Forum: Wirtschaft
Migrationsdebatte: Die große Erregung über das falsche Thema
DPA

Seit Monaten kreist die deutsche Politik um das Thema Zuwanderung. Dabei haben die meisten Bürger ganz andere Sorgen. Doch sie organisieren ihre Interessen schlechter als einflussreiche Minderheiten.

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könig der jogis 29.07.2018, 13:37
60. grundsicherung

Bei mir macht sich der Eindruck breit, dass sich die Politik um Dinge kümmert, bei denen sie glaubt noch so etwas wie Handlungsfähigkeit heucheln zu können. Wer hat denn schon eine Antwort auf die Frage von jungen Menschen, wie. sie einmal ihr Alter absichern sollen? Die Rente wird einmal nur auf dem Niveau der Grundsicherung gezahlt - sparen ist wegen negativen Zinsen sinnlos. Also warum überhaupt noch Arbeiten? Nein die Politik hat jeden Bezug zur Realität der Bürger verloren.

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im_ernst_56 29.07.2018, 13:39
61.

Zitat von Zottelbär
Dass das Thema Zuwanderung in der Lebensrealität der Deutschen nur eine untergeordnete Rolle spielen soll, ist eine gewagte These. Nach Meinung des Autors gewichtigere Punkte wie steigende Lebenshaltungskosten - vor allem teurer Wohnraum - Engpässe bei der Pflege und im Gesundheitssystem, die Qualität der Schulen und des Bildungssystems, die künftige Entwicklung der Renten, und Umweltprobleme sind von der Migrationsfrage aber nicht zu trennen. Denn als Folge der Zuwanderung sind bezahlbarer und verfügbarer Wohnraum immer knapper geworden, die jüngsten Willkommensgesten der Oberbürgermeister von Bonn, Köln und Düsseldorf ignorieren dies übrigens völlig. Neubauten belasten die Umwelt. Zuwanderer, die ärztliche Leistungen nicht unbescheiden in Anspruch nehmen, oft auch während der Integrationssprachkurse, haben selber bislang keine Beiträge hierfür eingezahlt. Und für künftige Renten werden sie mehrheitlich keine großen eigenen Zahlungen leisten können. Wie es in manchen Schulen mit einem immer größer werdenden Anteil von zugewanderten Kindern aussieht, dürfte ebenfalls bekannt sein. Die jüngste, mit Flammenwerfern erzwungene "Einreise" in eine spanische Exklave in Nordafrika ist ein Fanal. Das UN-Migrationsabkommen, über das Ende des Jahres in Marokko weiter verhandelt wird, dürfte in Kürze so richtig hochkochen. Dann heißt es wieder: Das ist doch wieder nur Wasser auf die Mühlen der …
Ich stimme Ihnen zu. Nachweislich zieht es fast alle Migranten in die Städte. Nur 12,8% der Menschen mit Migrationshintergrund leben in ländlichen Regionen (Stand: 2016). Auf Gemeindeebene gilt, je höher die Einwohnerzahl desto höher der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt, die Inanspruchnahme öffentlicher Dienstleistungen, Schulen, Kitas, Gesundheitswesen usw. bis hin zur Verschärfung von Umweltproblemen durch eine Verstärkung des Individualverkehrs. Die Vorstellung, man könne das Thema Migration ausklammern, weil es keine praktischen Auswirkungen auf die in der Kolumne angesprochenen Problembereiche hat, halte ich für ziemlich realitätsfremd.

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theisch 29.07.2018, 13:40
62. Hochinteressant...

...wenn man bedenkt, dass gerade der SPIEGEL in den letzten Wochen kaum ein anderes Thema hatte als Migration und Rassismus. Da war das Thema Özil in allen Schattierungen. Die Frage nach der gescheiterten Integration. Migranten und ihre Meinung zu Özil. Internationale Pressestimmen zum Thema Rassismus beim DFB....und und und.
Dazu kamen dann noch die unterschiedlichsten Berichte über Flüchtlinge in Seenot und die Klärung der unerträglichen Frage, wieviele von ihnen dieses Jahr schon ertrunken sind. Und ausgerechnet hier lese ich jetzt einen Artikel, der mir sagt, dass es noch andere Themen gibt? Ach!!! Die Medien springen doch über das Migrantenstöckchen, sobald die Politik es ihnen hinhält. Und der SPIEGEL macht da keine Ausnahme. Warum? Weil es emotional ist. Weil es Klicks generiert und Leser bindet. Also jetzt bitte nicht, nur weil Sonntag ist so eine Feigenblattkolumne, die nichts tut außer Phrasen dreschen, Allgemeinplätze verbreiten und Dinge aufzählen, die nun beileibe nicht neu sind.

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lob80 29.07.2018, 13:40
63. Volle Zustimmung!

In genau diesem Wortlaut beschwere ich mich in meinem Bekanntenkreis über die politische Diskussion und teils unreflektierte Berichterstattung! Wenn sogar eine Bundesregierung an einem Thema zu zerbrechen droht, das mich in meinem täglichen Leben nur peripher tangiert, braucht man sich über Politikverdruss nicht wundern. Was aber bleibt einem einzelnen Bürger zu tun...?

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interessierter Laie 29.07.2018, 13:42
64. keine Themen für große Gesten...

das ist das Problem. Bei der Zuwanderung können sich Politiker mit (symbolischen) großen Maßnahmen profilieren. Die Betroffenen sind keine Wähler. Die Rente, die Pflege, die Gesundheit, die Bildung und auch die Digitalisierung sind langwierige Baustellen. Bei Rente, Bildung und Pflege stehen Interessen gegeneinander. Das zeigt der Blick auf die Extreme. Man könnte Pflegekräfte deutlich besser entlohnen. Aber schon jetzt können sich viele Betroffene keinen Heimplatz mehr leisten. Und die Versicherungsbeiträge oder Steuern können auch nicht beliebig steigen. Man kann die Innenstädte mit Sozialwohnungen zubauen, aber das verschärft die Suche für diejenigen, die keinen Anspruch haben, kostet viel Geld und die Stadt Einnahmen. Egal welche Position die Politik einnimmt, sie wird nicht nur Jubel ernten.

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Ökofred 29.07.2018, 13:42
65. Faktencheck

Zitat von Liberalitärer
Übringes bin ich für eine gesteuerte Zuwanderung. Auch da mal ein kleiner Faktencheck. Es ist mehr als leicht ein Arbeitsvisum für D zu erhalten. Zwei Passbilder reichen fast aus. https://www.make-it-in-germany.com/de/fuer-fachkraefte/visum
Wie kann man so einen Qua... Kram behaupten?
Bitte gehen Sie doch mal auf den Bereich, wo die verschiedenen Visa erklärt werden:
https://www.make-it-in-germany.com/de/fuer-fachkraefte/visum/arten-von-visa
Entweder muss man einen Haufen Geld verdienen oder eine sehr spezialisierte (für dei meisten Zuwanderungsländer) Ausbildung haben, (Positivliste)
Die einzig wirkliche Möglichkeit ist es sich bereits vorher einen Job in DE zu besorgen, aber ganz einfach ist das auch nicht.

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m.gu 29.07.2018, 13:42
66. Doch in Sachen Sebastian Kurz bin ich genau anderer Meinung.

Zitat von sonntagsberg
und die ÖVP wurden gewählt, weil die "große" Koalition am Ende war. Und zwar seit vielen Jahren. Als Koalitionspartner kamen nur die Blauen in Frage, da, siehe meinen ersten Satz. Sebstian Kurz war Außenminister und Integrationsstaatssekretär bevor er Kanzlerkandidat wurde. In dieser Funktion hat er genau gar nichts getan, um die von Ihnen so benannte Migrationskrise zu bewältigen. Keine Rücknahmeabkommen mit den entsprechenden Staaten, keine integrationsfördernden Maßnahmen für die hier anwesenden Flüchtlinge. Und nein, die Balkanroute hat er auch nicht geschlossen. Es war das Abkommen mit der Türkei, das den Flüchtlingsstrom stark verringert hat. Der Zuspruch für Kurz beginnt kräftig zu bröckeln, da die Menschen sehen, daß er außer dem Migrationsthema nichts auf der Pfanne hat. Ein Hohlschwätzer und Blender erster Güte. Das ist Ihr Sebastian Kurz. Und die Blauen zerlegen sich gerade, weil ihre Wähler merken, daß sie nicht den "kleinen Mann" vertreten, sondern den demokratischen Rechtsstaat und den Sozialstaat vernichten wollen. Wer ein bißchen Grütze im Kopf hatte und sich an die blauen Zeiten während der Ära Schüssel erinnert hat, wußte, daß fähiges Personal bei den Blauen Mangelware war. Das beweist sich jetzt wieder. Ich prophezeie: Der türkis-blaue Spuk ist nach einer Legislaturperiode Geschichte.
Die Ausländerpolitik in Österreich kann ich nicht gutheißen. Doch gegenüber seinen Mitbürgern ist er nachweisbar viel menschlicher, sozial gerechter als die Politiker der GroKo. Siehe Beispiel Quelle: In Sachen Rente steht es zwischen Österreich und Deutschland 4 : 0." Auszug Zitat: "Die durchschnittliche Neu Renten für Frauen im Jahr 2018 liegen in Österreich bei 1 220 Euro, in Deutschland nur bei 590 Euro." Gerechnet in beiden Ländern bei 12 Monatsraten, da der Bundeskanzler eintritt, wie alle Abgeordneten der ÖVP und FPÖ, für 14 Monatsrenten in gleicher Höhe, im Mai für eine Urlaubsrente, im November für eine Weihnachtsrente erhält die österreichische Frau im Durchschnitt 203,3 Euro zusätzlich im Jahr, insgesamt 1 423 Euro, in Deutschland bei fast gleichen Lebenshaltungskosten nur 590 Euro. Jeder User kann berechnen im Schnitt bekommt die österreichische Frau 800 Euro mehr zum Leben, sozial gerecht. Es bewahrheitet sich siehe Quelle: "Deutsche Renten am niedrigsten in ganz Europa." Die Politiker in Österreich, wie auch Sebastian Kurz, zahlen in die Solidarversicherungen wie gesetzliche Rentenversicherung sowie gesetzliche Krankenversicherung in Österreich ein, wie auch alle Beamten und Besserverdienenden. Nur in Deutschland nicht, wo geschätzte 9 Millionen Bürger NICHT in die Solidarversicherungen einzahlen brauchen. Sozial ungerecht oder?

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merapi22 29.07.2018, 13:43
67. Abwanderung ist das Problem

Wenn Millionen junger gut ausgebildeter Menschen Deutschland verlassen und in Australien, USA, Dubai, Singapur ihr Glück versuchen, dann schadet das tausendmal mehr als die paar Flüchtlinge die DE aufnimmt.
Kann man es jungen Menschen verdenken, dass sie das Land verlassen, weil es im Ausland mehr Lebensqualität, Einkommen und weniger Bürokratie hat?
Bürokratie kostet den Menschen nicht nur Nerven sondern dreistellige Milliardenbeträge pro Jahr, aber das Thema kommt nie in den Nachrichten, genauso wie das Abwandern!
Die Piratenpartei wählt heute niemand mehr, schlicht weil sie niemand kennt, nachdem die Piraten in 7 Landesparlamenten vertreten waren haben die Medien einfach nichts mehr über die Piratenpartei gebracht. Was Bürger-in nicht kennt wählt man nicht!
Warum nicht das Thema Flüchtlinge und AfD auf selbe Weise verschwinden lassen. Wetten das sich darüber niemand beschweren wird!

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Liberalitärer 29.07.2018, 13:45
68. Unterbeschäftigung

Zitat von at.engel
Dass 13% der Deutschen unter der Armutsgrenze leben, insgesamt ungefähr 25% abgehängt sind und auch aus eigener Kraft kaum mehr aus ihrer Situation rauskommen... dass irgendetwas mit diesen 90% nicht wirklich stimmen kann, jedenfall nichts über die sozialen Verhältnisse in Deutschland aussagt, darauf kommt Henrik Miller auch heute noch nicht.
Das Problem gibt es und der Autor ignoriert es völlig und angeblich lehrt er ja in Dortmund. Dann sollte er dort mal auf die Straße gehen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt da bei 13,8 Prozent laut offiziellen Angaben.

https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/BA-Gebietsstruktur/Nordrhein-Westfalen/Dortmund-Nav.htm

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CSc5911 29.07.2018, 13:46
69.

Zitat von Profdoc1
Vollkommen korrekt. Den Menschen sollten andere Themen deutlich wichtiger sein.
Den Menschen SIND andere Themen (als das Thema Migration) deutlich wichtiger. Das belegen ja die im Artikel genannten Erhebungen. Die, die laut und drastisch gegen "die Zuwanderungspolitik" polemisieren, sind zwar deutlich vernehmbar, aber das macht sie noch lange zu keiner Mehrheit und ihr Anliegen noch lange zu keinem für eine Mehrheit wichtigen Thema.

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