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Marode Infrastruktur: Wer ist schuld am Schlaglochstau?
dpa

Brücken, Straßen, Schienen und Schleusen rotten vor sich hin. Die Große Koalition will zusätzliche Milliarden für die Infrastruktur ausgeben. Die SPIEGEL-Dokumentation macht den Faktencheck: Fehlt es Deutschlands Verkehrswegen wirklich an Geld - oder an der richtigen Verkehrspolitik?

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fd53 08.12.2013, 10:57
70. aus der Praxis

Zitat von outsider-realist
Wo sind denn jetzt die Wutbürger zu finden? Meinen sie die Leute, die für die Umgehungstrassen verantwortlich sind? Ich dachte Wutbürger sind diejenigen, die etwas verhindern- auch wahlweise Ökoterroristen und Rentner mit Freizeit genannt. Wieder mal so ein Beispiel wie sinnfrei solche Begriffe sind.
Na dann fahren Sie doch mal die B169 komplett ab - da wird selbst für Ortschaften mit 120 m Länge (z.B. Lindchen) an der B169 massiv mit Blockaden eine extrem teure Ortsumgehung gefordert. Oder fahren Sie mal von Mühlberg an der Elbe (bekannt durch Hochwasserberichte im TV) nach Riesa - und beobachten Sie mal den irrwitzig geringen Verkehr auf der dortigen gewaltigen Ortsumfahrung winziger Ortschaften. Wobei sich obendrein diese extrem überdimensionierte Ortsumfahrungstrasse beim Hochwasser 2002 sogar der Verursacher von Katastrophen wurde und deshalb nach 2002 mit vielen weiteren Millionen dort zusätzlich viele Brücken eingebaut wurden. Zumal Ortsumfahrungen immer ein Problem produzieren: dort hält keiner mehr. Die Gaststätten klagen über einen gewaltigen Kundenschwund, Tankstellen schließen, in den Geschäften fehlen plötzlich 50 % der Käufer, die Touristen bleiben weg. Drebkau (B169) und Spremberg (B97) sind Musterbeispiele für solche Folgeprobleme - aber erst seit der Inbetriebnahme der Ortsumfahrungen.

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oberrat 08.12.2013, 10:57
71.

Zitat von Badischer Revoluzzer
das fleischgewordene Schlagloch. Was hat er eigentlich bisher geleistet ?
Peter Rumsauer soll der "schönste Mann Deutschlands" sein.
Reicht das nicht?

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fd53 08.12.2013, 11:03
72. nur mit dem LKW - dank der Autolobby

Zitat von blattschuss
Dass die LKW die größte Belastung darstellen, ist ja unbestritten, aber wie wollen Sie denn die Güter transportieren? Mit Bahn und Schiff kommt man nun mal nicht überall hin.
Aber nur dank der unvorstellbaren Macht der deutschen Autolobby. Dank deren Einfluss hat bekanntlich die DB AG nach 1990 mehr als 12 000 Ladestellen geschlossen und deren Nutzer damit zum Umstieg auf den LKW gezwungen. Und da inzwischen auch die Rangierbahnhöfe vernichtet wurden, kann man das auch kaum noch (oder nur mit gigantischen Finanzmitteln) rückgängig machen. Die politisch Verantwortlichen dafür suchen Sie bitte bei FDP/CSU/CDU.

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tweet4fun 08.12.2013, 11:08
73. Ah ja!

Zitat von phocs
Wenn die Frage lautet, "Neubau oder Sanierung" kann die Antwort nur lauten "Neubau UND Sanierung". Das nennt sich Investition und ist in der freien Wirtschaft nicht ganz unbekannt. Im Staate Deutschland schon: 1 Euro Invest bringt 3 Euro BIP, und trotzdem gilt Investitionen nein danke. Warum? Weil das Geld nur in den Konsum geht. Die richtige Antwort auf den Investitionsstau ist es, die Renten zu kürzen (als größter Brocken) und gleichfalls die Pensionen. Man könnte auch einfach 90% der Mineralölsteuer in Infrastruktur statt in Rente (Beamte, Subventionen, ...) zu stecken. Die GroKo macht das Gegenteil: Mütterrente, Rente mit 63 etc pp sind Konsumausgaben und der Schritt in die falsche Richtung. Falls Steuererhöhungen kommen: werden mit Sicherheit verfrühstückt. Fazit: 10 Milliarden extra per anno in die Infrastruktur sind überhaupt kein Problem.
Dann sollte man auch ein Programm für "freiwillige Sterbehilfe" ab dem 60. Lebensjahr einführen.

Mann, Mann! Es wundert mich nicht mehr, daß der Begriff "Solidargemeinschaft" in Deutschland mittlerweile ein Fremdwort geworden ist.

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fd53 08.12.2013, 11:09
74. bitte denken und rechnen

Zitat von tweet4fun
...aber dann bricht der ÖPNV zusammen. Und Anreize, den ÖPNV zu benutzen, gibt es bei den hohen Fahrpreisen auch kaum.
Diese Aussage ist in der Praxis für Leute mit der Fähigkeit des Rechnens in mehr als 50% aller Fälle falsch. Mein ex. Kollege fährt sogar täglich die 1000m mit dem Auto zur Arbeit - obwohl allein die Parkplatzsuche ihm mehr Zeit kostet als das Laufen der Wegstrecke. Und im Winter dauert 2 mal täglich das Enteisen der Scheiben länger als das Laufen der Wegstrecke. Und wo ich hier wohne, fahren am Samstag und Sonntag 80% der Brötchenholer die 150 m vom Eigenheim zum Bäcker mit dem Auto.

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fd53 08.12.2013, 11:13
75. was bitte soll das?

Zitat von mischamai
Alljährlich werden 58 Mrd. An Steuern durch Automobile und Strassennutzung eingenommen aber nur 18Mrd.zurückgeführt.Hier liegt der Betrug am Nutzer der die Zeche zahlen muss.
Bitte mal die Zahlen untermauern - und ansonsten sollte man Ihnen alle Leistungen streichen, die aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden.

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Sharoun 08.12.2013, 11:22
76.

Zitat von sysop
Brücken, Straßen, Schienen und Schleusen rotten vor sich hin. Die Große Koalition will zusätzliche Milliarden für die Infrastruktur ausgeben. Die SPIEGEL-Dokumentation macht den Faktencheck: Fehlt es Deutschlands Verkehrswegen wirklich an Geld - oder an der richtigen Verkehrspolitik?
..Automobilität ist nun mal derbe teuer!
Statt Personenbeförderung und Gütertransport auf effizientem Wege abzuwickeln (wie es unsere Vorgängergenerationen locker drauf hatten) erliegt man den Einflüsterungen der Automobil- und Ölindustrie - allerdings ohne sich die Kosten hier erstatten zu lassen.

Entweder man rudert schleunigst zurück 'in die Zukunft' - oder ein aberwitziger Anteil des erzeugten volkswirtschaftlichen Vermögens wird nur für den Sektor Verkehr wieder rausgehauen werden müssen (statt für Bildung, Gesundheit, Zukunft..).
'Wäre ich aber strikt dagegen!

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Wolfgang Jung 08.12.2013, 11:27
77. Schon in der Bibel steht's

Der heutige Bibelspruch in meinem katholischen Abreißkalender:
Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Mt 3,3

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jayram 08.12.2013, 11:34
78. Frau Merkels

Vorstellung von Zukunft ist ziemlich absurd, ein supermoderner Containerhafen zu dem Straßen und Schienenwege führen auf denen schwere Lasten wegen zu vieler Schäden nicht transportiert werden können. Das ist generell die Denk und Arbeitsweise von Frau Merkel, nach dem Motto oben hui unten pfui, über das Unten wird dann das Mäntelchen des Schweigens oder der Aufregung über gefährdete Banken gelegt. Eine schöne Zukunftsvision die die Frau Kanzlerin da offenbart oder ist das ihr Offenbarungseid?

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tweet4fun 08.12.2013, 11:34
79. Zustimmung.

Zitat von fd53
Diese Aussage ist in der Praxis für Leute mit der Fähigkeit des Rechnens in mehr als 50% aller Fälle falsch. Mein ex. Kollege fährt sogar täglich die 1000m mit dem Auto zur Arbeit - obwohl allein die Parkplatzsuche ihm mehr Zeit kostet als das Laufen der Wegstrecke. Und im Winter dauert 2 mal täglich das Enteisen der Scheiben länger als das Laufen der Wegstrecke. Und wo ich hier wohne, fahren am Samstag und Sonntag 80% der Brötchenholer die 150 m vom Eigenheim zum Bäcker mit dem Auto.
Sicher haben Sie Recht. Ich bestreite das nicht. Oft wird auch vergessen, die "versteckten" Kosten eines Autos gegenzurechnen. Aber selbst dann kommt der ÖPNV in Deutschland im internationalen Vergleich recht schlecht weg. Ihrem Beitrag #72 kann ich auch vollkommen zustimmen. Das gilt aber nur für mittlere und längere Strecken. Für die 150m zum Bäcker reichen die Füße oder das Fahrrad oder, wenn man behindert ist, der freundliche Nachbar.

Noch ein Wort zu Ihrem Beitrag #72: Interessant ist, daß Deutschland oft die USA imitiert. Und es werden auch die gleichen Fehler gemacht - immer mit Zeitverzögerung um 15 bis 20 Jahre. Hier im Großraum Los Angeles existierte noch in den 50er Jahren ein exzellentes Schienensystem für den ÖPNV. Das wurde ab den 60er Jahren zugunsten dem Straßenverkehr völlig abgebaut und beseitigt. In den 90er Jahren bemerkte man dann schließlich, daß das gesamte Verkehrssystem kollabiert. Mittlerweile lebten über 10 Mio. Menschen auf dem Gebiet, die täglich zur Arbeit und zurück fuhren. Seit den 90er Jahren wurde dann ein Schienensystem wieder aufgebaut. Der Prozeß hält an. Nur kostet das heute das hundertfache dessen, was ein Erhalt gekostet hätte. Dank der Lobbyarbeit der Autoindustrie!

Deutschland sollte aufhören, die Fehler anderer Nationen zu wiederholen und vorausdenken lernen. So wie das bei Euch läuft, funktioniert es nicht! Das Wissen darum haben wir mittlerweile bitter erlernt.

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