Forum: Wirtschaft
Massive Störung: Ganz Argentinien und Uruguay ohne Strom
Julian Stratenschulte/dpa

Ganz Argentinien und Uruguay haben vorübergehend keinen Strom. Auch Teile Brasiliens, Chiles und Paraguays sollen betroffen sein. Das teilte der argentinische Energieversorger Edesur mit.

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wolfi55 16.06.2019, 19:18
50.

Zitat von teijin
Sie spielen da natürlich auf Fukushima an. Aber dort wurden die Notstromaggregate durch einen Tsunami zerstört, was in Deutschland eher selten vorkommt. Intakte Notstromaggregate in einen AKW können problemlos über Wochen den nötigen Strom zum sicheren Herunterfahren der Reaktoren und zur Aufrechterhaltung der nötigen Kühlung produzieren. Also weit länger, als ein Stromausfall realistischerweise dauern kann. Und in der höchsten Not können ja sicher die benachbarten Windräder aushelfen.
Die benachbarten Windräder können nicht aushelfen, weil der Strom der Windräder kann ja nicht mal in die ruhende Leitung ab Brunsbüttel eingespeist werden, weil Windstrom in einer Leitung, die für Atomstrom errichtet wurde, das geht ja mal gar nicht. Übrigens haben die Kernkraftwerke eine zweite Einspeisung mit 110KV zur Notversorgung.

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Kai Bleker 16.06.2019, 19:22
51. nomen est omen?

Zitat von Oberleerer
Ich weiß nicht, wie das dort funktioniert. Unser Wechselstromnetz mit den 50Hz zur Steuerung finde ich auch veraltet. Die Wechselspannung verursacht Dämpfungsverluste, weil das ganze Netz 50x pro Sekunde umgepolt wird. Wenn schon im Netz die Verluste reduziert werden können, spart man damit vlt gleich Kohlekraftwerke ein. Und wenn es, wie letztes Jahr in Serbien, zu Streitigkeiten kommt sackt in ganz Europa die Frequenz ab. Bei Gleichspannung würde einfach die Spannung absinken und bei irgendwelchen Schäden wären nicht sofart ganze Regionen betroffen. Wechselspannung hat sich nur durchgesetzt, weil es vor 100 Jahren kein billiges Verfahren gab, Gleichspannung anzuheben.
Wechselspannung hat sich durchgesetzt, weil es grundsätzlich bis heute kein besseres und ökonomischeres Verfahren gibt, die Verluste bei der Übertragung elektrischer Energie zu minimieren.

Dazu müsste man natürlich wissen, wie das Ganze mit dem elektrischen Widerstand zusammenhängt. Physik-Stoff der Sek 1. (Wenn Sie das nachgearbeitet haben, verstehen Sie vermutlich auch, wann und wo HGÜ lohnt und wo nicht.)

Man ist echt fassungslos, was hier manchmal alles für ein Unsinn verbreitet wird, ohne dass deren Urheber vor Scham im Boden versinken.

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Emil Peisker 16.06.2019, 19:33
52. Tesla gegen Edison...

Zitat von Oberleerer
Ich weiß nicht, wie das dort funktioniert. Unser Wechselstromnetz mit den 50Hz zur Steuerung finde ich auch veraltet. Die Wechselspannung verursacht Dämpfungsverluste, weil das ganze Netz 50x pro Sekunde umgepolt wird. Wenn schon im Netz die Verluste reduziert werden können, spart man damit vlt gleich Kohlekraftwerke ein. Und wenn es, wie letztes Jahr in Serbien, zu Streitigkeiten kommt sackt in ganz Europa die Frequenz ab. Bei Gleichspannung würde einfach die Spannung absinken und bei irgendwelchen Schäden wären nicht sofart ganze Regionen betroffen. Wechselspannung hat sich nur durchgesetzt, weil es vor 100 Jahren kein billiges Verfahren gab, Gleichspannung anzuheben.
Äußerst schwacher Beitrag. Es ergibt sich aus der Physik, dass Wechselstom eine negative und eine positive Amlitude hat.

Der eigentliche Vorteil der Wechselstroms gegenüber des Gleichsstroms ist seine Transformierbarkeit auf verschiedene Spannungen.

Außerdem kann man Gleichstrom nicht sehr weit transportieren.
Kurze Leitungslänge.

Bei sehr weiten Strecken kann der Gleichtstrom per Transformatoren auf hohe Spannungen gebracht werden, also die Leitungsverluste ausgleichen.

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oinarc 16.06.2019, 19:47
53. Oh Hilfe!

Zitat von Referendumm
Das sind so Aussagen von den ganz Naiven und Unwissenden! Was meinen Sie denn, welche Industriezweige es hier in Deutschland noch gibt, die bei Sicherheitsproblemen massive Risiken verursachen können und z.T. leider ab und an auch tun. Was meinen Sie denn, womit die chemische Industrie ihr Geld verdient? Nur mit Eiscreme und Wasser? Da werden chemische Stoffe verarbeitet, die, wenn es knallt, größte Schäden und nicht nur regional versachen. Dito. bei Düngelmittelfabriken und vielen anderen Branchen mehr. Was glauben denn die Naiven und Unwissenden, welchen Aufwand diese Industriezweige veranstalten, damit es eben NICHT zu einem Schaden, womöglich zu einem GAU kommen kann? Da ist wirklich Null Toleranz in Sachen Arbeitsschutz und -sicherheit angesagt. Und trotzdem - kann jeder hier und da mal in der Tageszeitung nachlesen - passieren gelegentlich leider Unfälle. ...
Wer das Restrisiko von Eventualitäten in der Stromversorgung von Atomanlagen derart herunterspielt, trägt in diesem Bereich hoffentlich keine Verantwortung!

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freefox 16.06.2019, 20:26
54. Strom als Krisenquelle

Keiner wollte es gewußt haben: je mehr Strom-Abhängigkeit um so größer die Anfälligkeit. Strom ist keine Energiequelle sondern eine dürftige Möglichkeit Energie zu transportieren.

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James Blönd 16.06.2019, 20:30
55.

Zitat von Referendumm
Das sind so Aussagen von den ganz Naiven und Unwissenden! Was meinen Sie denn, welche Industriezweige es hier in Deutschland noch gibt, die bei Sicherheitsproblemen massive Risiken verursachen können und z.T. leider ab und an auch tun. Was meinen Sie denn, womit die chemische Industrie ihr Geld verdient? Nur mit Eiscreme und Wasser? Da werden chemische Stoffe verarbeitet, die, wenn es knallt, größte Schäden und nicht nur regional versachen. Dito. bei Düngelmittelfabriken und vielen anderen Branchen mehr. Was glauben denn die Naiven und Unwissenden, welchen Aufwand diese Industriezweige veranstalten, damit es eben NICHT zu einem Schaden, womöglich zu einem GAU kommen kann? Da ist wirklich Null Toleranz in Sachen Arbeitsschutz und -sicherheit angesagt. Und trotzdem - kann jeder hier und da mal in der Tageszeitung nachlesen - passieren gelegentlich leider Unfälle. Und wie viele Unfälle mit welchen Todesfällen gabs und gibts pro Jahr in der Industrie - z.B. im "läppischen" Rohstoffabbau - also Sand-Steine-Erden-Industrie? Und wie viele Unfälle mit welchen zigtausenden Todesfällen gabs und gibts bis dato im Straßenverkehr/ Jahr? Und das vergleichen Sie mal mit der Kerntechnikindustrie; und weil wir hier in D leben, bitte als erstes mit der Deutschen Kerntechnikindustrie, den Deutschen Kernkraftwerken hier in D! Daher sollte eigentlich als erstes der Rohstoffabbau verboten bzw. ganz eingestellt werden und vor allem der Straßenverkehr - und erst ganz zum Schluss die Kerntechnik. Aber nein, fast jeder steigt jeden Tag munter in sein Auto und denkt, es wird nix passieren - nur die Statistik sagt etwas anderes aus. Und falls jemand jetzt mit Tschernobyl etc. um die Ecke kommt - schaut euch allein mal bitte die zig zehntausenden Todeszahlen des Straßenverkehrs in Osteuropa pro Jahr an und speziell die in der Ukraine. Da werden aber einige ganz große Augen bekommen. Tja, mal bitte etwas weiter denken als nur über den eigenen sehr niedrigen Tellerand. P.S.: Es geht hier nicht um pro oder gegen Kernkraftwerke, aber der ganze Unsinn, der in diesem Zusammenhang oft salopp sowie völlig unbedarft hingeschireben wird, erfordert mal eine eindeutige Antwort.
Okay, mein Wochenende war offenbar sehr viel angenehmer und - vor allem - entspannender als das Ihrige.

Was meinen "eigenen sehr niedrigen Tellerrand" betrifft: Das lasse ich für den Augenblick gern mal so stehen. Ihnen hoffentlich wenigsten einen schönen Restsonntagabend. Statt 'Tatort' empfehle ich Ihnen 'James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie' (RTL). Ist zwar nicht gerade eine Sternstunde aus der Reihe, aber immer noch besser als dieses 'Tatort-Spektakel' aus deutsch-frustrierter Koproduktion.

Dann arbeite ich lieber.

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Mentor 54 16.06.2019, 20:38
56.

Zitat von Kai Bleker
Wechselspannung hat sich durchgesetzt, weil es grundsätzlich bis heute kein besseres und ökonomischeres Verfahren gibt, die Verluste bei der Übertragung elektrischer Energie zu minimieren. Dazu müsste man natürlich wissen, wie das Ganze mit dem elektrischen Widerstand zusammenhängt. Physik-Stoff der Sek 1. (Wenn Sie das nachgearbeitet haben, verstehen Sie vermutlich auch, wann und wo HGÜ lohnt und wo nicht.) Man ist echt fassungslos, was hier manchmal alles für ein Unsinn verbreitet wird, ohne dass deren Urheber vor Scham im Boden versinken.
Jetzt geben Sie mal nicht so an! Entsprechend leistungsfähige Thyristoren und IGBTs, wie sie für HGÜ benötigt werden, gibt es noch nicht so lange. Außerdem sind die Investitionskosten nach wie vor sehr hoch. Daher lohnt sich das erst ab einer gewissen Leitungslänge, wo die Leitungsverluste durch den kapazitiven und induktiven Widerstand (Blindleistung) sowie den Skineffekt die HDÜ unwirtschaftlicher machen.

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nach-mir-die-springflut 16.06.2019, 21:11
57. Je mehr, desto

Zitat von Zuversicht
ist durchgeführt. 95% des Stroms ist bereits Grünstrom. Das Problem heute ist das gemeinsame Leitungsnetz der beiden Länder. Auf der einen Seite verdient Uruguay durch Stromverkauf Geld, auf der anderen Seite kann es halt mal zu so einem Malheur führen.
Uruguay ist etwa halb so groß wie Deutschland und hat so viele Einwohner wie Berlin. Strom kann man von Energie nicht abgrenzen. Je günstiger der Strom, desto mehr wird mit Strom hergestellt, zum Beispiel Methan als Erdgasersatz oder Elektrolysebenzin als Fossilbenzinersatz. Wenn Uruguay heute 95 % seines Strombedarfs durch grüne Quellen deckt, sind das 55 % vom Gesamtenergiebedarf. Heute sind 40 % des deutschen Strombedarfs durch grüne Quellen gedeckt 6 % des Gesamtprimärenergiebedarfs. Volatile Quellen wie Sonne oder Wind verlangen nach Speichern, so dass keine Defizite entstehen. Mit installierten Speichern dürfte das Stromnetz nicht ausfallen.

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Thorongil 16.06.2019, 21:17
58. Energiewende

Bei einem großflächigen Stromausfall (z.B. Europäisches Verbundnetz verliert Synchronisation durch Überlastung und Abschaltung und Netzpartitionierung) benötigt man Schwarzstartfähige Kraftwerke, die die 50Hz ohne Strom von außen erzeugen können.

In der Regel sind dies Wasserkraftwerke. Diese bilden dann die Keimzelle der Wiederanschaltung weiterer Netzbereiche.

Also singt euer Hoch auf Atom- und Kohlekraft. Keines dieser Kraftwerke kommt bei Stromausfall von alleine wieder ans Netz.

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sunny2102 16.06.2019, 21:37
59. Aus Buenos Aires, Strom wieder da..

Für Alle die gefragt haben:
Hier in Buenos Aires, Stadtviertel "Parque Patricios" haben wir seit 14:00 (Gmt-300) wieder Strom.
Im Fernsehen wird bestätigt, daß 56% des Ausfallgebiets wieder angeschlossen wurde.
Die Ursachen werden untersucht, überhohten Verbrauch kann aber sicher an einem Sonntag, Vatertag und Vortag zu einem weiteren Feiertag (Montag ist Feiertag) ausgeschlossen werden.
Wer Fragen hat, bitte losschießen.

Schönen Vatertag an alle Väter hier aus Buenos Aires, Servus !

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