Forum: Wirtschaft
Massenkonsum: Der wahre Preis von Lebensmitteln
AP

Einen Euro mehr für jedes Stück Käse, mindestens 50 Cent mehr pro Packung Müsli: Das wäre fällig, würden Industrie und Kunden für die Schäden an der Natur herangezogen, die die Lebensmittelproduktion oft verursacht. Warum kostet das nichts?

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amidelis 02.04.2016, 11:10
30. Der Ansatz ist richtig ...

... Und wahr. Ca 2/3 aller börsenwerte hängen direkt oder indirekt an den Bodenschätzen (dem Ökosystem und Geosystem Erde). Nach bwl Dogma ist das frei verfügbar und deswegen kostenlos. Theoretisch - praktisch ist es aber so dass die Erde sowohl dem Menschen gehört als auch allem anderen was kreucht und fleucht.
Was eine Gruppe nimmt fehlt der anderen. Deswegen ist es. Ihr fair für die Entnahme einen Ausgleich zu schaffen, sei es durch Geld (schlechte Wahl) oder durch Naturalien (Trinkwasser, Lebensmittel, Subventionen). Solange Unternehmer Gewinne machen in dem sie per se knappe Ressourcen kostenlos verwenden wird die globale Ungleichheit größer werden. Das zu beenden wäre die Revolution die unsere Weltwirtschaft auf ein gesundes Gleis hebt. Bestes Beispiel - palmölplantagen. Müssten die Betreiber die umweltkosten bezahlen gäbe es diese Plantagen nicht. Deswegen ist der Ansatz gut - weil er das Dogma der freien Verfügbarkeit in Frage stellt. Die Folge - unternehmen müssen anders kalkulieren und andere Produzenten werden auf einmal konkurrenzfähig.

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opinio... 02.04.2016, 11:10
31. Geld

hat sich bewährt unterschiedliche Entlohnungen vergleichbar zu machen, den Handel zu erleichtern. Es schafft die Freiheit es zu nutzen solange man es hat, und es akzeptiert wird. Mit Steuern und Abgaben hat die Gemeinschaft Gelegenheit steuernd einzugreifen. Die Mineralölsteuer wird bezahlt und neue Steuern sicher auch. NUR: Was macht der Staat mit dem Geld, das er den Steuerzahlern aus der Tasche zieht? Schwarze Nullen schreiben und die Reichen Dank der vielen Schlupflöcher immer reicher werden lassen? Altersarmut als unabwendbares Schicksal zu verkaufen? Wen hat man da in das Parlament eines wohlhabenden Landes gewählt?

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fluxus08 02.04.2016, 11:11
32. Was ist denn jetzt

mit der Selbstbestimmung des Kunden?
Es gibt heutzutage genug Möglichkeiten, dass Käufer für eine größere Qualität auch mehr Geld ausgeben können.
Rechnet man die teuren Produkte der Moralprediger allerdings zusammen: E-Autos, Ökoenergie, BIO-Lebensmittel, ökologische Kleideung, Niedrigenergiehäuser etc. kommt der Normalverbraucher vor Bauchschmerzen nicht in den Schlaf, da er sich all die ökologisch korrekten Produkte nicht leisten kann.
Baut eigentlich die Autorin dieses Artikels ihr eigenes Gemüse an oder lebt sie so naturverträglich wie ein Indianerstamm im Amazonas?

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zeisig 02.04.2016, 11:13
33. Politik ist gefordert.

Es wird immer mehr klar, daß die "Freie Markwirtschaft" dringend der Kontrolle bedarf. Bilig, billig, noch billiger - solange das unser Mantra ist, tolerieren wir Auswüchse verschiedenster Art. Nicht nur das Thema Natur und Umwelt, wie hier beschrieben, auch die unerträglichen Arbeitsbedingungen in der Textil- oder Elektronikbranche sind unmittelbare Folgen eines pervesen Preiskampfes. Während sich bei uns jeder Hartz IV Empfänger einen schönen Flachbildfernseher und das neueste Smartphone Modell leisten kann, solange man Schweinefleich und Bekleidung bei den entprechenden Ladenketten zum Spottpreis bekommt, leiden Mensch und Natur in den Produktionsländern in beschämend hohem Maße. Wir brauchen autorisierte Gremien, die weltweit die Lizenz zum Handeln haben und eingreifen. So etwas wie unser Kartellamt. Bloß viel größer.....

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mario_breitenbach 02.04.2016, 11:21
34. Schade...

dass mal wieder niemand an den Landwirten denkt...
Der Milchbauer kriegt derzeit 20 cent für einen Liter Milch... damit er kostendeckend arbeiten kann, bräuchte er aber mindestens 27 cent...
Aber das juckt ja keinen.

Es gilt immernoch das Bild vom reichen Bauern, der mitm Mercedes durch die Gegend juckelt und der keine Sorgen hat... Dabei ist gerade der landwirtschaftliche Mittelstand momentan echt in der Krise... Milch is so billig wie schon lange nicht mehr. Die ersten müssen aufgeben, weil es keinen Sinn mehr macht. Schweinezucht lohnt sich schon lange nicht mehr, weil man drauf zahlt... Kredite können nicht mehr abbezahlt werden und man spart sich selbst das Essen...

Aber DAS interessiert keine Sau...
Das ist echt arm...

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ortwin Loewa 02.04.2016, 11:24
35. Kosten Nutzen

Leider werden bei den Kosten einer Produktion nur die innerbetrieblichen Faktoren berechnet, also letztlich das, was unter dem Srich "hinten raus kommt." Das hat ja etwa als Schrott, Müll etc. auch eine zweite Bedeutung. In Hamburg wurde dies vor Jahrzehnten einmal in einer Studie über die "Internalisierung externer Kosten" problematisiert, mit dem Ziel z.B. die Umweltbelastung in die betriebliche Gesamtrechnung einzubeziehen. Aber BWL macht ja schon von vorherein "betriebsblind".

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der_seher59 02.04.2016, 11:24
36. ein Beispiel

Ich selbst bin selbstständig, geschieden, alleinstehend und verfüge über ein sehr hohes monatliches Einkommen.
Wenn ich für meinen 1-Pers.-Haushalt Lebensmittel einkaufe, kann ich mir Bio Eier,-Hühner,-Brot, - Milch etc. locker leisten.
Gemüse/Fleisch/Butter/Obst alles bio - kein Problem.

Nur: Kann das auch die 4köpfige Familie - womöglich mit nur einem Durchschnittsverdiener ?

Lebensmittel sind zu billig und werden teilweise unter haarsträubenden Bedingungen erzeugt.

Aber es ist eben nicht ganz so einfach.....

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Adlatus 02.04.2016, 11:26
37.

Zitat von Spiegelleserin57
die Gehälter sind bei vielen Leuten zu niedrig! Der Kunsum der Bürger findet nicht bei Lebensmitteln statt sondern bei Eletronik et Wer genau nachrechnet wird leicht feststellen dass der Löwenanteil des Gehaltes nicht für Lebensmittel ausgegeben wird. Die hohen Mieten, der Konsum von Eletronik sowie die hohen Sozialabgaben verschlingen einen großen Teil des Einkommens. So ist es kein Wunder dass überwiegend billige Lebenmittel gekauft werden. auch die Erzeuger sollten daran denken dass eben auch sie daran Schuld sind dass sie für ihre Ware so wenig Geld bekommen. Auch sie zahlen besonders in dieser Branche Dumpinglöhne! Es liegt letztendlich an vielen Faktoren die fatale Folgen für alle Menschen, Reiche incl., und die Natur. Wer reich ist kann sich auch vor der Umweltverschmutzung nur begrenzt schützen und wird auch die Folgen wie Krebs in Kauf nehmen müssen.
Und sterben müssen wir alle...
Die Kunden zahlen den Preis den sie für richtig erachten und wenn er ihnen zu hoch ist, können sie ausweichen auf ein anderes Produkt. Das nennt man frei Marktwirtschaft.

Ich habe nicht das Gefühl, dass sich zuwenig ausgebe für Lebensmittel. Im Gegenteil:
Tannenhonig von Biophar 7,98
Frosta Fertiggerichte 3,29 pro 500 Gr.
Aoste-Schinken 100 Gramm 2,04
Bauder Gießemer 1000 Gr. Natursauerteig 3,35

Noch Fragen?

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tupigo 02.04.2016, 11:27
38. Hirnloser Quatsch

Ein System was es noch nicht mal schafft, in der Landwirtschaft Geld für die ordentliche Entlohnung der Arbeitskräfte und für das Tierwohl bereitzustellen, will jetzt quasi noch die "Luft zum Atmen" oder das Wasser bezahlt haben, was der Regen runterbringt. Sorry Freunde, dann könnten ja die Landwirte dem Verbraucher auch noch das Unkraut in Rechnung stellen.

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spiegkom 02.04.2016, 11:30
39. Warum kostet das nichts?

Eigentlich darf man erwarten, dass spon die Frage beantwortet. Aber das war früher mal so.

Es legt in der Natur des Menschen, dass er Raubbau an der Natur betreibt. Ist z.t sogar religiös gedeckt. Ohne das wäre der Mensch (bzw. die Menschheit) heute nicht das, was er (sie) ist. Und ohne Raubbau an der Natur gäb's auch kein spon.

Ziemlich simpel, eigentlich.

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