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Mieten und Kaufpreise: So machen Niedrigzinsen Immobilien teurer
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Wohnen wird immer teurer. Gerade in den Metropolen steigen Mieten und Kaufpreise drastisch. Dabei sollten die niedrigen Zinsen die Lage doch eigentlich entspannen. Tatsächlich haben sie die Spekulation angeheizt.

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rumburg 31.03.2019, 20:48
40. Zumindest in Berlin keine Blase

1) Wer sich auskennt und auch das Schaubild ansieht bei Berlin, wird erkennen, dass es sich in Berlin eher um eine Normalisierung handelt relativ zu anderen Ballungsräumen in Deutschland und in Europa.

2) 2010 habe ich Neubau ETW vom Bauträger für 3100 EUR pro Qm gekauft und hätte in Berlin-Mitte für 10-12 EUR vermieten können.
2018 habe ich ETW in Mitte für 5.000 EUR gekauft je QM, die 2020 fertig wird. Da bekomme ich eine Miete von 16-18 EUR

Kann keine Blase erkennen, solange weiter 30.000 plus X netto nach Berlin ziehen pro Jahr.

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rurei 31.03.2019, 21:02
41. Europa liegt falsch weil Keynes falsch liegt:

Es ist nur in Ausnahmefällen eine Krise der Nachfrage, z.B. wenn nach politischen Krisen alles wieder in den Startlöchern steht und sich keiner anfangen traut. Eine Geldspritze in den Konsumermarkt kann dann ein Startschuss sein; nur hier zieht Keynes.
Davon abgesehen und ansonsten prinzipiell ist es keine Krise der Nachfrage, sondern des Angebots. Die Null-Zinspolitik zur Steigerung der wirtschaftlichen Nachfrage ist da katastrophal. Hier liegt J. M. Keynes eben falsch und führt in die wirtschaftliche Katastrophe ... wie man sieht. Wenn einer was nicht braucht, schon gleich wenn Zukunftsängste und Altersarmut drohen, kann man ihm beliebig viel Geld schenken, er kaufts nicht: Das gute Angebot kommt vor der Nachfrage = “haben wollen”. Erst als Antwort darauf passt sich der gesteigerten Nachfrage wiederum ein gesteigertes Angebot an.
Nun wäre die Ware Wohnung schon etwas, wo Nachfrage da ist, aber: Verheerend ist hier die Wirkung gewisser Politiker, die Versprechen auf Staatsverschuldung liefern, was auf Grund der steigenden Staatsverschuldung wiederum den Niedrigzins zur Staatsraison macht. Staatliche Mietbeihilfen finanziert mit Steuern oder Schulden verschärfen das Problem genauso wie eine Mietpreisbremse, welche die Ware Wohnung nur noch teurer macht, was wiederum die Mieten nachzieht. Am besten würde ein Überangebot an Wohnungen helfen, möglicht für den Kauf, was für die anderen den Mietenmarkt entlasten könnte. Aber die Städte und Gemeinden erschließen zu wenig und Bauen wurde durch einen Wust an Vorschriften immer teurer.
Helfen würde eine gewisse Inflation, selbst durch die Geldpresse aber nicht auf Schulden, welche die Schulden zumindest teilweise wieder auffrisst. Draghis Geldschwemme liefert aber keine Inflation, weil die Märkte das Geld nicht mehr aufnehmen können, sondern Deflation. So treibt das überflüssige Geld Blasen wie bei den Aktien und vor allem bei den knappen Immobilien in der Hoffnung auf eine sichere Anlage und das treibt wiederum die Mieten und das mindert wiederum das Vermögen, das investiert werden kann, oder das Kaufkraft generiert oder das einer für das Alter anlegen und ausgeben könnte ... dann beißt sich die Katze in den deflationären Schwanz, die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

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BurpyUk 31.03.2019, 21:05
42. Gentrifizierung in Metropolen

... man könnte meinen in D sind nur noch schlaue Immobilienbesitzer zu Gange wenn man einige Kommentare der Foristen so liest. Einige verstehen es nicht; ihr sitzt bald gelangweilt in Kreuzberg oder Ehrenfeld mit euren herausgeputzten Damen/ Matratzenhasen alleine!! Der Plebs lebt dann nämlich in den Suburbs und entwickelt Kultur und Kneipenleben liebe Betongoldköpfe. Es sei euch gegönnt, Lehmann 2008 haben wir auch geschafft, aber kein zweites Mal- dann geht ihr in den Knast.

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meinerlei 31.03.2019, 21:30
43. Assetklassen vergleichen

Was hilft es, wie in diesem Kommentar, stets der Entwicklung hinterher zu hecheln und zu jammern? Die Zinsen werden auf sehr lange Sicht abzüglich der Inflationsrate nahe oder unter Null gehalten werden, um die globale Staatsverschuldung für lau zu finanzieren. Die Preise für Immobilien werden aufgrund der Vermögensverteilung in Deutschland nicht mehr wie bisher steigen. Grundsolide Aktien bringen hingegen aufgrund aktueller Brexit- und Trump-Panikwellen Dividendenrenditen von entspannten 4-5% und zusätzlich Wertzuwachs durch die nicht ausgeschütteten Gewinne. man muss eben bei der Wahl einer Assetklasse flexibel sein.

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Paddel2 31.03.2019, 21:34
44. Probleme auch politisch verursacht

Ökologische Träumereien konkurrieren stark mit sozialen Verpflichtungen. Auch wenn es die Grünen nicht einsehen wollen, aber die strikten Vorgaben energetischen Bauens treiben Baukosten in die Höhe. Bauherren müssen viel Investieren, daher müssen Mietpreise entsprechend angepasst werden. Möchte man Mieten senken, müssen zunächst die Baukosten runter.

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Theophanus 31.03.2019, 21:44
45. Na ja...

...ob die Städte den "Zuzug" immer so erfreulich finden, dass fragen Sie mal bitte die Stadtkämmerer oder Sozialdezernenten.

Und natürlich greift es zu kurz, nur Draghi die Schuld zuzuweisen. Schuld sind alle, welche die dysfunktionale Fehlkonstruktion namens Euro etablierten, den Urfehler der nur schlechtes gebiert.

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merk! 31.03.2019, 21:45
46. 5 Billionen Bilanzsumme der EZB

Die wundersame EZB-Bankenrettung der letzten 10 Jahre ist leider etwas ausser Kontrolle geraten, die Billionen Euro, aus dem Nichts geschaffen, sind zum nicht geringen Teil in die Immobilienmärkte geflossen. Schuld kann man sagen ist Draghi (als Marionette) und dann eben üblichen Verdächtigen (Merkel, Juncker und Konsorten). Dieses staatliche Schneeballsystem bricht zusammen, sobald die Zinsen wieder markant steigen. Das ist ganz grosser Beschiss von allen Institutionen. Als die Briten den Braten gerochen haben, stimmten sie für den Brexit.

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t.i.c.2006 31.03.2019, 21:49
47. Wo ist das Problem ?

Immobilienpreise und Mieten sind weltweit bestimmt um mehr als 50% gestiegen! Für diejenigen die sich ihren Lebensstandard im Alter mit Immobilien sichern auch ok! So was soll das Gejammer?

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joomee 31.03.2019, 21:50
48. Verteuert? Kommt auf Zeitspanne an...

Ob Immobilien in Deutschland sich stark oder eher normal verteuert haben, kommt auf die Zeitspanne der Betrachtung an.

Wenn man die Entwicklung von Anfang der Neunzigerjahre bis heute betrachtet, ist der Anstieg relativ moderat. In den Neunziger bis Anfang der Zweitausender Jahre waren Immobilien ein relativ schlechtes Geschäft und die Mieten sind kaum gestiegen.

Viele Mieter haben also rund 15 Jahre absolut profitiert - und Immobilienkäufer hatten Nachteile, da sie damals hohe Zinsen zahlen mussten. Diejenigen die Anfang der Neunzigerjahre gekauft haben, waren die gekniffenen. Viele kommen erst so langsam in die Gewinnzone.

Erst seit circa 8 Jahre steigen die Preise entsprechend. Es ist also teilweise auch eine Aufholjagd von dem was man die 15 Jahre vorher verpasst hat.

Über einen Zeitraum von 25 Jahre gesehen, ist die Entwicklung deshalb weitaus weniger dramatisch. Das wird gerne ausgeblendet.

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Nonvaio01 31.03.2019, 21:59
49. nicht nur in D

in ganz Europa ziehen die Preise an, wie schon gesagt liegt es am niedrig zins. das problem ist aber das der normale Buerger trotzdem keinen Kredit bekommt, egal wie hoch oder wie niedrig die Zinsen sind, da die vorraussetzungen um einen Kredit zu bekommen einfach nicht gegeben sind. Wer die 10% eingen einlage nicht hat braucht garnicht anfragen bei einer Bank. Und dann geht der kredit check erst richtig los, was auch gut ist, denn man will ja nicht millionen in die schuleden falle treiben. In anderen Laendern wurde das lockerer gesehen, wo das hingefuehtrt hat konnte man 2008/9 sehr gut beobachten.

Wer Kredite bekommt sin die Immobielen Fonds, die leihen sich sich das Geld zum Null Traif von der EZB (ueber andere Banken), und kaufen damit ganze regionen auf. Da die fuer Ihre Kredite keine Zinsen zahlen ist der Ertrag um so hoeher. Dann wird angefangen die Mieten hoch zu treiben....voellig legal natuerlich.

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