Forum: Wirtschaft
Marode Staatsfinanzen: Deutschland verfällt dem Schuldenrausch

Mehr Geld, mehr Aufschwung, mehr Schulden - im Kampf gegen die Krise steuern Bundesregierung und Banken einen gefährlichen Kurs: Den Staatsfinanzen droht eine jahrelange Misere. Der Wachstumskult hat die ganze Gesellschaft erfasst, ein Neuanfang ist dringend nötig, schreibt Wolfgang Kaden.

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Volker Gretz 19.11.2009, 20:11
40. Wohlstandsverlust

Zitat von Pim
Ein Wirtschaftssystem, das auf einem exponentiellen Wachstum beruht, kann in einer Welt begrenzter Ressourcen nicht funktionieren.
Unabhängig von den begrenzten Ressourcen hat Deutschland doch in den letzten Jahren den empirischen Beweis erbracht, dass "Wachstum" zu Ghettobildung, dramatischer Staatsverschuldung, sinkenend Löhnen und Sozialabbau führt.

Aber mit Beweisen kann man Wirtschaft, Politik und Medien nicht kommen. Nur Strafbefehle würden helfen.

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rebound68 19.11.2009, 20:15
41. Werd' doch mal konkret:

Zitat von PZWI
Ein guter Artikel (selten für SPON)! Auch wenn er polarisiert und die Leute empört aufschreien "ICH bin doch nicht schuld". DOCH! Wir alle hängen mit drin in dem System. Ich hab die Merkel nicht gewählt, aber ich lasse es zu, daß mir der Staat die Kohle aus der Tasche zieht. Die Deutschen sind ein Volk von Duckmäusern, die gerne mit dem Finger auf ihren Nachbarn zeigen, wenns darum geht, irgendwo einen Schuldigen zu finden. Es geht hier nicht um den einzelnen, der nen kleinen Kredit aufnimmt. Es geht auch nicht um tatsächliche Gier. Es geht um die Feigheit. Ums Stillhalten. Ums Abschieben von Verantwortung. "Die Politiker werdens schon richten." Pustekuchen. Wie im Großen, so im Kleinen. Einfach mal nach Innen schauen. Was tue ICH denn, damit der Scheiß aufhört?
Ja erzähl doch mal, was tust DU denn, damit der Scheiß aufhört?
Wie übernimmst DU Verantwortung?

Erklär mir, wie das geht, das richtige Leben im Falschen.
Und am Besten gleich noch die Quadratur des Kreises und das Perpetuum Mobile.

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WarumDenn 19.11.2009, 20:25
42. Erstaunlich

welche Artikel mit dubiosen Behauptungen, Pauschalierungen und Verdrehungen mittlerweile hier veröffentlich werden.

Diese Aufzählung von "Wohltaten" suggeriert eine Entlastung des "kleinen Mannes". An welcher Stelle wird kritisch auf die erhöhten Kinderfreibeiträge (entspricht mehr als die Kindergelderhöhung von 20 €), weniger MwSt für Hoteliers (Lobbyarbeit wie in einem anderen Artikel hier beschrieben), Entlastungen für Landwirte fehlt ganz und so geht es weiter.

Die Unternehmen leiden unter der niedrigen, meistens selbstverschuldeten Eigenkapitalquote. Die Banken bekommen das Geld zu günstigsten Konditionen.
Politiker haben leider noch nicht begriffen, daß Schuldenabbau bei den Wähler ankommt.
Und so zieht es sich durch. Was soll das also?

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My2Cents 19.11.2009, 20:31
43. Stimme dem Artikel vollkommen zu

Aus meiner Sicht absolut richtig, was der Autor des Spiegel-Artikels da zu berichten hat.

So geht's nicht weiter. Warum ist Wachstum (= Beschleunigung) das einzig Wahre in der Wirtschaft? Kommt man nicht mit 120 km/h genauso voran wie mit 150 km/h? Es steht ja nicht die Wirtschaft still, nur weil sie vielleicht mal mit einem fixen bzw. oszillierenden Bruttosozialprodukt wirtschaftet.

Und auf die Steuergeschenke kann ich auch lässig verzichten. Man muss sich einfach mal den Realitäten stellen: Wenn man Schulden hat, dann hat man sie gefälligst auch abzubezahlen, bevor man neue Schulden macht! Und wer auf Alimente (= Steuergeschenke) angewiesen ist, sollte sich überlegen, ob sein Lebenswandel nicht auch ein wenig anspruchsloser gestaltet werden kann. Wer immer sagt, er hat von allem zu wenig, sollte SICH SELBST verändern, bevor er Almosen einfordert.

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Psion13 19.11.2009, 20:40
44. Notbremse ziehen!

Statt nur unerfüllbare Versprechungen zu machen, muss endlich die Schuldenbremse gezogen werden! Wozu braucht Deutschland über 600 Bundestagsabgeordnete und zahlreiche Landtagsabgeordnete? Viele Köche verderben bekanntlich den Brei!! 16 Bundesländer sind eindeutig zuviel! 3 Bundesländer würden langen! Das Zentralabitur ist überfällig und würde eine enorme Kosteneinsparung und Vergleichbarkeit der schul. Leistungen bringen! Eine Steuerreform mit einem einheitlichen Steuersatz für alle würde ebenfalls große Einsparmöglichkeiten bringen. Außerdem könnten die Menschen sich mit lebenswerteren Dingen als mit der Anfertigung einer Einkommenssteuererklärung beschäftigen können - bspw. mehr Bewegung bzw. Sport. Wozu braucht Deutschland 192 Eurofigther Militärjets? Schluss mit den unsinnigen kostenintensiven militärischen Auslandseinsätzen der BUWE. Reformen sind dringend notwendig!

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dr_tone 19.11.2009, 20:44
45. Wetten auf die Zukunft

Immerhin hat die derzeitige Krise dazu geführt, dass ich endlich ein bisschen kapiert habe, wie der Maschinenraum unserer Gesellschaft tatsächlich funktioniert.

Letztendlich ist jeder Kredit eine Wette, dass es irgendwo auf der Welt einen durch den Kredit ermöglichten realen wertschöpfenden Prozess gibt, der nach Ablauf der Rückzahlungsfrist mehr Wert erzeugt hat, als investiert wurde. M.a.W., jeder Kredit ist eine Spekulation in die Zukunft, die von einem Wachstum ausgeht.

Nun gibt es mehrerlei Gründe, die gegen permanentes Wachstum sprechen. Die Exponentialfunktion war genannt, die aber nur zuschlägt, wenn man auch Zinseszins nimmt. Es muss nicht zwangsläufig über alles Mass hinaus schiessen, wenn man permanentes Wachstum will, wobei das Wachstum natürlich immer kleiner werden muss, wenn man der Exponentialfunktion aus dem Wege gehn will.

Das ist eigentlich weniger mein Problem, weil es ja prinzipiell machbar wäre. Mein Problem ist, dass im Kapitalismus permanent mehr Wert erzeugt wird, als Kaufkraft. D.h. eigentlich produziert der Markt in jeder Sekunde Krise, und zwar egal, ob es gerade bergauf geht, oder nicht. Denn eigentlich wird die permanente Tendenz zur Überproduktion nur eine Weile hin und her geschoben, aber irgendwo klemmt es am Ende immer; es kann gar nicht anders kommen. Dann entpuppt sich ein Teil der Kredite als Flops, und der Verlust wird qua Staat vergesellschaftet. Der Staat, anders gesagt, fungiert als Verwaltungs- und Versicherungsanstalt für die Wirtschaft.

Nun muss man zugeben, dass es irgendwie, trotz permanenter Krisenproduktion, im Wesentlichen bergauf gegangen ist. Sowohl hier in Europa, als auch global. Es gibt und gab schlimme Rückschläge, zugestanden, aber im Wesentlichen war diese Art zu wirtschaften tatsächlich erfolgreich. Wir leben wesentlich komfortabler, als die Menschen vor 50 oder 100 Jahren und das gilt auch für die Menschen in Polen, in Indien, in China oder in Simbabwe. Natürlich leben letztere bei Weitem nicht so gut wie wir, aber auch dort hat sich wirtschaftliches Wachstum ereignet, an dem die Massen in gewissem Umfang partizipieren.

Ich fürchte, wer Kapitalismus sagt, muss auch Krise (und wahrscheinlich auch Krieg) sagen. Das ist nunmal so und ändert auch nichts daran, dass es im Mittel dennoch ein Wachstum gibt, solange die Resourcen reichen und die Technologie sich entwickelt. Krise, das ist der Preis, den man eben zahlt.

Die eigentliche Frage lautet also nicht Krise ja oder nein, sondern Kapitalismus ja oder nein und wenn man einmal ja sagt, dann ist die Frage nur noch, wie die Krise am sinnvollsten gemanagt werden soll. Genauer gesagt: Auf wessen Kosten. Und wie ich den Kapitalismus so kenne, hält er darauf schon eine klare Antwort parat.

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maximillian64 19.11.2009, 20:45
46. Nicht der Staat seine Vertreter sind die TRANSFERLEISTUNGS Empfänger

Wir leben in einer "StaatsQuoten-Administrativabhängige und Beamten"-Demokratie, den die Leute die direkt oder indirekt vom Staat finanziert werden (ich meine nicht die Harz-4 Menschen) sind ein meiner meinung nach parasitäre Mehrheit.
Egal wie die Partei heisst in wirklichkeit wird sich keine gegen diese Translferleistungsempfänger (Staatsdiener stellen. Vermutlich sind die ja sowieso schon die deomgraphische mehrheit.

Also wer das schnell ändern will läuft gefahr unter die Lupe des Verfassungsschutz zu geraten den "abbwählen" eines Konkordats aus Beamten, Abhängigen Unternehmen die Staatsaufträge erhalten. Und die Zeichen stehen schlecht.
Nach 60 Jahren Friedensrepublik haben wir viele Gesetzte mehr und ganz wenige abgeschafft. Ergo - mehr Gesetz - mehr Justiz, Mehr Kontrolle, der Staat muss ja Dienstleisten :)

Also ihr übriggebliebenen Nettoeinzahler in diesen Staat, ihr seit die Minderheit und glaubt nicht das die welche auf Eure Kosten leben und (die Macht haben) sich selber Abschaffen -



Kurz egal welcher Partei - ans dieses Demokratische Kernproblem der Reformen wagt sich bisher keiner. Kein Wunder das sich alle Parteien so einen Wattewahlkampf liefern, sie ziehen ja an einem Strang, wollen ggf. ein paar mehr ihrer Klienten in die Staatsquote bekommen aber zu mehr reicht es nicht.

Ein politischer Weg wäre nach der Begrenzung des CO² ggf. auch die Staatsquote langsam aber sicher zu senken.

Ich denke das wo früher ein Teilzeit-Bürgermeister und ein Stadtschreiber ausreichte, auch Heute ein fähiger Mann 80% seiner Verwaltung ersetzt, ja wenn 80% der Vorschriften eliminiert sind, mit der diese Verwaltungen heiße Luft umwälzen. Kurz weniger Staatsquote - weniger Verwaltung - weniger Vorschrift und weniger Abhängigkeit vom Staat.

Träum ich ?

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tomrobert 19.11.2009, 20:46
47. Das Eine hat mit dem Anderen nicht viel zu tun.

Der einzige Weg die Krise erfolgreich zu bewältigen sind Schritte nach vorn , also nichts für Buchhalterseelen.

Das Eine ist die Bankenrise verursacht durch verschwenderisches Zocken ,und das Andere ist eine antizyklische Wirtschaftspolititk die notwendig ist um die Krise zu bewältigen.
"versinkt im Schuldenrausch" etc. trifft die Sachlage überhaupt nicht , ist eigentlich blödes Geschwätz einer Journaille.

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mooringman 19.11.2009, 20:46
48. billiges Geld

Nicht wir alle sind schuld,sondern die,die es wissen müssen und uns trotzdem erzählen,Wachstum und billiges Geld sind gut.Es sind die sogenannten "Leistungsträger",die sich auf Kosten anderer bereichern.
Wir sind noch nicht aus der Krise raus und produzieren schon die nächste schlimmere Krise!!!Und dann? Krieg,Revolution,Diktatur,Inflation,neue Weltwährung????
Die Politik und die Ökonomen sowie die Banker können sich diesmal nicht mit Nichtwissen rausreden.
Dieses mit billigem Geld Wachstum schaffen und gleichzeitig einen Teil der Menschheit verhungern lassen wird unweigerlich zu einer Katastrophe führen.Und der nächste Krieg ist der letzte auf dieser Erde!

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L0k3 19.11.2009, 20:52
49. so ein unsinn

Zitat von My2Cents
Aus meiner Sicht absolut richtig, was der Autor des Spiegel-Artikels da zu berichten hat. So geht's nicht weiter. Warum ist Wachstum (= Beschleunigung) das einzig Wahre in der Wirtschaft? Kommt man nicht mit 120 km/h genauso voran wie mit 150 km/h? Es steht ja nicht die Wirtschaft still, nur weil sie vielleicht mal mit einem fixen bzw. oszillierenden Bruttosozialprodukt wirtschaftet. Und auf die Steuergeschenke kann ich auch lässig verzichten. Man muss sich einfach mal den Realitäten stellen: Wenn man Schulden hat, dann hat man sie gefälligst auch abzubezahlen, bevor man neue Schulden macht! Und wer auf Alimente (= Steuergeschenke) angewiesen ist, sollte sich überlegen, ob sein Lebenswandel nicht auch ein wenig anspruchsloser gestaltet werden kann. Wer immer sagt, er hat von allem zu wenig, sollte SICH SELBST verändern, bevor er Almosen einfordert.

Erklär mal einem Hartz4ler wie er noch anspruchsloser leben soll als er es ohnehin schon tut. Was sie da von sich geben ist neoliberaler Quatsch mit Sozialdarwinistischer Soße.

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