Forum: Wirtschaft
Mietendeckel: Die Städte verstopfen, die Dörfer veröden
Paul Zinken/dpa

Wer die Mieten in den Metropolen künstlich niedrig hält, verschärft den Konflikt zwischen Stadt und Land. Es wäre ein Drama, sollte diese Art von Wirtschaftspolitik Schule machen.

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barstar 23.06.2019, 13:56
330. Land first

Vorweg, ich komme und ich lebe auf dem Land! Ich habe null Mitleid mit hohen Mieten.
Solange junge Menschen Landflucht betreiben, muss das Land zu Lasten der Stadt subventioniert werden. Das heißt: Pendler fördern, Ärzte aufs Land zwingen, öffentlicher Nahverkehr ausbauen, Mobilität garantieren (Diesel beibehalten, E-Zapfsäule, Wasserstofftankstellen, Straßen instandsetzen), Universitäten und Forschungseinrichtungen nur noch in die Pampa bauen, 5G zuerst in die Provinz, Kitas und Ganztagsbetreuung auf dem Land zuerst sicherstellen. Land first!
Ich denke schon, dass die Freizügigkeit durch marktwirtschaftliche Elemente teils stark eingeschränkt werden muss.

Ich erlebe jeden Tag die Vor- und Nachteile des Landlebens. Unser Zeitgeist sagt: Stadt! Ich bin aber hier zuhause - und stolz auf meine Heimat!

Wir haben vor Ort die Probleme mit populistischen oder/und rechten Gruppen. Auch wenn kein Flüchtling bei uns lebt. Wir sind die Frontlinie gegen Demokratiefeinde. Die Leute vermissen hier das „gute alte Leben“. Nun sind hier nur noch Alte am leben.

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michi_meissner 23.06.2019, 13:59
331.

Zitat von iffelsine
Fast vierzig Jahre habe ich Wohnungen gekauft und vermietet (in Berlin und München), keine Wohnung kostet mehr als 500€ warm. Jetzt reicht es, jeder Rentner bekommt seine 3% mehr im Jahr, nur der Vermieter nicht, der seine Altersversorgung auf Wohnungen abgestellt hat. Aber nun steige ich mit einem lachenden Auge aus, denn meine Wohnungen erzielen mit dem 18-24fachen der Jahreskaltmiete wahnwitzige Preise. Üblich waren vor den LINKEN, GRÜNEN und SOZIs in Berlin das 11-fache. Meinen Mietern droht nun die Eigenbedarfskündigung, denn das sind die Nachfrager in diesen Zeiten. Es kann mir egal sein, wenn die Politiker in Berlin so dumm sind und 2/3 der Vermieter dazu bringen, ihre Wohnungen an Selbstnutzer zu verkaufen. Viele der Mieter werden jetzt aufs Land ziehen müssen - danke Frau Lompscher !
Wird bei mir genau so laufen, nur das ich das 30-fache in Berlin kassiere. Ich baue gerade in Budapest für 1100 Euro den qm und vermiete zu 10 Euro netto. 16 Wohnungen. So bringt vermieten noch richtig Spaß. 12% bis 16% Rendite sind dort drin ohne politische Risiken und bei 12 % Steuerlast in der dortigen GmbH.

Lissabon kann ich auch empfehlen, die Portugiesen freuen sich über deutsche Investoren und behandeln einen gut, wenn man mit Geld und Einsatzfreude kommt.

In Deutschland kann ja die Linke dann mal Wohnungen bauen. Bin gespannt, ob das besser läuft als der BER

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oeff 23.06.2019, 14:01
332. Wo ?

Zitat von Paddel2
Eine sehr gute Analyse. Leider zeigen diverse Forumsbeiträge, dass viele Leser die Zusammenhänge nicht verstanden haben. Niemand ist gezwungen, bei einem ausbeuterischen Arbeitgeber zu arbeiten. Flexibilität ist das Zauberwort. Sucht euch Orte aus, die den richtigen Mix bieten. Wer eine gute Ausbildung genossen hat, findet überall einen guten Job. Im Südwesten gibt es im Gegensatz zu Berlin einen guten Mix aus Lebensqualität und Einkommen.
Stuttgart, Freiburg, am See in Friedrichshafen/Lindau?
Da wo man gut verdienen kann, fehlen Wohnungen und steigen die Preise mangels Angebot.

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Europa! 23.06.2019, 14:01
333. Also gut

In der jetzigen Situation hat es wohl keinen Sinn, mit irgendwelchen Argumenten irgendwelche sinnvollen Pläne in Gang bringen zu wollen. Das (Berliner) Volk schreit nach Freibier (äh, "bezahlbarem Wohnraum" in bester Lage) und die Politiker hängen ihr Mäntelchen in den Wind. Aber das ist kein Grund zur Beunruhigung. Den Markt hat noch nie jemand ausschalten können (genauso wenig wie König Knut mit dem blanken Schwert Ebbe und Flut stoppen konnte). Lehnen wir uns also behaglich zurück und sehen wir zu, wie das "Elend" wächst.

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Gegen Zensur bei Spon 23.06.2019, 14:01
334.

Seltsam

Keiner kommt auf die Idee, dass jeder das Anrecht hat, an der Schlossstraße oder Parkavenue ein Haus zu bewohnen
Warum hat man das "Recht" an der Bahnhofsstraße zu wohnen?

Angebot und Nachfrage gilt überall
Auch beim Liter Milch im Supermarkt

Und wenn der Gesetzgeber Wohnraum verknappt-die ausgewiesenen Naubauflächen werden immer weniger - wenn der Gesetzgeber Wohnkosten durch Auflagen treibt, dann greift dasselbe Gesetz: Weniger Abgebot und dank Landflucht mehr Nachfrage= steigende Preise

Was machen die Gutmenschen: Mietdeckel
Und was bringt der ganz neutral betrachtet?
Wenn die Investition in Anleihen der DB 7% Zinsen bringt, wenn die Investition in Offshorewindparks bis zu 12% Rendite bringen, wenn England Investoren 9% garantiert, dann investiert keiner im Berliner Mietdeckelwohnungsmarkt mit 3% Rendite.

Es muss mehr Bauland her
Es muss mit Auflagen mit Augenmaß hantiert werden
Die Städte müssen sich gewaltig ausdehnen
Es muss mehr sozialer Wohnungsbau her
Das Land muss und wird in Teilen sterben

Wenn man sich das nicht eingesteht, dann wird sich nie etwas ändern

Und wer es nicht wahhaben will
Es gibt nirgends auf diesem Erdball ein Fleckchen Erde, dass sich anderes entwickelt
Üerall dehnen sich Städte aus, geht die Zersiedelung zurück
Ausnahmslos
Nur in sterbenden Staaten nicht

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Ökofred 23.06.2019, 14:04
335. Nicht alles richtig..

Zitat von markniss
Zunächst mal Danke an SPON, dass ein Artikel zum Wohnungsmarkt erlaubt wurde, der den simplen Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage darstellt. Was wieder mal zu kurz kommt, sind drei Dinge: 1. Die Eigenheimquote in Berlin liegt bei absurd niedrigen 15%. In London liegt sie bei 63%. 2. Die Single-Haushalte machen in Berlin absurde 50% aller Haushalte aus. In London sind das weniger als 30%. 3. Die Flüchtlingswelle hat Berlin innerhalb von sehr wenigen Jahren bis zu 100.000 Neubürger gebracht, die entweder eine Wohnung selbst finanzieren können oder aber mit Hartz 4 Mitteln eine Wohnung bezahlen. Wenn nur einer dieser drei Faktoren nicht so dramatisch wäre, dann wäre die Krise bei weitem nicht so groß. ...
Ihr durchaus richtiger Ansatz ist leider falsch in wenigen Punkten: Die "Wohnungsnot" in Berlin wird ganz sicher nicht von Flüchtlingen verursacht, es sind viel mehr Fachkräfte aus dem EU Ausland, die sich nämlich auch teure und große Wohnungen leisten können und damit mit den eingesessen Berlinern im Wettbewerb sind.
Zudem IST das Medien Einkommen in London natürlich doppelt so hoch wie in Berlin, nämlich um die 66.000 euro. Zumindest lt. Wiki.
https://en.wikipedia.org/wiki/Income_in_the_United_Kingdom#Income_by_location

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adal_ 23.06.2019, 14:04
336. Landflucht fördern, Klima schützen :-)

Die Leute ziehen in die Städte. Muss man das auch noch fördern?
Ich finde ja. Es gibt nämlich durchaus vernünftige Gründe für Landflucht - u.a. ökologische. Man muss das nicht mit planwirtschaftlicher Mietendeckelung umsetzen. Aber wie wäre es z.B. mit einem entrümpelten Baurecht und mit sozialem Wohnungsbau?

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shardan 23.06.2019, 14:05
337.

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Die zweite wichtige Veränderung wird die flächendeckende Umsetzung von Home Offices werden. Pendels wird immer seltener notwendig. Auch das wird das Land attraktiver machen. Wer aktuell Wohnungen oder Häuser zu aktuellen Preisen in Ballungszentren kauft, "hat den Schuss nicht gehört". Der ganze Wohnungsmarkt wird sich, auch durch sinkende Bevölkerungszahlen und Bewegungen wie hin zum Tiny House massive verändern. Manchmal muss man ein paar harte Jahre überbrücken und mit einer klenen Wohnung oder längeren Pendelzeiten kompensieren. Es wird sich in den nächsten zehn Jahren alles verändern, alles.....
Ach wirklich? In welcher Realität leben Sie? Versuchen Sie mal, in ländlichen Gegenden ein Home Office zu betreiben. Sie werden an der Infrastruktur verzweifeln, denn das Internet ist mehr als schlecht dort. Selbst hier, wo ich wohne, Randbezirk einer kleinen Großstadt, hat das Internet mal grade 4Mbit/s - viel im Vergleich zur Uckermark oder einigen Teilen Brandenburgs. Die Alternative: Internet per Kabel-TV - leider nicht Homeoffice geeignet, denn der Betreiber nutzt DS-Light, ein VPN (verschlüsselter Verbindungstunnel, nicht zu verwechseln mit https) zur Firma ist über DS-Light nicht funktionsfähig.
Ihre Vorhersage, in 10 Jahren sei alles elektrisch und selbstfahrend, sehe ich als Informatiker da eher mit einem Lächeln.... Überoptimismus war und ist eine schlechte Lösung.

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Champagnerschorle 23.06.2019, 14:06
338. so falsch

Zitat von u_w
Sie dürfen bei Ihrem Beitrag nicht ausser Acht lassen, dass die Immobilienpreise in Metropolen durch Spekulation und Kapitalanlagegeschäfte nach oben getrieben werden und nicht unbedingt aufgrund von tatsächlichem Wohnbedarf. Auch hier sollte es bessere Gesetze geben. Denn wer zocken will, soll doch ins Casino gehen.
Gehen Sie auf Wohnungssuche in München, dann wissen Sie was Nachfrage heißt. Gesetze Gesetzte Gesetzte - könne Sie auch selbst was regeln, oder brauchen Sie immer Mama?

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k70-ingo 23.06.2019, 14:07
339.

Zitat von damianschnelle
Es gibt diesen Preisverfall auf dem Land nicht überall. Bei uns, 80 km von Berlin entfernt, haben sich die Immobilienpreise rasant nach oben entwickelt.
So ist es auch hier im Ruhrgebietsspeckgürtel.
Hier herrscht weiterhin eine starke Stadtflucht vor. Die, die es sich leisten können, ziehen, von Verprollung, desolaten Verkehrswegen und unfähiger Kommunalverwaltung/-politik vergrault, ins Grüne.

Hier wird kräftig Wohnraum gebaut (allerdings kein sozialgebundener. Wozu auch, dafür gibt es keine Nachfrage), massiv nachverdichtet (wegen Naturschutzgebiet kann die Siedlungsfläche nicht ausgeweitet werden) und die Preise nähern sich denen in den Premiumlagen der Ruhrgebietsstädte.

Preiswerter Wohnraum einfachen Standards ist im Ruhrgebiet in großer Menge vorhanden, so reichlich, daß weiterhin Mehrfamilienhäuser abgerissen werden.
Das trifft allerdings nur für sozial abgestürzte Gegenden zu, aus denen jeder, der es sich leisten kann, schleunigst wegzieht.

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