Forum: Wirtschaft
Mehr Ökoenergie-Abschlüsse: Der "Greta-Effekt" auf dem Strommarkt
DPA

2012 war es der Fukushima-Unfall, jetzt könnte das Engagement von Greta Thunberg für den Klimaschutz eine Trendwende auslösen: Verbraucher schließen verstärkt Verträge bei Ökostromanbietern ab.

Seite 2 von 32
tempus fugit 07.07.2019, 10:42
10. Der Spitzenstrombearf....

Zitat von fmamw
Ökostom ist generell gut, aber wichtiger ist es, weniger Strom zu verbrauchen, Immer mehr (Stand-by-)Stromfesser im Haushalt machen den Ökoeffekt von Ökostrom zunichte. Hilfreich wäre es auch, seinen Stromverbrauch auf unübliche Zeiten zu verlegen (Stichwort: Nachtstrom), das würde die Anzahl der notwenigen Kraftwerke für Spitzenverbrauchszeiten reduzieren.
...ist doch gewollt von den EVU - siehe hier:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/energieversorgung-in-deutschland-stromhaendler-zocken-fast-bis-zum-blackout-a-815587.html

https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-02/strommarkt-neuorganisation

>Energiewende: Zocken mit Strom wird zu leicht gemacht
Fachleute fordern, die Strommärkte neu zu organisieren. So wollen sie mögliche Manipulationen verhindern – und das System fit machen für mehr Ökostrom. <

Und das ist nun schon 7 Jahre her....

Es war schon ein schlauer Zug der EVU in den 50gern, dass man deutsche Muttis davon überzeugte, wie toll man mit Strom kochen
kann - damals nachvollziehbar nachdem Millionen zerbombte Haushalte neu erstellt werden mussten und man statt mit Holz und Kohle in den alten Herden plötzlich eine glühende Stromplatte hatte!

Mittags, abends schnell paar GW extra produzieren, deren Preis dann auf die rund 60-70 GW Last umlegen und schon rattern die Gelddruckmaswchinen wie verrückt. Nachdem aber die 500-Euronoten nicht mehr gedruckt werden, müssen die halt weit länger
rattern mit den 200ern - und steigern auch noch die Druckkosten....

Beitrag melden
Flari 07.07.2019, 10:45
11.

Zitat von wolfabc
Wasserkraft ist eine der ältesten, wenn nicht sogar die älteste regenerative Energiequelle, nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch zum Antrieb von Maschinen, Mühlen usw. Und es ist völlig gleichgültig, ob so ein Wasserkraftwerk schon abgeschrieben ist, oder nicht. Die Alpenstaaten wie z. B. Österreich und die Schweiz sind insofern um das viele Wasser aus den Bergen und die vielen bereits abgeschriebenen Kraftwerke zu beneiden. Selbst in Deutschland gäbe es noch Wasserkraftreserven zu heben, die, im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenergie 24 Stunden lang ununterbrochen Strom liefern können.
Mit dem Alpenwasser verbinden Sie falsche Vorstellungen.
Gerade zu Zeiten des grössten Strombedarfs im Januar/Februar geht die dortige Stromproduktion aus Wasserkraft auf sein Minimum.
Teilweise auf unter 10% der installierten Leistung.

Den Österreichern steht im Winter teilweise gar kein Wasserkraftstrom mehr zur Verfügung, weil der von Greenpeace für seine deutschen Kunden weggekauft wird.
Immerhin bekommen die Österreicher dafür um so mehr Strom aus Kernkraft und fossilen Kraftwerken zurück, und oft dürfen sie sich Strom aus eigenen Ölkraftwerken auf deutsche Kosten erzeugen.

Oft kaufen die Österreicher natürlich auch EE-Strom aus Deutschland.
Allerdings versichern da die deutschen Ökos/Grünen, dass aus DE keine einzige kWh EE-Strom rausgelassen wird, solange hier nicht über 100% EE-Strom im Jahresmittel erzeugt wird..

Beitrag melden
euro-paradies 07.07.2019, 10:47
12. Und wenn der Öko-Strom alle ist, kauft man bei den Ländern

rund um Deutschland i.d.R. überteuerten Atomstrom aus grenznahen eher unsicheren AKW´s ein. Und das kommt häufig vorn und insbesondere bei trüben Wetter und Windstille. Nichts gegen teuren Ökostrom, aber der wird oft produziert wenn man ihn nicht braucht, stört dann das Stromnetz und muss an die Nachbarländer zu hohen negativen Preisen verkauft werden. Ökostrom macht nur Sinn, wenn das Stromnetz diesen auch braucht.

Beitrag melden
phboerker 07.07.2019, 10:49
13. Stromveredelung

Das Problem sind nicht alte Wasserkraftwerke, sondern die "Veredelung" von konventionell erzeugtem Strom zu Ökostrom durch den Kauf von billigen norwegischen Wasserkraftzertifikaten. Da wird der Ökostromtarif zur freiwilligen Spende an den Kohlekraftwerksbetreiber. Wer die ökologische Stromerzeugung fördern will, sollte daher einen Stromerzeuger suchen, der ausschließlich Ökostrom produziert. Den findet man mutmaßlich nicht Piet Preisvergleich bei Verivox...

Beitrag melden
tempus fugit 07.07.2019, 10:49
14. Interessant dazu auch...

Zitat von wolfabc
Wasserkraft ist eine der ältesten, wenn nicht sogar die älteste regenerative Energiequelle, nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch zum Antrieb von Maschinen, Mühlen usw. Und es ist völlig gleichgültig, ob so ein Wasserkraftwerk schon abgeschrieben ist, oder nicht. Die Alpenstaaten wie z. B. Österreich und die Schweiz sind insofern um das viele Wasser aus den Bergen und die vielen bereits abgeschriebenen Kraftwerke zu beneiden. Selbst in Deutschland gäbe es noch Wasserkraftreserven zu heben, die, im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenergie 24 Stunden lang ununterbrochen Strom liefern können.
...wie es durch das STROMEINSPEISEGESETZ - angestossen von einem Grünen und einem von den EVU schikanierten CSU-Regionalpolitiker gekommen ist, das Vorläufergesetz zum EEG!

Dieser Kleinproduzent von Wasserstrom wurde von den EVU getriezt und schikaniert und und und bis er die Geduld verlor.

Hochinteressant - weil es heute nicht viel anders ist:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/energieversorgung-in-deutschland-stromhaendler-zocken-fast-bis-zum-blackout-a-815587.html

Energiewende: Zocken mit Strom wird zu leicht gemacht
Fachleute fordern, die Strommärkte neu zu organisieren. So wollen sie mögliche Manipulationen verhindern – und das System fit machen für mehr Ökostrom.

Beitrag melden
tempus fugit 07.07.2019, 10:52
15. Wichtig sicherlich,...

...aber das ist doch gar nicht gewollt, sonst stocken die Gelddruckmaschinen:

https://www.noz.de/archiv/vermischtes/artikel/19842/das-teuerste-kraftwerk-bestimmt-den-preis

Es würde reichen, wenn in DE - wie fast überall in der Welt - statt mit
Strom mit Gas gekocht und Wasser heiss gemacht würde...

2 x Am Tag Spitzenlast mit Spitzenpreisen für den nötigen Strom und schon sind die paar % preisbestimmend selbst für die letzte kWh aus uralten, abgeschriebenen Braunkohlemeilern.

Nach vorne tönen (z.B. der EVU-Lautsprecher Altmaier...) und hinter den Kulissen grinsen und sich auf die Schenkel klatschend, das ist die
Realität.

Genauso wie der gescheiterte 'Strommangelhype' letzter Woche - Versuchsballon, schnell geplatzt - es ging um's Zocken an der Strombörse bis zum crash.

Auch nix neues - war schon da:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/energieversorgung-in-deutschland-stromhaendler-zocken-fast-bis-zum-blackout-a-815587.html

https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-02/strommarkt-neuorganisation
Energiewende: Zocken mit Strom wird zu leicht gemacht
Fachleute fordern, die Strommärkte neu zu organisieren. So wollen sie mögliche Manipulationen verhindern – und das System fit machen für mehr Ökostrom.

Beitrag melden
Andy091965 07.07.2019, 10:52
16. Um Gottes Willen

Ich hoffe die Deutschen werden wieder normal.
Wenn nur 30% der PKW von heute auf morgen E Autes währen würde im gegsten Winter wenn die Temperaturen bei 0Grad oder tiefer liegen das Stromnetz zusammen brechen und weil die Netze mit einander verbunden sind würden die andere Netze versuchen es auszugleichen das könnte Auswirkungen auf halb Europa haben die Netze sind in keinem Land der EU für so eine Überbelastung ausgelegt dann viel Spaß beim Heizen.
Schönen Tag noch
Andy

Beitrag melden
tempus fugit 07.07.2019, 10:57
17. Hochinteressant,...

Zitat von penie
Jeder sollte sich mal überlegen, was genau passiert, wenn er oder sie einen entsprechenden Vertrag abschließt. Bekommt er ein Kabel vom nächsten Windrad oder der nächsten Solaranlage gelegt? Akzeptiert er die Stromabschaltung bei "Dunkelflaute"? Eben nicht. Er bekommt genau den gleichen Strommix wie vorher und wie alle anderen und lediglich eine ander Rechnung. "Öko-Strom" ist die größte Volksverdummung seit langem. Es gibt auch keine mittelbaren Effekte, da die Menge des eingespeisten "Öko-Stroms" aufgrund des Einspeisevorrangs allein vom Angebot abhängt und eben nicht von der Nachfrage. Wenn die Einspeisevergütungen hoch genug sind, wächst der Ökostromanteil, solange des eben ohne Strmausfälle geht. Selbst wenn kein Mensch Ökostrom bestellt. Und selbst wenn 100% der Verbraucher Ökostrom bestellen würden, würde dadurch kein einziges Wind- oder Solarkraftwerk zusätzlich gebaut.
.,..wie - und WARUM! - ds. von einem Grünen und einem CSU-Regionalpolitiker angestossene Gesetz - Vorläufer des EEG - zustande
kam:

https://www.zeit.de/online/2006/39/EEG

Ökostrom: Das unterschätzte Gesetz
Das Stromeinspeisegesetz wurde aus der Wut geboren. Heute ist es ein internationales Erfolgsmodell und wird in 18 EU-Ländern angewendet. Die Väter sind ein CSU-Mann und ein Grüner


....Viele Jahre lang hatte sich der CSU-Mann aus Siegsdorf bei Traunstein im Streit mit den Stromversorgern aufgerieben. Für den Verband der bayrischen Wasserkraftwerke verhandelte er die Preise, die die Netzbetreiber für Strom aus Wasserkraft bezahlen sollten. Dabei feilschten die Stromkonzerne unerbittlich um Minimalbeträge. Engelsberger fühlte sich unfair behandelt. Schon vor der Jahrhundertwende hatte das Kraftwerk, das damals noch seinem Vater gehörte, die kleine Gemeinde Siegsdorf mit Elektrizität versorgt. Doch die großen energiepolitischen Themen jener Tage hießen Kohle-Verstromung und Atomkraft. Strom aus Wasserkraft wurde kaum beachtet.

"Wir waren der billige August der Stromindustrie", sagt Markus Engelsberger, der Sohn des 2005 verstorbenen Politikers. Die Versorger scheuten sich damals nicht, ihre Preise durchzusetzen. Rund acht Pfennig gab es für eine Kilowattstunde Strom aus Wasserkraft – "weniger als die Stromkonzerne für ihren eigenen Strom ausgeben mussten", sagt Markus Engelsberger. .....

Beitrag melden
selfie-8 07.07.2019, 10:59
18. Fukushima: Trendwende zu mehr Klimaschutz ?

Das Gegenteil ist der Fall. Nach Fukushima wurden Kohlekraftwerke gebaut und hochgefahren. Und jetzt wird’s lamentiert und den Verantwortlichen vorgeworfen, Deutschland hätte beim Klimaschutz versagt. Die nächste Trendwende steht in der Tat nun an. Ökoprobleme werden in die Abbaugebiete von Lithium und Kobalt verlagert. Wie es dort um die Gesundheit der Bevölkerung und die Auswirkungen auf die Umwelt steht interessiert in Deutschland niemand.
Es tut weh, zu sehen wie kurzsichtig in Deutschland argumentiert und diskutiert wird.

Beitrag melden
carlitom 07.07.2019, 11:02
19.

Ablasshandel. Statt sein eigenes Verhalten zu verändern und seinen Stromverbrauch einzuschränken und vor allem nicht auf E-Autos als zukunftsträchtig zu setzen (welche Ironie: mehr Verbraucher retten die Welt), erkauft man sich ein reines Gewissen mit "Öko-"Strom und macht nach Bezahlen der etwas höheren Rechnung einfach so weiter wie bisher. Lächerlich.

Beitrag melden
Seite 2 von 32
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!