Forum: Wirtschaft
Markus Söder und Olaf Scholz: Die Zinspopulisten
DPA

Alarm! Den Deutschen drohen Strafzinsen! Das zumindest wollen Politiker wie Markus Söder oder Olaf Scholz den Sparern weismachen. Dabei sind die einzigen, die bei dem Thema eine Strafe verdient hätten, die Herren selbst.

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juergen.lippka 23.08.2019, 10:02
50. Der von der EZB gemachte Geld-Tsunami.......

Verantwortlich für diese dramatischen Fehlentwicklungen ist sicher Herr Draghi und seine Mitstreiter in der EZB
Führungsetage,
Aber nicht ganz allein.
Noch mehr in der Verantwortung stehen die Regierungen der Euro-Länder und die sie Tragenden Parteien.
Das dürfen wir als Wähler nie vergessen.
Das Thema kostet jetzt wohl auch Wählerstimmen.
Das haben auch Herr Schulz und Söder inzwischen gemerkt.
Wir müssen jedoch davon ausgehen, das alle genannten die Politik der EZB Punkt für Punkt ohne jede Einschränkung so gewollt und bestimmt haben.
Den Quatsch von der Unabhängigkeit soll mir bitte niemand erzählen wollen.
Letztendlich hat man die EZB alle Verträge und Regeln brechen oder verbiegen lassen.
Nehmen wir mal die Staatsfinanzierung als Beispiel.
Jetzt werden alle sagen aber der EUGH hat doch .......
Der EUGH ist in meinen Augen so etwas wie der Libero für die EU/Euro-Verantwortlichen.
Mir den gesteuerten Urteilen kann man die nationalen Verfassungsgerichte aushebeln.
Ein Urteil habe ich noch gespeichert.
Der EUGH hat mal eine Klage auf die Herausgabe der Akten zum Griechenland-Goldman-Sachs deal verboten.
Wenn diese Akten das Tageslicht gesehen hätte wäre das Thema Draghi schon lange erledigt.
Der EUGH als Libero........ wenn nichts mehr hilft.

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Aberlour A ' Bunadh 23.08.2019, 10:22
51. Der Zins - ökonomische oder politische Größe? Oder gar natürlich?

Zitat von dynamoraul
sind doch eigentlich Zinsen.Und nicht umgedreht.Einer musss für dass Geld bezahlen,weil es fällt nicht vom Himmmel.Und nun ratet mal wer dass ist?Ich meine dass International und nicht nur auf den Deutschen Steuerzahler bezogen.
Da Zinsen Preise sind, müssen sie auch erwirtschaftet werden - von irgendwem. Und da fallen mir natürlich sofort die üblichen Verdächtigen ein, die das machen müssen. Daher hat ein Nullzins Vorteile: man spart sich die Plackerei lieber für sinnvollere Aufgaben. Aber vielleicht kommt Hilfe aus der Zinstheorie selbst: der sogenannte "natürliche Zins". Wenn denn der bei null liegt, wäre jede Abweichung eines sogenannten "Marktzinses" vom "natürlichen Zins" volkswirtschaftlich als Gleichgewichtsstörung zu betrachten. Liegt der "Marktzins" unter dem "natürlichen Zins", ensteht Inflation. Da wir in Zeiten relativer Preisstabilität leben, liegt die Vermutung nahe, dass gegenwärtig der Realzins sich asymptotisch null nähert. Da immer mehr Leute sparen wollen, gleichzeitig die Geschäftsbanken nicht wissen wohin mit dem Geld, wäre auch hier eine Antwort zu finden, warum sogar "Negativzinsen" eine Art von "Natürlichkeit" beanspruchen können.

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so-long 23.08.2019, 10:24
52. Neues Steuersystem

Zitat von claus7447
...er ist permanent im Wahlkampf. Gestern Grün heute Zinsen. Klar versucht die EZB insbesondere Ländern wie Spanien, Portugal und Italien unter die Arme zu greifen. Auch Deutschland wird die schwarze Null beerdigen. In Anbetracht der notwendigen Verbesserung der Infrastruktur wird dies notwendig sein. Neben Internet insbesondere Brücken, Schienen und Wasserwege. Leider haben wir derzeit keine Partei mit ausreichend Stimmen um auch endlich den Umbau des Rentensystems (alle zahlen in ein System undxalle bekommen daraus Rente, s. Österreich) das sonst in 10 Jahren schon an den Beamtenpensionen scheitern wird. Die grösste Aufgabe wäre ein komplett neues und gerechtes Steuersystem. Dann müsste man nicht über Vermögenssteuer etc. diskutieren sondern jeder zahlt seinen gerechten Anteil. Egal woher er Einnahmen hat, ob Dividenden, Miete oder Lohn. Weniger Ausnahmen, weniger Subventionen. Das wäre ein Schritt in die Zukunft.
daran hat niemand ein ernsthaftes Interesse. Stellen Sie sich vor, was aus der Steuerneraterzunft würde, wenn ein Bierdeckel für die StErklärung genügte?
Das Rentensystem ist in sich gut, wird jedoch permanent von der Politik vergewaltigt, weil der logische Zusammenhang zwischen Einzahlung und Auszahlung/Rentenbezugsdauer mehr & mehr ausgehebelt wird. Dass eine breite Beteiligung am Produktivvermögen politisch absolut unerwünscht ist -somit bleiben die Menschen/Wähler in Abhängigkeit- , ist ein Skandal.

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mantrid 23.08.2019, 10:49
53. EZB-Auftrag Geldwertstabilität

Erster Auftrag der EZB ist es, für Geldwertstabilität zu sorgen. Stabiles Wirtschaftswachstum ist nur eine Nebenpflicht. Eine angepeilte Inflation ist keine Geldwertstabilität und Negativzinsen schon gar nicht. Draghi kommt seinen Verpflichtungen nicht nach!

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karljosef 23.08.2019, 14:01
54. Negativzinsen --> Muss ich das verstehen?

Es gibt gute Tresore und es gibt Bankschließfächer...

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tatsache2011 23.08.2019, 14:30
55.

Zitat von karljosef
Es gibt gute Tresore und es gibt Bankschließfächer...
..., die erstens Geld kosten und zweitens in der benötigten Menge nicht vorhanden sind.

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claus7447 25.08.2019, 10:11
56.

Zitat von so-long
daran hat niemand ein ernsthaftes Interesse. Stellen Sie sich vor, was aus der Steuerneraterzunft würde, wenn ein Bierdeckel für die StErklärung genügte? Das Rentensystem ist in sich gut, wird jedoch permanent von der Politik vergewaltigt, weil der logische Zusammenhang zwischen Einzahlung und Auszahlung/Rentenbezugsdauer mehr & mehr ausgehebelt wird. Dass eine breite Beteiligung am Produktivvermögen politisch absolut unerwünscht ist -somit bleiben die Menschen/Wähler in Abhängigkeit- , ist ein Skandal.
Danke für ihre Rückmeldung. Offensichtlich liegt es entweder an der mangelhaften Information durch die Parteien, oder durch die mangelhafte Intelligenz der Wähler.

Ich gebe zu, das mich Schulzeit sowie Studium und das in den 68ern geprägt haben. Adenauer war kur vor der Heiligsprechung und es war wohl schwierig eine andere Meinung zu haben. Dabei standen die Altnazis zu hauf in hohen Posten. Die SPD hat und wurde mit H4 diskreditiert. Sicher waren auch finanzpolitische Entscheidungen unter Schröder/Eichel eigentlich Kopien der CDU Politik, das sind Fehler.

Aber wenn ich heute den Aufschrei bei höheren Steuersätzen für sehr gut verdienende lese, frage ich mich, sind die alle so reich oder ist es der Reflex?

Sie haben recht, mein Steuerberater würde mit mir kein Wort mehr reden, obwohl, er hat viel Humor und betreut einzelkunden eigentlich nicht. Firmen werden ihm immer treu bleiben. Was machen wir mit den Finanzbeamten? Vielleicht zum Zoll, Löhne und Firmen überwachen, oder den zweiten Vorteil mitnehmen, weniger Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst auf lange Frist. Bierdeckel Regeln wird es nicht mehr geben, dazu ist die Wirtschaft zu komplex. Aber überschaubarer. Warum Kapitalertragssteuer, selbst Schäuble meint streichen. Warum muss jeder Pubs der Wirtschaft subventioniert werden, es gibt ohnehin Abschreibungen, warum kann man Managergehälter ohne Limit nach oben zu 100% absetzen?

Vermögenssteuer ist Quark weil zu kompliziert und sicher trifft es dann den einen oder anderen falsch. Erbschaftssteuer höher, strenge Regeln im Falle von Firmenerben. Man wird Betriebe nicht töten wenn sie gut weitergeführt werden und gute Erben wollen erhalten.

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Flugor 30.08.2019, 23:28
57.

Zitat von MartinHa
Die Zentralbank kann die realen Zinsen (nach Inflation) nur kurzfristig beeinflussen. Langfristig ist es alleine das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach Geld weltweit, die das reale Zinsniveau bestimmt.
Nun ja....

Die ZB kann den Realzins sehr wohl beeinflussen:
Durch die Erhöhung der Liquidität erhöht sie die Nachfrage nach Assets, was dort zu höheren Preisen führt und als Folge zu niedrigeren Renditen. Im Falle von Anleihen wären dies die Zinsen.

Es wäre jetzt die Aufgabe der Regierungen, Fehlallokationen jener Liquidität zu erkennen und zu bekämpfen. Beispielsweise dass mit jener so geschaffenen Liquidität Wohnungen (und Mieten als deren Rendite) zu Spekulationsobjekten verkommen.

Dies wäre beispielsweise über eine Grunderwerbssteuer möglich, welche umso höher ausfällt, je mehr Immobilien eine juristische Person verwaltet.

Was die EZB gemacht hat ist schon ganz gut.
Wie die Politik aber auf die Folgen der Liquiditätsausweitung reagiert hat, das ist sehr schlecht.

Ich vermute, dahinter steckt eine Kombination aus Vorsatz und Inkompetenz.

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Flugor 30.08.2019, 23:31
58. Vielleicht sind Söders Wähler einfach so blöde...

Zitat von claus7447
Söder im permanenten Wahlkampfmodus. Das ist ja fast wie bei Donny. Mal Grün, dann für den kleinsparer, dann für die Frau am Herd. Für mich nur erstaunlich, das um die 35% diesen Verwandlungskünstler noch wählt. Zu durchsichtig.
Bekanntlich wählt der Wähler denjenigen, der ihn am für ihn vorteilhaftesten belügt.

Populisten (Trump, AfD, Johnson, Farage, Salvini, ....) kommen so an die Macht.

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Flugor 30.08.2019, 23:40
59. Das zentrale Problem in 2008 war...

Zitat von 70-200er_f2.8
Der Zentralbankeinflusd ist größer als Sie denken....denn die EZB stellt durch ihre diversen Programme zum Kauf von staatsanleihen faktisch unbegrenzt Geld zur Verfügung....und damit wird Angebot und Nachfrage außer Kraft gesetzt...
Das zentrale Problem in 2008 war, dass sowohl kurzfristige, als auch langfristige Zinsen infolge der vorherigen sehr hohen Kreditexpansion (prozentual wesentlich höher als das Nominalwachstum) durch die direkte Inflationssteuerung letztendlich Kredit-finanziert waren.

Nachdem die Kreditvergabe von diesem nicht nachhaltigen Niveau aus kollabiert war, ließen sich die aktuellen Zinsen nicht mehr finanzieren.

Die Wahl bestand zwischen der Vernichtung der Guthaben (und damit der Lebensversicherungen, privaten Altersvorsorgen, Lohnzahlungen, Rentenzahlungen, ...) und dem Drücken des Zinses auf ein wieder nachhaltiges Niveau.

Die "Wahl" bestand also zwischen Volksaufständen und niedrigeren Zinsen. Somit war die getroffene "Wahl" letztendlich alternativlos...

Klar, den Rechten (und Preppern) wäre ein Volksaufstand lieber gewesen.
Folglich hetzten diese gegen die getroffene Wahl und ihre Bezeichnung als Alternativlosigkeit.

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