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Mietspiegel-Auswertung: So teuer ist Wohnen in Deutschland
imago/Joko

Hohe Mietpreise machen Großstädte für viele Menschen unbezahlbar, doch auch im Umland wird es teurer. Laut einer neuen Mietspiegel-Auswertung für 350 Städte steht erstmals seit 20 Jahren nicht mehr München ganz oben.

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yabba-dabba-doo 20.02.2019, 09:12
1. Das Jammern wird kultiviert

"In den angesagten Vierteln der Innenstadt finden Normalverdiener kaum mehr eine für sie bezahlbare Bleibe"
Nicht jeder kann in den angesagten Vierteln wohnen. Das sollte doch jedem klar sein. Sonst würden wohl jeder dort wohnen. Verstehe diesen Jammersatz gar nicht.
"Auffällig sind die noch immer relativ günstigen Mieten in Berlin." Und doch jammern die Berliner immer sehr gerne. Die kann man nicht mehr ernst nehmen. Die Probleme die Berlin hat, möchten andere Städte gerne haben.

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Nordstadtbewohner 20.02.2019, 09:15
2. Grassierende Umsonstmentalität

Ich kann an den im Artikel gezeigten Durchschnittsmieten nichts Schlimmes erkennen. Wer in wirtschaftlich prosperierenden Städten wohnen will, der muss auch dafür entsprechend zahlen. Und 10 - 11 Euro pro Quadratmeter sind meines Erachtens nicht wirklich viel, da zahle ich für meine (gute) Wohnung deutlich mehr. Außerdem locken hohe Mieten Investoren an, denn so lohnt sich das investieren in neue Wohnungen.

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spontanne 20.02.2019, 09:21
3. Neumiete in München x 2

Wer aktuell eine neue Wohnung in München sucht, zahlt locker mal das Doppelte, nämlich über 20? / qm.
Für unsere 80qm Wohnung zahlen wir 1.400 kalt und was Günstigeres ist schier nicht zu bekommen und wenn, dann stehst Du Dir mit 100 anderen Interessenten bei der Besichtigung die Beine in den Bauch. Der Wohnungsmarkt in München und Umland ist total überhitzt und die Stadt steht wegen des Ausweichens ins Umland vor einem Verkehrskollaps.

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Deutscher__Michel 20.02.2019, 09:25
4. 8,5 €/qm in Hamburg? Jaaa nee is klar..

Bei Neuvermietungen kann man in HH ungefähr das doppelte einrechnen..
Fast alle die ich kenne ziehen daher aus ihren Wohnungen nicht aus, da sie sich die neuen Mieten nicht leisten können.

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duolin 20.02.2019, 09:27
5.

Ich weiß, das hilft jetzt niemandem und im Artikel werden nur Durchschnitsswerte angegeben usw.
Aber als ich die Zahlen gesehen habe, habe ich als erstes gedacht: "Das ist ja gar nicht mal so teuer!"

Ich habe aus beruflichen Gründen in der letzten Dekade in mehreren Nachbarländern Deutschlands gewohnt und gelebt und auch viele Freunde dort. Selbst außerhalb der größeren Städte sind 8-9 Euro/qm üblich (unter Berücksichtigung der landesüblichen Methoden, die Wohnfläche auszurechnen). Laut Artikel wäre man mit 8,50 in Deutschland schon in der Top-20.
Fairerweise muss ich aber sagen, dass das Mietangebot im Ausland viel kleiner ist als in Deutschland, da dort eher gekauft als gemietet wird.

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Emil Peisker 20.02.2019, 09:28
6. Rentrop Datensammelaktion!

Wer den Rentrop-Verlag kennt, gibt diesem Datensammler keine E-Mailadresse. Rentrop hat in fast allen Bereichen der Branchen versteckte Fallen für ältere oder unbedarfte Personen eingerichtet.

Es sind immer Abonnements, deren Kosten man häufig erst erkennt,
wenn man die Ok-Taste betätigt hat.

Dass diese Methode jetzt auch als redaktionaler Inhalt bei Spon die Fallen stellt, ist schon erschreckend.

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so-long 20.02.2019, 09:28
7. Chaos

Plötzlich ist Wohnen so teuer. Das war seit vielen Jahren abzusehen. Anstatt den Wohnungsbau sinnvoll zu fördern, gibt es Flickschusterei: Verkauf großer kommunaler Bestände, um Haushalte „zu sanieren“, Baukindergeld, Bauvorschriften ohne Ende, sehr hohe Grunderwerbsteuern (aber nur für den dummen Michel, andere -shared deals- bleiben außen vor), Verzweiflungstaten a la Barley mit Mietgesetzgebung, die niemand versteht und Enteignungsrufen als letzte Verzweiflungstat. Wofür werden Politiker eigentlich so fürstlich entlohnt?

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##1984## 20.02.2019, 09:30
8.

Zitat von yabba-dabba-doo
"In den angesagten Vierteln der Innenstadt finden Normalverdiener kaum mehr eine für sie bezahlbare Bleibe" Nicht jeder kann in den angesagten Vierteln wohnen. Das sollte doch jedem klar sein. Sonst würden wohl jeder dort wohnen. Verstehe diesen Jammersatz gar nicht. "Auffällig sind die noch immer relativ günstigen Mieten in Berlin." Und doch jammern die Berliner immer sehr gerne. Die kann man nicht mehr ernst nehmen. Die Probleme die Berlin hat, möchten andere Städte gerne haben.
In Berlin geht's schon lange nicht mehr darum, in angesagten Vierteln eine Wohnung zu finden, sondern überhaupt eine zu finden. Egal wo.

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whitewisent 20.02.2019, 09:31
9.

Man könnte die Statistik auch anders interpretieren, wenn man denn wollte. Beispielwohnung 65qm, in Karlsfeld durchschnittlich 10,62 = 690 Euro Kaltmiete.

Das Problem beginnt damit, das man es nicht mehr für "angemessen" hält, in solcher Wohnung zu Dritt zu leben, auch wenn das eine übliche 3-Zimmerwohnung ist. Das Medianeinkommen in Bayern liegt bei 3600 Euro für eine vierköpfige Familie. Und nun will man ernsthaft angesichts der Zahlen begründen, daß die nicht solche Beispielwohnung von ihrem Haushaltseinkommen mieten kann? Man hält auch ein Drittel dessen für Wohnkosten für angemessen, da liegt man selbst in Karlsfeld im Durchschnitt drunter.

Man muss es deutlich aussprechen, es ist unmöglich für 1200,- heute dort eine neue Wohnung zu mieten. Aber der Großteil des deutschen Wohnungsmarktes besteht eben aus Mietverträgen, die über Jahrzehnte laufen, und meist eben nicht ständig erhöht wurden. Der Für jeden Mieter mit 14 Euro Kaltmiete gibt es also im selben Viertel auch jemanden, der nur 7,20 zahlt. Und der Panik bekommt, wenn er eine Mieterhöhung über 85 Cent bekommt.

Es gibt Probleme, aber die werden von diesen Zahlen nicht wiedergegeben.

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