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Metropolen ab 600.000 Einwohner: Scholz plant offenbar höhere Grundsteuer für Großstä
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Bereits über die bisherigen Grundsteuerpläne von Finanzminister Scholz wird heftig gestritten. In seinem Gesetzentwurf hat der SPD-Politiker laut einem Bericht einen Zuschlag integriert, der für neuen Zoff sorgt.

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aku12 10.04.2019, 19:51
50. Richtige Idee, aber schlecht verkauft

Zitat von hannesmann
Die Idee ist doch im Grunde richtig und trifft nur die sehr teuren Lagen wo sich die Schönen und Reichen sonnen. Die Infrastruktur zu bauen und zu erhalten, insbesondere für den Verkehr, ist doch in diesen Städten deutlich kostspieliger als in kleineren Gemeinden s. z.B. Bau von U Bahnen. Wenn in Berlin z.B. die Wasserstadt in Spandau als Neubaugebiet gebaut wird soll sofort auch eine U Bahn dorthin gebaut werden. Diese Kosten müssten eigentlich die Grundstückseigentümer als Erschließungskosten dort tragen und nicht die Allgemeinheit. Die teuren Standorte mit der guten Verkehrserschließung werden doch zu Lasten der Allgemeinheit subventioniert und die Vermieter machen daher dort den größten Reibach. Da nicht die Kosten die Höhe der Gesamtmiete ausmachen sondern sich nach Angebot und Nachfrage richten, dürfte der Vorschlag auch für die Mieter insgesamt kostenneutral sein. Das übliche Geheule der Grundeigentümer.
Wieder einmal hat ein führender SPD-Politiker eine richtige Idee.
Richtig, weil diese erhöhte Grundsteuer eben vorwiegend den sehr wohlhabenden Eigentümer und dessen Mieter in den privilegierten Wohnlagen trifft; in den Wohnlagen, in denen rasch organisierte Bürgerinitiativen sich häufig genug gegen den Zuzug ärmerer Menschen mit den fadenscheinigsten Argumenten wehren.
Und - wieder einmal gelingt es der SPD, eine Idee schlecht zu verkaufen.
Schlecht, weil dem Nutznießer der vorgeschlagenen Regelung - dem Normalmieter - nicht hinreichend erläutert wird, worin sein Vorteil besteht.

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leberhart 10.04.2019, 19:53
51. Mein Gott

Macht euch doch bitte erst einmal mit der Thematik vertraut, bevor ihr auf Scholz oder sonstwem rumhackt!
Noch nie Grundsteuer bezahlt, aber hier im Forum ordentlich Gas geben.
Das Zauberwort heißt HEBESATZ!
Im Durchschnitt werden wir nicht mehr bezahlen, soll nur gerechter verteilt werden. Furchtbar diese SPD.

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neonerl 10.04.2019, 19:54
52.

Zitat von steuerzahler1972
..immer weiter zu erhöhen. Am Ende trifft es die Mieter. Dumm, dümmer SPD. Nochmal für alle, die es nicht verstanden haben. Die meisten Mietwohnungen stellt der ganz normale Mitbürger zur Verfügung. Oft im eigenen Haus. Wenn immer mehr von den privaten Vermietern die Aktion einstellen, dann geht für viele Mieter das Licht aus. Einige meiner Bekannten haben aufgehört ihre Einliegerwohnung zu vermieten. Der Ärger, die Arbeit, notwendige Investitionen in z. B. neue Böden oder ein neues Bad, neue Trinkwasserverordnung, Energieausweispflicht etc. würden sich nicht rechnen. Allein in meinem Bekanntenkreis fallen mir auf Anhieb sechs Vermieter ein, die deswegen aufgehört haben. Die nutzen den Platz lieber als große Arbeitszimmer, Abstellräume, Hobbyraum oder lassen ihre Freunde darin wohnen, wenn sie mal in der Gegend sind. Alles machbar, macht nur weiter so. Das Problem wird am Ende nur größer und nicht kleiner. Und noch ein Gedanke. Work-life-balance, um diesem Staat, der von Parteien als Geisel genommen wurde, Steuern zu entziehen habe ich angefangen weniger zu arbeiten. Gut leben kann ich trotzdem. Die Steuern können nun von den sozialistisch-grünen Verteilungsbrüdern kommen. Vielleicht werden sie ja auch Vermieter? Dann wird ja alles gut.
Tja, ich hab das jetzt auch so gemacht. Im Durchschnitt habe ich mit der Vermietung in München 4-5% Rendite gemacht. Dafür hatte ich einen immensen Aufwand bei Abrechnung, Steuer, zahlungssäumigen Mietern etc.. Deshalb habe ich das Haus jetzt an einen Privatmenschen verkauft der selbst darin wohnt und das Geld in einen ETF gesteckt. Damit mache ich 10% Rendite und muß mich um gar nichts mehr kümmern (außer den Kontostand bewundern)
Wer vermietet ist leider der Dumme.

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mocodelpavo 10.04.2019, 20:11
53. Vermieten steuerlich gefördert - ETF nicht

Zitat von neonerl
Tja, ich hab das jetzt auch so gemacht. Im Durchschnitt habe ich mit der Vermietung in München 4-5% Rendite gemacht. Dafür hatte ich einen immensen Aufwand bei Abrechnung, Steuer, zahlungssäumigen Mietern etc.. Deshalb habe ich das Haus jetzt an einen Privatmenschen verkauft der selbst darin wohnt und das Geld in einen ETF gesteckt. Damit mache ich 10% Rendite und muß mich um gar nichts mehr kümmern (außer den Kontostand bewundern) Wer vermietet ist leider der Dumme.
Nun ja, selbst wenn man ernsthaft glaubt, dauerhaft 10% p.a. Rendite mit ETFs machen zu können: Der Gewinn muss versteuert werden.

Die Miete muss zwar auch versteuert werden, aber alle Kosten wie Kapitalkosten, Abschreibung auf Abnutzung, Verluste mit säumigen Mietern, die von Ihnen genannten Steuern, ja sogar Fahrten zur ETV können wiederum von der Steuer abgesetzt werden.

Dem gegenüber ist nach einer Haltefrist von 10 Jahren der Wertzuwachs (Verkaufspreis abzgl. abgeschriebenem Restwert) steuerfrei! Hier liegt eh der Löwenanteil des zu erwartenden Gewinns bei Vermietung.

Steuerlich ist die vermietete Immobilie klar im Vorteil. Vor allem für Menschen mit steuerpflichtigem Einkommen: je höher, desto größer die Ersparnisse.

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FocusTurnier 10.04.2019, 20:14
54. Nutzung

Zitat von hansriedl
Wer bezahlt am Ende die höhere Grundsteuer? Natürlich die Mieter, die sind das letzte Glied in der Kette.
Der Mieter nutzt ja auch die Infrastruktur in seiner Wohngegend. Genaue wie der Eigenheim-Besitzer im zB städtischen Umland seine nutzt und bezahlen muss. Die Infrastruktur wird per Grundsteuer finanziert (so der Idealfall. Es hat auch schon Fälle gegeben, in denen Gemeinden die Anwohner zu zusätzlichen Zahlungen für Straßenerneuerungen verdonnert haben.)
Wo ist also das Problem dabei, wenn sich wohlhabende Eigentümer und Mieter entsprechend ihrer Finanzkraft eben etwas mehr an der öffentlichen Infrastruktur beteiligen? Vielleicht gibt es Widerstand, weil wohl viele Grünen-Wähler jetzt tiefer in die Tadche greifen müssten?

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europäer 10.04.2019, 20:22
55.

Zitat von Benjowi
In den genannten Städten haben die Mieten jetzt schon fast für Viele unbezahlbare Höhen erreicht. Wie verrückt muss man als Finanzminister der SPD sein, wenn man ausgerechnet dort die Grundsteuer überproportional erhöhen will und damit die Mieten und Nebenkosten weiter massiv hochtreiben will? Da das wieder einmal eine traditionelle Stammklientel der SPD treffen wird, liegt die Vermutung nicht fern, dass es mit dieser Partei weiter südwärts Richtung 5% Klausel gehen wird, denn der Versuch, die Umlegbarkeit der Grundsteuer auf die Mieten zu beenden, wird nicht funktionieren.
Warum? Seit wann interessiert sich ausgerechnet die SPD für Leute, die Miete und Nebenkosten selbst zahlen?

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shelley 10.04.2019, 20:25
56. Die SPD hat's drauf...

... wenn es um Soziales geht. Die Antwort auf steigende, kaum mehr bezahlbare (auch aufgrund der hohen Steuern und Abgaben aufs Gehalt) Mieten ist - das Wohnen noch teurer zu machen durch eine noch höhere Grundsteuer. Ja, ist klar. Offenbar will die SPD nun endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

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camshaft_in_head 10.04.2019, 20:56
57. @ FocusTurnier

in Peine gab es jahrelang Streit um die Zuzahlung für die Strassen. Es ist aber letztendlich gescheitert weil halt alle Bürger die Strassen nutzen können und nicht nur die Bewohner eben jenes Viertels. Man wollte eine ganze Ortsdurchfahrt einfach schliessen weil der Landkreis nicht die Erneuerung zahlen wollte. Das gab einiges an Widerstand. Der Eigentümer oder Mieter zahlt halt irgendwie die Steuern und es kann nicht sein das er doppelt zahlen muss nur weil er dort wohnt

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Crom 10.04.2019, 20:57
58.

Zitat von shelley
Die SPD hat's drauf...... wenn es um Soziales geht. Die Antwort auf steigende, kaum mehr bezahlbare (auch aufgrund der hohen Steuern und Abgaben aufs Gehalt) Mieten ist - das Wohnen noch teurer zu machen durch eine noch höhere Grundsteuer. Ja, ist klar. Offenbar will die SPD nun endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Die Grundsteuer soll nur in besonders teuren Lagen höher ausfallen. Genau das wäre sozial. Den Rest regeln die Gemeinden via Hebesatz. Kann natürlich auch die ein oder andere Gemeinde geben, welche das für eine Erhöhung ihrer Grundsteuereinnahmen nutzt. Dann sind aber die Lokalpolitiker verantwortlich und nicht Herr Scholz.

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Fischerman_BX 10.04.2019, 20:58
59. Die Schnappatmer unterwegs...

Ich hatte heute in der Tageszeitung einen Bodenrichtwert gesehen. Der war sowas von meilenweit unter den hier erwähnten Grenzen, dass ich mal eben gegoogelt habe. Leute, in den Gegenden, die hier betroffen sind, wohnt eh kein "kleiner Mieter". Und wer da wohnt, kann es sich leisten... Reiche zahlen dann eben ein wenig mehr, Schlimm? Genauso positiv bemerkenswert, dass er gegen eine Öffnungsklausel ist. Dann können reichere Bundesländer nicht weiter raffen und die ärmeren so am Boden halten. Das bringt uns ja insgesamt auch nicht voran. Also wenn die SPD sich in dieser Sache abschafft dann nur, weil die Leute sich weder schlau machen oder eh zetern wollen (Pawlowscher Reflex oder Trollarmee?)

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