09:24
24. @ meckeronkel heute, 01:19 Uh

"Scheinaufträge" - beschreiben wir es mal so, hängt eine dicke Fliege am Ende der Leine des Anglers und läßt dieser den Köder in der Nähe der Forellen zu Wasser, dann ist zu beobachten, dass sich die Forellen in Richtung des Köders bewegen.
Mittels "Scheinaufträgen" im Orderbuch eines Handelsinstruments hier dem DOW Jones, versuchen Anleger die Kurse in Richtung dieser zu bewegen, um im Hintergrund Kompensationsgeschäfte positiv abschließen zu können. Kurz vor Erreichen der Kurse der "Scheinaufträge" werden diese in der Regel vom Auftraggeber gelöscht. Es kommt darin nicht zur Ausführung (Erfüllung des Handelsgeschäfts). Diese Art der Geschäfte sind weiterhin tagtäglich in den Orderbüchern der Handelsinstrumente erkennbar - wenn auch aktuell - in deutlich geringerem Rahmen.

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wiebitte??? 22.04.2015, 09:50
25. Opfer

Als hätte es dieser Mann alleine bewerkställigt. Und die Summe, um die es geht ist auch lächerlich.

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derdon111 22.04.2015, 09:56
26. was soll man dazu sagen...

...einfach nur krass, wie ein einziger Mensch den Dow Jones mal eben um 600 Punkte fallen lassen kann.

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JanGosch 22.04.2015, 10:04
27. Erstaunlich

finde ich, dass es überhaupt möglich ist mit einem manipulierten Handelsprogramm in so kurzer Zeit den Kurz derart zu drücken. Das zeigt uns doch, dass mit dem System des Aktienmarktes grundlegend was nicht stimmt.

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ambulans 22.04.2015, 12:08
28. >meckeronkel, armandogui,

Zitat von armandogui
"Scheinaufträge" - beschreiben wir es mal so, hängt eine dicke Fliege am Ende der Leine des Anglers und läßt dieser den Köder in der Nähe der Forellen zu Wasser, dann ist zu beobachten, dass sich die Forellen in Richtung des Köders bewegen. Mittels "Scheinaufträgen" im Orderbuch eines Handelsinstruments hier dem DOW Jones, versuchen Anleger die Kurse in Richtung dieser zu bewegen, um im Hintergrund Kompensationsgeschäfte positiv abschließen zu können. Kurz vor Erreichen der Kurse der "Scheinaufträge" werden diese in der Regel vom Auftraggeber gelöscht. Es kommt darin nicht zur Ausführung (Erfüllung des Handelsgeschäfts). Diese Art der Geschäfte sind weiterhin tagtäglich in den Orderbüchern der Handelsinstrumente erkennbar - wenn auch aktuell - in deutlich geringerem Rahmen.
ein paar anmerkungen zum thema: puts (biete an) und calls (will kaufen) sind optionen, demnächst etwas an den börsen zu tun. derartige geschäfte werden standardisiert (als option, quasi: willenserklärung) gehandelt, aber erst mit verzögerung, wie übrigens auch orders über aktien, wertpapiere, etc., "back office" per clearing abgewickelt. was der schlawiner da oben im artikel gemacht hat, nennt man "leer-kaufen resp. -verkaufen" und kann durchaus manchmal so einige kleinere "schweinereien" beeinhalten, um es einmal ziemlich vergröbert auszudrücken. wenn man z.b. sämtliche finanztransaktionen ohne unterschied (egal, ob reales geschäft oder in der zukunft) mit der entsprechenden, gleichnamigen steuer versehen würde, wäre diesen auswüchsen schnell der notwendige riegel vorgeschoben - aber das ist jetzt ein ganz anderes thema ... dr. hom.oec. ambulans (alle kassen)

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KurtT. 22.04.2015, 12:18
29.

Zitat von n.erd
(...) ... oder endlich die Tobin-Steuer einführen.
Ich selber bin ja nur sowas wie ein "Voyeur", der sich z.B. über die Psyche bzw. Mentalität der medialen "Verkäufer" von Börsennachrichten (auf NTV und anderswo) Gedanken macht, diese - mit meinen Gewichtungen - zu analysieren versucht. Da ich aber jahrelang in einem "attac"-Forum mitlas und auch schrieb, weiß ich so ungefähr, was eine "Finanztransaktionssteuer" ist - und möchte hier mal fragen:
Weil ja der Fiskus Nutznießer dieser "Abschöpfungssteuer" aus virtuell generiertem Geld sein dürfte - wäre der eigentlich ernsthaft daran interessiert, auf diese Einnahmen zu verzichten, indem er die "Spekulation" stärker reguliert und sogar beschränkt? Und wie, mit welchen Kriterien definiert man eigentlich, ab wann derartige "Wertschöpfung" strafbar ist? Oder ist etwas erst dann "kriminell", wenn die Verluste größer als die Gewinne sind, hier jene für den Staat bzw. den Steuerbürger? Irgendwie scheint mir das alles ziemlich irrational, ein fast schon schizophrener "Tanz ums goldene Kalb" zu sein ...


der bankojee

milliarden hier, die selben dort
grad war'n sie da, jetzt sind sie fort
wenn's konto leer, ist's dorten voll
man kann kassier'n und findet's toll ...

den bankojee, den kümmert's nicht
der herr der gier tut nur die pflicht
zu dienen ihm, dem götzen geld
dem lange schon gehört die welt ...

der gierhals, ach, hat sich geirrt
weil er wohl viel zu sehr verwirrt
als singen ließ er den choral:
nur geld ist gut, nicht die moral ...

© Peter H. alias KurtT.

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