Forum: Wirtschaft
Merkel in Frankfurt: Scheitern der Brexit-Verhandlungen "nicht vollkommen ausgeschlos
ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Kanzlerin Merkel will den Anreiz für ausländische Banken erhöhen, sich nach dem Brexit in Frankfurt anzusiedeln. Die Verhandlungen mit London zum EU-Ausstieg würden mit "aller Kraft und Kreativität" geführt.

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oidamo 05.09.2018, 09:32
10.

Zitat von mbakJerman
(...) Schade, dass die Banken die Jobs nicht nach Berlin, Hamburg oder München verlegen.
Ich glaube, jeder Münchner ist froh, dass es so ist. Die Mieten sind hier schon ohne große Bankenwelt hoch genug, sodass sich viele gebürtige Münchner die Stadt nicht mehr leisten können.

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tpk 05.09.2018, 09:57
11.

Zitat von sunshine422
Ist wirklich nicht mehr zum aushalten. Die Schweiz ist auch nicht in der EU und nicht in der Zollunion und trotzdem gibt es ausser an Feiertagen kein Stau am Zoll. Klar gibt es bilaterale Verträge und die könnten wenn man wollte mit UK auch aushandeln könnte, wenn man wollte. Es geht der EU nur darum ein Exempel zu statuieren um andere weniger wirtschaftlich starke Nationen abzuschrecken. Kommt mir vor wie ein Arbeitgeber der einem seiner besten Mitarbeiter alle Steine in den Weg legt, weil er wo anders hin möchte. Und komisch das China und viele andere Länder auch Handel mit der EU treiben ohne Mitglied zu sein. Die Briten werden weder bankrott noch sonst wie in den Abgrund gehen. Sie werden Änderungen an ihrem System vornehmen müssen und auch die Wirtschaft. Da die Letztere ja Geld verdienen will, wird sie Wege finden, weiter Geld zu verdienen. Statt ständig anderen Übertreibungen anzukreiden sollten die Journalisten und Politiker mal auf hören so inflationär Panik zu verbreiten wo nichts ist. Ist wie mit der Türkei. Vor 6 Monaten war alles noch ok , bezüglich Finanzen und jetzt stehen sie vor dem Kollaps. Mhhh wie gut sind da nun die Finanzspezialisten wohl ?
Lesen Sie mal Artikel im Spiegel über die Türkei aus den letzten 2 Jahren. Da war immer die Reden von den angeblichen 7% Wirtschaftswachstum, aber dass der Fisch gewaltig stinkt. Wer die Artikel wirklich gelesen hat, wundert sich nicht.

Der Rest, den Sie verbreiten, ist der übliche Standard-Unsinn, mit dem sich britische Brexit-Fans die Birne vernebeln um die Laune oben halten zu können.

Mal abgesehen davon, dass es am Feierabend auch lange Staus an schweizer Grenzen z.b. nach Frankreich gibt, verfehlen Sie völlig das Thema. Sobald GB den Binnenmarkt verläßt, werden britische Firmen mit WTO Regeln konfrontiert, egal ob es einen Handelsvertrag mit der EU geben wird oder nicht. Und das bedingt tonnenweise Papierkram, der an den Grenzen geprüft werden muss, unabhängig von Tarifen. Das bedeutet massive Zeitverzögerung an den Grenzen - nicht umsonst sollen in GB für den Fall des "no deals" Nahrungsmittel und Medikamente gehortet werden - und einen riesen (Kosten-) Aufwand für die exportierende Wirtschaft. Weswegen Firmen, die auf Lieferketten angewiesen sind, mit Investitionsstop oder Rückzug aus GB drohen. Ford, Nissan, BMW, Airbus, etc.

Natürlich exportiert China in die EU. Da ist aber nix mit Lieferketten, das sind nur Importe. Und die haben den oben beschriebenen Papierkram, der für englische Unternehmen bisher wegfällt.

GB könnte etwas Ähnliches wie die Schweiz bekommen. Es müsste aber einige Allergien loswerden, die die Schweiz nicht hat. Seine Allergien gegen die Personenfreizügigkeit und den Euroäischen Gerichtshof bspw.

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rainer60 05.09.2018, 09:58
12. geschlafen

Zitat von sunshine422
Ist wirklich nicht mehr zum aushalten. Die Schweiz ist auch nicht in der EU und nicht in der Zollunion und trotzdem gibt es ausser an Feiertagen kein Stau am Zoll. Klar gibt es bilaterale Verträge und die könnten wenn man wollte mit UK auch aushandeln könnte, wenn man wollte. Es geht der EU nur darum ein Exempel zu statuieren um andere weniger wirtschaftlich starke Nationen abzuschrecken. Kommt mir vor wie ein Arbeitgeber der einem seiner besten Mitarbeiter alle Steine in den Weg legt, weil er wo anders hin möchte. Und komisch das China und viele andere Länder auch Handel mit der EU treiben ohne Mitglied zu sein. Die Briten werden weder bankrott noch sonst wie in den Abgrund gehen. Sie werden Änderungen an ihrem System vornehmen müssen und auch die Wirtschaft. Da die Letztere ja Geld verdienen will, wird sie Wege finden, weiter Geld zu verdienen. Statt ständig anderen Übertreibungen anzukreiden sollten die Journalisten und Politiker mal auf hören so inflationär Panik zu verbreiten wo nichts ist. Ist wie mit der Türkei. Vor 6 Monaten war alles noch ok , bezüglich Finanzen und jetzt stehen sie vor dem Kollaps. Mhhh wie gut sind da nun die Finanzspezialisten wohl ?
sie scheinen die letzten 1 1/2 jahren was den brexit angeht geschlafen zu haben.
" bilaterale verträge die, wenn man wollte, auch mit uk aushandeln"
zum tango gehören 2. die eu hat gb verträge nach dem muster schweiz,norwegen angeboten. DIE HABEN SO ETWAS ABGELEHNT!!!!!!!!!!
es wäre schön wenn sie sich, bevor sie ihre kommentare unters volk bringen, informieren würden.
das mit dem " ständigen übertreiben" ist auch sehr schön. ihnen ist evtl. auch entgangen dass das pfund 15% an wert gegenüber dem € verloren hat ? einigen briten ist das nämlich noch nicht aufgefallen.

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hle 05.09.2018, 10:06
13. Den Brexit hätte es nicht gegeben, wenn ...

... man die Niederlassungsfreiheit aufgegeben hätte. Und so richtig erklären kann mir bis heute keiner, warum es für ein friedliches Miteinander eine Niederlassungsfreiheit geben muss. Es schliesst sich ja nicht aus, dass man auch in anderen EU-Länder ziehen kann. Nur wenn die Leute dort denken, dass die Kapazitäten erreicht sind, dann finde ich es plausibel zu sagen, dass der Zuzug kontrolliert werden muss. Man hätte ja die Niederlassungsfreiheit als Option innerhalb der EU einführen können. Das EU-Land, dass keine Niederlassungsfreiheit gewährt, hat automatisch auch keine Niederlassungsfreiheit in den anderen Ländern. Aber nein, man muss unbedingt auf Niederlassungsfreiheit bestehten. Es gibt ntürlich auch einige, die sich vollständig von der EU lösen wollen, aber aus meiner Erfahrung war die Pflicht zu Niederlassungsfreiheit ein großer Faktor für den Brexit. Ohne Zwang zur Niederlassungsfreiheit hätte es die >50% pro brexit nicht gegeben.

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toledo 05.09.2018, 10:08
14. Aha..

Dann wird also an einem Sonderkündigungsrecht für Banker gearbeitet?
Welche Logik steckt dahinter, wieso nur für Banker? Könnte mir vorstellen dass auch andere Branchen an einem gelockerten Kündigungsschutz Interesse hätten.
Wiee will man dies definieren..? Branchendefiniert oder Einkommensgrenzen..?

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111ich111 05.09.2018, 10:31
15. Kurzfassung für EU - Nichtversteher

Zitat von hle
... man die Niederlassungsfreiheit aufgegeben hätte. Und so richtig erklären kann mir bis heute keiner, warum es für ein friedliches Miteinander eine Niederlassungsfreiheit geben muss. Es schliesst sich ja nicht aus, dass man auch in anderen EU-Länder ziehen kann. Nur wenn die Leute dort denken, dass die Kapazitäten erreicht sind, dann finde ich es plausibel zu sagen, dass der Zuzug kontrolliert werden muss. Man hätte ja die Niederlassungsfreiheit als Option innerhalb der EU einführen können. Das EU-Land, dass keine Niederlassungsfreiheit gewährt, hat automatisch auch keine Niederlassungsfreiheit in den anderen Ländern. Aber nein, man muss unbedingt auf Niederlassungsfreiheit bestehten. Es gibt ntürlich auch einige, die sich vollständig von der EU lösen wollen, aber aus meiner Erfahrung war die Pflicht zu Niederlassungsfreiheit ein großer Faktor für den Brexit. Ohne Zwang zur Niederlassungsfreiheit hätte es die >50% pro brexit nicht gegeben.
Die Niederlassungsfreiheit soll verhindern, dass finanzstarke Gebiete in finanzschwachen produzieren lassen, aber gleichzeitig verbieten, dass auch andere EU-Bürger von der Gewinnerwirtschaftiung profitieren können, in dem sie z.B. Ihr Gewerbe oder Ihren Wohnsitz in die finanzstarken Gebiete verlegen können. Ansonsten wäre die EU ein Wirtschaftparadies für Großfirmen und Arbeitgeber (billig produzieren - teuer verkaufen) unter Ausbeutung von Zulieferern und Arbeitnehmern in der EU. Siehe die polnischen Arbeiter in GB. Man wollte sie (billig) arbeiten, jedoch nicht dort wohnen lassen, wo sie arbeiten.
Wie gesagt, dass ist eine Kurzfassung. Größere und genauere Abhandlungen finden Sie bei Google ...

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kumi-ori 05.09.2018, 12:20
16.

Ich hoffe nicht, dass Merkel auf die Idee kommt, den deutschen Kündigungsschutz aufzuweichen, nur um den englischen Bankbeamten einen Gefallen zu tun. Wenn die Engländer keine Arbeitnehmerrechte möchten, dann sollen sie eben nach Paris gehen.

Ganz generell bin ich allerdings der Meinung, dass es in Westeuropa schon ausreichend Großverdiender gibt. Geschickter wäre es, die Banken im Osten der EU anzusiedeln, um das Lebensstandardsgefälle etwas aufzuweichen. Da gibt es auch keinen Kündigungsschutz. Wenn sich ein paar größere Banken in Bratislava oder in Bukarest niederlassen würden, könnte das in diesen Ländern einen Gründerboom initialisieren. Vor der Bank macht zum Beispiel ein Pizzaservice auf. Das könnte der ungesunden Ausrichtung des EU-Ostens nach Westen entgegenwirken.

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kumi-ori 05.09.2018, 12:30
17.

Zitat von markus.pfeiffer@gmx.com
Banker sind nach Feierabend auch Menschen und deshalb geht es neben ein paar witschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem darum, dass London eine pulsierende, weltoffene Millionen-Metropole ist. Paris kommt in Europa dem Londoner 'way-of-life' wahrscheinlich noch am nächsten, auch Rom und Berlin könnten da Ausweichorte (zweiter Wahl) sein, aber niemals Frankfurt. ;-) Oder wie mir einer dieser Banker mal gesagt hat: "Das beste an Frankfurt? Es hat einen großen Flughafen, von dem man fast stündlich nach London fliegen kann und mehrmals täglich nach New York."
Wenn London so eine "weltoffene Millionenmetropole" ist, warum haben die Londoner dann so viel Angst vor ein paar Polen?

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lanzelot72 05.09.2018, 16:45
18. @hle (14)

Prinzipiell haben Sie da sogar Recht, jedoch stellt sich da eine gravierende Frage: Warum? Verstehen Sie mich bitte richtig, in Ihrem eigenen Beitrag kommt ja schon vier Mal das Wort "hätte" vor, da können Sie sich vermutlich auch vorstellen, was dieser Konjunktiv bei einer Festlegung von 28 Staaten bedeutet, oder etwa nicht? Tatsache ist: Die Personenfreizügigkeit wurde von ALLEN Mitgliedsstaaten EINSTIMMIG beschlossen, auch vom UK! Das UK wurde dabei auch nicht gezwungen oder gedrängt, sondern das Gegenteil ist der Fall: Kein anderer Staat der EU hat so auf die Osterweiterung gedrängt, wie das UK. Nur ein einziger Staat (Schweden) hat wie das UK darauf verzichtet, den Zugang zum eigenen Arbeitsmarkt für die neuen osteuropäischen Staaten für sieben Jahre auszuschließen! Die Briten waren regelrecht gierig auf die polnischen (etc.) Arbeitnehmer, haben Sie sogar mit regelrechten Kampagnen in ihren Heimatländern angeworben. Und jetzt plötzlich haben die Briten ein Problem damit und die anderen 27 Staaten sollen sich anpassen? Geht's noch? Das ist nicht nur lächerlich, das ist wirklich allerunterste Schublade! Aber so ganz unbekannt ist uns in D das ja auch nicht, wenn auch unter einer etwas anderen Situation: Willy Brandt sagte vor Jahrzehnten: "Wir haben Arbeitskräfte gewollt und wir haben Menschen bekommen." Denken Sie darüber bitte einmal nach. Danke!

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g_bec 05.09.2018, 17:33
19. Warum?

Zitat von hle
... man die Niederlassungsfreiheit aufgegeben hätte. Und so richtig erklären kann mir bis heute keiner, warum es für ein friedliches Miteinander eine Niederlassungsfreiheit geben muss. Es schliesst sich ja nicht aus, dass man auch in anderen EU-Länder ziehen kann. Nur wenn die Leute dort denken, dass die Kapazitäten erreicht sind, dann finde ich es plausibel zu sagen, dass der Zuzug kontrolliert werden muss. Man hätte ja die Niederlassungsfreiheit als Option innerhalb der EU einführen können. Das EU-Land, dass keine Niederlassungsfreiheit gewährt, hat automatisch auch keine Niederlassungsfreiheit in den anderen Ländern. Aber nein, man muss unbedingt auf Niederlassungsfreiheit bestehten. Es gibt ntürlich auch einige, die sich vollständig von der EU lösen wollen, aber aus meiner Erfahrung war die Pflicht zu Niederlassungsfreiheit ein großer Faktor für den Brexit. Ohne Zwang zur Niederlassungsfreiheit hätte es die >50% pro brexit nicht gegeben.
Warum sollten Menschen schlechter gestellt werden als Waren und Geld? Ein französisches Auto auf dem Nachbarparkplatz ist ok, ein Franzose in der Nachbarwohnung nicht?
Und wie Sie Dienstleistungsfreiheit erreichen wollen, ohne dass die dienstleistenden Menschen sich frei bewegen können, müssten Sie auch noch mal erklären.
Außerdem: Gerade GB wollte doch diese Personenfreizügigkeit am meisten, weil niemand mehr die Arbeit (also die richtige Arbeit, so mit Dreck und wenig Geld) machen wollte oder konnte.

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