Forum: Wirtschaft
Migrationsdebatte: Die große Erregung über das falsche Thema
DPA

Seit Monaten kreist die deutsche Politik um das Thema Zuwanderung. Dabei haben die meisten Bürger ganz andere Sorgen. Doch sie organisieren ihre Interessen schlechter als einflussreiche Minderheiten.

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Liberalitärer 29.07.2018, 15:06
90. We are the Champions

Zitat von distar99
Wem dient ein Einwanderungsgesetz eigentlich? Nehmen wir damit den Drittstaaten nicht ihr qualifiziertes Personal und bluten wir sie damit nicht aus?
Offensichtlich reichr den Komikern der EU Arbeitsmarkt nicht. Kann man wirklich so doof sein, dass sich die Leute mit sich lassen? Offensichlich kann man so doof sein-. Na, gut das Resultat wird nicht auf sich warten lassen.
Kann der Herr Müller seinen Stahl eben selber machen und Gartenbau betreiben, ist ja auch okay.

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mit66jahren 29.07.2018, 15:15
91. Henrik Müller überzeugt mich nicht

Henrik Müllers Kommentar dürfte die Kanzlerin freuen. Aber besonders weitsichtig ist es nicht, wenn eine Personengruppe verhätschelt wird, die uns Schlepper vor die Nase gesetzt haben. Und auch nicht wirklich human. Denn die wirklich Hilfsbedürftigen der Welt sind zu arm, um Schlepper zu finanzieren. Zudem werden falsche Anreize gesetzt, die einen hohen Blutzoll in der Sahara und im Mittelmeer fordern. Dass genau acht Prozent der Bürger ein Zuwanderungsproblem sehen, dürfte eine Frage ihrer Grundhaltung und der gesellschaftsinternen Kommunikation sein, an der auch die Medien ihren Anteil haben. Wir können unser (Steuer-)Geld nur einmal ausgeben und Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen kann sicherlich nicht die Welt retten. Aber wir können darauf achten, dass unsere begrenzten Mittel möglichst effektiv verwendet werden, um das Leid und den Hunger in der Welt zu lindern. Mit 50 Tausend Euro, die wir für einen minderjährigen, unbegleiteten Flüchtling pro Jahr ausgeben, könnten in Indien sehr viele Kinder vor dem Hungertod bewahrt bleiben.

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vera gehlkiel 29.07.2018, 15:25
92.

Ich persönlich glaube, hier geht es um das (...schreckliche Wortwahl, weiss ich ja...) "Narrativ vom Lagerfeuer". Um das seltsam sich fortzeugende Unbehagen scheinbarer Entheimatung. Und dies, trotzdem das "Heimaten" längst in einem Umfang wieder zum "Salonfähigen" dazugehört, den man vor nicht so langer Zeit für unmöglich gehalten haben würde. Es ist so wie die Enge, welche man sich zurückwünscht, wenn man auf freier Fläche unversehens gestoppt und von allen Seiten mit hellen Scheinwerfern angestrahlt wird. Man auf einmal, wie in einem Kriminalfilm "gestellt", fast durchsichtig zu werden scheint. Früher war die Welt für die meisten, jedenfalls im Gartenzaungespräch, auch ein Jammertal, aber wenigstens das scheinbar heimische Jammertal. Dass es nur eine Notlösung war, dieses ganze Wirtschaftswunder bei uns, oder die geschlossen gehaltene Gesellschaft in der DDR, reinweg beruhend auf der Dynamik des Kalten Krieges, war den Leuten dabei egal, sie hatten ja keine weiterführenden Informationen von echter Tragfähigkeit. Grüne und Linke, Konservative und Rechte, jeder hatte so am Ende des Tages sein trauliches Hausbiotop im Sinne eines konstanten Wertekataloges. Innerhalb einer Weltordnung, die man gemeinschaftlich als feindselig kennen, und so aber auch im Kopf ausklammern konnte. Diese Zeiten sind vorbei, es war eine offene Gesellschaft auf Probe, respektive unter Vorbehalt, bei uns hier im Westen. Und von Anfang an, erkennen wir nun, die Wiederaufnahme einer geschlossenen Gesellschaft plus demagogischer Obertöne von Weltrevolution, drüben im Osten. Stabilitätssuggestionen für Satelliten mit einer stabilisierenden Funktion für die Balance vor und hinter dem eisernen Vorhang. Nun aber, nach dem Ende aller Garantien seitens der Amerikaner respektive Russen, sind wir wirklich am Übergang zu einer vorbedingungslosen offenen Gesellschaft, kommt es mehr und mehr auf uns alle im Einzelnen an. Unser persönliches Engagement entscheidet, ob wir dabei sind oder passiv bleiben. Niemand hält mehr einen Kompass für uns bereit. Und es wird auch keiner auftauchen, am allerwenigsten aus der Richtung des hohl tönenden Neokonservatismus oder Rechtspopulismus. Sehen wir der Sache also ins Auge, verbrüdern uns mit allen, die auch Angst haben, und erwägen wir sachlich die Vorteile, die wir uns natürlich auch einhandeln, wenn wir die neue Sachlage nur endlich zu akzeptieren vermögen. Hören wir vor allem damit auf, alles Mögliche irgendjemand in die Schuhe zu schieben!

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GeMe 29.07.2018, 15:41
93. @m.gu Heute, 13:42: Sozialpolitik in Österreich

Zitat von m.gu
Die Ausländerpolitik in Österreich kann ich nicht gutheißen. Doch gegenüber seinen Mitbürgern ist er nachweisbar viel menschlicher, sozial gerechter als die Politiker der GroKo.
Das wird sich ja nun mit der FPÖ gründlich ändern.
- Wiedereinführung des 12-Stundenarbeitstages
- Wiedereinführung der 60-Stundenwoche
- Reduzierung des Urlaubsanspruches auf 24 Urlaubstage
- Abschaffung des Kündigungsschutzes für Frauen im Mutterschutz
- Änderung der Sozialhilfe auf ein System nach deutschem Hartz IV Vorbild. Allerdings soll es in Österreich neben der Miete, dann nur 150 Euro im Monat geben statt des deutschen Satzes von 416 Euro.
Hier der Link zum Artikel zur Sozialhilfe:
https://derstandard.at/2000084239344/Von-Wohnung-plus-150-Euro-leben-Sicher-glaubt-Hartinger-Klein

Dies sind nur ein paar Beispiele. Insgsamt will die FPÖ 489 Verschlechterungen für Arbeitnehmer durchsetzen. Überall dort, wo die Gesetze in Österreich mehr gewähren als den von der EU festgelegten Mindeststandard, sollen die Arbeitnehmerrechte auf den EU-Mindeststandard heruntergesetzt werden.
Aber die Grenzen werden dicht gemacht und das ist ja wohl für die Arbeitnehmer in Österreich das Wichtigste. Da muss man kleine Nachteile schon mal in Kauf nehmen.

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egoneiermann 29.07.2018, 15:47
94.

Zitat von heiner.mueller
In meinem Umfeld dreht sich vieles gerade doch um das Migrationsthema, wenn auch oft indirekt: 1.) Wieso z.B. sind die Renten so niedrig? Weil wir Dutzende Milliarden für die Alimentierung von zugewanderten, für immer in Hartz-4 verbleibende Glücksritter aus Afrika ausgeben "müssen"! 2.) Warum ist bezahlbarer Wohnraum so knapp? Weil seit 2015 ca. 2 Millionen Zugewanderte in Wohnungen untergebracht wurden, die sonst sozial Schwächeren zugestanden hätten! 3.) Was wird in Zukunft mit unseren Krankenkassenbeiträgen? Die werden natürlich steigen, 2 Millionen neue Mitglieder, die nichts einzahlen, aber auch versorgt werden wollen - was soll da anderes bei heraus kommen als massive Beitragserhöhungen? 4.) Wieso verdienen Geringqualifizierte so wenig oder bekommen gar keinen Job? Weil sie mit denen, die jetzt neu hier sind, um genau diese Billig-Jobs konkurrieren! Usw. usw. Wer diese Zusammenhänge nicht erkennt und keine Schlüsse daraus zieht, ist entweder betriebsblind oder darf die notwendigen Erkenntnisse aus parteipolitisch-ideologischer Verblendung nicht sehen.
Der größte Feind von falschen Behauptungen ist das Wissen. Also einfach mal kundig machen:
1. Wer Rente bekommt und woraus diese gezahlt wird.
2. Die Bevölkerungsentwicklung in D. Nach ihrer Theorie hätten Wohnung in den letzten Jahrzehnten billiger werden müssen oder zumindet nicht teurer. .
3. ob auch nur eine Krankenkasse Mitglieder aufnimmt, die nichts zahlen.
4. Einfach mal überlgen, vielleicht liegt es an dem "gering"?

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onlinerspon 29.07.2018, 15:55
95.

Zitat"So verständlich es ist, dass die großen Zuwandererzahlen des Jahres 2015 in Teilen der Nation nachhaltige Verunsicherung verursacht haben, so flaut die Verstörung längst merklich ab. Vor zwei Jahren hielten noch 56 Prozent der Bundesbürger Immigration für eines der größten Probleme des Landes. Inzwischen ist dieser Wert auf 38 Prozent zurückgegangen.Die Erregung legt sich. Doch die Politik versucht, die Story am Laufen zu halten,"

Ist es wirklich Bestandteil des Berufsbilds, Menschen zu erzählen, über welche Themen sie sich "erregen" sollten/dürfen. 2015 hat jeder den Kontrollverlust gesehen, welcher sich bis heute fortsetzt. Es ist nach wie vor nicht viel geregelt/auf den Weg gebracht: Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn, Wohnungsbau, Ausbildung von Zuwanderern ... Wenn 2022 (Beispiel, die Frage ist ja nicht ob sondern wann) Dürre oder Bürgerkrieg die nächste Flüchtlingswelle auslösen, machen wir wieder große Augen!

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lachina 29.07.2018, 16:00
96. Dieser Artikel widerspricht sich permanent:

"Ganze acht Prozent der Bundesbürger geben in repräsentativen Umfragen an, sie persönlich hätten mit Zuwanderung ein Problem. Eine gefährliche Diskrepanz." ,
weiter unten
"Vor zwei Jahren hielten noch 56 Prozent der Bundesbürger Immigration für eines der größten Probleme des Landes. Inzwischen ist dieser Wert auf 38 Prozent zurückgegangen."

Ja wie jetzt - 8 oder 38 % ?

und "Steigende Lebenshaltungskosten - vor allem teurer Wohnraum - Engpässe bei der Pflege und im Gesundheitssystem, die Qualität der Schulen und des Bildungssystems, die künftige Entwicklung der Renten, Umweltprobleme und Klimawandel "
Zumindest die Wohnraumsituation und die Qualität des Bildungssystems verbessern sich ja nicht, wenn es plötzlich eine Million Neubürger gibt.....

Was richtig ist? Das System arbeitet schon seit Jahren am Limit - die Einwanderung zeigt die Schwachstellen auf.
"Permanente Dramatisierung wird der aktuellen Situation des Landes nicht gerecht. 90 Prozent der Bundesbürger halten die allgemeine Lage in Deutschland für gut, nur 8 Prozent für schlecht. In der EU ist das ein Rekordwert; nur Luxemburger und Niederländer sind noch zufriedener."

Aber glücklich sind sie wohl alle nicht - da gewinnen immer die Skandinavier......

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CSc5911 29.07.2018, 16:09
97.

Zitat von Liberalitärer
Genitalverstümmelung und diese Dinge sind eben ein No Go in unserer Kultur und ja, das ist kulturelle Überlegenheit.
Absolut! Und Menschen in Not einfach zurückweisen, deren Anliegen nicht wenigstens nach einem rechtsstaatlichen Verfahren zu prüfen, sie ohne Asylstatus in Länder zu schicken, in denen sie menschenunwürdig behandelt werden, Grenzen dicht machen und ein Nachbarland oder Ankunftsländer mit einem Problem allein zu lassen - alles ebenfalls No Go's in unserer Kultur. Und ja, das ist kulturelle Überlegenheit.

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jj2005 29.07.2018, 16:16
98. Brain Drain

Zitat von distar99
Wem dient ein Einwanderungsgesetz eigentlich? Nehmen wir damit den Drittstaaten nicht ihr qualifiziertes Personal und bluten wir sie damit nicht aus?
Richtig, wer das will (und es sind mal wieder typischerweise die ach so "christlichen" Konservativen), befördert den "brain drain", wird aber nicht zögern, den armen Ländern vorzuwerfen, sie könnten ihre Wirtschaft nicht managen. Vor Jahren hat mal jemand herausgefunden, dass es in UK mehr ghanaische Aerzte gibt als in Ghana selber. Auch eine Form des Kolonialismus, man holt sich die Sklaven ins Land, nicht mit Gewalt wie früher, sondern mit Geld.

@Henrik Müller: Danke, dass Sie Mancur Olson zitiert haben. Er war wirklich ein großer Ökonom, und The Logic of Collective Action sollte Pflichtlektüre aller angehenden VWL'er sein.

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vera gehlkiel 29.07.2018, 16:17
99.

Zitat von onlinerspon
Zitat"So verständlich es ist, dass die großen Zuwandererzahlen des Jahres 2015 in Teilen der Nation nachhaltige Verunsicherung verursacht haben, so flaut die Verstörung längst merklich ab. Vor zwei Jahren hielten noch 56 Prozent der Bundesbürger Immigration für eines der größten Probleme des Landes. Inzwischen ist dieser Wert auf 38 Prozent zurückgegangen.Die Erregung legt sich. Doch die Politik versucht, die Story am Laufen zu halten," Ist es wirklich Bestandteil des Berufsbilds, Menschen zu erzählen, über welche Themen sie sich "erregen" sollten/dürfen. 2015 hat jeder den Kontrollverlust gesehen, welcher sich bis heute fortsetzt. Es ist nach wie vor nicht viel geregelt/auf den Weg gebracht: Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn, Wohnungsbau, Ausbildung von Zuwanderern ... Wenn 2022 (Beispiel, die Frage ist ja nicht ob sondern wann) Dürre oder Bürgerkrieg die nächste Flüchtlingswelle auslösen, machen wir wieder große Augen!
Es hat immer wieder Flüchtlingswellen in Deutschland gegeben, die bisher aber nie zu einer derartigen Aufregung geführt haben. Vor allem ist für mich ganz neu, dass Meinungsbildung darüber rüde abgelehnt wird, und man frei Kommentierende, die etwas anderes sagen als einem lieb ist, sofort der Indoktrination bezichtigt, wie sie es leider auch tun. Was dabei aussen vor bleibt ist, dass sie selbst konstruktive Anteile in ihren Beiträgen, wie bei ihnen im zweiten Teil vorhanden, eingangs schon entwertet haben. Auch damals bei den Russlanddeutschen muss es wohl ernstliche Probleme gegeben haben, es gab sie auch mit den entwurzelten Menschen aus dem zerfallenden Jugoslawien. Andere Weltbilder, Jugendkriminalität unter dem Gefühl des Entwurzeltseins oder aus materiellen Gründen, alles wie gehabt. Nur gab es damals keine Fraktion der Rechtspopulisten, welche durch die Angst der Verantwortungsträger zu einer solchen destruktiven Wirksamkeit gelangt wäre, wie es diesmal leider der Fall ist. Kehren wir also zurück zum Konsens, und diskutieren es dann!

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