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Mehr Ökoenergie-Abschlüsse: Der "Greta-Effekt" auf dem Strommarkt
DPA

2012 war es der Fukushima-Unfall, jetzt könnte das Engagement von Greta Thunberg für den Klimaschutz eine Trendwende auslösen: Verbraucher schließen verstärkt Verträge bei Ökostromanbietern ab.

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Knacker54 07.07.2019, 11:04
20. Richtig: Weniger Stromverbrauch ist wichtig!

Zitat von fmamw
Ökostom ist generell gut, aber wichtiger ist es, weniger Strom zu verbrauchen, Immer mehr (Stand-by-)Stromfesser im Haushalt machen den Ökoeffekt von Ökostrom zunichte. Hilfreich wäre es auch, seinen Stromverbrauch auf unübliche Zeiten zu verlegen (Stichwort: Nachtstrom), das würde die Anzahl der notwenigen Kraftwerke für Spitzenverbrauchszeiten reduzieren.
Völlig unverständlich ist es für mich immer wieder, dass die E-Herde dermaßen hip sind - dabei könnten sich auch die Verbraucher mit ausgeprägter "Geiz-ist-geil-Mentalität" für eine Alternative entscheiden, die im Verbrauch 3-6mal günstiger ist: Gas! Schauen Sie doch mal nach, was Sie für eine Strom-kWh berappen und wie wenig für eine Gas-kWh - Sie werden staunen. Sogar Flaschengas lohnt sich!
Aber: Noch heute haben die meisten Eigenheimbesitzer, die einen Gasanschluss im Haus liegen haben, so einen tollen E-Herd in der Küche - nichts anderes als ein Stromfressmonster!

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HP-HH 07.07.2019, 11:07
21. Oekostrom

Alle wollen Ökostrom... kann mir mal jemand erklären woher der für alle kommen soll?

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em_den 07.07.2019, 11:09
22. Repräsentativ?

Da werden also die Zahlen eines einzigen (zudem mit bestenfalls „fragwürdig“ zu umschreibenden Geschäftsmethoden arbeitenden) Vergleichsportals herangezogen, um einen Trend auszumachen. Gibt es in Deutschland keine vernünftigen Statistiken mehr? Oder hat bei SPON im Sommerloch einfach keiner Bock zu recherchieren? Ich meine: ich fände diesen Trend auch positiv, wenn er sich tatsächlich bestätigen würde. Aber dann doch bitte aus einer seriösen Quelle und nicht 1:1 aus der Pressemitteilung eine fragwürdigen Quelle abschreiben, nur weil die ein guter Werbekunde sind.

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matthyk 07.07.2019, 11:10
23.

Zitat von penie
Jeder sollte sich mal überlegen, was genau passiert, wenn er oder sie einen entsprechenden Vertrag abschließt.
Um es vielleicht etwas präziser auszudrücken:
Wenn Kunden 100% Ökostrom bestellen, hat das lediglich zur Folge, dass bei den anderen Kunden (ohne besonderen Vertrag) der rechnerische Ökostromanteil entsprechend zurückgeht - mehr passiert dabei nicht. In der Summe bleibt alles beim Alten.
Erst wenn so viel Ökostrom bezogen würde, dass der Ökostromonateil derjenigen, denen es egal ist, auf unter 0 Prozent fallen würde, gäbe es ein Problem. Erst dann müssten die Anbieter entweder auf weitere Ökostromkunden verzichten oder weiter Ökostromkapazitäten (teuer) zukaufen.

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euro-paradies 07.07.2019, 11:11
24. So lange keine ausgereiften Batteriespeicher am Markt sind, so lange

machen die Photovoltaik Anlagen (PV) für den privaten Nutzer nur beim Stromverkauf (Einspeisung) Sinn. Der Netzbetreiber hat dann mit unkalkulierbarer, teuer subventionierten Strommenge bei Sonne und Wind zu kämpfen, die zu hohen Kosten für die Stromkunden führt, da das Zeugs schnellstens zu Minuspreisen ins Ausland verschleudert werden muss. Der privat erzeugte PV-Strom sollte ins Netz nur aufgenommen werden, wenn er benötigt wird (Prinzip Angebot und Nachfrage). Unser System führt zu den weltweit mit teuersten Strompreisen. Wir sind zwar Spitze in der Öko-Strom-Produktion, können diesen aber oft nicht sinnvoll verwerten (Prinzip Hamsterrad).

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Flari 07.07.2019, 11:12
25.

Zitat von travelflo
Die Unternehmen verkaufen nicht direkt den Strom ab Werk, sondern der wird über die Strombörse gehandelt. Die Stromversorgung ist wie ein großer See, auf der einen Seiten wird eingespeist, auf der anderen Seite entnommen. Die Strombörse ist der See. Der Ökostrom wird dort genauso angeboten wie der Atomstrom, am Ende entscheidend die Nachfrage über den Preis. Ist die Nachfrage nach Ökostrom höher als nach Atomstrom, steigen die Preise, und es lohnt sich eher, Ökostrom zu produzieren und einzuspeisen. Über den Stromtarif wählt man also nicht aus, was aus der Steckdose kommt, sondern was eingespeist wird.
An der Strombörse, egal ob EEX oder EPEX, kann nur "Graustrom" gehandelt werden, wer dort einkauft, bekommt den temporären Mix, der gerade im Angebot ist.
Manche Ökostromanbieter kaufen dennoch dort ein, labeln den Graustrom aber mittels z.B. norwegischer Zertifikate auf EE-Strom um.
Theoretisch könnten die auch chinesische Zertifikate vom Drei-Schluchten-Damm, oder aus Ägypten, Brasilien, etc. nehmen, aber Norwegen kommt als Quelle bei den Deutschen besser an.

Greenpeace-Energy verkauft seinen Kunden fast ausschliesslich Wasserstrom aus AT, allerdings importiert AT zu 99% der Jahresstunden zeitgleich bedeutend mehr Graustrom aus Deutschland.
Mit jeder kWh, die GPe mehr in AT einkauft, steigt also auch der österreichische Stromeinkauf in DE.

Wie kommen Sie darauf, dass über den Tarif gewählt wird, was eingespeist wird?
EE-Kraftwerke speisen (fast) grundsätzlich die temporär technisch mögliche Maximalmenge ein, solange nicht aufgrund Netzüberlastung oder gesetzlicher Beschränkungen abgeregelt wird.

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spiegelleser987 07.07.2019, 11:17
26.

Zitat von wolfabc
Wasserkraft ist eine der ältesten, wenn nicht sogar die älteste regenerative Energiequelle, nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch zum Antrieb von Maschinen, Mühlen usw. Und es ist völlig gleichgültig, ob so ein Wasserkraftwerk schon abgeschrieben ist, oder nicht. Die Alpenstaaten wie z. B. Österreich und die Schweiz sind insofern um das viele Wasser aus den Bergen und die vielen bereits abgeschriebenen Kraftwerke zu beneiden. Selbst in Deutschland gäbe es noch Wasserkraftreserven zu heben, die, im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenergie 24 Stunden lang ununterbrochen Strom liefern können.
24 Stunden aus Wasser funktioniert nicht. An einem Teil des Tages wird aus Wasser Strom erzeugt und in der anderen Hälfte des Tages wird das Wasser in einen Wasserspeicher hochgepumpt. Das geht natürlich nur mit Strom. Solche Wasserkraftwerke gab es hier schon lange. Die Wassermenge reicht hier allerdings auch nicht zur Gesamtversorgung. Venezuela sollten Sie nicht vergessen. Dort kommt der Strom aus Wasserkraftwerken. Das Stromnetz wurde seit Jahren mehrmals täglich abgeschaltet, weil es nicht genug Strom gab. Und es kam öfter auch zu weiteren Stromausfällen über 24 Stunden und mehrere Tage. Der Präsident Maduro hat behauptet, dass Cyberangriffe die Ursache wären, aber das ist falsch. So wollte er die Ursache nur verstecken.
"Alarmzustand und Massenproteste wegen Stromausfall"
https://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-juan-guaido-erklaert-alarmzustand-und-ruft-zu-protesten-auf-a-1257343.html

"Venezuela mehr als 24 Stunden ohne Strom"
https://www.tagesspiegel.de/politik/gigantischer-blackout-venezuela-mehr-als-24-stunden-ohne-strom/24083732.html

Aber Wasserkraftwerke haben noch einen anderen "umweltfreundlichen" Effekt. Die Fische sterben aus:

"Großes Fischsterben im Kostheimer Wasserkraftwerk"
https://www.rhein-zeitung.de/startseite_artikel,-grosses-fischsterben-im-kostheimer-wasserkraftwerk-_arid,469677.html

und hier aus der Schweiz:
"Wie umweltschädlich ist Wasserkraft?"
https://www.20min.ch/schweiz/news/story/Wie-umweltschaedlich-ist-Wasserkraft--16132567

Aber da gibt es noch etwas anderes. Aus Staudämmen für Wasserkraftwerke kommt auch extrem viel CO2 wie aus fosslien Treibstoffen:
"Wasserkraft als CO2-Schleuder? - Einige Staudamm-Projekte am Mekong setzen genauso viel CO2 frei wie fossile Brennstoffe "
https://www.scinexx.de/news/energie/wasserkraft-als-co2-schleuder/

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apfelmännchen 07.07.2019, 11:20
27.

Ich biete denen, die gerne mehr als den jetzt erreichten 40% Ökostromanteil haben wollen an,
meine 40% Ökostrom mit zu übernehmen, macht stolze 80% Ökostrom - natürlich müssten sie dafür meine EEG-Umlage bezahlen.

Ich komme mit dem Strom aus Kraftwerken gut zurecht.

Gibt es hier außer Selbstbeweihräucherern mit bunten, aber nutzlosen Ökostromverträgen, tatsächlich "echte Ökos", sie können gerne mit mir Kontakt aufnehmen.

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joe_ann 07.07.2019, 11:20
28. @maintalhase Da haben Sie Recht

selbst wir in Schleswig-Holstein haben eine Photovoltaik-Anlage und können damit rund die Hälfte unseres Strombedarfs decken. Investitionskosten sind auch kein Gegen-Argument- wir haben es über Mietkauf gemacht, sodass wir effektiv c.a. 40? im Monat zahlen für die Anlage (80? an den Anbieter und 40? bekommen wir für die Einspeisung) bei gleichzeitiger Halbierung der Stromkosten für Strom von externen Anbietern.

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karl-felix 07.07.2019, 11:23
29. Wir

Zitat von fmamw
Ökostom ist generell gut, aber wichtiger ist es, weniger Strom zu verbrauchen, Immer mehr (Stand-by-)Stromfesser im Haushalt machen den Ökoeffekt von Ökostrom zunichte. Hilfreich wäre es auch, seinen Stromverbrauch auf unübliche Zeiten zu verlegen (Stichwort: Nachtstrom), das würde die Anzahl der notwenigen Kraftwerke für Spitzenverbrauchszeiten reduzieren.
meinen vermutlich das Gleiche, aber nur noch einmal zur Präzision aus meiner Sicht :
Gemeint ist höhere Effizienz, d.h. weniger Energieverbrauch für die gleiche Dienstleistung .
Ansonsten ist es schon in Ordnung, mehr Strom zu verbrauchen als
Kohle , öl oder Gas soweit der Strom aus Licht,Luft oder Wasser erzeugt wird.
Dann ist es auch egal, ob man nun Nachtstrom oder Tagstrom verwendet. Entscheidend sind dann intelligente Netze, die die Stromerzeugung und die Last koordinieren , die Sonne scheint Tagsüber.
Ansonsten haben Sie recht, insbesondere im Hinblick auf evtl. Millionen E-Autos die ja mobile EE-Strom-Speicher sind.

P-S. Ich glaube auch , dass der Autor irrt, wenn er den diesjährigen Ökostromrekord auf besonders windiges Wetter zurückführt . Der Stromertrag aus Wind war im 1. Hj 2019 nach meiner Kenntnis nicht höher als im Vorjahr.

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