Forum: Wirtschaft
Mietendeckel: Die Städte verstopfen, die Dörfer veröden
Paul Zinken/dpa

Wer die Mieten in den Metropolen künstlich niedrig hält, verschärft den Konflikt zwischen Stadt und Land. Es wäre ein Drama, sollte diese Art von Wirtschaftspolitik Schule machen.

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flying_dutchman 23.06.2019, 12:50
270. Müllers Ökonomie

"... sind steigende Mieten und Immobilienpreise in den Großstädten eine Chance." Man könnte meinen, dass Herr Müller total weltfremd ist, wenn er so etwas schreibt. Aber als Professor, der er ist, nehme ich ihm das nicht ab. Vielmehr wird er ganz viel seines Geldes in Immobilien in einer Stadt investiert haben. Und jetzt wird er Angst haben, um seine erwarteten Gewinne.

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BürgerG 23.06.2019, 12:50
271. Der größte Zynismus, den ich seit Jahren auf SPON gelesen habe,

ist Ihr Beitrag Herr Müller! Sie fordern allen Ernstes, dass diejenigen, die trotz harter Arbeit sich die ständig steigenden Mieten in den großen Städten nicht mehr leisten können, dann eben aufs Land ziehen und von dort dann mehrere Stunden am Tag über gefährlich stark befahrene Bundesstraßen zur Arbeitsstelle in die Städte pendeln sollten?
Sie behaupten wirklich, dass es ok ist, dass auf Grund von massiven Immobilienspekulationen befeuert von der seit 2008 anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB Städte wie Berlin auf dem besten Weg sind, bald ein ähnliches Preisnivau wie Paris oder London zu erreichen und dabei eine kleine Gruppe von Eigentümern und Spekulanten gigantische Gewinne einfahren auf dem Rücken der breiten Mehrheit?
Ich sage Ihnen mal was: Ich habe den 18.Juni, den Tag der Einführung des Mietendeckels in Berlin, gefeiert, wie kaum einen anderen Tag in den letzten Jahren, und wen auch immer ich fragte, war begeistert, es ging ein so etwas wie ein großes, kollektives Aufatmen durch den ganzen großen Bekanntenkreis, ja gefühlt durch die ganze Stadt.
Es gab da schon mal jemand bei SPON, der sich eine Weile verbreiten durfte, wie hieß der gleich, ah, ja, Matthias Matussek war sein Name. Was ist eigentlich aus dem geworden?

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xtdrive 23.06.2019, 12:51
272.

Als Vermieter suche ich mir trotzdem den solventesten Mieter raus, dieser spart dann zwar Geld, aber die txpischen Verfechter der Mietpreisbremse werden trotzdem keine Wohnungen bekommen.

Ich würde in Berlin eher den Leerstand besteuern. Wer nicht seinen Hauptwohsitz in Berlin hat, zahlt dann Steuern auf fiktive Mieteinnahmen. Das dürfte vor allem ausländische Wohnungseigentümer treffen, die ihr Geld als sicheren Hafen in Berliner Immobilien angelegt haben.

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haarer.15 23.06.2019, 12:52
273.

Zitat von Nonvaio01
Berlin ist die billigste hauptstadt Europas. Vergleicht die mieten mal mit Paris, Madrid, Oslo, Stockholm, Dublin, London.... Ich lebe 50km ausserhalb von Dublin und zahle 50% meines gehalts fuer kaltmiete.
Solange Ihr Gehalt auch hoch genug ist - kein Problem. Doch Deutschlands Gehälter und die Lohnzuwächse bewegen sich durchschnittlich auf eher bescheidenem Niveau. Trauriger Fakt.

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thequickeningishappening 23.06.2019, 12:52
274. Erst geht Die Bank

Dann fahren Die Leute zum nächsten Supermarkt und Der Einzelhandel wird platt gemacht. Die Jungen ziehen weg und Die Alten bleiben zurück (mangels Masse wird auch Der ÖPNV eingestellt). Schöne neue Welt ?! Bei uns gab es Mitte Der Siebziger noch Fünf Lebensmittel Geschäfte, Zwei Metzgereien, Baecker, Schuster, Post, Postbank, KSK, Volksbank, Tabak und Schreibwaren und Fünf Kneipen. Regelmäßig fuhren Post und Bahnbusse. Heute: nix mehr, Null ! Das Vereinsleben Ein Schatten gegenüber früher.

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desktopper 23.06.2019, 12:54
275. Fair

Zitat von DerBlicker
Der Platz in den Städten ist begrenzt, wie soll man das fair steuern, wenn nicht über den Preis? Niemand hat einen Anspruch darauf in der Großstadt zu wohnen, absolut niemand.
Und eine Steuerung über die finanzielle Leistungsfähigkeit finden Sie fair? Die Steuerung sieht dann so aus, dass nur noch Reiche in den Städten wohnen können. Ich finde das zutiefst "unfair".

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kumi-ori 23.06.2019, 12:56
276. Ach ja, das Home Office

Zitat von keksguru
Es kann und darf nicht sein daß Mieten dem Durchschnittseinkommen weit vorrauseilen... es ist natürlich klar daß nicht jeder in den angesagten Vierteln wohnen kann aber für die Umwelt ist es allenthalben besser in der Stadt zu leben, in der man auch arbeitet - was den CO2 Fußabdruck für den Weg kleinhalten hilft. Aktuell geht die Entwicklung aber in genau die andere Richtung - Leute ziehen in Dörfer von denen aus man noch pendeln kann, weil die Mieten in den Städten ins Unermeßliche steigen - und im Großraum Köln-Bonn muß nur mal einer husten, schon gibts aufgrund der gigantischen Verkehrsdichte sofort einen Stau auf den Autobahnen, was dann in den Dörfern, die näher an den Großstädten dran sind, zu "tiroler Verhältnissen" führt. So daß auch der, der nur 5 km bräuchte, dafür manchmal 45 Minuten unterwegs ist falls die Arbeit nicht per Zufall mit dem Fahrrad erreichbar ist... es ist aber auch der Wirtschaftsleistung geschuldet, daß absolut alle Verkehrswege an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen sind und dagegen hilft nur wenn man den Arbeitnehmern (neuerdings auch bei meinem Arbeitgeber) freistellt, zuhause oder im Büro zu arbeiten. Wenn nur jeder zehnte, der aktuell pendelt, das wegen Homeoffice nicht mehr tut, dann wäre allen geholfen. Das einzige, wo man absurd dazu sagen könnte ist die Tatsache daß der Kolumnist die Mieten als Regulatorium für die Wohnungsnot in den Städten sieht.. und dabei außer Acht läßt daß viele kleine, bezahlbare Wohnungen frei werden würden wenn Syrien mal wieder befriedet wäre oder Lybien oder der Tschad, oder Uganda...
Das Home Office, die große Rettung.

Haben Sie sich das eigentlich schon mal durchgerechnet? Wieviele qm braucht denn Ihr Home Office? Wenn Sie mit Kindern wohnen, brauchen Sie wahrscheinlich einen Raum mit abschließbarer Türe. Sie müssen einen Platz haben, wo Sie auch mal etwas wegschließen können, wenn Sie Besuch haben, und Sie wollen Ihre Unterlagen sicher nicht da herumliegen haben, wo sich Ihr Partnerschaftsleben abspielt. Also zahlen Sie für das Home Office auch wieder mit Ihrem eigenen Geld.

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Peer Pfeffer 23.06.2019, 12:57
277. Wirtschaftsliberal, aber sozial illiberal.

Müller goes Fleischhauer... Ok. Die sozial Schwächeren dürfen also faktisch nicht mehr in die Großstadt, wegen des Kapitalismus. Das soll also ein Privileg der gehobenen Mittelschicht werden. Wer macht dann in den Städten bitte die schlecht bezahlten Jobs?

Ich nehme mal an, Müller wird sich die Mieten in den Großstädten leisten können. Trauriger Klientel-Kommentar. Wirtschaftsliberal, aber sozial illiberal.

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freeclimber 23.06.2019, 12:57
278. Sie irren sich!

Zitat von u_w
Sie dürfen bei Ihrem Beitrag nicht ausser Acht lassen, dass die Immobilienpreise in Metropolen durch Spekulation und Kapitalanlagegeschäfte nach oben getrieben werden und nicht unbedingt aufgrund von tatsächlichem Wohnbedarf. Auch hier sollte es bessere Gesetze geben. Denn wer zocken will, soll doch ins Casino gehen.
Gehen Sie einfach spasseshalber mal zu einer Besichtigung einer 3-Zimmer-Wohnung in einer der angesagten Grossstädte, dann erfahren Sie etwas über Angebot und Nachfrage. Nur bauen hilft!

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Vallecas 23.06.2019, 12:57
279. Arbeitsplätze

Sowohl Arbeitsplätze, als auch Studienangebote gibt es nunmal nur in Großstädten. Wenn mal von Handwerkern und Jobs in den immer weniger werdenden Industriestandorten absieht. In Deutschland hat das alles verhältnismäßig gut funktioniert, aber jetzt geht's eben so zu, wie im Rest der Welt auch. Berlin war mal so groß wie London und Paris, was eventuell der "natürlichen" Größe einer Hauptstadt in einem 80-Millionen-Land darstellt. Um dem entgegen zu wirken, müßte man die Industrie/Betriebe dazu bringen in die Mittelzentren zu gehen, so daß die Anfahrtswege vertretbar werden. Wenn aber heute jede grössere Firma einen Flughafen in der Nähe haben will, wird's kompliziert. Natürlich stellt dre öffentliche Nahverkehr auch ein Problem dar, das im ländlichen Raum nicht profitabel lösbar ist. Man könnte natürlich auch die Städte durch Neubauten, mit U-Bahn, etc. ausdehnen, aber das würde zuersteinmal ein völliges Umdenken erfordern. Als Ausländer oder Ingenieur, Arzt, o.ä. muß man ja fast in die Stadt, denn wo sind denn die Arbeitsplätze? Allerdings braucht eine Großstadt auch viele Jobs wie Kellner, Putzkräfte, Kassierer, etc. und die können die hohen MIeten einfach nicht bezahlen, so daß man einen Ausgleich finden müßte. Für diese Bevölkerungsschicht stellt die aktuelle Situation auch ein richtiges Problem dar und es sind zahlenmäßig nicht gerade wenig Personen. Bitte auch diese Personen denken, wenn man sich gegen einen Mietpreisdeckel ausspricht! Wenn die Stätde allerdings sehr wachsen, braucht man auch mit dem öffentlichen Nahverkehr schnell über eine Stunde zur Arbeit! Außerdem stellt das vor allem bei Schichtarbeit ein Problem dar, denn die Fahrzeiten sind oftmals ausbaufähig!

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