Forum: Wirtschaft
Mietendeckel: Die Städte verstopfen, die Dörfer veröden
Paul Zinken/dpa

Wer die Mieten in den Metropolen künstlich niedrig hält, verschärft den Konflikt zwischen Stadt und Land. Es wäre ein Drama, sollte diese Art von Wirtschaftspolitik Schule machen.

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astat 23.06.2019, 11:02
60.

Zitat von rockboy
Mal unterstützt ihr von SPON den Deckel, dann wieder nicht. Das ist genau diese "Wischi-Waschi" -Positionierung, die schon seit Jahren die Groko hemmt. Wenn das so weiter geht wird wieder nix passieren. Typisch.
Es ist doch eine der Aufgaben eines journalistischen Mediums, verschiedene Aspekte eines Themas in Kommentaren zu beleuchten. Es soll eben nicht einseitig Position bezogen werden! Es ist nicht die Aufgabe eine journalistischen Mediums, einseitig Postion zu beziehen.

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mister_xray 23.06.2019, 11:02
61. sie liegen komplett falsch, Herr Müller

das ist eine provokante These, die ich für so sinnfrei halte, dass ich sie hier widerlegen will.

Steigende mieten sorgen dafür, dass immobilienfirmen immer neue luxuswohnungen in Städten bauen. nimmt man ihnen die Profitmöglichkeiten, wird in den städten weniger gebaut. ergo sind weiniger kapazitäten vorhanden, und es können weniger leute vom land in die stadt strömen. die bausubstanz wird schlechter und die stadt verliert an attraktivität. auch dadurch wollen weniger in die stadt.

um die landflucht aufzuhalten, könnten sie genausogut vorschlagen, elektroautos zu verbieten, nur noch alte diesel in die innenstadt zu lassen und schwerindustrie im Zentrum ansiedeln, öffentliche Verkehrsmittel abschaffen, die müllabfuhr reduzieren und die stadt verdrecken lassen. dann strömen leute wieder aufs land. garantiert!

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Rocco Siffredi 23.06.2019, 11:02
62. Jobs und Lifestyle

Es ist doch ganz einfach, in der Pampa gibt es kaum Jobs. Und was Freizeitgestaltung angeht, auf dem Dorf gibt es eine Handvoll Sportvereine, im besten Fall schöne Natur (manchmal aber auch nur plattes Land ohne Abwechslung), in der Metropole gibt es vielfältige Angebote, selbst nach Jahren gibt es noch viel Neues zu entdecken. Dazu Menschen aus aller Welt, die viel neue Ideen mitbringen.

Kurz gesagt, Schützenfest gegen Nachtleben in Clubs, den Kampf kann das Dorf nicht gewinnen. Zwichen Dorf und Stadtleben liegen heutzutage oftmals Welten, da hilft die Leier von den billigen Mieten in MeckPomm oder Sachsen Anhalt auch nicht weiter. Wenn überhaupt, lässt sich diese Entwicklung nur durch ein groß angelegtes Programm zurückdrehen, wo man mit Geld und Ideen das Land wieder atraktiver macht, aber mit einem schnellen Internet Anschluss ist es nicht getan, trotzdem wäre das ein wichtiger Schritt, Glasfaser in alle Dörfer,

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josho 23.06.2019, 11:02
63. Die Politik hat einen verheerenden Fehler gemacht....

....als man nach der Wende es zugelassen und sogar gefördert hat, dass dubiose Geschäftemacher in die neuen Länder ziehen statt dafür zu sorgen, dass dort ein "Aufbau Ost" stattfindet, der seinen Namen verdient hätte. Klar, dass das viel Geld gekostet hätte, aber auf lange Zeit hätte es sich ausgezahlt. Man hat es nicht oder jedenfalls nicht ausreichend und einigermaßen flächendeckend getan mit der Folge, dass nicht nur ein wirtschaftlicher Niedergang einsetzte, sondern sich für einen erheblichen Teil der Bevölkerung jetzt mit der AfD sogar noch eine vermeintlich politische Heimat anbietet. Und das kam alles nicht von heute auf morgen, sondern ist eine Entwicklung seit Jahren! Für mich auch ein Ergebnis der "neverending" GroKos....

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dasfred 23.06.2019, 11:03
64. Teils Teils

Wer jetzt im ländlichen Raum lebt, hat wirklich die freie Wahl, ob er sich als Student oder Berufsanfänger trotz hoher Mieten unbedingt nach München orientiert oder ob er seine finanzielle Lage in den Vordergrund stellt und sich in preisgünstigen Städten umsieht. Ich unterstütze den Kolumnisten dahingehend, dass der bisherige Großstadt Mieter allerdings nicht vertrieben werden darf. Eben darum ist es wichtig, den Bestand an günstigen Wohnungen nicht weiter zu vernichten und in teuren Wohnraum umzuwandeln. Keine Großstadt hat sich gegen Neubauten ausgesprochen und diese sind nun mal teurer. Wenn Unternehmen im Ballungsraum Mitarbeiter brauchen, sollten sie entsprechend hohe Löhne zahlen oder eben selbst dorthin umsiedeln, wo die Lebenshaltungskosten auch für einfache Mitarbeiter noch zu stemmen sind. Weitere Pendelstrecken sind jedenfalls keine Lösung. Die Mehrkosten fressen die Einsparung bei der Miete auf und sind auch gesundheitlich eine Belastung.

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scsimodo 23.06.2019, 11:04
65. Macht das Land/Speckgürtel interessanter!

Dann wird ein Schuh draus! Warum muß eine Popelfirma unbedingt in z.B. München Ihr Büro haben? Sofern nicht ortsgebunden (z.B. Autowerkstatt etc.) kann eine Agentur, Verischerung, IT-Firma whatever doch auch in der "Provinz" ihr Hauptquartier haben. SAP sitzt in einem Kaff namens Walldorf, da ist nix los. Versicherungen könnten das auch machen, die Münchner Protzpaläste kosten nur unnötig Geld. Und auch die Regierung könnte was tun, evtl. Abteilungen auslagern nach Regensburg oder noch weiter weg. Gewerbesteuer könnte man senken, um Firmen anzulocken. Und schon hat sich das mit den Horror-Mieten in MUC erledigt.

Und kommt mir jetzt nicht mit Lebensqualität. Im Münchner Speckgürtel in einer Gemeinde mit 20.000 Einwohnern gibt es nichts, was ich vermissen würde. Weder Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur, Freitzeiterlebnisse etc. Ist alles da...

Aber wer unbedingt horrende Mieten zahlen will und dafür ich einer stinkenden und lauten Großstadt leben will soll das tun, aber nicht jammern. Gute Jobs gibt es auch anderswo, da gibt's vielleicht 200€ brutto weniger, das spart man sich aber mit den geringeren Mieten und der besseren Wohnqualität. Im Zweifel soll aber jeder machen, was er/sie bzw. das Ego verlangt.

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Carpe Didi 23.06.2019, 11:04
66. Neoliberaler Unfug ...

... der ganz groben Sorte.

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Ashurnasirapli 23.06.2019, 11:04
67.

Zum Preismechanismus: Es gibt keinen verbreiteten Fachkräftemangel. Es gibt ihn in Branchen, zuvorderst in der Pflege. Der Effekt wäre sonst, Fachkräftemängel = gesteigerte Preis für das Betriebsmittel Arbeitsleistung. Nicht der Fall, eher das Gegenteil.

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Ein_denkender_Querulant 23.06.2019, 11:04
68. Das wird sich ganz schnell ändern ...

Den meisten Menschen ist nicht bewusst, was sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern wird. Die Elektromobilität zusammen mit autonomem Fahren wird unsere Gesellschaft umkrempeln. Mobilität wird billig und zu einer Nebensache. Fahrzeiten werden keine verschwendete Zeit mehr sein, man kann die Zeit für allerlei nutzen, von weiterschlafen, über arbeiten, essen oder spielen. Kinder werden alleine von A nach B fahren können usw.

Dazu wird Mobilität mit Elektrofahrzeugen zusammen mit flächendeckend ausgebauter EE viel billiger als mit Verbrennungsmotoren. Längere Pendelstrecken oder Wege zum Hobby oder zu Freunden werden keine Belastung mehr sein, sondern eine beiläufige Sache. Dazu werden Menschen ihre Autos als Taxen einsetzen. Warum sollte mein Auto während meines 8h Arbeitstages nicht für mich arbeiten und für kleines Geld mit Identifikation der Mieter und Dokumentation ihrer Verschmutzungen im Auto Menschen transportieren?

Genau diese Technik wird Speckgürtel um Städte merklch attraktiver machen, auch entlegene Gebiet, die heutze verwaisen. Jeder wird jederzeit zu jedem Arzt kommen, das Schreckgespenst der Vereinsamung auf dem Land ohne Auto wird verschwinden. Autos werden mobile Onlinebüros werden usw.

Keine zehn Jahre mehr, keine zehn Jahre ....

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auweia 23.06.2019, 11:04
69. Recht hat der Herr Müller

Ich würde noch weitergehen mit einer zweiteiligen Strategie: Infrastruktur und Firmen auf dem Land fördern und in der Stadt abbauen und durch hohe Steuern verscheuchen. Schluss mit Kulturhaupstadt, es lebe das Kinofestival in Stiekelkampersfehn und 5G Netz in Waging am See.
Es gibt kein Recht auf billiges Wohnen - die Leute müssen effektiv abgeschreckt werden in die Städte zu ziehen. D.h. Firmen bekommen Subventionen wenn sie sich auf dem Lande niederlassen und dort Leute einstellen, Arztpraxen werden nur noch in Gegenden unter 100 Personen pro qkm zugelassen. Schließlich noch eine Verstopfungssteuer in der Stadt- dann könnte das etwas Weden mit der Gleichheit der Lebensverhältnisse und dann werden auch die (zumeist ländlichen) Wutbürger von der AfD weniger.

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