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Mieten: Die meisten Nebenkostenabrechnungen sind fehlerhaft
DPA

Für viele spielt sie längst die Rolle einer zweiten Miete: Die Nebenkostenabrechnung. Jetzt haben Experten herausgefunden, dass sie sehr häufig gravierende Fehler enthalten.

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hohnspiegel 28.02.2019, 15:33
50. Vonovia

deren Nebenkostenabrechnung war die reinste Katastrophe sie rechneten Strassenreinigung doppelt ab einmal über ihre Subunternehmer und einmal über die städtischen Kosten und viele andere Punkte. Meine 80 jährige Mutter als Mieterin ging auf die Barrikaden und zum Mieterschutz, von über 100 Parteien hatten soweit mir bekannt war nur ein dutzend Einspruch eingelegt. Bei Vonovia ist es Masche , viel zahlen klaglos und die die sich beschweren bekommen ggfs ein bisschen zurück

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elcaron 28.02.2019, 15:55
51. Wie soll das gehen?

Im Endeffekt wird ein großer Teil Nebenkosten doch nur an den Energieversorger durchgereicht.
Vielleicht können Mieter Geld zurückfordern, auf dem der Vermieter dann sitzen bleibt, das passiert dem aber dann vermutlich auch nur einmal.

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widower+2 28.02.2019, 17:05
52. Blauäugig

Zitat von MissMorgan
Sie scheinen ein ernsthaftes Problem damit zu haben, dass auch Vermieter Menschen sind. Vermieter sind grenzdebiel bzw kriminell sobald einen fehlerhafte NK Abrechnung geliefert wird - und nein, der Mieter ist nicht König. Er zahlt und hat Rechte, aber wenn mir ein Mieter die NK nicht zahlen will, weil die Abrechnung zu spät kommt - dann wird die Miete erhöht. Denn immerhin hat er ja die Nebenkosten verursacht. Das da an Vermieter strengere Terminregeln angelegt werden als an Stromkonzerne (drei Jahre) ist doch unfair. Und so einfach sind die Abrechnungen ja anscheinend nicht, denn selbst Profis machen da Fehler.
Oder bewusst irreführend? Wer da als Profi Fehler macht diese Fehler womit? Mit voller Absicht! So kompliziert ist die Angelegenheit nun auch nicht, dass jemand, der sich als Profi bezeichnet, ständig Fehler machen würde. Und wenn diese Fehler zu 99 Prozent zu Lasten des Mieters ausfallen, ist das natürlich reiner Zufall. Wen wollen Sie eigentlich veräppeln?

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Igelnatz 01.03.2019, 06:50
53. Bärendienst

Nebenkostenabrechnungen sind nicht so schwer! Grundlage ist die Einzelrechnung und dann der Schlüssel zur Aufteilung. Beides ist darzulegen. Weiterhin gibt es verbrauchsbezogene Abrechnungen. Fehler sind natürlich möglich und wenn es unverständlich ist, sollte man das Gespräch mit dem Vermieter suchen. Wenn man auf Konfrontationskurs geht, so muss man sich aber auch nicht wundern, wenn der Vermieter dann auch nicht mehr kulant im Einzelfall ist.... Besser erst einmal vorsichtig.

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so-long 01.03.2019, 07:39
54. Kein Wunder

bei diesen komplizierten Vorschriften ist das straucheln einprogrammiert. Typisch D. Es lebe die Paragraphenwelt.

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demokrat2 01.03.2019, 14:16
55. Unvermögen oder gezielte Manipulation?

Bei dieser hohen Anzahl von überhöhten Rechnungen kann man bestenfalls den Vermietern zugute halten, dass sie nicht selbst die Falsch-Abrechnungen zu vertreten haben. In der Branche scheint es üblich, Rechnungen zu ihren Gunsten vorzunehmen. Diese Unsitte, die man auch Betrug nennen kann, muss aufhören. Wie hoch ist eigentlich das Strafmaß für überhöhte Rechnungen?

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bo73 04.03.2019, 18:06
56. Fragwürdig

Bei den "Experten" handelt es sich um ein gewerbliches Unternehmen, das Mieter gegen Entgelt beauftragen können, Fehler in Betriebskostenabrechnungen zu finden und entsprechende Widerspruchsschreiben an die Vermieter mit dem Ziel zu verfassen, Rückzahlungen zu erreichen. Das ist sicher kein schlechter Service, aber man sollte bedenken: Das Unternehmen lebt davon, durch Artikel wie den vorliegenden bekannt zu werden und Hoffnungen auf Rückzahlungen bei Mietern zu wecken. Schon deshalb ist das verkündete Ergebnis dieser "Experten" mit Vorsicht zu genießen, die sich ja mit einem gegenteiligen Befund "Die meisten Nebenkostenabrechnungen sind nicht zu beanstanden" selbst das eigene wirtschaftliche Grab schaufeln würden. Zudem wird sich ein normaler Mieter zu einer Entgeltzahlung (derzeit für Verbraucher wohl mindestens 39,- €) gegenüber diesem Unternehmen vor der Prüfung nur dann verpflichten, wenn er selbst zumindest bereits Zweifel an der Richtigkeit der Abrechnung oder gar eigene Anhaltspunkte für Fehler hat. Das sich bei dieser "Problemgruppe", die schon von sich aus eine entgeltliche Rechtsberatung veranlasst, eine nicht unerhebliche Fehlerquote bewahrheitet, ist plausibel. Aber daraus - wie hier geschehen - eine verbindliche, statistische Schlussfolgerung für ALLE Nebenkostenabrechnungen in Deutschland zu ziehen, erscheint mir eher unseriös. Das grenzt in dieser unkritisch wiedergegebenen Form an Schleichwerbung für besagtes Unternehmen. Schließlich kommt als weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu, dass die Prüfung zwar anhand der Abrechnung, sonst aber ausschließlich anhand der Angaben des Mieters erfolgt. Das ist riskant. Beispiel: Wenn der Mieter im Rahmen der formularmäßigen Abfragen angibt, die Betriebskostenabrechnung für 2017 erst am 03.01.2019 im Briefkasten vorgefunden zu haben, wird die Rechtsauskunft sein, dass diese Abrechnung verfristet im Sinne des § 556 Abs. 3 Satz 1 BGB ist mit der Folge, dass wegen dieses formalen Mangels (Verstoß gegen die Abrechnungsfrist) der Vermieter keine Nachzahlung mehr verlangen darf (§ 556 Abs. 3 Satz 3 BGB). Mir sind aber Fälle bekannt, wo Vermieter Abrechnungen noch kurz vor Jahreswechsel (und damit noch fristgerecht) durch Zeugen den Mietern direkt in die Briefkästen geworden haben und dies im Rechtsstreit dann auch beweisen konnten mit der Folge, dass Mieter sicher geglaubte Rechtsstreitigkeiten verloren haben. Zuletzt gibt es noch einen Punkt, der mich an dem Ergebnis der "Experten" zweifeln lässt: Im Nebenkostenrecht ist sehr vieles streitig, z.T. schon bei den Grundlagen. Im Landgerichtsbezirk Hamburg werden manche Fragen ganz anders entschieden als im Landgerichtsbezirk München I. Es gibt in diesem Bereich fast keinen Punkt, wo ich als Jurist mit entsprechend langer Recherche nicht sowohl irgendeine vermieter- wie auch gegenteilig mieterfreundliche Entscheidung irgendwelcher Gerichte auftreiben kann. Wenn mein Auftrag und mein wirtschaftliches Bestreben dann darin bestehen, Fehler zu finden, dann finde deshalb ich auch etwas, was man zumindest unter Verweis auf irgendein 20 Jahre altes Urteil irgendeines Amtsgerichts als fehlerhaft rügen kann. Aber ob das vor Gericht wirklich hält?

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