Forum: Wirtschaft
Martin Eberhard und SF Motors: Das Tesla-Hirn
imago/ZUMA Press

Tesla-Mitgründer Martin Eberhard wurde aus dem Unternehmen gedrängt. Mit SF Motors arbeitet er an einer neuen Schmiede für E-Autos - die Elon Musk gefährlich werden könnte.

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Teslafahrer63 25.11.2017, 17:07
30. H2 Motor ist längst überholt

Zitat von Renée Bürgler
Mit den Batterien, wird das nie was. Wegen dem Lade-Problem: Das Laden dauert viel zu lange. Und was geschieht, wenn 20 Millionen gleichzeitig laden wollen, aber kein Wind weht und keine Sonne scheint, es also keinen Strom aus erneuerbaren Quellen gibt? Das ist ein unlösbares, grundsätzliches Problem. Der ganze Weg zur E-Mobilitität mit Hilfe von Batterien ist also völlig falsch. Tesla ist auf dem Irrweg, wird scheitern, muss scheitern. Der richtig Weg zur E-Mobilität geht über die Brennstoffzelle. Toyota und auch einige deutsche Autohersteller präferieren diese Weg. Dieser Weg zur E-Mobilität ist viel praktikabler. Denn der Ladenvorgang ist viel einfacher: Der Autofahrer tankt wie bisher, nur anstelle von Benzin wie bisher, in Zukunft Wasserstoff. Und der wird erzeugt, wenn Überschuss an Strom erzeugt wird. Und die Brennstoffzelle ist umweltfreundlicher. Denn alleine die Produktion der Lithium-Batterie ist extrem umweltverbrauchend.
Einfach mal Wikipedia lesen: H2 Brennstoffzelle im PKW hat 40-50% Wirkungsgrad abzüglich der Herstellung (Aus Strom...). Dann muss das hochexplosive Gas noch mit 800 Bar(!) in Tanks gepumpt werden (dauert viel viel länger als tanken!) um während der Fahrt in sogenannten "Traktionsbatterien" (=Lithiumakkus) gespeichert zu werden. Gesamtwirkungsgrad unter 30%. Irgendwie sagt mir der gesunde Menschénverstand: EINFACHE LÖSUNGEN setzen sich durch. Wirkungsgrad E-Motor ca. 90%. Wozu die Energie mehrfach umwandeln, transportieren, tanken, speichern, wieder umwandeln? Wer heute noch an den H2Motor glaubt, hat den Zug verpasst...

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peterka60 25.11.2017, 17:24
31. Wo haben Sie denn diesen Stuss her

Zitat von Tante_Frieda
Man fragt sich immer wieder,weshalb deutsche Autoexperten so gern bei ausländischen Autofirmen anheuern.Ob das nun Angelsachsen sind oder Chinesen - überall werden die Deutschen als Könner geschätzt,dann aber,wenn man sich ihr Wissen angeeignet hat,aus dem Unternehmen gedrängt.Gerade bei Amerikanern ist es ein bisschen wie bei den Schweizern:Sie akzeptieren Ausländer nur äußerst widerwillig und meist nur solange,wie sie sie brauchen.Man wünschte sich,deutsche Autofirmen würden sich aufgeschlossener für die einheimischen Talente zeigen,damit diese ihr Glück nicht anderswo suchen müssen.
Wie kommen Sie den zu diesem schrulligen Urteil über uns Schweizer. Wo haben wir denn überall Ihr Wissen und Knowhow "geklaut"? Etwa beim Bau eines Flughafens, oder bei der Sanierung von Strassen und öffentlichen Bauten wie Schulen usw, oder bei digitalen Vernetzung der ländlichen Gebiete, beim bilden einer Regierung, beim erfinden von "Motorensoftware". Ich könnte noch lange weiterfahren mit meiner Aufzählung. Und zum Thema Ausländerfeindlichkeit nur eine einzige Zahl: Bei uns sind 24% aller Einwohner Ausländer, und wie viele in Deutschland? Klar, es gibt auch solche Ausländer, die wir nicht unbedingt mögen, vor allem solche, die Blödsinn über uns schreiben.

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Renée Bürgler 25.11.2017, 17:25
32.

Zitat von hassowa
Vor rund 100 Jahren ist das Konzept schon einmal gescheitert und es wird wieder scheitern. Und zwar an zu geringer Reichweite, einer zu teuren Infrastruktur und an zu teurem Lithium. Die Zukunft gehört der Brennstoffzelle. Toyota setzt inzwischen auf dieses Konzept und überzieht Japan gerade mit dem Bau von Wasserstofftankstellen.
Diese Entwicklung in Japan wird bei uns zu wenig beachtet, wir sind zu Tesla-fixiert.

Es gibt zunächst einmal einen Nachteil bei der Brennstoffzelle, den wir fairerweise anerkennen müssen:
Den Wasserstoff zu erzeugen und ihn im Motor zu verbrennen (um einen Elektromotor anzutreiben), benötigt in der Summe mehr Strom als die Batterielösung. Denn es muss öfter die Energieform gewechselt werden (Bewegung-Strom-Wasserstoff-Bewegung-Strom-Bewegung), was jedesmal Verluste hat, die sich summieren.

Doch dieser eine Nachteil wird mehr als wettgemacht durch zwei imense Vorteile:
1. Der Wasserstoff kann produziert werden, wenn im Netz ÜBERLAST besteht. Also wenn mehr Windkraft oder Sonnenenergie ins Netz eingespeist wird, als gebraucht wird. Diese Überlast, die es jetzt schon häufig gibt, wird beim weiteren Ausbau der regenerativen Energiegewinnung riesige Größenordnungen erreichen: Vor allem nachts, wenn der Wind weht und wenig Strom verbraucht wird. Oder im Sommer, wenn die Sonne wie verrückt scheint und Sonnenstrom in gigantischen Mengen entsteht, der gar nicht über das Netz direkt verbraucht werden kann. All diese überschüssige Energie kann wunderbar in Form von Wasserstoff GESPEICHERT(!) werden.

2. Die Betankung eines Autos mit Wasserstoff geht genauso schnell wie die heutige Benzin-Betankung. Dagegen ist die Zeitdauer, bis eine Batterie geladen ist, für den Autofahrer, der während einer Fahrt unterwegs mal nach"tanken" muss, inakzeptabel.

Wenn wir dazu das Problem mit den seltenen Rohstoffen berücksichtigen, die für die massenhafte Batterieproduktion benötigt werden, erscheinen mir die Vorteile der Brennstoffzelle klar zu überwiegen.

Wir sollten auf keinen Fall nur auf Tesla und die Batterietechnik fokussieren. Die könnte ein verhängnisvoller Irrweg sein. Die Japaner scheinen sich für die Brennstoffzelle entschieden zu haben.

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zack34 25.11.2017, 17:29
33. @1: "weshalb deutsche Autoexperten ... bei ausländischen Autofirmen"

Zitat von Tante_Frieda
Man fragt sich immer wieder,weshalb deutsche Autoexperten so gern bei ausländischen Autofirmen anheuern.Ob das nun Angelsachsen sind oder Chinesen - überall werden die Deutschen als Könner geschätzt, ...
1. Das Können wird hierzulande maßlos übertrieben,
2. Die hiesigen Unternehmen leiden an dt. Hierarchiekultur, und der gewerkschaftlich geförderten Konsensmacherei, die eine kritische Auseinandersetzung nach innen systematisch verhindert.

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c.weise 25.11.2017, 17:30
34. Musk wird durch diese Geschichte nicht sympathischer

Eine aufschlussreiche Story. Das sich schmücken mit fremden Federn ist ein ganz unschöner Charakterzug - ein solch rücksichtsloses und rabiates Vorgehen wirft ein ganz schlechtes Licht auf den Tesla-Chef.

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Chinainteressierter 25.11.2017, 18:15
35. Tesla stand damals kurz vor der Pleite ..

Zitat von c.weise
Eine aufschlussreiche Story. Das sich schmücken mit fremden Federn ist ein ganz unschöner Charakterzug - ein solch rücksichtsloses und rabiates Vorgehen wirft ein ganz schlechtes Licht auf den Tesla-Chef.
.. der Abgang von Martin Eberhard hatte Gründe. Der Rest ist Geschichte: Musk konnte das Unternehmen praktisch wenige Stunden vor der Insolvenz retten. Wäre Eberhard geblieben, würde Tesla heute mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr existieren.

Grundsätzlich wird ihm im Artikel etwas zu viel Ehre zu Teil. Das Unternehmen hatte damals noch nicht viel erreicht.

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ballex 25.11.2017, 18:20
36. Danke!

Zitat von Teslafahrer63
Einfach mal Wikipedia lesen: H2 Brennstoffzelle im PKW hat 40-50% Wirkungsgrad abzüglich der Herstellung (Aus Strom...). Dann muss das hochexplosive Gas noch mit 800 Bar(!) in Tanks gepumpt werden (dauert viel viel länger als tanken!) um während der Fahrt in sogenannten "Traktionsbatterien" (=Lithiumakkus) gespeichert zu werden. Gesamtwirkungsgrad unter 30%. Irgendwie sagt mir der gesunde Menschénverstand: EINFACHE LÖSUNGEN setzen sich durch. Wirkungsgrad E-Motor ca. 90%. Wozu die Energie mehrfach umwandeln, transportieren, tanken, speichern, wieder umwandeln? Wer heute noch an den H2Motor glaubt, hat den Zug verpasst...
Ich hatte schon gedacht, hier ist nur noch die H2-Lobby am Werk. ;)
Hinzu kommen zu den schon aufgeführten Punkten noch die sehr hohen Kosten für Wasserstofftankstellen und deren erhöhter Platzbedarf (bei Interesse mal googeln...mit einer hübschen kleinen Zapfsäule ist es da nicht getan). Und weil das auch gerne vergessen wird: Nur das erste Wasserstoff-Auto kann an der Tankstelle "in 3 Minuten" (in der Realität ist es auch mehr) volltanken. Schon das zweite Fahrzeug muss entweder warten oder mit deutlich geringerer Geschwindigkeit tanken, weil im System erst wieder Druck aufgebaut werden muss. Wasserstofftankstellen sind schlicht nicht zu vergleichen mit Benzin-Tankstellen, auch wenn das von der Lobby aus Japan oder manchem Industriezweig hier so gerne verschwiegen wird.
Auch wird beim H2-Antrieb gerne vergessen, dass dafür ebenfalls Rohstoffe wie z.B. Platin verwendet werden.

Wasserstoff mag auf den ersten Blick toll klingen, vor allem in den Ohren von Leuten, die sich schwer mit dem Elektroauto (und dessen letztendlich deutlicher Vereinfachung des Systems Individualmobilität) anfreunden können und lieber ihr gewohntes Fahren-Tanken-System erhalten wollen. Dass man mit E-Autos bei gut ausgebauter Infrastruktur letztendlich viel flexibler wird bei deutlich geringerem Energieverbrauch, wird da gerne vergessen.

Zum Thema noch ein Satz: Jede Konkurrenz die sich im E-Mobilitätssektor aufbaut ist zu begrüßen. Ich bin gespannt ob Herr Eberhard bzw. SF Motors einen Atem haben der lang genug ist...wie im Artikel schon steht. Viele sind zwischendurch ins Straucheln gekommen, deshalb war es umso wichtiger dass es Tesla (und Musk) geschafft hat das E-Auto aus der "Müsli"-Ecke rauszuholen und zu emotionalisieren.

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A. Merkel 25.11.2017, 18:24
37. viel Bohey um ganz wenig

es ist total simpel, ein Elektroauto zu bauen. Vor 120 Jahren wurden Elektroautos in Serie und in Massen produziert, die nur ein bisschen langsamer waren als ein e-Golf oder Tesla. Die Technologie gibt es seit Ewigkeiten, die Patente sind ausgelaufen, jeder handwerklich begabte kann so etwas in seiner Garage zusammenschweißen bzw. aus Komponenten zusammenstöpseln. Glauben Sie mir das, ich bin Physikerin.

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nach-mir-die-springflut 25.11.2017, 19:23
38. Die Klimareligion und ihre Auswüchse

Zitat von A. Merkel
es ist total simpel, ein Elektroauto zu bauen. Vor 120 Jahren wurden Elektroautos in Serie und in Massen produziert, die nur ein bisschen langsamer waren als ein e-Golf oder Tesla. Die Technologie gibt es seit Ewigkeiten, die Patente sind ausgelaufen, jeder handwerklich begabte kann so etwas in seiner Garage zusammenschweißen bzw. aus Komponenten zusammenstöpseln. Glauben Sie mir das, ich bin Physikerin.
Es ist richtig, es ist simpel, 4 Akkuschrauber an 4 Räder zu schrauben und die Schalter mit einem Seilzug so zu verbinden, dass dem Gefährt Vortrieb gebracht wird. Dass die 4 Akkuschrauber aber ein Gefährt sicher bei 250 km/h in der Kurve halten, dürfte nichts für einen Hinterhofschrauber sein und auch in Sachen TÜV-Abnahme eine kostspielige Angelegenheit.

Das Argument von Eberhard, er will der zukünftigen Generation weniger CO2-Last aufbürden, ist pathetisch und geht an der Ursache vorbei. Menschengemachtes CO2 als neue Terrorwelle der Industriestaaten gegen die Umwelt zu sehen, ist zudem umstritten und einseitig (obendrein). Ursache für menschengemachtes CO2 ist nicht die Art der Fortbewegung, sondern die Form der Energiebereitstellung. Argumentiert man daher sortenrein, muss erst einmal die Herstellung der Energieträger aus erneuerbaren Quellen ausnahmslos zur Diskussion stehen. Sodann würde Strom aus den regenerativen Quellen (EE-Strom) neben Gas aus diesen Quellen (EE-Wasserstoff, EE-Methan) sowie Flüssigkraftstoffe aus diesen Quellen (EE-Benzin, EE-LOHC-Wasserstoff) zum Vergleich stehen, und zwar sowohl ökonomisch als auch technisch, ökonomisch gar neben betriebswirtschaftlich auch volkswirtschaftlich. Mag die eine Lösung technisch einen höheren Wirkungsgrad haben, die aber mit einer hohen Investition in die Verteilerlogistik nur zu implementieren ist, so mag die andere Lösung mit technisch schlechterem Wirkungsgrad bevorzugt sein, weil die Investition in die Verteilerlogistik geringer ausfällt oder gar ganz wegfällt. EE-Gase, EE-Flüssigkraftstoffe und EE-Strom sind also alle CO2-neutral hergestellt, womit sich die Diskussion ums CO2 umschifft, sie, die CO2-Diskussion, bleibt religiös anmutende Weltanschauung.

Die einfachste Lösung scheint daher fürs Weitere die zu sein, das Fossil-Benzin durch das EE-Benzin zu ersetzen - um nämlich die bestehenden Verbraucher weiter direkt bedienen zu können. Neben der Verbraucherstruktur, die in ihrem Bestand unangetastet bleibt, mögen sich dann Alternativen entwickeln, die ausprobiert werden. Eine Alternative ist das Batterieautomobil. Angebot und Nachfrage machen den Preis. Das Kind würde sagen: "Papa, einfach viele Windräder aufstellen und Solaranlagen und Flusskraftwerke, dann aus dem Strom viel Benzin herstellen! Warum machen die das nicht?"

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litholas 25.11.2017, 21:22
39.

Zitat von Renée Bürgler
... Der Wasserstoff kann produziert werden, wenn im Netz ÜBERLAST besteht. Also wenn mehr Windkraft oder Sonnenenergie ins Netz eingespeist wird, als gebraucht wird. Diese Überlast, die es jetzt schon häufig gibt, wird beim weiteren Ausbau der regenerativen Energiegewinnung riesige Größenordnungen erreichen: Vor allem nachts, wenn der Wind weht und wenig Strom verbraucht wird. Oder im Sommer, wenn die Sonne wie verrückt scheint und Sonnenstrom in gigantischen Mengen entsteht, der gar nicht über das Netz direkt verbraucht werden kann. All diese überschüssige Energie kann wunderbar in Form von Wasserstoff GESPEICHERT(!) werden. ...
Dabei würden nicht ausreichende Mengen von Wasserstoff erzeugt, für die Mengen gibt es wesentlich sinnvollere Verwendung.

Der Endverbraucher-Strombedarf in Deutschland beträgt etwa 550 Mrd kWh pro Jahr, und für Brennstoffzellen-PKW würden nochmal über 300 Mrd kWh benötigt. Zwar ist zu erwarten, dass die EE-Überschüsse Deutschlands in diesem Bereich liegen werden, aber erstens wäre es viel zu teuer auch nur annähernd jede kWh zu nutzen, weil die höchsten Einspeisespitzen nur für wenige Stunden im Jahr auftreten, und ausserdem wird Wasserstoff für viele andere Zwecke benötigt. Allein für die weltweite Ammoniaksynthese werden etwa 1000 Mrd kWh pro Jahr benötigt.

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