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"Mietenmove" in Hamburg: Tausende demonstrieren gegen steigende Mietpreise
Markus Scholz/dpa

In Hamburg haben Tausende für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. Die Mieten in der Hansestadt gehören zu den teuersten in Deutschland - und auch 2019 wird sich daran wohl nichts ändern.

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swandue 05.05.2019, 00:31
1.

Wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, wie z.B. in München und Hamburg, dann lässt das steigende Preise und Mieten erwarten. Und dann kommen noch Anleger dazu, die von dieser Entwicklung profitieren wollen und sie weiter befördern. So viel kannst Du in einer Großstadt gar nicht bauen. Jedes neue Wohngebiet lässt nur neue Leute hoffen, dass sie vielleicht auch eine Wohnung finden können.

Selbstverständlich war es nicht gut, dass die öffentliche Hand in großer Zahl Wohnungen verkauft hat. Als Eigentümer hatte sie ganz andere Möglichkeiten als nun als Gesetzgeber, der versucht, Vonovia & Co. Grenzen zu setzen.

Helfen würde es, wenn es gelänge, Bürgern und Unternehmen Gegenden schmackhaft zu machen, in denen das Angebot an Wohnungen deutlich größer ist als die Nachfrage. Auch das ist nicht gut. Hat man eigentlich schon mal gehört, dass Vermieter demonstriert haben, die sich von der Pleite bedroht sehen?

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Moment_of_Zen 05.05.2019, 02:46
2.

Auch eine Folge der EU Geldmarkt Politik mit Null bis Negativ Zins. Der Geldadel der zu fein zum Arbeiten ist, investiert halt in Mietobjekte um doch noch aus Geld Geld zu machen. Damit die Rendite stimmt steigern unweigerlich Mieten und Wohnungen werden im Premiumsegment gebaut der eben durch höhere Mieten mehr Gewinn verspricht.

Dazu fortschreitende Landflucht, steigende Ansprüche, immer mehr Singles, privatisierte Wohngenossenschaften.

Der perfekte Cocktail für Mietwahnsinn, soziale Spaltung, Gentrifizierung.

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women_1900 05.05.2019, 08:06
3. 3000 oder auch 6000 Teilnehmer

bei rund 1,81 Mios Einwohnern in Hamburg - nicht viel. In München konnte gerade mal 500 Leutchen aktiviert werden - noch weniger. In Berlin gehen mehr Menschen auf die Straße, das liegt aber auch an Berlin.
Es ist also ein Problem von Minderheiten und dennoch lösen diese Minderheiten Enteignungsfantasien und Diskussionen aus.

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53er 05.05.2019, 08:15
4. Und weitere Grossstädte werden folgen

Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass Merkel und ihre CDU/CSU sich ordentlich verrechnet haben. Merkel hat sich um alles gekümmert, nur nicht um ein gutes, auskömmliches und planbares Leben der Mehrheit der Bürger in Deutschland. Gut auch die SPD war dabei, aber sie hat versucht, durch die Mietpreisbremse wenigstens etwas zu tun, im Gegensatz zur CDU/CSU die alles einfach weiterlaufen ließ, frei nach den ehernen Marktgesetzen. Es ist schon seltsam, warum viele Wähler das Nichtstun der CDU/CSU ständig unterstützen und in der SPD, die wenigstens etwas versucht, den Schuldigen für ihre Misere sehen. Dazu kann man nur sagen: Ihr müßt eben gründlich nachdenken, bevor ihr wählen geht.

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leodgr 05.05.2019, 08:45
5. 10,62 pro Quadratmeter?

So billig gibt's in München leider nix mehr. Neuvermietung nicht unter 15 €/m²...

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liberaleroekonom 05.05.2019, 09:18
6. Kühnerts Antwort für bezahlbaren Wohnraum: Klauen statt Bauen

Herr Kühnert hat doch zum Thema Wohneigentum eine klare Antwort gegeben. Es hält die Vermietung von Wohnraum durch private Vermieter als kein legitimes Geschäftsmodell. Jede Bürgerin und jeder Bürger sollten maximal nur eine Wohnung, in der sie selbst wohnen, als ihr Eigentum besitzen dürfen. Damit spricht er also nicht mehr nur von den angeblichen Miethaien wie Vonovia & Co., sondern es geht um alle Vermieter, auch den vielen kleinen privaten Vermietern.

Nach meiner Erfahrung sind aber gerade die ca. 4 Millionen kleinen privaten Vermieter immer noch die humansten Anbieter von Wohnungen mit den sozialsten Mieten. Diesen Kleinvermietern jetzt vorzuwerfen, sie würden mit ihrer Vermietung kein legitimes Geschäftsmodell betreiben und sie sollten sich gefälligst auf ihren eigenen Wohnraum beschränken ist doch völlig kontraproduktiv.
Bei der Vergesellschaftungsdebatte zu den Berliner Wohnungsgesellschaften wird darüber diskutiert vorzugsweise alle "Großen" mit 3.000 und mehr Wohnungen quasi zu enteignen.
Und jetzt will Herr Kühnert die Altersvorsorge in Form von Wohneigentum von 4 Millionen Bürgerinnen und Bürgern vergesellschaften/enteignen oder was auch immer, sofern diese es wagen mehr als eine Wohnung zu besitzen. Ist das jetzt Herrn Kühnerts Antwort auf steigende Mietpreise in Deutschland: "Klauen statt Bauen".
Soll der Staat dann all diese Wohnungen gegen Entschädigung aufkaufen oder dürfen diese dann doch an Vonovia & Co. verkauft werden? Und woher sollen dann, nach dem alle privaten Investoren verschreckt wurden, die neuen noch fehlenden Wohnungen kommen? Wer lässt sich denn schon gerne das Betreiben eines illegalen Geschäftsmodells vorwerfen. Ich denke, die Witwe, die in Hamburg ihre zu groß gewordene Altbauwohnung teilweise an Studenten vermietet, um damit ihre bescheidene Rente aufzubessern, dürfte über Herrn Kühnerts Worte ebenfalls etwas irritiert sein.

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Kanalysiert 05.05.2019, 09:21
7. Späßle gemacht?

EUR 10,45 pro qm in München? Wo....zeigen sie mir mal überhaupt EINE für so einen Preis. Wo kommen diese Zahlen her, viel zu niedrig, selbst für einen Durchschnittswert. Unter EUR 14/qm für ein totales Wohnklo gibt es hier gar nichts....

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freeclimber 05.05.2019, 09:26
8. Seltsam

Seltsam, dass ausgerechnet dort, wo praktisch seit Generationen die SPD regiert, die wenigsten Sozialwohnungen entstanden sind. Dabei wäre es ein leichtes über Vorgaben bei Neubau-Baugenehmigungen einen Teil als sozialgebunden vor zu geben.

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liberaleroekonom 05.05.2019, 09:53
9. Wer Wohneigentum bekämpft muss sich über steigendeMieten nicht wundern

Ein Lösungsansatz gegen ständig steigende Mieten, wäre es doch sicherlich auch, den Anteil an Wohnungseigentümern in Deutschland endlich zu erhöhen und Anreize zum Bauen zu geben. Und hierzu gehört es auch, dass der Staat nicht selbst die Preise in die Höhe treibt, wie er es beispielsweise mit der Grunderwerbsteuer macht. Wie wäre es wenn Hamburg einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer einführt, so wie es beispielsweise in NRW im Koalitionsvertrag vereinbart wurde oder auch von Schleswig-Holstein als Bundesratsinitiative eingebracht hat? Leider blockiert aber ausgerechnet die SPD jeden Versuch, die relativ niedrige Quote der Wohnungseigentümer in Deutschland zu erhöhen. Das geht sogar soweit, den Ländern (u.a. NRW, Schleswig-Holstein) zu verbieten jungen Familien beim Kauf einer Wohnung beispielsweise die Grunderwerbsteuer (über einen Freibetrag) zu erlassen.
Siehe hierzu u.a.:
https://www.bundestag.de/presse/hib/2018_06/559920-559920

Und dass Wohneigentum eine der besten Absicherungen gegen Altersarmut ist, hat die SPD bis heute auch noch nicht erkannt. Sonst würde sie nämlich den Erwerb fördern und nicht bekämpfen. Wer dann auch noch - wie es Herr Kühnert macht - Vermieter diffamiert und verunglimpft, die auf die Idee kommen, eine Wohnung zur Aufbesserung ihrer Einkommen und später ihrer Rente zu erwerben, in dem er ihnen vorwirft kein legitimes Geschäftsmodell zu betreiben, sollte sich eigentlich in Deutschland über die geringe Wohnungseigentümerquote und damit einhergehende steigende Mieten nicht wundern. Es sind nämlich ausgerechnet die jetzt von Herrn Kühnert diffamierten ca. 4 Millionen kleinen privaten Vermieter, die immer noch die humansten Mieten auf dem Wohnungsmarkt verlangen. Vielleicht sollten die also jetzt doch schnell noch ihre vermieteten Wohnungen an Vonovia & Co. verkaufen, bevor der Staat mit Enteignung/Vergesellschaftung/Kollektivierung oder was auch immer droht. Danke Herr Kühnert für diesen intelligenten Hinweis.

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