Forum: Wirtschaft
Massenhafter US-Investmentbetrug: Im Land der willigen Opfer

Fast 600 Anklagen in einem Vierteljahr, Gesamtschaden 30 Milliarden Dollar: Investmentbetrug hat in den USA Hochkonjunktur. Schockierender als die Chuzpe der Schwindler ist nur noch die Naivität der Opfer, die sich mit hanebüchenen Versprechen abzocken ließen.

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klaus1201 07.12.2010, 16:32
20. -

Zitat von schmiedt
Warum gibt es dann immer mehr davon? Wie erklären Sie Inflation? Was sind für Sie Zinsen?
Geld vermehrt sich durch neue Kredite. Neue Kredite müssen sein, da sonst keine Zinsen gezahlt werden können, weil für diese nie Geld geschaffen wurde.

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augu 07.12.2010, 16:36
21. ...

Zitat von uweuwersen
Wenn Wikileaks über solche Machenschaften und verbrecherischen Verhältnisse berichten würde, dann wäre wieder was los! .........Politiker wie Sarah Palin rufen sogar öffentlich dazu auf, Mord an Wikileaks und deren Mitarbeiter zu begehen! .... Wacht mal endlich auf und steht für Eure wenige Rechte die Ihr noch habt ein!
Es kommt immer darauf an, was veröffentlicht wird. Das System darf nicht beschädigt werden.
Wenn einzelne Leute oder auch größere Gruppen sich immens bereichern, indem sie andere betrügen (und manchmal die betreffenden um ihr gesamtes Vermögen bringen), so hat das Aufdecken solcher Betrügerein in einer Demokratie keine staatlichen Repressalien für die Aufdecker zur Folge. Wenn hohe Politiker in Korruptionsaffären verwickelt sind (und mit dem Geld ihren Wahlkampf finanziert haben oder sich sogar privat bereichert haben- siehe derzeitige Affären in Frankreich)dann ist das Aufdecken schon eine heiße Angelegenheit und große Schwierigkeiten für die Aufdecker können folgen. Aber es gibt dann ja noch die politischen Gegner der betroffenen Politiker und eine Justiz, die -im Rechtsstaat- nicht nur einer Partei oder Politikergruppe verpflichtet ist.
Wenn aber Dinge aufgedeckt werden, die die Wahrhaftigkeit eines Systems in Frage stellen- offizielle Verlautbarungen und tatsächliche Einschätzung hoher Politiker stimmen meistens nicht überein- so ist die Reaktion aller Politiker (und nicht nur der betroffenen) sehr heftig. Und da es bei der jetzigen Aufdeckung von Wikileaks nicht um Äußerungen über innenpolitische Gegner( in den USA), sondern um kompromitierende Äußerungen über ausländische Politiker ging (deren Bekanntwerden kurz u.mittelfristig den USA schadet) ist die Empörung nicht auf Politiker beschränkt, sondern wird auch vom Volk geteilt. Wobei das Volk aber nicht merkt, dass seine Zustimmung zu einer stark eingeschränkten Transparenz in diesem Fall dazu genutzt werden wird, die Transparenz politischer Entscheidungen künftig generell einer straffen staatlichen Kontrolle zu unterstellen. Dann geht es nicht um Außenpolitik, sondern um inländische Lobbyistenpolitik, die Wahrung von Besitzständen und die Unantastbarkeit der Mär, dass der wirklich Tüchtige in den USA alles erreichen kann.

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diegorivera 07.12.2010, 17:04
22. Systemfrage

Völlig richtig. Wobei die Politiker nur im Fahrwasser der Mächtigen, also des großen Geldes schwimmen. Sie sind nur notwendig, damit das System wie geschmiert läuft und nur solage das Volk daran glaubt mitentscheiden zu können und wenn es nur indirekt ist. Uns wird allen nur vorgegaukelt die sogenannte Demokratie wäre das Beste System. Kratzt man nur an der Oberfläche wird es noch hingenommen, geht man jedoch tiefer und stellt das System als solches in Frage wird mit anderen Bandagen zugschlagen.

Zitat von augu
Es kommt immer darauf an, was veröffentlicht wird. Das System darf nicht beschädigt werden. Wenn einzelne Leute oder auch größere Gruppen sich immens bereichern, indem sie andere betrügen (und manchmal die betreffenden um ihr gesamtes Vermögen bringen), so hat das Aufdecken solcher Betrügerein in einer Demokratie keine staatlichen Repressalien für die Aufdecker zur Folge. Wenn hohe Politiker in Korruptionsaffären verwickelt sind (und mit dem Geld ihren Wahlkampf finanziert haben oder sich sogar privat bereichert haben- siehe derzeitige Affären in Frankreich)dann ist das Aufdecken schon eine heiße Angelegenheit und große Schwierigkeiten für die Aufdecker können folgen. Aber es gibt dann ja noch die politischen Gegner der betroffenen Politiker und eine Justiz, die -im Rechtsstaat- nicht nur einer Partei oder Politikergruppe verpflichtet ist. Wenn aber Dinge aufgedeckt werden, die die Wahrhaftigkeit eines Systems in Frage stellen- offizielle Verlautbarungen und tatsächliche Einschätzung hoher Politiker stimmen meistens nicht überein- so ist die Reaktion aller Politiker (und nicht nur der betroffenen) sehr heftig. Und da es bei der jetzigen Aufdeckung von Wikileaks nicht um Äußerungen über innenpolitische Gegner( in den USA), sondern um kompromitierende Äußerungen über ausländische Politiker ging (deren Bekanntwerden kurz u.mittelfristig den USA schadet) ist die Empörung nicht auf Politiker beschränkt, sondern wird auch vom Volk geteilt. Wobei das Volk aber nicht merkt, dass seine Zustimmung zu einer stark eingeschränkten Transparenz in diesem Fall dazu genutzt werden wird, die Transparenz politischer Entscheidungen künftig generell einer straffen staatlichen Kontrolle zu unterstellen. Dann geht es nicht um Außenpolitik, sondern um inländische Lobbyistenpolitik, die Wahrung von Besitzständen und die Unantastbarkeit der Mär, dass der wirklich Tüchtige in den USA alles erreichen kann.

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schmiedt 07.12.2010, 17:16
23. Vielen Dank!

Zitat von misterbighh
Lesen, verstehen und dann wieder mitreden. Danke
Jetzt verstehe ich die Welt viel besser.

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R aus S 07.12.2010, 17:32
24. Gier - mal wieder...

Gier auf allen Seiten; wer an 40% Rendite glaubt - Gier. Wer vorsätzlich das Unwissen der einfachen Leute kriminell ausnutzt - Gier. Wer einfach weitermacht, auf dem Rücken des Nachbarn und der Natur, ob als Person oder Land, weil es "anscheinend" anders nicht geht - Gier. Wo führt das hin?

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Der kleene Clown 07.12.2010, 17:45
25. Kapital....

Zitat von shine31
...es ist immer das Geld der Anderen, die hier "verdient" wird. Wer Geld verliert, hat es einem anderen gegeben. Wer Geld verdient, hat es einem anderen weggenommen. So einfach ist das...
Eigentlich würde ja schon reichen bzgl. der VWL den guten alten Nuhr hier zu zitieren...

Aber: Es geht um Kapital, was eben nicht gleich Geld ist. Das Kapital eines jeden ist seine Arbeitskraft, je mehr Leute, umso mehr Kapital. Dieses Kapital kann in einem Wertschöpfungsprozeß in Geld "verwandelt" werden, daher "ensteht" auch immer mehr Geld.
Man sollte nicht vergessen, daß das Rückrat unserer Wirtschaft immer noch das wertschöpfende Gewerbe ist (gefällt mir besser als "produzierende"). Und die bösen Investoren stellen Geld zu Verfügung, um Wertschöpfungprozesse und -ketten möglich zu machen, damit die Arbeiter ihr Kapital ummünzen können.

Zitat von klaus1201
Geld vermehrt sich durch neue Kredite. Neue Kredite müssen sein, da sonst keine Zinsen gezahlt werden können, weil für diese nie geschaffen wurde.
Kredite sind dabei eines von vielen Mitteln, und noch ein gutes dazu...
Geld wird nicht geschaffen, ein Wert wird geschaffen, für den wiederum Menschen bereit sind mehr als den eigentlichen Materialwert zu schaffen.
Geld ist lediglich ein Stück Papier, quasi ein Schuldschein z.B. der EZB, die dem Besitzer von 20 EURO damit garantiert, den Wert von von 20 EURO bei Abgabe des Scheins zu erstatten.

Wie gesagt, VWL für Anfänger...

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PeteLustig 07.12.2010, 18:02
26. .

Zitat von Samadhi57
Der ganze "American Way of Life" ist auf den Ideen eines gewissen Charles Ponzi
Man kann es auch anders sehen ;)

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MarkusW77 07.12.2010, 18:09
27. Mathe!

Zitat von Der kleene Clown
Eigentlich würde ja schon reichen bzgl. der VWL den guten alten Nuhr hier zu zitieren... Wie gesagt, VWL für Anfänger...
Nur leider wird den meisten VWL´ern Mist bzw. nur die halbe Wahrheit beigebracht, vielleicht weil gängige Praxis ist, vielleicht weil es unwissen ist.
Würden die VWLer derMathematik mächtig sein, speziell der exponetialfunktion, würden sie ganz schnell merken, daß das System so nicht fortdauernd funktionieren kann.

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demophon 07.12.2010, 18:20
28. Rechtsstaat?

Jetzt wird mal von der amerikanischen Justiz eine groß angelegte Verhaftungswelle von Kapitalbetrügern inszeniert. Da fragt man sich doch, warum eigentlich erst jetzt? Diese Art von Mega-Betrügereien gibt es doch mit Sicherheit schon seit Jahrzehnten in riesigem Umfang und die nun aufgedeckten Fälle sind doch nur die Spitze des Eisbergs. Warum wurden die Täter solange geschützt?

Die gleiche Frage kann man sich auch hierzulande stellen. Die Zahl der Opfer von Anlage- sowie Telefon- und Internetbetrug dürften in die Hunderttausende gehen. Trotzdem scheint die deutsche Justiz machtlos. Da wird jahrelang gegen bekannte Betrüger ermittelt, die in dieser Zeit ungehindert weitere Menschen abzocken und Millionengewinne machen können, anstatt dass sie schnellstens verhaftet werden, um die Allgemeinheit zu schützen. Das Gleiche gilt für Veranstalter betrügerischer Kaffeefahrten, die meistens vor Ort dingfest gemacht werden könnten, die man aber auch immer weiter gewähren lässt.

Wenn es dann von Seiten der Justiz immer heißt, "aufgrund der Gesetzteslage sind uns die Hände gebunden", fragt man sich doch, warum ändert ihr diese Gesetze dann nicht? Wovor habt ihr Angst?

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Der kleene Clown 07.12.2010, 18:51
29. Absolute Zustimmung

Zitat von MarkusW77
Nur leider wird den meisten VWL´ern Mist bzw. nur die halbe Wahrheit beigebracht, vielleicht weil gängige Praxis ist, vielleicht weil es unwissen ist. Würden die VWLer derMathematik mächtig sein, speziell der exponetialfunktion, würden sie ganz schnell merken, daß das System so nicht fortdauernd funktionieren kann.
Da kann ich Ihnen nur Recht geben. Die Grenzen des Wachstums sind schon seit Jahren bekannt - und sicherlich nicht erst seit dem Club of Rome - nur wahrhaben will es keiner...

Trotzdem: Werte "vermehren" sich, und damit im Endeffekt auch das Geld. Und das sollte man nicht per se als ein Übel verstehen. Geld ist nicht schlecht, nur was einige Menschen damit machen - oder eben um es zu bekommen :-)
Das "Problem" ist der Mensch, das war er schon bevor es Geld gab und wird es auch noch sein wenn's irgendwann mal abgeschafft sein sollte. Manche Wahrheiten muß man einfach akzeptieren und seine Kosequenzen daraus ziehen. Leider scheinen dies für die meisten lediglich "Nach mir die Sinflut" zu seien...

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