Forum: Wirtschaft
Mietendeckel: Die Städte verstopfen, die Dörfer veröden
Paul Zinken/dpa

Wer die Mieten in den Metropolen künstlich niedrig hält, verschärft den Konflikt zwischen Stadt und Land. Es wäre ein Drama, sollte diese Art von Wirtschaftspolitik Schule machen.

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desktopper 23.06.2019, 11:27
130. Alternativen

Zitat von astat
Aber wenn der Platz nun einmal begrenzt ist und es städtebaulich nicht gewünscht wird, weiter in die Höhe zu bauen, was dann? Irgendwann ist die Stadt voll. Und dann? Was schlagen Sie vor? Wohnraum verlosen?
Nein, natürlich nicht. Klare Antwort: Anreize schaffen, auf dem Land zu bleiben (Arbeit, Verkehr, Freizeit).
So lange sich diesbezüglich nichts ändert, bleibt die Abwanderung in die Städte, Mietdeckel hin oder her.
Wie soll/kann man das machen? Es gibt Möglichkeiten über staatliche strukturelle Förderung. Aber offenbar ist es ja nicht gewollt.

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Sparta 23.06.2019, 11:27
131. Wir würden ja auf dem Land leben, aber...

1. Lahmes Internet, somit kaum HomeOffice möglich.
2. Infrastruktur kaum vorhanden. Man kann ja froh sein, wenn nicht irgendeine Filliale von irgendwas geschlossen wurde.
3. verstopfte Autobahnen oder schlechte Bahnverbindungen in die Stadt.
4. Nicht mal Mobilfunkempfang ist gegeben.

So, wen wundert es noch, dass keiner aufs Land will? Verschlafene Digitalisierung und miserabler Groko-Politik sei dank.

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tuvalu2004 23.06.2019, 11:28
132. Zwangsumsiedlung auf Land?

"Per Gesetz eingefrorene Mieten wirken wie eine Subvention für diejenigen, die aus ländlichen Regionen in die Metropolen übersiedeln." Es ist ebenso absurd, Menschen durch aberwitzig hohe Mieten aus den Städten zu vertreiben. Der Autor hat einfach nicht kapiert, dass die, die in die Stadt ziehen die Mieten ja bezahlen können, weil sie top Jobs haben, während sehr viele Menschen, die schon lange in der Stadt wohnen, in bestimmten Vierteln teils in 3.-4.Generation, rausgedrängt werden. Hätte ich z.B. nicht vor 11 Jahren ein Haus gekauft, müßte ich heute die Stadt verlassen, würde verdrängt durch exorbitant hohen Mieten und Gentrifizierung.

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scsimodo 23.06.2019, 11:28
133.

Zitat von nocowil2
Haben Sie schon einmal eine Mietwohnung auf dem Land gesucht ? Nein ? … lassen Sie es, denn es gibt kaum welche !
Was für ein Blödsinn! Auf dem Land oder Speckgürtel einer Großstadt sind Sie der einzige Besichtiger und haben direkten Kontakt zum Vermieter. Drei meiner Kollegen haben das schon druchgezogen und die Wohnung auf Anhieb bekommen.

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joke61 23.06.2019, 11:28
134. Der Kommentar zeigt die Auswüchse unserer

neokapitalistischen Einstellung. Ist nicht genug Wohnraum da, verteuern. Wird nicht genug Energie produziert, verteuern. Gibt es zu wenig Lebensmittel, verteuern! Ich kann einfach diesen Schei.. nicht mehr lesen und hören, weil sich offensichtlich keiner Gedanken macht um die Menschen, die der neokapitalistischen Marktwirtschaft eben nicht gewachsen sind! Die Frage ist doch, wo finden Menschen Ihre Arbeit. Doch zum großen Teil nicht auf dem Land und in Dörfern, sondern in Verwaltungen und Industrie! Und warum sollen nur noch Reiche die Innenstädte bevölkern? Was ist mit denen, die schon jahrzehnte da leben und jetzt Ihre Wohnungen kaum mehr bezahlen können? Meine Meinung: Für den Menschen lebenswichtige Ressourcen gehören vom Staat reglementiert oder sogar unter gesamtgesellschaftliche Kontrolle. Dazu gehört Wohnen, Energie, Lebensmittel, Arbeit, Gesundheit und Pflege. Zum Teil sogar in staatliche bzw. kommunale Gewalt, damit sich hier keine Betätigungsfelder für Aktiengesellschaften auftun! An den Grundbedürfnissen des Menschen hohe Kapitalerträge zu erwirtschaften ist einfach nur menschenverachtend und wird über kurz oder lang zu Unruhen führen!

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enforca 23.06.2019, 11:29
135. Kurzsichtiger Artikel

Soso, der Autor verwehrt den Menschen in der Stadt bezahlbare Mieten, damit die Dörfler in ihren Käffern bleiben möchten.
Vielleicht sollten die Dörfer andere Anreize für Menschen haben dort wohnen zu wollen, als nur günstig zu sein?
Ruhe, Natur, Entschleunigung. Natürlich wollen die meisten jungen Menschen nicht in ihrem Kuhkaff wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen und man zwischen 2 verschiedenen Berufen wählen kann versauern. Die werden sich aber bestimmt nicht denken "oh ich gehe jetzt nach Berlin, dort werden 5 Jahre die Mieten nicht erhöht". So ein Blödsinn. Dörfer eignen sich in unserer alternden Gesellschaft am besten für Rentner. Dort ist es ruhig und es gibt keine Arbeit(Außerdem ist es schwieriger einen Verkehrsunfall zu verursachen). Daher brauchen die Dörfer um wieder attraktiver zu werden ein besseres Netz an Ärzten und Pflegepersonal und bessere Abdeckung durch öffentliche Verkehrsmittel. Die Dörfer sollten die Altenheime der Republik werden. Hoffentlich bekommen die Politiker das in den nächsten 30 Jahren gebacken, damit ich meinen Lebensabend in Ruhe genießen kann.

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three-horses 23.06.2019, 11:30
136. Der Bashing Artikel am Sonntag.

Habe den Sinn des Artikel nicht erfassen können. Die Diskussion bestätige auch, man soll nicht so viel trinken, auch wenn Gestern ein Samstag war und die Nacht so lang. Warum die Behauptungen nicht wahr sind, haben hier Alle demonstriert. Bauen ist zu teuer, die Infrastruktur ist...., die Industry zu konzentriert und...so etwa die Klagen hier. Wenn man so zwischen 16 und 18 Uhr hier in der Gegend
so herum schaut, weiß man auch um das Problem. Und man kann sich darauf verlassen, es bleibt auch so. Es sei denn, man geht, Mangels der Finanzen, dann zu Fuß.

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gedankenzu 23.06.2019, 11:30
137. Der alte linken Traum

Preise,Produktion und Produktionsmittel festsetzen ist doch der alte linke Traum, den man in Berlin gut träumen kann. Altkommunisten und Altsozialisten zusammen mit grünen Radikalträumern machen's möglich. Begünstigt durch eine Wählerschaft, die dem Sozialismus entstammt oder zugezogene Studiosi, denen die Stadt eh nicht hipp genug ist, denn bald ist man ja wieder weg. Bezahlt von den anderen Bundesländern lebt man in einem Nirwana und veralbert die Welt um sich herum.
Durch den Mietendeckel wird nicht eine Wohnung mehr gebaut. Im Gegenteil die großen städtischen Wohnungsbaugesellschaften werden ausgeplündert mit der Folge, dass kein Kapital für Neubau mehr da ist. Ob Wohnungsbau oder Flughafen, es lebe der Stillstand. Investoren werden einen Bogen um eine Stadt machen, deren Politiker sich dem Träumen hingegeben haben.

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haarer.15 23.06.2019, 11:30
138.

Zitat von nocowil2
Haben Sie schon einmal eine Mietwohnung auf dem Land gesucht ? Nein ? … lassen Sie es, denn es gibt kaum welche !
Womit Sie recht haben. Herr Müller hat in seinem Artikel ganz entscheidende Aspekte leider außen vor gelassen.

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Jörg-Detlef 23.06.2019, 11:30
139. Außerkraftsetzung marktwirtschaftlicher Mechanismen ist erforderlich.

Dem Preismechanismus liegt das Prinzip von Reiz, Reaktion und Gegenreaktion zugrunde. In der vom Autor hochgelobten Weise funktioniert er nur, wenn es sich um Geschehensabläufe handelt, die aus einer hinreichenden Anzahl von Teilgeschehnissen bestehen und denen eine Mindestzeit für die Entfaltung von Wirkung zur Verfügung steht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es sich um die Preisentwicklung von Artikeln handelt, die täglich millionenfach gehandelt werden und bei denen die Preise unentwegt verändert werden können. Das Gegenbeispiel ist das Geschehen am Arbeitsmarkt. Dem Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken, indem der Arbeitslohn angehoben wird, ist angesichts einer mehrjährigen Berufsausbildung problematisch. Bis die gewünschte Wirkung eintritt, kann sich die Nachfragesituation schon grundlegend geändert haben und ist die Berufswahl ein Ereignis, welches im Leben eines Menschen nicht allzu oft vorkommt.

Ähnliches gilt für die Wahl des Wohnsitzes. Wir Deutschen sind nicht bereit, auf Veränderungen im Preisgefüge der örtlichen Wohnungsmieten mit mehrfachem Wohnortwechsel zu reagieren, zumindest nicht in der Frequenz, die erforderlich ist, damit der beschworene Preismechanismus hinreichend Ausgleichswirkung erzielen kann. Will man der Verödung unserer Dörfer, die übrigens beweist, dass das "Beste an der Marktwirtschaft" versagt hat, entgegenwirken, so ist staatliche Regulierung unter teilweiser Außerkraftsetzung marktwirtschaftlicher Mechanismen dringend geboten. Ob das Einfrieren von Mieten das bestgeeignete Mittel ist, steht auf einem anderen Blatt.

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