Forum: Wirtschaft
Migrationsdebatte: Die große Erregung über das falsche Thema
DPA

Seit Monaten kreist die deutsche Politik um das Thema Zuwanderung. Dabei haben die meisten Bürger ganz andere Sorgen. Doch sie organisieren ihre Interessen schlechter als einflussreiche Minderheiten.

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Medienkritiker 29.07.2018, 16:21
100. Eher nicht...

Zitat von onlinerspon
...Wenn 2022 (Beispiel, die Frage ist ja nicht ob sondern wann) Dürre oder Bürgerkrieg die nächste Flüchtlingswelle auslösen, machen wir wieder große Augen!
warum sollten "wir" große Augen machen? Das Geschehen in Deutschland unterliegt der abstumpfenden Gewöhnung. Die Flüchtlingswelle ist einem permanenten, unaufhörlichen Strom gewichen, dem die deutsche Politik nichts entgegenzusetzen in der Lage bzw. bereit ist.
Zementiert wird dieser in der Geschichte einmalige Vorgang mit der Abgabe nationaler Gesetzgebung an die EU und globale Übereinkünfte wie dem Compact on Migration...

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CSc5911 29.07.2018, 16:25
101.

Zitat von heiner.mueller
In meinem Umfeld dreht sich vieles gerade doch um das Migrationsthema, wenn auch oft indirekt: 1.) Wieso z.B. sind die Renten so niedrig? Weil wir Dutzende Milliarden für die Alimentierung von zugewanderten, für immer in Hartz-4 verbleibende Glücksritter aus Afrika ausgeben "müssen"! 2.) Warum ist bezahlbarer Wohnraum so knapp? Weil seit 2015 ca. 2 Millionen Zugewanderte in Wohnungen untergebracht wurden, die sonst sozial Schwächeren zugestanden hätten! 3.) Was wird in Zukunft mit unseren Krankenkassenbeiträgen? Die werden natürlich steigen, 2 Millionen neue Mitglieder, die nichts einzahlen, aber auch versorgt werden wollen - was soll da anderes bei heraus kommen als massive Beitragserhöhungen? 4.) Wieso verdienen Geringqualifizierte so wenig oder bekommen gar keinen Job? Weil sie mit denen, die jetzt neu hier sind, um genau diese Billig-Jobs konkurrieren! Usw. usw. Wer diese Zusammenhänge nicht erkennt und keine Schlüsse daraus zieht, ist entweder betriebsblind oder darf die notwendigen Erkenntnisse aus parteipolitisch-ideologischer Verblendung nicht sehen.
1. Sind die Renten seit 2015 gesunken?
2. War der Wohnraum vor 2015 ausreichend?
3. Von 2 Millionen neuen Mitgliedern werden viele nur vorübergehend da sein oder zum großen Teil auch selbst einzahlen. S. Ihr Punkt 4: wenn "die Neuen" Ihrer Logik nach die Jobs bekommen, zahlen sie ja wohl auch in die KV ein.
4. Wenn das so ist, kann wohl jemand von diesen Jobs leben. Wenn schon Hunger und Krieg kein Grund für "Alimentierung" sein sollen, dann ja wohl erst recht nicht die Einstellung "Ich könnte zwar einen Job für wenig Geld annehmen, das ist aber unter meiner Würde" ...

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Ökofred 29.07.2018, 16:52
102. Da strömt schon wieder einer??

Zitat von Medienkritiker
warum sollten "wir" große Augen machen? Das Geschehen in Deutschland unterliegt der abstumpfenden Gewöhnung. Die Flüchtlingswelle ist einem permanenten, unaufhörlichen Strom gewichen, dem die deutsche Politik nichts entgegenzusetzen in der Lage bzw. bereit ist. Zementiert wird dieser in der Geschichte einmalige Vorgang mit der Abgabe nationaler Gesetzgebung an die EU und globale Übereinkünfte wie dem Compact on Migration...
Welche unaufhörliche Strom soll das sein? Können Sie bitte mal Zahlen nennen oder die sich selber mal ansehen? Der derzeitige "Strom" ist nicht viel stärker als der "normale" Zuwachs durch Migration den wir über Jahrzehnte hatten und den eigentlich nie jemanden doll aufgeregt hatte. Während des jugoslawischen Bürgerkrieges kamen auch etwa 750.000 - da hat nie jemand über erhöhte Krankenkassenbeiträge oder Wohnungsnot durch Flüchtlinge schwadroniert - hatten die Leute damals mehr Anstand? Fremdenfeindliche Parteien gab es damals auch - das allein kann es ja nicht sein.

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freigeistiger 29.07.2018, 16:53
103. Stimmt, und die Medien haben Anteil daran

Ein wichtiges Thema ist seit Jahren total abhanden gekommen, die Bildung. Für eine intelligente Gesellschaft. Kein Mensch spricht mehr davon. Nur noch von Schulabschlüssen. Für eine wirtschaftkonforme Schulbildung, für eine wirtschaftskonforme Gesellschaft, für eine wirtschaftskonforme Demokratie, Zitat Merkel. Es gibt keine größere Bedrohung für die Demokratie. __ Die Medien haben einen großen Anteil daran. Sie greifen ein Thema auf. Der Kollege greift es dann auch auf. Die Menschen, Bevölkerung, Politiker und Institutionen, lesen und übernehmen dass. Die Medien nehmen dass dann auf und berichten darüber. Die Menschen lesen und übernehmen dass ….

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Fuscipes 29.07.2018, 16:57
104.

CSc5911, die Arbeitgeberseite könnte den Fragenkatalog noch erweitern.
Sind die Renten seit 2015 gesunken?
Oder ist es mit den Renten wie mit den Reallöhnen, das die Schere seit viel längerer Zeit auseinandergeht und Wachstum bei den unteren und mittleren Einkommen einfach nicht mehr ankommt?
Könnte das am Verteilsystem liegen und wie könnte man das ändert man Ungleichheit?
War der Wohnraum vor 2015 ausreichend?
Von 2 Millionen neuen Mitgliedern werden viele nur vorübergehend da sein, und
wie wirkt sich das auf den Wohnraum aus, wenn der zuvor schon zu knapp war?

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Spr. 29.07.2018, 17:01
105. Der Grund sind von den Rechtsextremen geschürte falsche Erwartungen

Ein viel zu großer Teil der Bevölkerung hat ja "eigentlich nichts gegen Ausländer", sondern "will nur nicht für die alle bezahlen". Die Rechtsextremen waren äußerst erfolgreich darin, großen Teilen der Wählerschaft vorzumachen, sie würden entweder selbst viel zu wenig vom Staat bekommen oder viel zu viel an den Staat bezahlen müssen - wegen der Migranten ("illegalen Einwanderer", Flüchtlinge, Ausländer). So gut, dass viele Wähler sich heute an die selbst erlebte nahe Vergangenheit nur äußerst selektiv erinnern, die Suggestionen der Rechtsextremen aber umso präsenter sind.

So wird völlig ignoriert, dass die im Artikel genannten Probleme schon lange vor 2015 bestanden haben, ohne das irgendeine der Merkel-Regierungen es für nötig gehalten hätte, davon auch nur Notiz zu nehmen, geschweige denn etwas daran zu ändern. Ob löchrige Straßen, marode Brücken und Schulen, immer schlechter werdende Kranken- und Altenversorgung u.v.m., das Mantra lautete konsequent: "dafür ist kein Geld da!"

Trotzdem haben sich große Teile der Bevölkerung von den Rechtsextremen manipulieren lassen zu glauben, dass nur deshalb kein Geld dafür da ist, weil das Geld für die Migranten ausgegeben wird. Auch wenn diese Migranten viele Jahre, in denen die Probleme immer größer wurden, noch gar nicht da waren. Hier wirkt vor allem das unausgesprochene, aber von den Rechtsextremen äußerst deutlich implizierte Versprechen, dass für alle diese Probleme plötzlich mehr als genug Geld da sein - und auch dafür ausgegeben - wenn, erst alle Migranten weg sind. Weil die Migranten dann "kein Luxusleben auf unsere Kosten" mehr führen können.

Vermutlich müssen diese manipulierten Leute erst selbst erleben, dass kein einziger Cent zusätzlich für sie und ihre Probleme von egal welcher Regierung ausgegeben wird, egal ob und wieviel bei den Migranten "eingespart" wird! Erst dann werden einige dieser Leute anfangen zu verstehen, dass sie von den Rechtsextremen nur manipuliert und für deren Ziele ausgenutzt wurden.

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Patrik74 29.07.2018, 17:10
106. Ideologische Verblendung

Zitat von heiner.mueller
In meinem Umfeld dreht sich vieles gerade doch um das Migrationsthema, wenn auch oft indirekt: 1.) Wieso z.B. sind die Renten so niedrig? Weil wir Dutzende Milliarden für die Alimentierung von zugewanderten, für immer in Hartz-4 verbleibende Glücksritter aus Afrika ausgeben "müssen"!
..oder weil die reichste der Gesellschaft sich nicht an der Finanzierung beteiligen.

Zitat von
2.) Warum ist bezahlbarer Wohnraum so knapp? Weil seit 2015 ca. 2 Millionen Zugewanderte in Wohnungen untergebracht wurden, die sonst sozial Schwächeren zugestanden hätten!
...oder weil der Staat sich schon vor zwei Jahrzehnten im neoliberalen Privatisierungswahn aus dem sozialen Wohnungsau sukzessive zurückgezogen hat.

Zitat von
3.) Was wird in Zukunft mit unseren Krankenkassenbeiträgen? Die werden natürlich steigen, 2 Millionen neue Mitglieder, die nichts einzahlen, aber auch versorgt werden wollen - was soll da anderes bei heraus kommen als massive Beitragserhöhungen?
...oder es gibt einfach immer mehr ältere Menschen, die naturbedingt immer kränker sind als junge und obendrein die Behandlungsmethoden immer kostenintensiver werden.

Zitat von
4.) Wieso verdienen Geringqualifizierte so wenig oder bekommen gar keinen Job? Weil sie mit denen, die jetzt neu hier sind, um genau diese Billig-Jobs konkurrieren!
oder, weil es im Zuge der Automatisierung und des allgemeinen technologischen Wandels (Digitalisierung) immer weniger Billig-Jobs gibt.

Zitat von
Usw. usw. Wer diese Zusammenhänge nicht erkennt und keine Schlüsse daraus zieht, ist entweder betriebsblind oder darf die notwendigen Erkenntnisse aus parteipolitisch-ideologischer Verblendung nicht sehen.
Ziehen sie von den o.g. Problemen einfach alle ab, die schon vor 2015 existierten, und beurteilen sie dann, wer Opfer einer parteipolitisch-ideologischer Verblendung ist.

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haltetdendieb 29.07.2018, 17:23
107. Das Problem ist damit leider nicht erfasst

Ich kann ganz pragmatisch, prozentual genau, an das Problem ran gehen. Dann kommt das raus, was in dem Artikel steht. Das Große Problem ist ja nicht, dass 8 % die Migrationsproblematik an erste Stelle setzen. Das Problem in dieser, und eigentlich nur in dieser Hinsicht ist, dass diese Frage die Gesellschaft spaltet, wie nie eine Frage zuvor in der Geschichte dieser Republik. Das ist das Große Problem. Und bei dieser Spaltung spielt es keine Rolle, welches Problem jetzt schlimmer ist. Denn in der Frage des viel zu teuren Wohnraums sind sich, bis wahrscheinlich auf einige Vermieter, alle Bundesbürger einig, ebenso in der Frage der Altersvorsorge und der fehlenden Pflegekräfte besonders in der Altenpflege. Aber die sozial viel Größere Sprengkraft liegt im Problem der Migration. Und in dieser Hinsicht gebe ich der Politik einen großen Anteil an dieser Spaltung der Gesellschaft. Aus den von mit genannten Gründen ist es richtig, dass das Problem der Zuwanderung diesen Großen Stellenwert in der öffentlichen Diskussion einnimmt. Auch wenn es vielen zunehmend zum Hals raushängen mag. Migration wird diese Gesellschaft noch die nächsten Jahrzehnte beschäftigen, und das mehr als uns lieb ist.

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widderfru 29.07.2018, 17:35
108. Umfrageergebniss anzuzweifeln

Lt. Statistik: 57% der Bürger verfügen über ein Nettoeinkommen von BIS ZU 1.500,-,,,Betonung liegt auf BIS ZU.
Das wiederum schürt die Angst vor Zuwanderung Bildungsferner,- jeder Asylant kostet pro Tag 50,-E. Bürger hat doch auch einen Kopf zum Denken, Zusammenhänge-,Wohnraum, Bildung, Sozialkosten usw. zu erkennen. Wir schaffen das eicht eben nicht. Die Zeche zahlen vor allem die genannten 57% .

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curiosus_ 29.07.2018, 18:25
109. Doch sie organisieren ihre Interessen schlechter als...

...einflussreiche Minderheiten? Ich dachte immer, dass Politik dazu da ist dem Volk aufs Maul zu schauen. Also ihrer Basis vor Ort zuhört und das, was dort die Leute umtreibt aufnimmt. Das wäre ja auch der richtige Weg wenn man möglichst viele Wählerstimmen einsammeln will.

Da, Herr Müller:

Zitat von Henrik Müller
Weite Teile der Politik haben sich in Gefilde verirrt, die mit den tatsächlichen Problemen der Bundesbürger wenig zu tun haben - Was es nicht nach oben auf die Agenda schafft, wird nicht vordringlich behandelt. - Permanente Dramatisierung wird der aktuellen Situation des Landes nicht gerecht.
Sehe ich in erster Linie ein Versagen Ihrer Spezies (der öffentlichen medialen Multiplikatoren) und der Politiker. Denn wer, wenn nicht diese Gruppen, bestimmen zuvorderst den öffentlichen Diskurs? Einfach bequemerweise das zu verstärken was einem der Mainstream vorgaukelt ist doch auch bequem, es entbindet einen davon selber nachzuforschen und etwas dickere Bretter zu bohren.

Es gab mal Zeiten da war die Entfremdung zwischen der veröffentlichten Meinung und dem, was die Bürger umtreibt geringer. Und dann änderte sich das langsam, nicht erst seit dem Flüchtlingsthema. Davor gab es schon z.B. das Genderthema, auch etwas was bei Umfragen ziemlich weit hinten landet und wo lautstarke "einflussreiche Minderheiten" ein Thema gesetzt haben.

Das ging verloren:

"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört."

(Hans Joachim Friedrichs)

Und jetzt wundert man sich über sinkende Auflagenzahlen und "Die große Erregung über das falsche Thema"?

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