Forum: Wirtschaft
Massive Störung: Ganz Argentinien und Uruguay ohne Strom
Julian Stratenschulte/dpa

Ganz Argentinien und Uruguay haben vorübergehend keinen Strom. Auch Teile Brasiliens, Chiles und Paraguays sollen betroffen sein. Das teilte der argentinische Energieversorger Edesur mit.

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Tku 16.06.2019, 15:49
10. Dauert der Stromausfall noch an?

Viele Worte, aber kein Wort darüber, ob er bis zum jetzigen Zeitpunkt andauert. Formulierung wie “war” deuten auf ein Ende hin. Aber eine klare Aussage ist das nicht. Falls der Strom wieder da ist, wie lange hat der Ausfall gedauert?

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jens.kramer 16.06.2019, 15:53
11. Vielleicht haben sich die USA

Vielleicht haben sich die Geheimdienste der USA geirrt. Laut New York Times will man doch das russische Stromnetz lahmlegen.

Denkbar also, dass mangels Geographiekenntnis irrtümlich die falsche Region ausgeschaltet wurde.

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werner-brösel 16.06.2019, 15:56
12. @5 Oberleerer

Super Idee - Super Konjunkturprogramm.
Mal eben schnell in ganz Europa alle Elektrogeräte austauschen. Darauf hat die Welt gewartet.

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Ein PKW- Fahrer 16.06.2019, 15:56
13. Zufall?

Wie wäre folgende Überschrift: "Gouverneurswahlen durch landesweiten Blackout manipuliert"
Ich hoffe, daß die Wahlen in anständiger Weise wiederholt werden. Ein Ausfall der kompletten Infrastruktur am Wahlsonntag ist ein absoluter NoGo und niemand wird den Genossen Zufall akzeptieren.

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mwroer 16.06.2019, 16:18
14.

Zitat von fritz_64
Hoffe das es sich tatsächlich um technische Probleme aufgrund vernachlässigter Wartungsarbeiten handelt, irgendwie habe ich die Schnauze voll von eventueller Destabilisierung durch welche Mächte auch immer.
Beim Zustand der Stromnetze in weiten Teilen des betroffenen Gebietes ist 'cascading failure' eine wesentlich logischere Erklärung als menschlicher Wille.

Gerade in Argentinien, auch in Buenos Aires, sind Stromausfälle eher die Regel als die Ausnahme. Meist sehr klein und lokal aber auch durchaus mal so groß das mehrere 10.000 Wohn- und Geschäftseinheiten keinen Strom haben.

Lediglich das geografische Ausmaß dieses Stromausfalls ist ziemlich einmalig und das ist dann, sehr wahrscheinlich, eben dem Phänomen 'cascading failure' geschuldet.

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udsieg 16.06.2019, 16:21
15. Nun ja....

Zitat von Oberleerer
Ich weiß nicht, wie das dort funktioniert. Unser Wechselstromnetz mit den 50Hz zur Steuerung finde ich auch veraltet. Die Wechselspannung verursacht Dämpfungsverluste, weil das ganze Netz 50x pro Sekunde umgepolt wird. Wenn schon im Netz die Verluste reduziert werden können, spart man damit vlt gleich Kohlekraftwerke ein. Und wenn es, wie letztes Jahr in Serbien, zu Streitigkeiten kommt sackt in ganz Europa die Frequenz ab. Bei Gleichspannung würde einfach die Spannung absinken und bei irgendwelchen Schäden wären nicht sofart ganze Regionen betroffen. Wechselspannung hat sich nur durchgesetzt, weil es vor 100 Jahren kein billiges Verfahren gab, Gleichspannung anzuheben.
Ich kenne ihre technischen Grundkenntnisse nicht, aber ganz so einfach, wie sie sich das vorstellen, ist es doch nicht. Denken sie einmal an all die Geräte, die einen Transformator verwenden oder an die Millionen Motoren, die auf die Wechselspannung angewiesen sind. Selbst in einem AC-Netz kann die Spannung absinken, ohne die Frequenz zu ändern, und bei Überlastung gilt in jedem Fall nur eins: abschalten.
Also, manchmal etwas über den Tellerrand schauen.

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permissiveactionlink 16.06.2019, 16:25
16. #5, Oberleerer

Das trifft zu, im besonderen Maße für Erd- und Seekabel. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, HGÜ, ist der klassischen Hochspannungs-Drehstrom-Übertragung, HDÜ, klar überlegen, benötigt aber relativ neue Hochleistungs-Halbleiter wie Thyristoren oder IGBT (Insulated Gate Bipolar Transistor). Damit sind Spannungen bis 800.000 Volt und übertragene Leistungen von 8 GW (!) über mehr als 2.000 km möglich (Hami-Zhenzhou-Leitung, Länge : 2210 km). Außer rein ohmschen Verlusten bei einem maximalen Strom von dann 10 kA treten keine Verluste auf. Bei HDÜ ist nach wenigen hundert km Schluss, dann laufen die Kraftwerke nur noch für die Verluste in den Kabeln, also kapazitive und induktive Verluste inklusive Ummagnetisierungverlusten in der Isolierung und Wärmeverlusten durch Skin-Effekt. Bei HDÜ-Erd- oder Seekabeln ist oft schon unter 100 km Leitungslänge Schluss. Im Idealfall benötigt eine HGÜ-Leitung nur ein Kabel, eine HDÜ-Leitung mindestens drei. Die Erfolge der HGÜ waren aber erst durch die oben erwähnten Durchbrüche bei Leistungshalbleitern möglich, und vor 30 und mehr Jahren noch undenkbar.

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kaiser.friedrich 16.06.2019, 16:32
17.

Zitat von radnabe
Wieder ein gutes Argument für eine Energiewende mit Abkehr von wenigen Großkraftwerken und hin zu einem sehr gut ausgebauten Netz.
Falsch. Solche Ausfaelle sprechen eher _gegen_ die Energiewende, nicht dafuer.

Denn traditionelle Stromnetze sind mit ihren Grosskraftwerken und der Regelleistung (https://de.wikipedia.org/wiki/Regelleistung_(Stromnetz)) sind deutlich zuverlaessiger als es eine Stromversorgung aus Wind- und Solarenergie je sein koennen.

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Little_Nemo 16.06.2019, 16:37
18. 122.500.000.000 kw/h Gehacktes

Zitat von gsa
Vielleicht wollte ja mal jemand ausprobieren, wie man das Stromnetz des anderen lahmlegen kann.
Zu dem Thema gibt es gerade eine interessante Reportage in der ZDF Meidathek. So richtig beruhigend ist das nicht: https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-blackout---angriff-auf-unser-stromnetz-100.html

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poisonnuke 16.06.2019, 16:39
19. Gleichstrom ist auch keine Lösung

Zitat von Oberleerer
Ich weiß nicht, wie das dort funktioniert. Unser Wechselstromnetz mit den 50Hz zur Steuerung finde ich auch veraltet. Die Wechselspannung verursacht Dämpfungsverluste, weil das ganze Netz 50x pro Sekunde umgepolt wird. Wenn schon im Netz die Verluste reduziert werden können, spart man damit vlt gleich Kohlekraftwerke ein. [....] Wechselspannung hat sich nur durchgesetzt, weil es vor 100 Jahren kein billiges Verfahren gab, Gleichspannung anzuheben.
auch heute gibt es noch kein billiges Verfahren, um Gleichspannung zu konvertieren. Das ist der Hauptgrund, warum auch heute kaum Gleichspannung einsetzt wird, da die entsprechenden Transformatoren gerade erst entwickelt wurden und so derart teuer sind, das man mindestens eine Strecke von 1000km benötigt, damit sich HGÜ gegenüber AC rechnet.

Und da kommen wir auch zum nächsten Problem: man kann nicht einfach das gesamte Netz auf DC umstellen, da fast sämtliche Elektronik den Wechselstrom benötigt. Nur Wechselstrom lässt sich einfach und billig auf andere Spannungsniveaus heben oder senken und durch Wechselstrom kann man auch sehr einfache Motoren bauen, die keinerlei Elektronik davor benötigen.

Daher gibt es zwangsweise immer eine Wandlung AC zu DC und dann wieder AC (und dann wieder DC in den Geräten), was gerade regionalen Stromnetzen deutlich ineffizienter ist als einfach bei Wechselstrom zu bleiben.

Mal ganz davon abgesehen ist die 50Hz Regelung so präzise, dass sogar Uhren danach gestellt werden und jahrelang korrekt laufen.

Als veraltet würde ich unser Stromnetz daher nicht bezeichnen. Zumal ich schon seit vielen Jahren keinen einzigen Stromausfall mehr erlebt habe (ausgenommen durch örtliche Bauarbeiten gewollte/ungewollte Leitungsdurchtrennung)

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